Wetterstation Aalbäumle 707 m über Normalnull Dienstag, 21. Mai 2013 12:12 |
| Temperatur |
9,8 °C |
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Luftdruck |
1013,0 hPa |
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Wind |
174 ° |
| Luftfeuchtigkeit |
79 % |
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Tendenz |
-0,1 hPa/6h  |
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Windstärke |
13,6 km/h |
| Taupunkt |
6,3 °C |
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Regen / 1/h |
0,0 l/m² |
|
Windböe |
22,5 km/h |
| Windchill |
5,5 °C |
|
Regen / Tag |
0,1 l/m² |
|
Wind 10 Min Ø |
15,4 km/h |
Vorhersage - veränderlich - |
Aktuelle Wettervorhersage
Anrufbare Wetterstation wieder in Betrieb !
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Wind u. Thermikprognose: 21.05.12
Thermik:
Es überwiegt abschirmende Bewölkung. Nur örtlich und eher im Osten kann sich kurzzeitig mäßige Thermik entwickeln. Thermikbeginn: 10-11 Uhr bei 12 Grad C Thermikbeginn im Bergland in 800m: gegen 10 Uhr bei 8 Grad C Tageshöchsttemperatur: 12 bis 17 Grad C Thermikende: spätestens gegen 19 Uhr Wetterwirksame Sperrschichten: im Süden keine, im Norden schwach bei 2500m Bodensicht: 30-70 km
Bodenwind: aus Südwest mit 10-20 km/h, spätnachmittags auf Nordwest drehend Nullgradgrenze: bei 2000 m
Höhenwinde und Temperaturen für 14 Uhr: 1000 m 240 Grad 20 km/h 8 Grad C
1500 m 240 Grad 25 km/h 3 Grad C
2000 m 230 Grad 30 km/h 0 Grad C
3000 m 210 Grad 45 km/h -7 Grad C
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Wettervorhersage Aalen 21.5.13
Wettervorhersage für heute;
Am Dienstag gibt es in Aalen eine dichte Bewölkung ohne Wolkenlücken. Die Sonne kommt nicht zum Vorschein. Die Tiefstwerte liegen bei 6 Grad, die Höchsttemperaturen bei 15 Grad, und der Wind weht aus Südwest bis West.
Wetterbericht der nächsten Tage
Am Mittwoch fällt aus einer dichten Bewölkung immer wieder Regen. Die Sonne kommt kaum zum Vorschein. Die Luft kühlt sich in der Früh auf 6 Grad ab und erwärmt sich während des Tages bis auf 12 Grad. Der Wind kommt aus westlicher Richtung.
Am Donnerstag ist in Aalen mit Schauern, teils auch mit Gewittern zu rechnen. Die Tiefsttemperaturen betragen 2 Grad, die Höchstwerte 13 Grad. Dazu weht der Wind aus Südwest.
Am Freitag ziehen immer wieder teils ergiebige Regenschauer heran. Die Sonne kommt nur örtlich zum Vorschein, und die Temperaturen gehen am Morgen auf 2 Grad zurück. Am Tage steigen die Werte dann auf 9 Grad. Der Wind kommt aus östlichen Richtungen.
Aktuelle Wetter- und Warnlage
Baden-Württemberg
Mit einem Tief über Norddeutschland gelangt von Westen her recht kühle und feuchte Luft nach Baden-Württemberg.Heute Vormittag bleibt es zunächst warnfrei, nachmittags sind im Südosten lokal Gewitter möglich. Dabei muss mit starken Böen um 60 km/h(Stärke 7), vereinzelt auch mit Starkregen um 15 Liter pro Quadratmeter gerechnet werden. In der Nacht zum Mittwoch wird nicht mit der Herausgabe von Warnungen gerechnet.
Alpenwetter:
Lawinenwarndienst
Wetterseite des Deutschen Alpenvereins
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Der Tiefdrucksumpf 21.5.13
Ein Blick auf die Wetterkarte zeigt uns zwar viele Fronten und Tiefs,
aber kaum Isobaren. So was nennt man einen Tiefdrucksumpf.
Und über welche Fläche erstreckt sich der?
Geht man vom tiefsten Druck über Europa aus, der sich mit 1005 hPa
geografisch in Polen, auf Barometern im Bereich unbeständig findet,
so kann man in einem Abstand von gerade mal 10 hPa Skandinavien, alle
osteuropäischen Länder, das zentrale Mittelmeer und auch Ägypten
erreichen.
Gibt man noch 5 hPa dazu, ist Europa und der Mittelmeerraum fast
vollständig abgedeckt.
Es ist also eigentlich nicht viel los. Eigentlich ...
In Wirklichkeit ist ziemlich viel los, aber eben nicht auf der
Bodenwetterkarte.
In der Höhenwetterkarte haben wir ein kräftiges Tief, dessen Kern
heute früh über dem Pfälzer Wald an der Grenze zu Frankreich lag und
vorher irgendwo über Westeuropa rumtrieb.
Was sind die Folgen?
Das Höhentief steuert die Luftmassen nicht nur wie bei Bodentiefs
üblich regional, sondern nahezu kontinental im Gegenuhrzeigersinn.
Auf dessen Ostseite wird warme Luft aus südlichen Breiten nach Norden
und auf seiner Westseite Kaltluft nach Süden transportiert.
Da diese Wetterlage seit einiger Zeit anhält, hat sich die Warmluft
bis Nordskandinavien durchgesetzt.
Es gibt dort Sommertage über 25 Grad weit nördlich des Polarkreises
und 20 Grad in der Höhe des Nordkaps, wo man eher mit 5 Grad
Höchsttemperatur Mitte Mai rechnet. Werte um 30 Grad finden wir
örtlich in Norwegen und Estland.
Dass es am östlichen Mittelmeer, wenn man den direkten Strandbereich
verlässt, über 30, in Afrika über 40 Grad warm ist, versteht sich da
von selbst.
Wie schon oben erwähnt, müssen diejenigen, die westlich des
Höhentiefs leben, mit etwas kühleren Temperaturen vorlieb nehmen.
Speziell die Iberische Halbinsel ist davon betroffen. Im Süden werden
gerade mal die Höchstwerte erreicht, die 3500km weiter im Norden in
Skandinavien gemessen werden.
Meteorologische Sommertage sucht man in Spanien vergeblich,
allerdings sind die dortigen 20 Grad weit weniger sensationell als
die 20 Grad im hohen Norden.
Nachts ist es in Spanien und Portugal mit Werten unter 10 Grad zwar
recht frisch, das wäre aber nur an den Küste wirklich erwähnenswert.
"Spanischer Schnee" im Mai verwundert zwar, doch sollte man sich
immer vor Augen halten, das Spanien mit Bergen bis 3700 m NN Höhen
oberhalb des Zugspitzniveaus erreicht.
Und was bringt das Höhentief in der Nähe seines Zentrums?
Seit gestern Nachmittag Dauerregen, der 24-stündig Werte über dem
Monatssoll erreicht.
Der Dauerregen ist im Moment (10 Uhr) noch nicht zu Ende. Bislang
sind rund um die Nahe 40 bis 70 Liter gefallen, wobei derzeit
Henschtal im Landkreis Kusel mit 65 Litern der Spitzenreiter ist.
Nach den schweren Gewittern vom Freitag sind gestern in der Mitte
Deutschlands bis zu 40 Liter in kurzer Zeit vom Himmel gestürzt. Hier
hat es nach unseren Messungen Bad Neustadt im Grabfeld (Rhön) und
Lohr am Main mit 38 mm in einer Stunde am schlimmsten erwischt.
Zehn Stunden Sonnenschein unter dem Dach 19.5.13
Das ist die Umkehrung des Spruches von den zehn Kubikmetern
Sonnenschein, die aus dem Keller gepumpt werden, wenn sich im Sommer
unerwartet ein Randtief zu uns verirrt.
Aber nun zurück zur Überschrift.
Erinnern wir uns an Facebook vom letzten Sonntag:
(https://www.facebook.com/DeutscherWetterdienst)
(Wer mit den bunten Linien nichts anzufangen weiß, findet eine
Beschreibung unter
http://www.wetterdienst.de/Deutschlandwetter/Thema_des_Tages/868/on-r
equest.)
Da wurde von einem der drei Wettervorhersagemodelle für Frankfurt am
Pfingstsamstag bedeckter Himmel und 88,992 Liter Niederschlag
vorhergesagt, also 145% des Monatssolls innerhalb eines Tages.
Und was geschah? Sonnenschein von fast 10 Stunden und kein Tropfen
Regen.
Wie kann das denn kommen, wird sich mancher fragen.
Unsere Rechnervorhersagen basieren auf einem Gitternetz, das über die
Erdoberfläche gelegt wird. Und für die Netzmaschen berechnen wir das
Wetter.
Zunächst aber müssen wir wissen, wie das aktuelle Wetter an den
einzelnen Maschen ist. Für sie gibt es aber im Regelfall keine
Messwerte. Man muss diese aus der Umgebung für diese Stellen
umsetzen.
Nun stellen Sie sich mal vor, es gäbe zwei Messstellen in 100 km
Entfernung von der Masche, die beide den gleichen Luftdruck
anzeigten.
Ist jetzt an dem Gitterpunkt ein höherer-, ein tieferer- oder gar der
gleiche Druck wie an den beiden Messstellen?
Diese Frage kann man zum Beispiel dadurch beantworten, dass man eine
ältere Vorhersage für den aktuellen Zeitpunkt als Entscheidungshilfe
benutzt.
Es ist also ein Problem, die Anfangswerte, also die meteorologischen
Größen zum Beginn der Vorhersage, zu bestimmen. Da diese vielfach
auftretenden Probleme von jedem Modell auf eine andere Weise gelöst
werden, beginnen die einzelnen Modelle mit leicht unterschiedlichen
meteorologischen Anfangswerten zu rechnen.
Selbst wenn die dann folgende Vorhersage mit den identischen
physikalischen Formeln erfolgte, käme es zu mehr oder weniger
verschiedenen Wettervorhersagen für die Folgetage.
Und welchem Vorhersagemodell glaubt man nun?
Dazu werden von jedem Modell Dutzende Rechnungen durchgeführt, bei
denen man die bekanntermaßen ungenauen Anfangswerte etwas abändert,
und versucht dann durch statistische Ansätze den wahrscheinlichsten
Wetterverlauf zu erfahren.
Und wie wir dann beim Facebookeintrag vom Montag sehen, haben sich
die Vorhersagen für den Samstag schon stark geändert.
Im Nachhinein sehen wir, dass sich alle Vorhersagemodelle in Bezug
auf den Regen für Frankfurt geirrt haben.
Sonnenschein hat nur das rote Modell prognostiziert.
Die Temperaturen haben einen Kompromiss gefunden. Es ist 20 Grad warm
geworden.
Und wie geht's weiter. Auf der Warnseite (www.dwd.de) sehen wir
bereits jetzt die Warndreiecke für Regengüsse in Verbindung mit
Gewittern und die Unwetterwarnungen vor Starkregen.
Der kräftige Niederschlag wird sich also nur etwas verspäten.
Viel Regen in Oberitalien 18.5.13
Wem das Regenwetter im Westen und Südwesten Deutschlands so langsam
auf das Gemüt geht, der sei einmal daran erinnert, dass es in Europa
durchaus auch Regionen gibt, in denen es noch deutlich mehr regnet.
Die Region zwischen Poebene und den Alpen ist ein solches Gebiet. Von
Turin über Mailand und den Gardasee bis hin nach Triest gab es am
gestrigen Donnerstag dort Starkregen, zum Teil sogar noch durch
Gewitter verstärkt.
20 bis 60 l/qm waren die durchschnittlichen Regenmengen, die
innerhalb der letzten 24 Stunden gemessen wurden. Absoluter
Spitzenreiter ist die Station Treviso. Dort fielen 101 l/qm an Regen
innerhalb von 12 Stunden, davon allein 69 l/qm im Zeitraum von
Donnerstag 8 bis 14 Uhr.
Regen wird leider auch an den Pfingsttagen unser stetiger Begleiter
sein. Dabei sind die erwarteten Niederschläge im Osten anfangs mehr
mit Gewittern durchsetzt, während es im Westen zum Teil Dauerregen
geben wird.
Besonders intensiv werden die Niederschläge in der Nacht zum Samstag
in einem Streifen von Nordrhein-Westfalen über Nordhessen nach
Thüringen und Franken ausfallen. Dort können innerhalb von 12
Stunden durchaus auch Regenmengen von 20 bis 40 l/qm fallen, örtlich
liegen die berechneten Mengen sogar darüber. Ähnliche Niederschläge
werden dann auch für den Samstag für das Norddeutsche Tiefland
vorhergesagt.
Nach einer kurzen Regenpause greift im Laufe des Sonntags bereits ein
neues Regengebiet auf den Südwesten und Westen Deutschlands über und
wird am Pfingstmontag dort das Wetter bestimmen. Nur im Süden und
Südosten sieht es an diesem Tag etwas freundlicher aus. Die
Höchsttemperaturen liegen sowohl am Sonntag, als auch am Montag in
den Regengebieten nur bei 14 bis 17, bei Sonnenschein um 20 Grad C.
Die sommerlichen Temperaturen im Osten und Nordosten Deutschlands -
immerhin stiegen dort die Temperaturen am Donnerstag bis auf Werte
von 28 Grad C (Ückermünde) - gehören damit auch der Vergangenheit an.
Meteorologische Singularitäten, Teil 1 16.05.12
Dass die Eisheiligen in diesem Jahr ihrem Namen alle Ehre gemacht
haben, darüber berichteten in den vergangenen Tagen meine Kollegen im
Thema des Tages. So lagen die Tiefstwerte in der Nacht zum heutigen
Dienstag teils erneut unter dem Gefrierpunkt. Spitzenreiter waren:
Deutschneudorf-Brüderwiese mit -2,5 Grad
Reit im Winkl mit -1,9 Grad
Wendelstein mit -1,7 Grad
Die Eisheiligen stellen eine Singularität dar. Dieser Begriff leitet
sich vom lateinischen Wort "singularis" - "einzigartig" - ab und
bezeichnet in der Meteorologie sogenannte Witterungsregelfälle. Der
deutsche Meteorologe August Schmauß führte den Begriff der
Singularität in den 1920er Jahren ein. Dabei handelt es sich um
Wetterlagen, die zu einer bestimmten Zeit im Jahr mit einer hohen
Wahrscheinlichkeit auftreten und für eine markante Abweichung der
Wetterelemente von einer glatten Durchschnittskurve sorgen.
Als typische Beispiele für meteorologische Singularitäten seien hier
der Märzwinter, die Eisheiligen, Schafskälte, Hundstage, der
Altweiber- und Martinisommer sowie das Weihnachtstauwetter genannt,
auf die nach und nach im Thema des Tages eingegangen werden soll.
Dass diese Erscheinungen so regelmäßig auftreten, liegt im zyklischen
Verlauf des Sonnenstandes und den damit verbundenen
Temperaturänderungen und Großwetterlagen begründet. Aufgrund der
Schwankungsbreite ihres Eintretens (hier spielt auch der Zufall eine
Rolle) und der Tatsache, dass sie nicht jedes Jahr beobachtet werden
können, eignen sie sich nicht für die Wettervorhersage. Trotzdem
geben sie wertvolle Hinweise auf den durchschnittlichen jährlichen
Witterungsverlauf.
Der Märzwinter
Bevor wir am heutigen Tag der "Kalten Sophie" auf die Eisheiligen zu
sprechen kommen, sei hier noch kurz auf den Märzwinter eingegangen.
Dieser zeigte sich in diesem Jahr mehr als ein "Märzwinterchen", war
es doch im Deutschlandmittel 2,6 Grad wärmer als der
durchschnittliche März der Vergleichsperiode 1981 bis 2010.
Ursache für den Märzwinter ist in den meisten Fällen von Nordosten
eindringende sehr kalte und trockene Polarluft. Dieser
Spätwintereinbruch tritt in der Regel um die Mitte des Monats März
mit frostigen Temperaturen auf, besonders dann, wenn es in den
letzten Wintermonaten mild war.
Gefürchtet ist der Märzwinter in der Landwirtschaft, hier vor allem
im Obstbau. Wenn es im Zeitraum vor dieser meteorologischen
Singularität recht warm war, ist die Natur bereits auf den Frühling
eingestellt. So werden durch den Frost die Obstbäume in ihrer Blüte
getroffen, was zu schweren Ernteverlusten führen kann.
Die Eisheiligen
Heute endet mit "Sophie" eine weitere "kalte Singularität": die
Eisheiligen. Dabei handelt es sich um - je nach Region drei bis fünf
- Gedenktage von Wetterheiligen. Namentlich sind das Mamertus am 11.,
Pankratius am 12., Servatius am 13., Bonifatius am 14. und
schließlich Sophie am 15. Mai, allesamt Bischöfe und Märtyrer aus
frühchristlicher Zeit.
Jahrhundertealte Erfahrungen und Beobachtungen von Bauern gehen davon
aus, dass das milde Frühlingswetter erst nach Ablauf der "Kalten
Sophie" stabil wird. Diese Annahmen lassen sich aber heutzutage nicht
mehr ohne Einschränkung bestätigen. Durch eine Reform, die erst im
18. Jahrhundert flächendeckend in Mitteleuropa durchgeführt wurde,
verschob sich der Kalender um 11 Tage. Dabei wurden aber die
Gedenktage der Heiligen nicht angepasst, wodurch Mamertus und Co.
somit eigentlich erst in der zweiten Maidekade auftreten.
Wetterstatistisch gesehen sind tatsächlich die Tage mit Kaltluft
bringender Nord-/Nordostlage meist erst kurz nach dem 20. Mai
anzutreffen.
Treten die Eisheiligen ein, so ist deren Ursache, dass sich das
europäische Festland im Mai stärker erwärmt als der Atlantik. Im
Übergangsbereich zwischen Warmluft über dem Land und Kaltluft über
dem Meer bilden sich Tiefdruckgebiete. Diese führen an ihrer
Westseite polare Luftmassen nach Mitteleuropa, die in klaren Nächten
für Nachtfröste sorgen können.
Eine Bauernregel besagt: "Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis
Sophie vorüber ist.". Diese Aussage trifft für die nächsten zwei
Nächte zumindest für tiefe Lagen zu. Im Bergland muss aber weiterhin
mit leichtem Frost gerechnet werden. In der Nacht zum Donnerstag kann
es dann bei Aufklaren auch wieder im Tiefland frostig werden.
Frostempfindliche Pflanzen sollten also doch noch ein Weilchen im
Haus gelassen werden.
Auch tagsüber ist mit den Höchsttemperaturen in den nächsten Tagen
kein Blumentopf zu gewinnen. Erreichen wir am heutigen Dienstag
zumindest im Osten noch Werte nahe 20 Grad, so sind es morgen im
Bundesgebiet nur 8 bis 14 Grad. Am Himmelsfahrtstag wird es mit 17
Grad am Oberrhein am wärmsten, sonst ist nur mit Werten zwischen 10
und 15 Grad zu rechnen. Es wird also ein recht kühler, aber doch
meist freundlicher Feiertag.
Mitten unter Eisheiligen 15.05.12
Im Witterungsablauf eines Jahres gibt es bestimmte Wetterlagen, die
jährlich nahezu um die gleiche Zeit wiederkehren. Zu diesen
meteorologischen Singularitäten oder Witterungsregelfällen gehören
die sog. Eisheiligen, auch "Eismänner" oder "gestrenge Herren" (mit
Dame!) genannt. Als Eisheilige zählen, je nach Region, drei bis fünf
Namens- und/oder Gedenktage von Heiligen und Märtyrern aus
frühchristlicher Zeit. Es sind dies Mamertus - 11. Mai, Pankratius -
12. Mai, Servatius - 13. Mai, Bonifatius - 14. Mai und nicht zu
vergessen "die kalte Sophie" am 15. Mai.
Das Auftreten der Eisheiligen ist mit einer Kältewelle und
Nachtfrösten verbunden, die Schäden an empfindlichen Pflanzen oder
Saatgut verursachen. Laut Volksglauben stellt sich erst nach Ablauf
der Eisheiligen endgültig mildes Frühlingswetter ein, was sich in
diversen Bauernregeln widerspiegelt, wie z.B. "Vor Nachtfrost Du nie
sicher bist, bis Sophie vorüber ist." In Norddeutschland gelten der
11. bis 13. Mai, im süddeutschen Raum der 12. bis 15. Mai als
Eisheilige. Aber man sollte es mit dem Datum nicht so genau nehmen,
denn in Deutschland ist das Klima regional sehr unterschiedlich und
derartige Verallgemeinerungen sind wenig hilfreich. Fakt ist
vielmehr: auch im Mai sind noch Spätfröste möglich!
Eine typische "Eisheiligen-Großwetterlage" besteht dann, wenn
zwischen einem Hochdruckgebiet bei den Britischen Inseln und einem
Tief über Fennoskandinavien mit nördlicher oder nordwestlicher
Strömung polare Meeresluft nach Mitteleuropa fließt und unter
Hochdruckeinfluss gerät. So trug es sich seit Sonnabend, dem 12. Mai
2012, zu. In der Nacht zu Sonntag gab es dann in einem Streifen etwa
zwischen Westfalen und den östlichen Mittelgebirgen leichten Frost um
-1 °C, leichter Bodenfrost trat verbreitet auf. Noch sind die klaren
Nächte lang genug für markante Abkühlungsbeträge. Bis heute früh sank
das Quecksilber in der Mitte und im Süden Deutschlands verbreitet auf
-3 °C, in Erdbodennähe örtlich sogar bis -7 °C.
Im statistischen Mittel prägen sich die Eisheiligen heutzutage nur
noch alle fünf Jahre deutlich aus, während sie vor etwa einhundert
Jahren in sieben von zehn Fällen registriert wurden. Die Beantwortung
der Frage, ob die Eisheiligen dem Martyrium einer mutmaßlichen
globalen Erwärmung zum Opfer fallen, sei den Klimaforschern
überlassen. Auch wenn in den kommenden Tagen Tiefausläufer mit Wolken
und Niederschlägen die Atmosphäre durchmischen, die nordwestliche
Strömung bleibt uns im Wesentlichen erhalten, so dass es nachts
insbesondere bei klarem Himmel noch vielerorts frisch bis leicht
frostig werden kann.
Luftmassenwechsel mit Blitz und Donner 13.05.12
Nachdem in den vergangenen Tagen in der "mediterranen" Luftmasse in
Deutschland vielerorts sommerliche Tageshöchsttemperaturen (größer
oder gleich 25 °C) beobachtet wurden und die Nacht zu Freitag
gebietsweise tropisch war (nächtliches Temperaturminimum größer oder
gleich 20 °C), stellte sich nun die Großwetterlage um.
Ein sog. Höhentrog, also eine zyklonale Ausbuchtung der
West-Ost-Strömung der mittleren bis höheren Troposphäre unserer
gemäßigten Breiten, ein Gebiet tiefen Luftdruckes bzw. Geopotentials,
verbunden mit einem südwärts gerichteten Vorstoß hoch reichender
Kaltluft, verlagerte sich vom Nordatlantik nach Mitteleuropa.
Im korrespondierenden Bodendruckfeld zog an der Trogvorderseite das
Tiefdruckgebiet UTE von den Britischen Inseln nach Skandinavien.
Seine Kaltfront überquerte gestern und in der vergangenen Nacht den
größten Teil Deutschlands, wobei es durch Labilisierung der
schwül-warmen Luft vielerorts zu Schauern und teils kräftigen
Gewittern kam. Vom Atlantik her rückte das kräftige Hochdruckgebiet
MANFRED nach, so dass wir hinter der Kaltfront nunmehr in den Genuss
polarer Meeresluft kommen.
Eine Karte vom 11.05.2012, 18:00 UTC, der Tageshöchsttemperaturen
[°C], unterlegt mit einem infraroten Satelliten- sowie einem
Radarbild der Niederschläge, finden Sie rechts in der Rubrik "Thema
des Tages" unter [mehr]. Die Temperaturunterschiede beider Luftmassen
werden insbesondere durch die rot bzw. gelb fett gedruckten 30-°C-
und 20-°C-Isothermen illustriert.
Von der Tropennacht zur Frostnacht 11.05.12
Konnten Sie in der vergangenen Nacht auch so schlecht schlafen? Kein
Wunder! Das lag an den extrem hohen Temperaturen verbunden mit hoher
Luftfeuchtigkeit. Zum Teil lagen die Tiefsttemperaturen in der Nacht
zum Freitag bei Werten über 20 Grad C. Wenn solche Werte erreicht
werden, dann spricht man in der Meteorologie von einer Tropennacht.
Solche Tropennächte sind in Deutschland relativ selten. An den
meisten Messstationen des Deutschen Wetterdienstes kommt dies im
Mittel weniger als einmal pro Jahr vor. An einzelnen, sehr günstig
gelegenen Stationen, kann man das zwei bis dreimal im Jahr
beobachten. Die Station Berlin-Alexanderplatz hält den Spitzenplatz
mit durchschnittlich fünf Tropennächten im Jahr. In Berlin geht es
halt heiß zu.
Die Station Dachwig - nordwestlich von Erfurt gelegen - meldete mit
21 Grad C die höchste Minimumtemperatur der Stationen des Deutschen
Wetterdienstes. Aber auch an mehreren Stationen in Sachsen-Anhalt,
Thüringen, Sachsen und im Ruhrgebiet wurden Werte von 20 Grad C
registriert.
Ansonsten lagen die Tiefstwerte im Norden und in der Mitte
Deutschlands meist zwischen 15 und 19 Grad C.
Kühler war es nur im Süden. Hier registrierte man Werte zwischen 10
und 15 Grad C.
Schaut man sich die weitere Wetterentwicklung an, dann mag man es
kaum glauben. Bereits in der Nacht zum Sonntag und auch in der Nacht
zum Montag
muss stellenweise wieder mit Frost gerechnet werden.
Sie haben sich nicht verlesen. Hier und da wird wieder Frost
erwartet, wobei Bodenfrost sogar verbreitet, Luftfrost allerdings nur
vereinzelt auftreten wird. Also Vorsicht bei frostempfindlichen
Pflanzen.
Ursache hierfür ist polare Kaltluft, die von Norden vordringt und die
schwülwarmen Luftmassen aus Deutschland verdrängt.
Auf der Rückseite dieser Kaltfront zeigt sich im Laufe des Samstags
schon wieder vielfach die Sonne. Lediglich an den Alpen wird es
länger andauernd regnen. Die Höchsttemperaturen liegen allerdings
deutlich niedriger als die Tiefsttemperaturen Freitagfrüh. Es werden
lediglich Werte zwischen 10 und 15 Grad C erwartet. Das ist wie eine
kalte Dusche. Aber in diesem Jahr halten sich die "Eisheiligen" exakt
an den Kalender.
Auch das Wetter am Sonntag sieht ähnlich aus.
Erst zum Wochenanfang werden die Temperaturen langsam wieder steigen.
Nach der Wärme folgt die Kälte 10.05.12
Erinnern Sie sich noch an die letzten Apriltage, als wir mit teils
rekordverdächtigen Höchsttemperaturen vor allem im Süden und Osten
sommerliche Tage genießen konnten, während in den weiteren
Landesteilen eher kühles und regnerisches Wetter herrschte? Um es
gleich vorweg zu nehmen, eine ähnliche Situation erwartet uns auch
heute und morgen wieder.
Motor für die Zufuhr warmer Luft waren Ende April ein Tief über
Spanien bzw. Frankreich und ein Hoch über Russland. Zwischen dem Hoch
und dem Tief gelangte mit einer Südströmung Warmluft zu uns. Ein Hoch
über Russland ist auch dieses Mal wieder im Spiel. Auch ein Tief
gehört natürlich dazu, es liegt allerdings etwas weiter nördlich, als
das im April der Fall war, nämlich über Großbritannien. Dadurch kommt
der Wind in diesen Tagen eher aus Südwesten und nicht direkt aus
Süden. Im Mai ist aber auch eine Südwestströmung recht warm und vor
allen Dingen feucht. Denn die Luft, die sie heranführt, ist
subtropischen Ursprungs. Lagen die Höchsttemperaturen gestern noch
bei Werten um 20 Grad, so erwartet uns heute ein deutlicher
Temperatursprung mit Höchstwerten von bis zu 28 Grad vor allem in der
Südhälfte und im Osten Deutschlands. Am Oberrhein sind sogar bis zu
30 Grad möglich. Auch sonst sind die Höchstwerte verbreitet über 20
Grad durchaus frühsommerlich. Ende April gab es einen sehr starken
Temperaturkontrast zwischen einem sehr warmen Südosten und einem
kühlen Nordwesten. Diesmal ist die Temperaturverteilung etwas
ausgeglichener, dennoch stellt sich beim Wetter erneut eine
Zweiteilung ein. Denn während es im Süden und Osten vielfach sonnig
und trocken wird, halten sich im Westen und Norden dichte Wolken, die
Regen bringen. Auch teils kräftige Gewitter sind in der feucht-warmen
Luft nicht ausgeschlossen.
Noch deutlicher werden die Gegensätze am Freitag, denn pünktlich zu
den Eisheiligen (11. - 15. Mai) gewinnt nach der sommerlichen Wärme
wieder zunehmend Polarluft die Oberhand. Das angesprochene Tief
verlagert sich von Großbritannien nach Skandinavien. Somit gelangen
wir auf dessen Westseite, auf der mit einer nördlichen Strömung kalte
Luft heran transportiert wird. Der Kaltluftvorstoß wird von einer
Kaltfront eingeleitet. Sie wird in der Nacht zum Freitag über
Norddeutschland erwartet und verläuft dann am Freitagmittag von
Südwest nach Nordost über Deutschland hinweg. Somit wird sich im
Norden und Nordwesten als erstes der Rückgang der Temperaturen
bemerkbar machen. Im Süden und Osten hingegen wird sich die Luft vor
der Front noch mal kräftig erwärmen. Dort sind am Nachmittag und
Abend mit Annäherung der Front kräftige Gewitter zu erwarten.
Bis Samstagmittag erreicht die Kaltfront die Alpen und somit wird
dann ganz Deutschland im Zustrom von Kaltluft liegen. Die Abkühlung
wird recht markant sein, d. h. die Höchstwerte liegen verbreitet bei
nur noch maximal 15 Grad. Dafür setzt sich von Westen zunehmend
Hochdruckeinfluss durch, so dass uns vor allem am Sonntag recht
freundliches, aber noch kühles Wetter erwartet. In den Nächten zum
Sonntag und zum Montag muss bei klarem Himmel dann mit örtlichem
Bodenfrost gerechnet werden. Frostempfindliche Pflanzen sollten
vorerst noch mal in Sicherheit gebracht werden.
Anmerkung zur Korrektur: Es war Papst Gregor XIII., der die Kalenderreform vollzogen hat! 9.05.12
Ist der Mai kühl und nass...
...füllt's dem Bauern Scheun' und Fass.
Dererlei Bauernregeln hören wir immer wieder und werden gefragt, was
wir Meteorologen davon halten. Auch sogenannte Lostage wie die
Eisheiligen (11.-15. Mai), die Schafskälte (10.-12. Juni), der
Siebenschläfer (27. Juni) oder auch die Hundstage (23. Juli-23.
August) gehören in diese Kategorie.
Die Bauernregeln basieren auf langjährigen Beobachtungen von Bauern
in ihrer Region, die dort auch ihre Berechtigung haben und oftmals
zutreffend sind. Allerdings sind sie häufig auch auf die
Ursprungsregion, wie zum Beispiel ein bestimmtes Tal, beschränkt und
lassen sich nicht auf andere Gegenden übertragen. Und eine
Wettervorhersage lässt sich aus den Bauernregeln auch nicht wirklich
ableiten.
Die Lostage sind da etwas universeller, aber auch sie treffen nicht
immer zu. Die Eisheiligen zum Beispiel (siehe auch Thema des Tages
vom 02.05.2012) finden häufig nicht genau vom 11. bis 15. Mai statt,
sondern können etwas "verfrüht" oder auch "verspätet" stattfinden.
Davon abgesehen, dass sich das Wetter an diese Lostage nicht
punktgenau hält, findet sich aber meist bis etwa Mitte Mai ein
Kaltlufteinbruch, der ihnen zugeordnet werden kann. Die
Eintreffwahrscheinlichkeit liegt bei ungefähr 70 %. Die Ursache
dafür, dass man bei den Lostagen meist eine etwas größere Zeitspanne
und nicht nur einen einzigen Tag betrachten muss, liegt auch an der
Kalenderreform von Papst Gregor XIII. nach der die Kalte Sophie vom
15. auf den 22. Mai verschoben werden müsste.
Dieses Jahr kann man sich wahrscheinlich sogar streiten, ob die
Eisheiligen schon am letzten Wochenende stattgefunden haben oder ob
sie tatsächlich erst am kommenden Wochenende zuschlagen. Denn die
Prognosen deuten nach einem vorübergehenden Zustrom wärmerer Luft im
Laufe der Woche wieder auf einen Rückschlag der Temperaturen am
Wochenende hin.
Auch den Siebenschläfer kann man nicht allein auf den 27. Juni
datieren. Aber davon wird sicher zu gegebener Zeit an dieser Stelle
mehr zu lesen sein...
Nun freuen wir uns aber erstmal auf die wärmeren Temperaturen am
Donnerstag und Freitag, die allerdings gebietsweise wieder von
kräftigeren Schauern und Gewittern begleitet werden.
Und allen, die noch eine alte Wetterweisheit hören möchten, sei
gesagt:
Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt
wie es ist.
Ist der Mai kühl und nass... 8.05.12
...füllt's dem Bauern Scheun' und Fass.
Dererlei Bauernregeln hören wir immer wieder und werden gefragt, was
wir Meteorologen davon halten. Auch sogenannte Lostage wie die
Eisheiligen (11.-15. Mai), die Schafskälte (10.-12. Juni), der
Siebenschläfer (27. Juni) oder auch die Hundstage (23. Juli-23.
August) gehören in diese Kategorie.
Die Bauernregeln basieren auf langjährigen Beobachtungen von Bauern
in ihrer Region, die dort auch ihre Berechtigung haben und oftmals
zutreffend sind. Allerdings sind sie häufig auch auf die
Ursprungsregion, wie zum Beispiel ein bestimmtes Tal, beschränkt und
lassen sich nicht auf andere Gegenden übertragen. Und eine
Wettervorhersage lässt sich aus den Bauernregeln auch nicht wirklich
ableiten.
Die Lostage sind da etwas universeller, aber auch sie treffen nicht
immer zu. Die Eisheiligen zum Beispiel (siehe auch Thema des Tages
vom 02.05.2012) finden häufig nicht genau vom 11. bis 15. Mai statt,
sondern können etwas "verfrüht" oder auch "verspätet" stattfinden.
Davon abgesehen, dass sich das Wetter an diese Lostage nicht
punktgenau hält, findet sich aber meist bis etwa Mitte Mai ein
Kaltlufteinbruch, der ihnen zugeordnet werden kann. Die
Eintreffwahrscheinlichkeit liegt bei ungefähr 70 %. Die Ursache
dafür, dass man bei den Lostagen meist eine etwas größere Zeitspanne
und nicht nur einen einzigen Tag betrachten muss, liegt auch an der
Kalenderreform von Papst Gregor VIII. nach der die Kalte Sophie vom
15. auf den 22. Mai verschoben werden müsste.
Dieses Jahr kann man sich wahrscheinlich sogar streiten, ob die
Eisheiligen schon am letzten Wochenende stattgefunden haben oder ob
sie tatsächlich erst am kommenden Wochenende zuschlagen. Denn die
Prognosen deuten nach einem vorübergehenden Zustrom wärmerer Luft im
Laufe der Woche wieder auf einen Rückschlag der Temperaturen am
Wochenende hin.
Auch den Siebenschläfer kann man nicht allein auf den 27. Juni
datieren. Aber davon wird sicher zu gegebener Zeit an dieser Stelle
mehr zu lesen sein...
Nun freuen wir uns aber erstmal auf die wärmeren Temperaturen am
Donnerstag und Freitag, die allerdings gebietsweise wieder von
kräftigeren Schauern und Gewittern begleitet werden.
Und allen, die noch eine alte Wetterweisheit hören möchten, sei
gesagt:
Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt
wie es ist.
Ein Rückblick auf das letzte Wochenende 6.05.12
Angesichts des kühlen und vielerorts auch regenreichen Wochenendes,
das wir zurzeit ertragen müssen, kann man sich kaum vorstellen, dass
wir in Deutschland noch vor 8 Tagen Sommertemperaturen auf
Rekordniveau (für April) erleben durften. Bereits am vergangenen
Sonntag war davon im Thema des Tages zu lesen, am heutigen Sonntag
gibt es hierzu noch Ergänzungen, da einige interessante Messwerte
letzte Woche nicht zur Verfügung standen.
Zunächst muss der bisherige deutsche Aprilrekord korrigiert werden.
Nicht im brandenburgischen Zehdenick (ca. 60 km nördlich von Berlin)
wurde bis einschließlich 2011 die höchste Temperatur gemessen,
sondern im westfälischen Ostinghausen, einem Ortsteil von Bad
Sassendorf bei Soest. Dort wurden am 21.04.1968 stolze 32,8 Grad
registriert.
Auch zu den Höchstwerten am letzten Samstag (28. April) gibt es noch
einige Ergänzungen, sodass die 5 heißesten Messstationen aus dem
operationellen Messnetz des DWD nun die folgenden sind:
Kitzingen (Unterfranken): 32,9 Grad
Bad Mergentheim-Neunkirchen (Württemberg): 32,9 Grad
Stuttgart-Neckartal: 32,8 Grad
München-Stadt: 32,2 Grad
Würzburg: 32,1 Grad
Somit teilen sich beiden Kleinstädte an Main und Tauber mit 32,9 Grad
jetzt den neuen deutschen Temperaturrekord für den April.
Nicht nur bei den Tageshöchstwerten gab es letztes Wochenende
Rekorde, auch die Tiefstwerte der Nacht zum Sonntag sind
bemerkenswert. An 5 Stationen des DWD wurde eine Tropennacht
registriert, das heißt, die Temperatur sank nicht unter 20 Grad. In
dieser Liste sind baden-württembergische Orte unter sich:
Elzach-Fisnacht (Schwarzwald): 22,8 Grad
Heidelberg: 22,5 Grad
Friedrichshafen-Unterraderbach: 21,2 Grad
Metzingen (Württemberg): 20,9 Grad
Buchenbach (Schwarzwald): 20,8 Grad
Dabei handelt es sich bei allen genannten Messwerten um neue
Aprilrekorde für die nächtliche Tiefsttemperatur an der jeweiligen
Station. In Elzach wurde der alte Spitzenwert vom 28.04.1993 um sage
und schreibe 9,8 Grad übertroffen, auch an den anderen Stationen aus
oben stehender Liste wurden die Rekordwerte um 4 bis 9 Grad erhöht.
Von solchen Temperaturen werden wir in Deutschland in den nächsten
Tagen nur träumen können. Zunächst bleibt es unbeständig und
vielerorts auch kühl. In der zweiten Wochenhälfte deutet sich zwar
ein Vorstoß wieder deutlich wärmerer Luft an, dieser wird aber
voraussichtlich nur von kurzer Dauer sein.
Maiwochenende mit kalten Füßen 5.05.12
Dreigeteilt zeigt sich das Wochenendwetter. Aber mit sonnigem und
warmem Maiwetter hat es leider nicht viel zu tun. Denn von Norden her
strömt polare Meeresluft nach Mitteleuropa. Und die hat es in sich.
Man könnte durchaus auch von etwas verfrühten Eisheiligen sprechen.
Aber schauen wir uns die unterschiedlichen Regionen Deutschlands an.
In Norddeutschland, vor allem im Nordosten zieht das Regenband rasch
durch. Dann zeigt sich wieder die Sonne. Die ist aber leider saft-
und kraftlos. Die Höchsttemperaturen werden nur bei etwa 10 Grad C
liegen. Nachts wird es richtig kalt. Stellenweise muss bei längerem
Aufklaren sogar noch mit Luftfrost gerechnet werden. Bodenfrost wird
sicherlich noch verbreitet auftreten.
Dann gibt es einen Streifen, dessen Nordbegrenzung etwa am Rand der
Mittelgebirge zu finden ist und der im Süden vom Neckar bis zum
Bayerischen Wald reicht. In diesem Bereich bleibt es wolkenverhangen
und kommt verbreitet zu Regenfällen, die zum Teil auch länger
andauern werden. Der Regen ist zwar einen Tick wärmer als im Norden,
aber Höchsttemperaturen zwischen 10 und 15 Grad C sind auch nicht
das, was man sich für den Mai so vorstellt.
Schaut man abschließend noch nach Süden, so liegt der Unterschied zur
Mitte lediglich in der Tatsache, dass es dort zwischen den
Regenfällen auch noch zu einzelnen Gewittern kommen kann. Aber
Sonnenschein ist auch hier Mangelware. Auch hier liegen die
Höchsttemperaturen lediglich zwischen 10 und 15 Grad C.
Wettertechnisch gesehen also wieder einmal ein höchst
arbeitnehmerunfreundliches Wochenende, da Veranstaltungen im Freien
im wahrsten Sinne des Wortes vielfach ins Wasser fallen werden.
Alternativ kann ich da nur einen Besuch beim Deutschen Wetterdienst
anbieten. Dort ist am Samstag, dem 5.5.2012, nämlich "Tag der offenen
Tür".
Wenn Sie im Rhein-Main-Gebiet ansässig sind, sicherlich eine
interessante Alternative. Neben Führungen durch die
Vorhersagezentrale, die Bibliothek und das Rechenzentrum, gibt es
auch eine Vielzahl an Vorträgen, die über die Arbeit des Deutschen
Wetterdienstes informieren. Für das leibliche Wohl sorgt unser
Kantinenwirt. Freibier......, das gibt es leider nicht.
Potz Blitz 04.05.12
Woran merkt man, dass es wieder Sommer wird? Am sommerlichen
Modeangebot in den Geschäften? An den wieder geöffneten Eisdielen? An
zunehmender Werbung für Urlaubsreisen?
Auch. Aber auch das Wetter zeigt wieder zunehmend sommerlichen
Charakter. Nicht nur bei den Temperaturen , die in den vergangenen
Tagen ja doch deutlich an die warme Jahreszeit erinnerten. Nein, es
ist auch das Potential für schwere Gewitter, das eine typisch
sommerliche Prägung in der Atmosphäre belegt.
Einen ersten Vorgeschmack auf das (alljährlich zu Erwartende)
lieferte der gestrige Mittwoch. Schon in den Früh- und
Vormittagsstunden kam es im Südwesten zu teils heftigen Gewittern.
Der spritzige Höhepunkt lag dabei in der Region "Mosel-Saar-Ruwer".
Spitzenreiter bei den Niederschlägen war Weiskirchen im Saarland.
Über 30 mm (Liter pro Quadratmeter) musste die Kanalisation dort in
wenigen Stunden schlucken - mehr als im gesamten Monat März.
Später bildete sich dann eine Gewitterlinie, die am frühen Nachmittag
etwa von der Eifel bis ins südliche Thüringen verlief. Im Laufe des
Nachmittages und zum Abend hin verlagerte sie sich langsam nach
Norden.
Das Radarbild sowie einen Längsschnitt durch eine solche
Gewitterlinie zeigt die nebenstehende Abbildung (unter "Thema des
Tages" -> [mehr]). Drei Bereiche mit starker Reflektivität sind um 17
Uhr MESZ zu erkennen - über dem Rothaargebirge, über Osthessen sowie
über dem östlichen Thüringen/Westsachsen. Diese entsprechen auch den
Gebieten mit dem stärksten Niederschlag. So wurden in Wetter im
westlichen Hessen 11 mm, in Bad Hersfeld 22 mm und in Plauen 12 mm
gemessen - jeweils in einer Stunde.
Während des Abends lag der Schwerpunkt der Gewittertätigkeit dann
über dem südlichen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Hier übertrafen
die Niederschlagsmengen lokal sogar die des morgendlichen
Gewitterintermezzos an Eifel und Saar. In Herzberg im südlichen
Niedersachsen wurden 45 mm gemessen, im sachsen-anhaltinischen
Dietersdorf (Südharz) waren es immerhin noch 40mm. Weitgehend trocken
blieb es gestern dagegen in Baden-Württemberg sowie nördlich einer
Linie von Berlin nach Bremen.
Und auch in den kommenden Tagen werden uns Gewitter begleiten. Mal
hier, mal dort - die Gebiete mit Gewitteraktivität wechseln. Aber
nach weniger Blitz und Donner sieht es erst in der kommenden Woche
aus. Was aber nichts daran ändert, dass es wechselhaft bleibt.
Eisheilige 2012 03.02.12
Die Heiligen: Mamertus (11.Mai), Pankratius (12.Mai), Servatius
(13.Mai), Bonifatius (14.Mai) und Sophie (15.Mai) werden im Volksmund
Eisheilige genannt.
Der Begriff Eisheilige hat sich aufgrund der Beobachtungen
entwickelt, dass es im Frühjahr vor allem in der zweiten Maidekade
des öfteren zu Kaltlufteinbrüchen kommt. Solche Kaltlufteinbrüche
stehen in Verbindung mit sogenannten Nordwetterlagen, die arktische
Polarluft nach Mitteleuropa transportieren.
In den historischen Aufzeichnungen deutet sich aber an, dass solche
späten Kaltluftperioden im 19. und 20. Jahrhundert häufiger und
intensiver aufgetreten sind als in den letzten Jahren.
Dieses Jahr gibt es zwar noch keine verlässlichen Vorhersagen für den
11. bis 15 Mai, aber nächstes Wochenende lässt sich Väterchen Frost
zumindest im Norden des Landes wieder blicken. Bereits am Freitag
gelangt Nordwestdeutschland unter den Zustrom arktischer Polarluft,
die am Samstag zunehmend auf die Mitte Deutschlands übergreift.
Einige Wettermodelle simulieren sogar leichten Schneefall in den
höheren Lagen der Mittelgebirge. Ob es aber wirklich zu Schneefall
kommt ist aktuell noch sehr unsicher. Da die Erdbodentemperatur aber
verbreitet im 2-stelligen positiven Bereich liegt, ist es generell
sehr unwahrscheinlich, dass der Schneefall zu einer ansehnlichen
Schneedecke führt. Viel wahrscheinlicher ist es, dass es Samstag und
Sonntag früh in Norddeutschland zu leichtem Luft- oder Bodenfrost
kommt.
Da die Vegetation im Mai meist schon recht fortgeschritten ist, kommt
es in Verbindung der Kaltluftzufuhr und dem resultierenden Luft- oder
Bodenfrost des öfteren zu starken Frostschäden.
Gärtner und Bauern in diesen Regionen sollten bei empfindlichen
Pflanzen für entsprechenden Schutz sorgen, damit diese nicht
eingehen.
Dass es wirklich so kalt wird, mag man sich bei aktuellen Tagesminima
zwischen 8 und 15 Grad und Tagesmaxima bis 29 Grad gar nicht
vorstellen.
Dennoch: Egal wie die Temperaturen aktuell auch liegen mögen, es ist
sehr wahrscheinlich dass die Eisheiligen am kommenden Wochenende
wieder zuschlagen werden.
Mehr Infos über die Eisheiligen finden Sie unter dem Wetterlexikon
des Deutschen Wetterdienst www.dwd.de/lexikon.
Dipl.-Met. Christina Speicher
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 02.05.2012
Deutschlandwetter im April 2012 3.05.12
Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte
Erste Auswertungen der Ergebnisse von 2 000 Messstationen des
Deutschen Wetterdienstes (DWD)
Besonders warme Orte im April 2012*
1. Platz Heidelberg (Baden-Württemberg) 10,7°C Abweich. +0,8 Grad
2. Platz Stuttgart-Neckartal (Baden-Württemberg) 10,7°C Abweich. +0,6 Grad
3. Platz Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg) 10,5°C Abweich. +0,4 Grad
Besonders kalte Orte im April 2012*
1. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 3,9°C Abweich. +0,4 Grad
2. Platz Carlsfeld (Sachsen) 4,4°C Abweich. +1,1 Grad
3. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 4,5°C Abweich. +1,3 Grad
Besonders niederschlagsreiche Orte im April 2012**
1. Platz Oy-Mittelberg-Petersthal (Bayern) 123,1 l/m² 95 Prozent
2. Platz Remscheid-Lennep (Nordrhein-Westfalen) 120,9 l/m² 140 Prozent
3. Platz Schneifelforsthaus (Rheinland-Pfalz) 115,9 l/m² 141 Prozent
Besonders trockene Orte im April 2012**
1. Platz Rockendorf (Thüringen) 9,6 l/m² 17 Prozent
2. Platz Würzburg (Bayern) 11,8 l/m² 25 Prozent
3. Platz Halle-Kröllwitz (Sachsen-Anhalt) 12,0 l/m² 31 Prozent
Besonders sonnenscheinreiche Orte im April 2012**
1. Platz Arkona (Mecklenburg-Vorpommern) 198 Stunden 109 Prozent
2. Platz Aldersbach-Kriesdorf (Bayern) 198 Stunden 128 Prozent
3. Platz Passau-Fürstenzell) (Bayern) 197 Stunden 118 Prozent
Besonders sonnenscheinarme Orte im April 2012**
1. Platz Elzach-Fisnacht (Baden-Württemberg) 95 Stunden 74 Prozent
2. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 97 Stunden 71 Prozent
3. Platz Arnsberg-Neheim (Nordrhein-Westfalen) 103 Stunden 70 Prozent
Bergstationen oberhalb 920 m NN sind hierbei nicht berücksichtigt.
* Monatsmittel und Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Monatswertes zum vieljährigen Mittelwert der jeweiligen Station
(normal = 100 Prozent)
Hinweis:
Den Monatsüberblick für ganz Deutschland sowie die Temperaturdaten
der Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.
Detaillierte Informationen zu rund 400 ausgewählten Wetterstationen
des Deutschen Wetterdienstes finden Sie im Wettershop des DWD unter
http://www.dwd-shop.de/wetterrueckblick.html.
Wochenend´und Sonnenschein 01.05.12
Haben Sie das vergangene Wochenende auch im Freien genießen können?
Am Samstag war es ja in großen Teilen Deutschlands sonnig und sehr
warm, der Sonntag zeigte sich von einer wolkigen und vor allem
windigen Seite. Im Südwesten und Westen entwickelten sich gegen Abend
Schauer und Gewitter.
Aber sicher hat an dem Tag kaum jemand an Sonnenschutz gedacht! Wenn
wir nicht auch noch die Sonne auf der Haut spüren, "vergessen" wir
gern, uns vor gewissen Anteilen der Sonne zu schützen. Die
langwellige Wärmestrahlung und der sichtbare Bereich der Strahlung
(Licht) sind hierbei nicht gemeint, obwohl auch ein Zuviel an
Wärmestrahlung für manche Menschen zum Problem wird. Gefährlicher ist
die UV-Strahlung: man riecht sie nicht, man spürt sie nicht - man
merkt erst später ihre fatalen Auswirkungen!
Um es gleich vorweg zu nehmen: UV- Strahlung ist nicht nur schädlich.
Vielmehr hilft sie uns bei der Bildung des Vitamins D3 und sie wird
auch bei der Therapie bestimmter Hauterkrankungen eingesetzt, z. B.
Neurodermitis. "Die Art und die Menge machen`s"!
Um die negativen Seiten der UV- Strahlung zu minimieren, wird bereits
in vielen Ländern der so genannte UV- Index veröffentlicht und auch
ernst genommen. Schließlich soll er uns nicht verunsichern, sondern
er soll uns helfen, mit der Sonne richtig umzugehen, damit der Genuss
ohne Reue möglich ist. Die rasche "Strafe" für ein Zuviel an Sonne
folgt in Form von Sonnenbrand oder Augenentzündungen, weitaus
gravierender sind jedoch Spätfolgen wie Hautkrebs, Trübung der
Augenlinse oder Schäden am Immunsystem. Diese Schäden können sogar
noch die folgende Generation beeinflussen!
Wie aber lässt sich der UV- Index für die nächsten Tage berechnen?
Die Intensität der UV- Strahlen hängt von den unterschiedlichen
Wellenlängen- Bereichen ab und natürlich auch von der
Bestrahlungsstärke ab, die die Erdoberfläche erreicht. Somit spielt
natürlich die Position der Sonne zum jeweils beschienenen Erdteil
eine entscheidende Rolle. Hinzu kommen dann die für den jeweiligen
Zeitraum zu erwartende Bewölkung, Niederschläge und Temperaturen. All
diese Faktoren werden von den Prognosemodellen berechnet und können
somit für den UV-Index mit einbezogen werden.
Wer sich näher mit dieser Thematik befassen möchte, findet hier
ausführliche Informationen: www.dwd.de/biowetter -> UV-Index
30 Grad vom Bodensee bis Brandenburg 30.04.12
Am gestrigen Samstag erreichte der Sommer im Frühling seinen
Höhepunkt. Bei strahlendem Sonnenschein drang die 25-Grad-Grenze der
Höchsttemperatur weit in den Nordwesten vor und verlief vom
Niederrhein über Westfalen, Ostniedersachsen bis
Mecklenburg-Vorpommern. Nordwestlich dieser Linie blieb es teilweise
erheblich kühler: Um 15 Grad wurden es von Ostfriesland über
Schleswig-Holstein bis nach Vorpommern, direkt an den Küsten waren es
teils sogar nur um 10 Grad. Am kühlsten blieb es mit maximal 7,8 Grad
in List auf Sylt, dazu gab es auch noch Böen bis 60 km/h aus Nordost.
Doch wenden wir uns nun wärmeren Regionen zu: Wer gestern Nachmittag
von Rostock-Warnemünde aus zur Mecklenburgischen Seenplatte unterwegs
war, der durfte sich auf einen Temperaturanstieg von 13 auf 27 Grad
innerhalb von weniger als 100 km einstellen. Noch etwas weiter
südlich, im brandenburgischen Menz (bei Stechlin) wurden sogar 30,5
Grad erreicht. Dies war die nördlichste Station im operationellen
Messnetz des DWD, an der die 30-Grad-Marke geknackt wurde. Falls
Ihnen solche Temperaturwerte ungewöhnlich für Ende April vorkommen,
kann das aus Sicht der Statistik nur bestätigt werden. Die unten
stehende Tabelle zeigt die Top 9 der gestrigen Höchstwerte. Bei allen
dieser Stationen stellt die gestern gemessene Höchsttemperatur einen
neuen Rekord für den Monat April dar. Dabei handelt es sich teilweise
sogar um Stationen, die schon besonders lange bestehen, wie z.B.
Jena-Sternwarte. Die bisherigen Höchstwerte sind jeweils in Klammern
angegeben.
München-Stadt: 32,2 Grad (28,7 Grad, 17.04.1934)
Würzburg: 32,1 Grad (29,5 Grad, 18.04.1949)
Mannheim: 32,0 Grad (31,0 Grad, 18.04.1949)
Freudenberg am Main - Boxtal: 32,0 Grad (29,2 Grad, 30.04.1955)
Waghäusel-Kirrlach (Baden): 32,0 Grad (28,4 Grad, 27.04.2007)
Berlin-Kaniswall: 31,9 Grad (29,8 Grad, 23.04.2000)
Jena-Sternwarte: 31,9 Grad (31,2 Grad, 17.04.1934)
Gollhofen (Mittelfranken): 31,9 Grad (29,1 Grad, 22.04.1968)
Bamberg (Oberfranken): 31,9 Grad (30,0 Grad, 23.04.1968)
Selbst die älteste noch bestehende Wetterstation Deutschlands auf dem
Hohen Peißenberg vermeldete einen neuen April-Rekord. Der bisherige
Wert von 25,5 Grad am 30.04.2003 wurde gestern mit 29,4 Grad um fast
4 Grad übertroffen.
Auch der Deutschlandrekord von 32,1 Grad in Zehdenick (Brandenburg)
am 22.04.1968 gehört der Geschichte an.
Die für Ende April ungewöhnliche Wärme ist deshalb möglich, weil in
höheren Luftschichten seit mehreren Tagen Luft direkt aus Nordafrika
Richtung Deutschland transportiert wird. Da diese auch über die Alpen
hinweg muss, hat sich dort Föhn eingestellt, der die Luft in den
tieferen Schichten zusätzlich erwärmt. Davon profitiert zwar in
erster Linie das Alpenvorland, aber durch die tagelang anhaltende
Föhnsituation hat sich die aufgeheizte Luft weit nach Nordosten
ausgebreitet. So wurde es in großen Teilen Deutschlands wärmer als
zum Beispiel in Italien.
Heute wird im Südosten und Osten noch einmal die 30-Grad-Marke
überschritten, in diesen Regionen könnte es vielleicht sogar noch
einmal örtlich einen Rekord geben. Danach sickert aber allmählich
kühlere und feuchtere Luft ein, so dass sich die Temperatur wieder
"normalisiert".
Zweigeteiltes Wetter 28.04.12
Gegensätzlicher, als es sich momentan zeigt, könnte das Wetter in
Deutschland kaum sein. Während der Süden und der Osten bei
strahlendem Himmel und sommerlichen Temperaturen den Frühling
genießen, sitzt man im Nordwesten und Westen unter trübem Himmel mit
zeitweiligem Regen bei kühlen Temperaturen.
So lagen am gestrigen Freitag die Höchsttemperaturen im Süden und
Südosten verbreitet über 20 Grad, vor allem in Bayern, Sachsen und
dem südlichen Brandenburg wurden verbreitet 25 Grad überschritten.
Spitzenreiter war die Station Rosenheim mit 29,1 Grad
Höchsttemperatur. Etwa 10 Grad niedriger lagen dagegen die
Höchstwerte im Westen und Norden. Hier wurden maximal 19 Grad
erreicht.
Woran liegt es nun, dass der Südosten ein hochsommerliches Aprilende
erlebt, während der Frühling in den weiteren Landesteilen kaum zu
spüren ist?
Momentan stehen sich eine umfangreiche Tiefdruckzone, die vom
nördlichen Skandinavien bis zur Iberischen Halbinsel reicht, und eine
Hochdruckzone über dem Süden und dem Osten Europas gegenüber.
Dazwischen wird mit einer südwestlichen Strömung warme Luft aus
Nordafrika heran transportiert. Im Bereich dieser südwestlichen
Strömung liegen vor allem die südöstlichen und östlichen Teile
Deutschlands. Im Gegensatz dazu hat sich über dem Atlantik eine kalte
Nordströmung auf der Westflanke des Tiefs ausgebildet. Zwischen
diesen beiden Luftbewegungen formiert sich dann eben eine
Luftmassengrenze die die polare Meeresluft im Nordwesten von der
subtropischen Warmluft im Südosten Europas trennt. Sie verläuft
momentan von Spanien über Frankreich sowie den Westen und Norden
Deutschlands hinweg bis nach Finnland. Solche Luftmassengrenzen sind
immer mit vielen Wolken und Regen verbunden, wenn sie wie zurzeit mit
einem starken Temperaturkontrast einhergehen.
An dieser Wetterlage wird sich auch am Wochenende kaum etwas ändern.
Die Zweiteilung des Wetters bleibt bestehen, so dass im Nordwesten
Deutschlands das Wetter im Bereich der Luftmassengrenze weiterhin
durch viele Wolken und Regen bestimmt wird. Im Südosten überwiegt
hingegen bei Hochdruckeinfluss die trockene und warme
nordafrikanische Luft. Die Temperaturgegensätze werden sich im
Vergleich zu gestern noch mal vergrößern. Die prognostizierten
Höchstwerte für heute liegen zwischen 15 Grad im Norden und noch
einmal bis 30 Grad im Süden und Südosten, örtlich sind sogar bis zu
31 Grad möglich.
Am Sonntag setzt sich die Warmluft schließlich auch im Nordwesten
durch, nur an der Küste wird die Temperatur nicht über 20 Grad hinaus
steigen. Allerdings ziehen im Laufe des Tages von Westen neue Schauer
mit Gewittern heran, die örtlich auch kräftiger ausfallen können.
Luftelektrizität, Gewitter und Verhaltensregeln 27.04.12
In der Atmosphäre entstehen durch radioaktive Strahlung der Erde,
kosmische Strahlung aber auch durch Luftbewegungen positiv und
negativ geladene Ionen, die sich nur teilweise durch Rekombination
wieder zu elektrisch neutralen Atomen bzw. Molekülen vereinigen. Es
bildet sich ein Gleichgewicht zwischen Erzeugung, Rekombination und
Abwanderung elektrischer Ladungen.
Bei ruhender, ungestörter Atmosphäre gelangen positiv geladene Ionen
in eine elektrisch gut leitende Schicht in ca. 70 km Höhe, während
sich die Erdoberfläche negativ auflädt. In Bodennähe kann die
elektrische Feldstärke bis 100 Volt pro Meter (V/m) betragen. An
höheren Objekten, etwa Gebäuden oder Bäumen, steigt sie rasch an, da
dort die Äquipotentialflächen des elektrischen Feldes stark
deformiert werden.
Wird bei gewittrigen Wetterlagen, wenn in der Atmosphäre elektrische
Feldstärken von 100000 V/m herrschen, die Potentialänderung auf
kleinem Raume zu stark, können an aufragenden Spitzen, z.B. an
Schiffsmasten oder Kirchtürmen, Büschelentladungen auftreten. Diese
seltenen Phänomene sind als "Elmsfeuer" bekannt, dann besteht
unmittelbare Blitzgefahr und höchste Bedrohung für Leib und Leben.
Bei Gewittern werden in Cumulonimbuswolken durch starke vertikale
Luftbewegungen große Mengen von Wassertröpfchen in beträchtliche
Höhen (bis über 10 km) befördert. Dabei entstehen durch
Ladungstrennung elektrische Spannungen von bis zu einer Milliarde
Volt. Die Spannungen entladen sich zwischen verschiedenen
Wolkenteilen als Wolkenblitze, mit Gesamtlängen von bis zu 100 km,
oder als Erdblitze zwischen Wolke und Erdoberfläche; in letzterem
Fall bevorzugt zu exponierten und aufragenden Gegenständen.
Dabei erfolgt die Blitzentladung in ruckartigen Schüben durch
Stoßionisation längs eines sog. Blitzkanals, es sind mehrere (bis
etwa 40) Entladungen im selben Blitzkanal möglich. Die elektrische
Stromstärke eines Blitzes kann 200000 Ampere erreichen, jedoch sind
die Zeitspannen der Hauptentladung mit 1 Mikrosekunde bis 1
Millisekunde so gering, daß die mittlere elektrische Ladungsmenge nur
etwa 20 Amperesekunden beträgt. Dementsprechend klein ist auch der
Energieinhalt von Blitzen.
Die Anzahl der Gewitter auf der Erde schätzt man auf ca. 2000 pro
Stunde (mit etwa 100 Blitzen pro Sekunde), die meisten davon in den
Tropen. In Deutschland ist im langjährigen Mittel der Juli der
gewitterreichste Monat mit einer relativen Häufigkeit von über 40 %.
In diesem Jahr begann die "Gewittersaison" schon recht früh und am
vergangenen Sonntag war ein erstes Todesopfer zu beklagen, als eine
Spaziergängerin nahe Bad Hersfeld auf freiem Felde "vom Blitz
erschlagen" wurde.
Wie kann man sich nun vor Blitzen schützen? Generell sollte man sich
dem elektromagnetischen Feld eines Gewitters entziehen. Dies ist
jedoch nicht immer möglich. In Kraftfahrzeugen und Gebäuden mit
ordnungsgemäßen Blitzschutzanlagen besteht normalerweise keine Gefahr
(Faradayscher Käfig), dennoch sollte man vielleicht auf Duschen und
Festnetztelefonie verzichten. Wird man auf freiem Felde überrascht,
meidet man hoch aufragende Gegenstände und hockt sich, am besten in
der nächstgelegenen Senke, mit eng aneinander gesetzten Füßen hin
("Häschen in der Grube"). Befindet man sich mitten im Walde unter
hohen Bäumen, sucht man einen dichten und flachen Baumbestand auf und
geht ebenfalls in die Hocke. (Diese Aufzählung von Schutzmaßnahmen
erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.)
So tragisch der Todesfall von Bad Hersfeld auch ist, die
Wahrscheinlichkeit, als Fußgänger draußen im Freien von einem Blitz
getroffen zu werden, entspricht etwa derjenigen, im Lotto einen
Sechser mit Superzahl zu gewinnen. Darüber hinaus ist es tröstlich,
dass zwei Drittel aller vom Blitz Getroffenen überleben (aufgrund des
sog. Skin-Effektes). In Deutschland sind im langjährigen Mittel
jeweils 3 bis 4 Blitztote zu beklagen, die durch Blitze verursachten
materiellen Schäden betragen rund 2 Mio. Euro.
Sonne satt im Senegal 25.04.12
Während sich insbesondere Meeresluftmassen, die mit Tiefausläufern
nach Mitteleuropa gelangen, mäßigend auf unser Temperaturregime
auswirken, treten die Extremtemperaturen auf der Erde stets in
wetterberuhigten Arealen auf. Dazu zählen die Wüsten, die man vor
allem im Bereich der subtropischen Hochdruckgürtel in geografischen
Breiten um 25 Grad Nord und Süd findet, sowie, zumindest in der
Trockenzeit, auch die Sahelzone in Afrika.
Dort herrscht am Tage bei hoch stehender Sonne vorwiegend wolkenarmes
Wetter, daher ist bei geringem Pflanzenbewuchs die am Boden
empfangene (kurzwellige) Strahlung gewaltig. Auch die nächtliche
(langwellige) Ausstrahlung ist bei meist klarem Himmel beträchtlich.
Dennoch verbleibt insgesamt ein positiver Strahlungssaldo, dessen
Betrag etwa doppelt so hoch wie in Mitteleuropa ist. Weiterhin strömt
von Norden und Nordosten her kontinentale Luft in die Region, denn
von der Sahara her weht der Harmattan, ein trocken-heißer, staubiger
Wind.
Wo bleibt nun die zugeführte Energie? Verdunstung findet in der Wüste
und Halbwüste nicht statt und die wenigen Flüsse in den Savannen
führen gegen Ende der Trockenzeit kaum Wasser. Der Boden besteht aus
Sand, Kies, trockenem Lehm oder Ton - allesamt Materialien mit
schlechter Wärmeleitung - kann also die Energie kaum aufnehmen. Nur
durch die Erhöhung der Lufttemperatur kann der Energieüberschuss
abgeführt werden.
Dementsprechend sind in diesen Apriltagen in den Trockensavannen und
Halbwüsten Westafrikas Lufttemperaturen über 40 °C keine Seltenheit.
Eine Karte der Tageshöchsttemperaturen [°C] mit Windpfeilen vom
23.04.2012, 18:00 UTC, unterlegt mit einem infraroten Satellitenbild
(Kanal bei 10,8 µm im "atmosphärischen Fenster") finden Sie rechts in
der Rubrik "Thema des Tages" unter [mehr]. Markant ist außerdem die
hoch reichende Quellbewölkung der innertropischen Konvergenzzone im
unteren Teil der Abbildung.
Aprilwetter mit Sonnenschein. 23.4.12
Der April verabschiedet sich ja in diesen Tagen. Ein erster Blick auf
die Statistiken zeigt, dass er gar nicht so "schlecht" war, wie manch
ein Zeitgenosse geglaubt haben mag. Sicher, die eine oder andere
Dusche kam bestimmt ungelegen, aber insgesamt wird der April nicht
als "nass" in die Bewertungen eingehen, auch wenn jetzt in den
nächsten Tagen noch Regenfälle zu erwarten sind. Die Sonne ließ sich
auch immer wieder blicken, und sogar jetzt, in diesem recht
wechselhaften Witterungsabschnitt, zeigt sich zwischen Schauern immer
wieder die Sonne. Die genauen Auswertungen werden im Laufe der Woche
veröffentlicht.
A propos Sonne: wissen Sie eigentlich, wie der Sonnenschein gemessen
wird?
Zum Einen gibt es bereits seit vielen Jahren eine "Zauberkugel": den
Sonnenscheinautographen nach Campbell-Stokes. Er misst die direkte
Sonnenstrahlung. Dabei handelt es sich um eine Glaskugel, auf deren
Rückseite ein Papierstreifen eingeklemmt wird. Scheint die Sonne,
dann wird die Strahlung durch die Kugel so gebündelt, dass auf dem
Papier eine Brennspur entsteht. Da der Streifen täglich gewechselt
wird, lässt sich ablesen, ob und wann die Sonne am jeweiligen Tag
geschienen hat.
Im Zuge der zunehmenden Automatisierung der Wetterstationen muss man
sich jedoch nach und nach von diesem Gerät verabschieden. Es wird
ersetzt durch photoelektrische Sensoren. Diese haben den Vorteil,
dass sie nicht nur die direkte
Sonnenstrahlung messen. Schließlich bekommen wir ja selbst bei
bewölktem Himmel noch Sonnenenergie ab. Diese Art der Strahlung
entsteht durch Streuung oder Reflexion und muss natürlich bei der
Strahlungsmessung mit berücksichtigt werden. Derartige Messwerte sind
besonders wichtig, wenn man den Einsatz von Solarenergie sinnvoll
planen will!
Eine Abbildung der unterschiedlichen Messgeräte sehen Sie, wenn Sie
unter "Thema des Tages" rechts auf "mehr" klicken.
Die Strahlungsleistung wird gemessen in Watt pro Quadratmeter [W/m²].
Im Sommer erreichen wir in Deutschland bei wolkenlosem Himmel etwa
600 bis 1000 W/m², bei starker Bewölkung sind es hingegen nur 100 bis
300 W/m². Im Winter sind die Werte
natürlich entsprechend niedriger.
Übrigens wird die Sonnenscheindauer meist in Stunden angegeben. In
Deutschland scheint die Sonne meist zwischen 1300 und 1900 Stunden
pro Jahr. Unsere österreichischen Nachbarn haben im Mittel übrigens
10% mehr Sonnenschein.
Und dann gibt es auf der Welt noch einige Regionen, an denen die
Sonne fast täglich scheint. Mit an der Spitze stehen dabei die
Kapverden mit 350 und die Balearen mit 300 Sonnentagen. Auch Irkutsk
in Sibirien steht mit 300 Tagen, ebenso wie
Boulder/Colorado und Phoenix/Arizona mit ganz oben in der Hitliste.
Warmlufttief erwärmt den Regen 22.04.12
Dass der diesjährige April bisher zu kühl war, wurde im Thema des
Tages in den letzten Tagen bereits mehrfach erwähnt. In den letzten
Apriltagen scheint es nun aber eine Kehrtwende in Richtung höhere
Temperaturen zu geben - durchgreifender Hochdruckeinfluss ist damit
voraussichtlich leider nicht verbunden. Mit anderen Worten: Der Regen
wird wärmer.
In den nächsten Tagen bis einschließlich Mittwoch zeigt sich das
Wetter eher noch kühl. So sind nirgendwo 20 Grad zu erwarten. 10 bis
15 Grad, am Mittwoch vielleicht bis 17 Grad, das ist das höchste der
Gefühle. Dabei ist es mit gebietsweisen Regenfällen oder Schauern und
Gewittern zeitweise auch nass.
Ab Donnerstag wird dann kräftig an der Temperaturschraube gedreht.
Das am heutigen Sonntag aktuell über der Nordsee liegende Tief zieht
nach Skandinavien ab. Gleichzeitig hat sich ein vom Atlantik
kommendes Tief bereits an der Biskaya eingefunden. Deutschland liegt
dann in einer südwestlichen statt wie bisher nordwestlichen Strömung.
Als Folge davon werden nicht mehr Luftmassen vom kühlen Atlantik zu
uns transportiert, sondern vom wärmeren Mittelmeer. Fast überall
steigt die Temperatur somit um etwa 5 Grad an. Im Norden gibt es
Höchstwerte von 15 bis 20, im Süden von 20 bis 24 Grad. Zudem können
Nachtfröste vorerst ad acta gelegt werden.
Der Norden und Westen Deutschlands werden am Donnerstag aber auch
schon von Ausläufern des im Tagesverlauf von der Biskaya zu den
Britischen Inseln weiter ziehenden Warmlufttiefs gestreift.
Zeitweilige Niederschläge erfassen dabei die Nordwesthälfte. Nach
Südosten hin wird es deutlich sonniger, dort dürfte sich fast schon
ein sommerlich anmutendes Frühlingsintermezzo einstellen.
Am Freitag bleibt diese Wetterzweiteilung bei noch etwas ansteigenden
Temperaturen wahrscheinlich erhalten. Leicht wechselhaft bei 15 bis
22 Grad im Nordwesten, heiter und trocken bei 23 bis 26 Grad nach
Südosten hin. Mit über 25 Grad können dort voraussichtlich nach
längerer Durststrecke seit Ende März wieder Sommertage registriert
werden.
Am kommenden Wochenende verlagert sich unser Warmlufttief nach
Skandinavien. Damit verschiebt sich auch die Wettergrenze über
Deutschland. So dehnt sich das wechselhafte Wetter aus dem Nordwesten
auch wieder nach Südosten hin aus. Kräftige Gewitter sind dann dort
möglich. Da sich die Strömung aber nicht grundlegend ändert, wird es
auch nicht wieder deutlich kühler - nur eben der Regen wärmer.
Ein durchschnittlicher April? 21.04.12
In diesem Jahr zeigt der April einmal wieder das, was man sich unter
typischem Aprilwetter vorstellt. Ein buntes Durcheinander aller
möglichen Wetterelemente in raschem Wechsel, so z.B. Sonne, Regen,
Schnee, Gewitter, Hagel und Regenbogen. Dass man diesen wechselhaften
Wettercharakter gerade mit dem April in Verbindung bringt, hat seinen
Grund. Die Europa umgebenden Meere sind um diese Zeit noch
vergleichsweise kalt. Andererseits ist die Sonneneinstrahlung schon
recht stark (fast so wie im August). Der Erdboden kann also von der
Sonne schon ordentlich aufgeheizt werden. Wenn dann von den Meeren
her feuchte Kaltluft auf den warmen Untergrund gelangt, quillt sie
hoch wie in einem Kochtopf und es gibt Schauer.
Mit diesem wechselhaften Aprilwetter haben wir es nun schon seit
Beginn des Monats zu tun, so dass in unserer Wahrnehmung der
diesjährige April eher verregnet, zu kühl und sonnenscheinarm
erscheint.
Was den bisherigen Temperaturverlauf und die Sonnenscheindauer
angeht, täuscht dieser Eindruck auch nicht.
Das langjährige Klimamittel (1961-1990) besagt, dass im April
deutschlandweit eine durchschnittliche Temperatur von 7 °C, eine
durchschnittliche Niederschlagsmenge von etwa 60 mm pro Quadratmeter
und eine Sonnenscheindauer von rund 150 h zu erwarten sind.
Tatsächlich liegt in diesem Jahr die mittlere Temperatur bisher 1,2
Grad unter dem langjährigen Mittel und auch der Anteil der
Sonnenscheinstunden liegt vor Beginn des letzten Monatsdrittels erst
bei 52 %. Obwohl der Monat "gefühlt" verregnet ist, herrscht in
vielen Regionen ein großes Defizit beim Niederschlag. Nur an wenigen
unserer Referenzstationen wurde bereits 100 % des Monatssolls
erreicht oder überschritten. Im Mittel liegt der Niederschlagsanteil
momentan bei nur 45,5 %. Dabei lässt sich kein West-Ost oder
Nord-Süd-Gefälle feststellen. Die drei trockensten Stationen sind
derzeit Hameln-Hastenbeck, Lippstadt-Bökenförde und Nürnberg mit
jeweils unter 10 % Niederschlagsanteil. Den meisten Niederschlag
meldete bisher die Station Kalkar mit 122,3 % Anteil am mittleren
Monatsniederschlag. Gerade diese sehr ungleiche Verteilung des
Niederschlags ist typisch für den Schauercharakter, denn Schauer
treten meist örtlich eng begrenzt auf und bringen dann lokal mitunter
viel Regen, während es in der unmittelbaren Umgebung trocken bleibt.
Im Gegensatz zu diesem Jahr zeigte das Wetter in den letzten drei
Jahren im April einen eher sommerlichen Charakter, so dass der Monat
jeweils zu warm und zu trocken ausfiel und die mittlere
Sonnenscheindauer deutlich übertroffen wurde.
Und wie geht es weiter? Dass wir auch an diesem Wochenende mit einem
Wechsel aus Schauern und kurzen sonnigen Abschnitten rechnen müssen,
wurde bereits gestern an dieser Stelle verkündet.
Schauen wir also auf die weiteren Aussichten: auch in der kommenden
Woche zeichnet sich keine Umstellung der Wetterlage ab.
Tiefdruckgebiete haben vor allem Mitteleuropa weiterhin fest im
Griff, die bei kühlen Temperaturen viele Wolken und weitere Schauer
mit teils kräftigen Gewittern zu uns schicken. Erst zum Ende der
Woche, also Ende April bzw. Anfang Mai, verlagert der
Tiefdruckkomplex seinen Schwerpunkt etwas weiter Richtung Atlantik,
so dass dessen Einfluss auf unser Wetter nachlässt und die Sonne sich
öfter durchsetzen kann. Zudem gelangt mit einer südwestlichen
Strömung wärmere Luft zu uns, so dass die Temperaturen dann
verbreitet die 15 Grad übersteigen und örtlich sogar die 20
Grad-Marke erreichen werden.
Wochenend und Sonnenschein? 20.04.2012
Nein! Auf diesen einfachen Nenner lässt sich das Wochenendwetter
leider nicht bringen. Denn das Tiefdruckgebiet über den Britischen
Inseln, das uns die Woche über schon das unbeständige Wetter beschert
hatte, bleibt auch am kommenden Wochenende für Deutschland
wetterbestimmend.
Eine bunte Farbpalette an Wetterelementen hält es für uns bereit.
Nebel tritt am Samstag und auch am Sonntag nur in der Frühe auf. Dann
auch nur vereinzelt und er wird sich rasch auflösen.
Stärkere Bewölkung wird sich ablösen mit Wolkenauflockerungen. Wo es
aber mehr sonnig wird und wo sich die Wolkendecke länger hält, lässt
sich kaum lokalisieren.
Schauer wird es geben, vor allem in der zweiten Tageshälfte. Sie sind
meist nur von kurzer Dauer, aber zum Teil sogar mit Graupel
vermischt. Hier und da kann sich auch einmal ein Gewitter unter die
Schauer mischen. In den Abendstunden lassen sie aber wieder nach.
Regen, zum Teil auch länger andauernd, wird in der Nacht zum Sonntag
in Süddeutschland erwartet. Vor allem am Alpenrand können innerhalb
von 12 Stunden örtlich bis zu 30 l/qm an Regen fallen.
Schnee? Ja selbst Schnee kann es am Wochenende geben. Allerdings nur
in den Kammlagen der Mittelgebirge. Liegen bleiben wird er aber kaum
noch. Dazu ist es dann doch zu warm.
Der Wind ist nicht sonderlich markant. In Schauer- und Gewitternähe
frischt er allerdings zeitweise stark böig auf
.
Frühlingshafte Temperaturen? Die hätte so mancher gern. Davon bleiben
wir aber noch weit entfernt. Je nach Bewölkung liegen die
Höchsttemperaturen nur zwischen 10 und 15 Grad, an den Küsten zum
Teil sogar noch darunter.
Laue Nächte? Leider auch nicht in Sicht. Bei Tiefsttemperaturen
zwischen 1 und 7 Grad C ist vor allem in den Frühstunden noch Frieren
angesagt. Wer in der Frühe zur Arbeit fahren muss, kann sich
stellenweise sogar auf Eiskratzen an der Autoscheibe einstellen.
Wochenend und Sonnenschein? Das war wohl nichts anderes als ein
frommer Wunsch! Aprilwetter vom Feinsten ist es, was uns am Samstag
und auch am Sonntag bevorsteht.
Geschichte der synoptischen Meteorologie 19.04.2012
Teil 3: Neue Mess- und Vorhersagetechniken, Fortsetzung vom 18. April
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sorgte die
Weiterentwicklung der Technik immer wieder für vollkommen neuartige
Möglichkeiten in der synoptischen Meteorologie. Manchmal kamen dabei
die Meteorologen sogar mehr oder weniger zufällig zu neuartigen
Messsystemen. So war es z.B. beim Radar: In den dreißiger Jahren
wurde die Radartechnik vom Militär entwickelt um Schiffe und
Flugzeuge zu orten. Während des 2. Weltkriegs erlangte das Radar
bereits große Bedeutung, wobei festgestellt wurde, dass auch Regen
auf den Radarschirmen abgebildet wurde. Dies machten sich nach dem
Krieg die Meteorologen zu nutze. Im Jahre 1957 wurde das erste
Wetterradar auf dem europäischen Festland beim Institut für
Meteorologie und Geophysik der FU Berlin installiert. Dieses war
damals für die Wettervorhersage für Westberlin zuständig. Dort waren
die Meteorologen besonders auf die Daten des Radars angewiesen, da
die Meldungen der Wetterstationen der DDR erst mit großer Verzögerung
verfügbar waren. Im Jahr 1968 wurde das erste Radar beim DWD am
Observatorium Hohenpeißenberg installiert. 1985 begann dann der
Aufbau des Radarverbundes in Deutschland, so dass nach und nach
Niederschlagsechos über dem ganzen Land beobachtet werden konnten.
Mittlerweile sorgen deutschlandweit 17 Radargeräte für eine
kontinuierliche Beobachtung von Regen und Schnee. Ohne diese wären
sogenannte Kürzestfristprognosen (für die nächsten Stunden) heute
nicht mehr vorstellbar. Auch die Entscheidung zur Ausgabe von
Unwetterwarnungen basiert zum größten Teil auf Radarmessungen. Sogar
unser lokales Vorhersagemodell Cosmo-DE wird mit Radardaten
"gefüttert".
Ein weiterer Meilenstein in der Beobachtung der Atmosphäre waren
Satelliten. Bereits 3 Jahre nachdem die Sowjetunion mit dem Sputnik 1
den ersten künstlichen Satelliten erfolgreich auf einer Erdumlaufbahn
platzieren konnte, wurde von den USA im Jahr 1960 mit TIROS 1 der
erste Wettersatellit ins All geschickt. Damit gab es zum ersten Mal
flächendeckende Informationen aus unbewohnten Gebieten, aus den
Polargebieten und von den Ozeanen. Im Jahr 1966 begann mit ESSA-3 die
operationelle Nutzung von Satellitendaten, unter anderem auch beim
Deutschen Wetterdienst. Im Jahr 1975 wurde dann mit den
amerikanischen GOES-Satelliten die Ära der geostationären Satelliten
eingeläutet. Diese befinden sich immer über dem gleichen Punkt der
Erdoberfläche und erlauben somit eine kontinuierliche Beobachtung der
Wolken ("Satellitenfilm"). Bereits im Jahr 1977 konnte EUMETSAT den
ersten geostationären Wettersatelliten für Europa in Betrieb nehmen.
Seitdem hat es viele weitere technische Entwicklungen gegeben. Die
Satelliten wurden mit immer präziseren Messinstrumenten ausgestattet,
so dass diese heute wesentlich mehr liefern als nur ein "Bild von den
Wolken". Auch aus der numerischen Wettervorhersage sind heute
Satellitendaten nicht mehr wegzudenken.
Womit wir zur nächsten Revolution der Wettervorhersage kommen: Den
Computerprognosen. Bereits weniger als 30 Jahre nach Richardsons
Vision wurden numerische Wettervorhersagen tatsächlich möglich,
allerdings nicht mit zehntausenden menschlichen Rechnern, sondern nur
einem großen elektronischen. Dies wurde im Jahr 1950 zum ersten Mal
mit ENIAC, einem Großrechner des amerikanischen Militärs, getestet.
Für die Berechnung einer 24-stündigen Prognose benötigte ENIAC volle
24 Stunden, doch die schnelle Entwicklung der Computer ermöglichte es
dem Schwedischen Meteorologischen und Hydrologischen Institut (SMHI)
bereits 1954 numerische Wetterprognosen operationell einzusetzen.
Deren Qualität war aber noch nicht zufriedenstellend. In den 1960er
Jahren begann auch der Deutsche Wetterdienst mit numerischen
Prognosen. Dabei war für die Weiterentwicklung und Verbesserung der
Vorhersagemodelle stets die Rechengeschwindigkeit der Großrechner der
limitierende Faktor. Noch heute stehen die leistungsfähigsten
Computer der Welt unter anderem bei Wetterdiensten. Die Prognosen
haben dabei eine Qualität erreicht, die vor 50 Jahren noch vollkommen
unvorstellbar war. Zudem stehen den Meteorologen heute die
Berechnungen einer Vielzahl von Vorhersagemodellen zur Verfügung, da
die Wetterdienste ihre Daten auch international austauschen und
teilweise auch kostenfrei im Internet zur Verfügung stellen. Damit
beschäftigt sich der Synoptiker heute in erste Linie mit der
"Zusammenschau" der großen Menge an Daten und filtert für seine
jeweiligen Vorhersagekunden die wesentlichen Aussagen heraus.
Geschichte der synoptischen Meteorologie 18.04.2012
Teil 2: Entwicklung der theoretischen Grundlagen, Fortsetzung vom 14.
April
Bis zur Wende ins 20. Jahrhundert war die synoptische Meteorologie
vor allem eine empirische Wissenschaft. Das bedeutet, dass
Beobachtungen die hauptsächliche Grundlage der Wettervorhersage waren
und aus diesen Beobachtungen meist recht einfache Regeln für die
kurzfristige Prognose abgeleitet wurden. Das umfangreiche
theoretische Wissen aus der Physik, z.B. die Strömungsmechanik und
die Wärmelehre, war zwar längst bekannt, konnte aber für die
Wettervorhersage noch nicht genutzt werden. Dies änderte sich aber zu
Beginn des 20. Jahrhunderts.
Der norwegische Physiker und Meteorologe Vilhelm Bjerknes schlug
bereits 1904 vor, eine Wettervorhersage auf Basis physikalischer
Gleichungen zu berechnen. Zu diesem Zeitpunkt waren aber die dazu
nötigen Messdaten aus höheren Atmosphärenschichten noch gar nicht
verfügbar, zudem hatte er auch keine Vorstellung, wie die Berechnung
praktisch durchgeführt werden könnte.
Diese Idee griff ab 1915 der britische Meteorologe Lewis Fry
Richardson auf und entwickelte auch das dazu notwendige
Gleichungssystem. Zu Forschungszwecken wurden damals an bestimmten
Terminen gleichzeitige Messungen der höheren Atmosphäre mittels
Wetterballons durchgeführt. Auf diese Messungen griff Richardson
zurück und nutzte sie, um eine Vorhersage zu berechnen. An einer
Vorhersage für 6 Stunden rechnete er mehrere Monate, bis er am Ende
zu einem Ergebnis kam. Dieses war zwar falsch und sogar vollkommen
unrealistisch, dennoch hatte er gezeigt, dass eine sogenannte
numerische Wettervorhersage prinzipiell möglich ist. Seine Ergebnisse
veröffentlichte er im Jahr 1922 als Buch. Dort präsentierte er auch
seine Vorstellung, wie man mit einer ausreichend großen Anzahl an
(menschlichen) Rechnern eine Vorhersage so schnell berechnen könnte,
dass diese auch tatsächlich brauchbar wäre. Da Richardsons Ideen
allerdings als unpraktikabel galten, wurden sie nicht weiter
verfolgt.
Als wesentlich praktikabler erwiesen sich die Theorien, die ab 1917
an der Universität von Bergen (Norwegen) von Vilhelm Bjerknes und
seinen Mitarbeitern Jacob Bjerknes (seinem Sohn) und Halvor Solberg
entwickelt wurden. Bis zu dieser Zeit waren die Wetterkarten reine
Isobarenkarten gewesen, das heißt, sie hatten neben den
Wettermeldungen nur Linien gleichen Luftdrucks enthalten. Durch die
sorgfältige Analyse von Wettermeldungen fanden die Mitarbeiter der
sogenannten "Bergener Schule" (oder Norwegische Schule) heraus, dass
die Eigenschaften der Luft über große Bereiche ähnlich sind, sich
aber andererseits auf geringen Distanzen stark ändern. Darauf
aufbauend entwickelten sie die Vorstellungen von Luftmassen und
Fronten, sowie deren Entstehung und Entwicklung. Auch der Lebenslauf
der Tiefdruckgebiete ("Idealzyklonen") wurde beschrieben, dieser ist
auch heute noch in sämtlichen Lehrbüchern der Meteorologie enthalten.
Zwar wurden viele der Ideen der Bergener Schule später
weiterentwickelt und verfeinert, sie sind aber auch im 21.
Jahrhundert aus der Arbeitsweise der Synoptiker nicht wegzudenken.
Ab den dreißiger Jahren wurden die Ideen aus Bergen nach und nach von
den Wetterdiensten übernommen. In dieser Zeit wurden dann auch
regelmäßige Messungen von Radiosonden verfügbar, so dass das Bild der
Atmosphäre langsam dreidimensional wurde. In Deutschland wurde die
Entwicklung vor allem von Richard Scherhag vorangetrieben, der zu
dieser Zeit beim "Reichsamt für Wetterdienst" tätig war. Zunehmend
konnten auch Höhenwetterkarten erstellt werden. Scherhag entwickelte
auch eine Methode, mit der 24-stündige Bodenvorhersagekarten
gezeichnet werden konnten. Später kamen Vorhersagekarten für höhere
Luftschichten hinzu. Diese Techniken waren auch lange Zeit beim
Deutschen Wetterdienst im Einsatz, bis die Entwicklung von Computern
Richardsons Idee wieder aktuell werden ließ. Mehr darüber erfahren
Sie im dritten und letzten Teil unseres Ausflugs in die Geschichte
der Synoptik, der voraussichtlich morgen erscheint.
Tornadoausbruch in den USA 16.04.12
Die Tornadosaison in den USA ist wieder im vollen Gange. Nach den
kräftigen Unwettern Anfang März und Anfang April, kam es gestern
Nachmittag und in der vergangen Nacht wieder zu schweren Gewittern.
Dieses Mal war Kansas am stärksten betroffen.
Ursache war ein kräftiges Tief, das über die Mitte der Vereinigten
Staaten zog. Die Gewitter entstanden durch das Zusammenspiel von 3
verschiedenen Luftmassen. Auf der Tiefvorderseite wurde feuchte und
warme Luft aus dem Golf von Mexiko nach Norden geführt. Dort herrscht
derzeit eine starke positive Wassertemperaturanomalie. Die
Wassertemperatur hat in den letzten 3 Monaten jeweils die
Monatsrekordtemperaturen gebrochen, sodass die Golfluft derzeit
besonders warm ist. Gleichzeitig gelangte auf der Tiefrückseite kalte
Polarluft aus Kanada nach Süden. Zusammen mit heißer und trockener
Wüstenluft aus den Südweststaaten traf diese auf die warme Golfluft.
An der Luftmassengrenze bildeten sich verbreitet starke Gewitter, an
denen die Tornados auftraten.
Doch warum sind die Great Plains in den USA für Tornados besonders
begünstigt? Und warum gibt es derartige Ausbrüche nicht in
Mitteleuropa?
Ein Grund dafür sind die stärker ausgeprägten Luftmassengegensätze in
den USA. Tornados benötigen für ihre Entstehung Gewitter. Diese
treten bevorzugt in der Nähe von Luftmassengrenzen auf. Dabei gilt,
je stärker die Gegensätze von Temperatur und Feuchte, desto besser
sind die Bedingungen. In den USA fehlen, anders als in Mitteleuropa
die blockierenden Alpen, die die Luft auf ihrer Nord-Süd-Bewegung
aufhalten. Somit kann kalte Polarluft nahezu ungestört weit nach
Süden und auch warme Golfluft weit nach Norden vordringen. Dies führt
zu stärkeren Gegensätzen. An diesen Luftmassengrenzen nimmt der Wind
mit der Höhe zu und ändert seine Richtung (Windscherung). Durch diese
Windrichtungs- und Geschwindigkeitsänderung mit der Höhe werden die
Gewitterzellen in Rotation versetzt. Sie werden dann Superzellen
genannt. Diese rotierenden Superzellen bilden die Grundlage für die
meisten Tornados. Die Windgeschwindigkeit in diesen Tornados kann
dann mehr als 400 km/h erreichen.
Ein weiterer Grund warum gerade die Great Plains bevorzugt von
Tornados heimgesucht werden ist, dass dort öfters 3 unterschiedliche
Luftmassen zusammentreffen. Häufig trifft noch trockenheiße
Wüstenluft aus den Südweststaaten auf die feuchtwarme Golfluft, bevor
diese von der kalten Polarluft erreicht wird. Dadurch steht den
Gewittern noch mehr Energie zur Verfügung.
Doch nicht nur Tornados stellen eine große Gefahr dar. Meist kommt es
in Verbindung mit diesen Gewittern auch zu Orkanböen, Überflutungen
und großem Hagel mit mehreren Zentimetern Korndurchmesser. Um die
Bevölkerung rechtzeitig vor den Gefahren zu warnen, gibt es in den
USA eine Behörde, die sich ausschließlich mit der Vorhersage solcher
starken Gewitter beschäftigt. Sie wird Storm Prediction Center (SPC)
genannt und arbeitet eng mit lokalen Wetterbüros und ehrenamtlichen
Gewitterjägern zusammen. Wer die Lage in den USA weiterhin verfolgen
will, dem sei die Seite des SPC empfohlen: www.spc.noaa.gov
Geschichte der synoptischen Meteorologie 15.04.12
Teil 1: Anfänge in Messtechnik und Kommunikation
Als synoptische Meteorologie oder kurz "Synoptik" bezeichnet man den
Zweig der Meteorologie, der sich mit der Analyse des aktuellen
Wetterzustandes und der Prognose des zukünftigen Wetters beschäftigt.
Das Wort stammt vom griechischen Wort "synopsis" ab, das mit
"Zusammenschau" übersetzt wird. Auch wenn sich die Arbeit des
Synoptikers seit der Entstehung des Begriffs stetig geändert hat, so
ist er immer noch sehr passend. Auch heute noch ist es die große
Herausforderung des Synoptikers, sich einen Überblick über die
riesigen Mengen an zur Verfügung stehenden meteorologischen Daten zu
machen. Und dies ist wiederum sehr wichtig, wenn die Prognose gut
sein soll. Auch Bibelkundigen ist übrigens der Begriff des
"Synoptikers" durchaus bekannt, in der Meteorologie schreibt dieser
aber keine Evangelien, sondern "nur" Wettervorhersagen.
Wichtigste Voraussetzung zur Entstehung der Synoptik war zunächst
einmal, systematisch Daten zu erfassen. Dies begann in Deutschland im
Jahr 1780 mit der Einrichtung des ersten Messnetzes durch die
Societas Meteorologica Palatina. Um 1820 herum zeichnete Heinrich W.
Brandes mit Hilfe dieser Daten die ersten Wetterkarten, in die er
Isobaren, also Linien gleichen Luftdrucks, eintrug. Damit konnte er
die Lage der Hochs und Tiefs identifizieren und fand auf rein
empirischem Wege heraus, dass der Wind (auf der Nordhalbkugel) um das
Hoch im Uhrzeigersinn, um das Tief gegen den Uhrzeigersinn weht.
Eine Wettervorhersage konnte man damit natürlich noch nicht
erstellen, schließlich gab es noch keine Möglichkeit zur schnellen
Kommunikation. Die Entwicklung der Synoptik war also damals und ist
auch heute noch in hohem Maße von der Entwicklung der Technik im
Bereich der Datenverarbeitung und Kommunikation abhängig.
Der erste wichtige Meilenstein in letzterem Bereich wurde in den
1830er Jahren von Samuel F. Morse mit der Konstruktion des
Schreibtelegraphen vollzogen. So konnte im Jahr 1842 in Amerika die
erste aktuelle Wetterkarte gezeichnet werden, 1849 erschien in der
Londoner "Daily News" die erste Zeitungswetterkarte. Antrieb für
diese Entwicklungen war anfangs wohl in erster Linie das Interesse an
Natur und Forschung, der praktische Nutzen einer Wettervorhersage
schien den Regierenden wohl noch nicht bewusst gewesen zu sein.
Dies änderte sich im Jahre 1854: Während des Krimkriegs ging bei
einem Sturm am 14. November jenes Jahres ein französisches Schiff im
Schwarzen Meer unter. Dieser Sturm war zuvor durch ganz Europa
gezogen und hätte deswegen bereits mit den damaligen Mitteln
vorhergesagt werden können. Jetzt wurde die Bedeutung der
Wettervorhersage für militärische Zwecke erkannt, so dass die
Förderung der Meteorologie zur hoheitlichen Aufgabe wurde. In den
zwei folgenden Jahrzehnten begannen die europäischen Großmächte dann
ein leistungsfähiges Beobachtungsnetz aufzubauen und gaben die ersten
Wetterkarten heraus. In Deutschland war hierfür ab 1876 die Deutsche
Seewarte in Hamburg zuständig, aus der unter anderem auch die heutige
Regional- und Seewetterzentrale des DWD hervorging.
Die Bedeutung des internationalen Austauschs von Wetterdaten wurde
frühzeitig erkannt, so dass 1879 die Internationale Meteorologische
Organisation (IMO) gegründet wurde. Sie und ihr Nachfolger ab 1950,
die WMO, sind seither (unter anderem) für die Standards des
Austauschs von Beobachtungen verantwortlich.
Für die Verbesserungen der Wettervorhersage war auch die Erforschung
der Atmosphäre wichtig, bisher gab es ja nur Bodenwetterstationen.
Der deutsche Meteorologe Hugo Hergesell ließ deshalb ab den 1890er
Jahren Wetterballons mit selbstregistrierenden Messinstrumenten
steigen. Nach dem Platzen des Ballons mussten die abgestürzten
Messinstrumente allerdings erst einmal gesucht werden. Dies nahm
natürlich viel Zeit in Anspruch, so dass die Aufzeichnungen für die
tägliche Wettervorhersage noch nicht genutzt werden konnten. Ab 1908
gab es erste Versuche, die Daten von den Messinstrumenten per Funk zu
einer Bodenstation zu übertragen. Es dauerte aber noch bis Anfang der
1930er Jahre, bis die Mess- und Funktechnik weit genug entwickelt
war, um die sogenannten Radiosonden systematisch für die
Wettervorhersage zu nutzen.
Wie es mit der Entwicklung der synoptischen Meteorologie weiterging,
erfahren Sie in der kommenden Woche im "Thema des Tages".
Tief Lucia im Mittelmeer 14.04.12
Nicht nur bei uns in Deutschland ist das Wetter derzeit unbeständig
und kühl. Besonders unangenehm präsentiert es sich am heutigen
Freitagvormittag im Tyrrhenischen Meer und im angrenzenden Sizilien
und Sardinien sowie in Tunesien. Dort regnet und stürmt es kräftig.
In der vergangenen Nacht hat sich nämlich ein kräftiges Tief
entwickelt. Dessen Zentrum lag heute Vormittag um 9 Uhr mit einem
Kerndruck von ca. 990 hPa im Seegebiet zwischen Sardinien und
Tunesien. Ein Satellitenbild finden Sie, wenn Sie rechts unter "Thema
des Tages" auf [mehr] klicken. Es zeigt den mittlerweile
umfangreichen Wolkenwirbel, der vom Atlasgebirge bis zum Balkan
reicht. Die Wolkenkante über dem westlichen Sizilien entspricht dabei
der Kaltfront. Die Blitzregistrierungen der letzten 3 Stunden sind
als bunte Quadrate gekennzeichnet.
Tief Lucia ist nicht erst heute Nacht über dem Mittelmeer entstanden.
Noch wesentlich schwächer entwickelt zog es (zu dieser Zeit noch
unbenannt) bereits in den vergangenen Tagen über den Nordwesten
Afrikas hinweg. So fielen z. B. in Ad-Dakhla, an der Atlantikküste
des Territoriums Westsahara bis Donnerstagfrüh 16 Liter Regen pro
Quadratmeter. In Tindouf, im Westen Algeriens gelegen, waren es 14
Liter. Das hört sich nach nicht sehr viel an, entspricht aber in
letztgenannter Stadt immerhin fast der Hälfte der mittleren
Jahressumme. Auch weitere Gebiete der westlichen Sahara, vor allem
Westsahara, der Norden Mauretaniens und Malis sowie der Südwesten
Algeriens dürften in den vergangenen Tagen ordentlich bewässert
worden sein. Allerdings liegen aus dieser Region nur wenige
Wettermeldungen vor.
Am gestrigen Donnerstag und heute Nacht wurde es dann vor allem in
Marokko, im nördlichen Algerien und in Tunesien nass. Dabei fielen
südlich des Atlasgebirges verbreitet zwischen 5 und 15 Liter pro
Quadratmeter Regen, was für die dortigen Wüstengebiete respektable
Regenmengen darstellt. Im Gebirge und am Mittelmeer fiel der Regen
noch intensiver aus. Dort wurden von vielen Wetterstationen 20 Liter
und mehr gemeldet. Spitzenreiter war das algerische Jijel-Achouat mit
45 Litern. An der Mittelmeerküste sind allerdings ergiebige
Niederschläge nichts Ungewöhnliches. Die 37 Liter in Algier
entsprechen dort etwa 60 % der mittleren Monatssumme für den April.
Und wie geht es weiter mit Lucia?
Heute soll das Tief über die Südspitze Sardiniens hinweg ins zentrale
Tyrrhenische Meer ziehen und sich weiter vertiefen. Laut der Prognose
des Lokalmodells des Deutschen Wetterdienstes (Cosmo-EU) soll es
einen Kerndruck von etwa 980 hPa erreichen. Am Samstag wird Lucia
dann unter leichter Abschwächung die italienische Halbinsel und die
Adria überqueren und am Sonntag Serbien erreichen. Zum Wochenbeginn
wird eine Fortsetzung der Zugbahn über das östliche Europa erwartet.
Dabei werden am Wochenende in großen Teilen Südeuropas erhebliche
Regenmengen fallen. In vielen Gebirgen und teils auch an den
Küstenabschnitten muss mit mehr als 50 Liter pro Quadratmeter
gerechnet werden, vereinzelt sind im Apennin und im Dinarischen
Gebirge sogar weit über 100 Liter möglich. Auch in Südwesteuropa gibt
es weitere ergiebige Regenfälle, die von einem neuen, vom Atlantik
über Spanien ins westliche Mittelmeer ziehenden Tief verursacht
werden. In abgeschwächter Form wird auch Deutschland von diesen
Entwicklungen betroffen. Tief Lucia schickt am Samstag zunächst nur
in den Süden dicke Wolken, am Sonntag breiten sich diese noch weiter
in Richtung Mitte und Osten aus. Dabei gibt es meist leichten Regen,
nur am Alpenrand wird es länger anhaltend und möglicherweise auch
ergiebig regnen, in höheren Lagen schneit es. Bezüglich der
Niederschlagsmengen kann es aber bei dieser Wetterlage durchaus
Überraschungen geben.
Was ist mit dem Frühling los? 12.04.12
Trumpfte der März noch mit schönem Frühlingswetter auf, gibt es davon
derzeit weit und breit keine Spur. Und auch in den nächsten Tagen
stehen die Zeichen nicht auf Frühling.
So lag die Durchschnittstemperatur in diesem April in den ersten 10
Tagen nur bei 5,5 Grad, was 1,7 Grad kälter als das Monatsmittel der
Jahre 1961 bis 1990 ist. Im Vergleich zum April 2011 ist es damit
aktuell sogar um 6,0 Grad kälter! Dazu gab es bisher gerade mal 39,5
Stunden Sonnenschein, womit nur etwa ein Viertel des sonst üblichen
Mittels erreicht wurde. Im April 2011 schien die Sonne 242,4 Stunden!
Dieses Mittel ist im aktuellen Monat kaum noch zu erreichen. Mit 15,3
mm Niederschlag (wiederum gut ein Viertel des normalen Mittels) fiel
dagegen bisher schon mehr als halb so viel Regen wie im gesamten
April 2011 (damals nur 24,5 mm).
Eine nachhaltige Änderung des Wetters, die die aktuellen Aprilwerte
noch in den positiven Bereich führen könnte, ist in den
Vorhersagekarten der nächsten Tage nicht zu erkennen. Der Frühling
hat sich ins nördliche Russland und ans östliche Mittelmeer verzogen
und gedenkt leider auch nicht, nach Mitteleuropa und Deutschland
zurückzukehren. Wie die Tiefdruckgebiete im März meist einen weiten
Bogen um uns machten, sind es nun die Hochdruckgebiete.
Somit ist dem Tiefdruckeinfluss bzw. den Tiefdruckgebieten der Weg
geebnet, bei uns das Wetter der nächsten Tage zu bestimmen. Der
heutige Donnerstag steht dabei ganz im Zeichen des Aprilwetters mit
teils kräftigen Schauern und Gewittern. Diese halten am Freitag im
Nordosten noch an. Im Westen und Norden macht sich dann aber ein
kleiner Hoffnungsschimmer breit: Zwischenhocheinfluss mit etwas
Sonnenschein, der zumindest bis Anfang nächster Woche dort anhält.
Bei Höchstwerten von maximal 15 Grad bleiben die Temperaturen aber
ziemlich verhalten.
Im Süden taucht am Freitag dagegen ein neues Tief mit dicken Wolken
und Regen auf. Im Südosten ist über das Wochenende hinaus mit teils
kräftigem Dauerregen und Temperaturen kaum über 10 Grad zu rechnen.
Am Sonntag erreichen Wolken und Regen zeitweise auch die Mitte und
den Osten Deutschlands.
Ein Blick in noch weiter reichende Vorhersagekarten der kommenden
Woche zeigt ein Tief über den Britischen Inseln. Dessen Einfluss mit
Wolken, Regen und weiterhin eher kühlen Temperaturen reicht bis nach
Deutschland. Hochdruckgebiete tummeln sich dann weit weg von uns in
Russland und bei den Azoren. Da können die Frühlingswetterfans (zu
denen sich der Autor auch zählt) nur hoffen, dass den
Tiefdruckgebieten hier bei uns bald die Luft ausgeht.
Trockenheit geht zu Ende 11.04.12
Nach den viel zu trockenen Monaten Februar und März, in denen in
weiten Teilen Deutschlands kein nennenswerter Niederschlag gefallen
ist, scheint, noch rechzeitig für die beginnende Wachstumszeit, die
Atmosphäre auf Wasserzufluss zu schalten. Hatten von etwa Anfang
Februar bis Anfang April die Tiefausläufer, aufgrund von
blockierenden Hochdrucklagen kaum eine Chance auf Deutschland
überzugreifen und verpufften bei dem Versuch zu uns vorzudringen oder
waren sogar gezwungen eine komplett andere Zugbahn über den Norden
Skandinaviens oder eine südliche über das Mittelmeer zu nehmen, so
sind die Weichen nun anders gestellt.
Denn seit letzter Woche lässt sich eine Umstellung der
atmosphärischen Zirkulation feststellen. Die Mitteleuropa
Niederschlag bringenden West- oder Nordwestwetterlagen, bzw. die
Wetterlage Tief Mitteleuropa gewinnen zunehmend die Oberhand. Die
Folge: Der von Land- und Forstwirtschaft dringend benötigte Regen
dürfte jetzt endlich fallen. Das bis dato vorliegende
Niederschlagsdefizit wird wohl allmählich etwas ausgeglichen werden.
So berechnen heute und in der kommenden Nacht die Wettermodelle für
die Westhälfte Deutschlands Niederschlagsummen von 5 bis 10, im
Südwesten bis 15 Liter pro Quadratmeter. Die Osthälfte soll
allerdings nur etwa 1 mm Niederschlag abbekommen. Dafür werden dann
aber am morgigen Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag in der
Osthälfte rund 5 bis 10 mm Regen erwartet, während in der Westhälfte
nur wenig Regen fallen dürfte.
Die Temperaturen bewegen sich dabei auf einem der Jahreszeit
angemessen Niveau von 9 bis 15 Grad, so dass die Natur einen
gehörigen Wachstumsschub erhalten dürfte.
Auch der Trend für die kommenden Tage verheißt weiterhin
wechselhaftes Wetter mit gelegentlichen Schauern und ganz
vereinzelten Gewittern. Dabei ist die Regenwahrscheinlichkeit im
Südosten am höchsten, im Westen am geringsten. Die Temperaturen
ändern sich kaum. Einziger Wermutstropfen bei diesen Wetterlagen ist
das sich doch eher Rarmachen der Sonne, die sich des Öfteren hinter
dicken Wolken verstecken wird.
Aller Anfang ist schwer 9.04.12
Die Osterfeiertage sind ja nun fast vorbei. Das Wetter am
Ostersonntag ist ja in weiten Teilen Deutschlands gar nicht so
ungemütlich geworden, wie noch einige Tage zuvor prognostiziert.
Haben die Wetterfrösche mal wieder nicht richtig aufgepasst?
Wie bekannt sein dürfte, beruht die Wettervorhersage heutzutage
größtenteils auf den Berechnungen von Wettermodellen auf
Großcomputern. Ein höchst interessanter Aspekt dieser
Modellrechnungen sind die Anfangswerte der Wetterparameter, die für
den Beginn der Modellrechnungen benötigt werden. In der World
Meteorological Organization (WMO) sind über 10 000 Wetterstationen
zusammengefasst, die mindestens alle 6 Stunden Beobachtungswerte wie
Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und noch viele andere Werte
liefern. Diese Beobachtungen bilden die Basis für die
Computerberechnungen.
Wie verwendet nun so ein "Wettermodell" diese Werte? Schauen wir uns
dazu mal als Beispiel das Globale Modell (GME) des Deutschen
Wetterdienstes an. Das GME überzieht die ganze Erde mit einem
Gitternetz mit einem Abstand der Gitterpunkte von rund 30 km. Das
ergibt für die ganze Welt 655 362 Gitterpunkte. Gleichzeitig werden
an jedem Gitterpunkt noch mal 60 Gitterpunkte in die Atmosphäre nach
oben berechnet. Das ergibt 655 362 mal 60 gleich 39 323 520
Gitterpunkte, d.h. die Werte von über 39 Millionen Gitterpunkte muss
das GME bei der Modellrechnung bearbeiten. Als Anfangswerte haben wir
aber nur die etwa 10 000 Stationen zur Verfügung. Wie kommt nun das
Modell auf Werte für die rund 39 Millionen Gitterpunkte? Dies wird
durch eine geschickte Interpolation (sozusagen eine Zwischenschätzung
zwischen den Werten) erreicht. Für diese Interpolation wird seitens
des Modells ein sehr großer Aufwand betrieben.
Und damit kommen wir zum eigentlichen Kernproblem. Die Modellrechnung
ist größtenteils abhängig von der Qualität der Anfangsdaten. Schon
kleinste Abweichungen bei den Anfangsdaten ergeben am Ende der
Modellrechnungen größere Abweichungen bei der Vorhersage des
Wetterablaufes.
Dennoch ist es sehr erstaunlich, welche Leistungen so ein
Wettermodell mit dieser mageren Ausgangsbasis zu erbringen vermag.
Und vielleicht sind Sie als geneigter Leser dieser Rubrik nun etwas
nachsichtiger, wenn die Vorhersagen für Ihre Region nicht
hundertprozentig passen!
Wenn Sie sich weitergehend über die verwendeten Modelle informieren
möchten, finden Sie im Internet ausführliche Informationen:
www.dwd.de/modellierung
Hat sich die Osterreise ans Mittelmeer wenigstens dieses Jahr gelohnt? 8.04.12
Erinnern Sie sich noch an Ostern in 2011 ?
Dass es zu der Zeit bei uns besonders warm war, konnten Sie ja schon
gestern im "Thema des Tages" lesen.
Am Ostersonntag war es in 2011 zwar nicht mehr so warm wie am
Samstag, aber auch am Sonntag wurden mit bis zu 25,3 Grad Werte eines
Sommertages erreicht.
Erinnern Sie sich aber auch daran, dass Deutschland das Wärmezentrum
Europas war und die Mittelmeerurlauber neidisch zu uns "hinauf"
blickten.
Wiederholt Regen, der örtlich an einem Tag das dortige Monatssoll
erreichte, sogar in der Nordsahara Gewitterschauer. Temperaturen, die
mit 14 bis 24 Grad rund ums Mittelmeer unterhalb der Temperaturen in
Deutschland lagen. Und das Ende April.
In diesem Jahr blicken wir zumindest, was die Temperaturen betrifft,
neidisch nach "unten".
Unseren einstelligen Maxima stehen dort Höchstwerte bis 35 Grad
gegenüber.
Über 30 Grad ist es im Südosten des Mittelmeers von Libyen bis
Israel. Verbreitet ist es aber an den Mittelmeerküsten - wie auch auf
den Kanaren - mit 20 bis 25 Grad doch deutlich wärmer als bei uns.
Weniger als 20 Grad sind es nur im nördlichen Mittelmeerraum.
Dort sorgen Tiefs für Wolken und gewittrige Regenfälle, also für ein
eher ungemütliches Osterfest. Das zugehörige Satellitenbild finden
Sie bei auf unserer Facebookseite.
(www.facebook.com/DeutscherWetterdienst).
Sie sehen also, für viele hat sich dieses Jahr die Osterreise zum
Mittelmeer gelohnt, wenn auch nicht für alle.
Ob warmer Regen wie im Norden des Mittelmeers oder kühler
Sonnenschein zu Hause in Deutschland das Herz mehr erfreut, ist wohl
individuell verschieden.
Auf den Frost der letzten Nacht, der selbst in den Niederungen bis zu
-6 Grad erreichte, hätten wir aber mit Sicherheit verzichten können.
In den letzten 50 Jahren war es an Ostersonntag in der Frühe nur 2008
noch kälter. Da lag Ostern allerdings nahezu frühestmöglich am 24.
März.
Aber auch an einem 8. April gab es fast überall schon deutlich
kühlere Frühtemperaturen.
Vereinzelt jedoch war es an diesem Tag seit Messbeginn noch nie so
kalt; dies betrifft etliche Stationen im Norden.
In Jagel bei Schleswig beispielsweise, wo man immerhin schon seit
1947 misst, war diese Nacht mit -4,4 die kälteste Temperatur an einem
8. April.
In den nächsten Tagen wird es aber wieder überall etwas milder, wobei
uns morgen im größten Teil Deutschlands regnerisches Wetter erwartet.
Trotz aller Kälte und der schlechten Aussichten für den Ostermontag
wünschen wir Ihnen aus Offenbach ein frohes Osterfest.
Copyright DWD
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