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22.09.2018

13:37

Temperatur 11,7 °C
Luftfeuchte 61 %
Taupunkt 4,4 °C
Luftdruck 1021,1 hPa
Windrichtung 248 °
W-SW
Windstärke 15,0 km/h
Windböen 20,9 km/h
Wind 10m Ø 18,2 km/h
Windchill 7,2 °C
Regen/Tag 0,0 l/m²

 


Aktuelle Wetterdaten

Wetterstation Aalbäumle 707 m über Normalnull
Samstag, 22. September 2018 13:37
Temperatur
11,7 °C
Luftdruck
1021,1 hPa
Wind
248 °
Luftfeuchtigkeit
61 %
Tendenz
-0,1 hPa/6hup down
Windstärke
15,0 km/h
Taupunkt
4,4 °C
Regen / 1/h
0,0 l/m²
Windböe
20,9 km/h
Windchill
7,2 °C
Regen / Tag
0,0 l/m²
Wind 10 Min Ø
18,2 km/h
Vorhersage - veränderlich -

Telefonabruf Wetterstation 0160-3282349

Aktuelle Wettervorhersage


Wind u. Thermikprognose 16.9.18

Bodenwind:
3-7 KT, südlich der Donau aus E-NE, nördlich der Donau aus SE-S. In Schauer- oder Gewitternähe Böen um 20 KT. Abends auf 2-4 KT nachlassend, nachts variabler Wind. Montagmorgen schwach aus südlichen Richtungen.

Höhenwind:
2000FT | 100/10KT 18C | 080/10KT 19C | 3000FT | 100/10KT 14C | 120/10KT 16C | 5000FT | 160/05KT 12C | 240/05KT 14C |

Thermik:
Geringe Blauthermik, nur selten mäßig. Maximale Arbeitshöhen um 5000 FT AMSL, über den Mittelgebirgen 6000 FT AMSL. Über den Alpen mäßige Wolkenthermik, spätnachmittags und abends durch seltene Überentwicklungen gestört.

Das Wetter in Aalen 16.9.18
In Aalen ist es am Tag wolkenlos bei Temperaturen von 9 bis 22°C. In der Nacht gibt es einen wolkenlosen Himmel bei einer Temperatur von 13°C.

Wetterlage:
Das Hoch über Tschechien zieht zwar langsam weiter nach Osten, bleibt aber für uns am Sonntag wetterbestimmend. Dabei ist die milde Luftmasse im Süden deutlich feuchter als in der Mitte und im Norden des Vorhersagebereiches. Nachmittags greift ein schwacher Trog von Westen her auf den Alpenraum über und labilisiert die Luftmasse.

Alpenwetter:
Wetterseite des
Deutschen Alpenvereins


Skigebiete: Schwäbische Alb Ostalbskilift
Schneehöhen:Allgäu

 

(Ex-)HELENE sorgt für Sommerfeeling

Datum 16.09.2018

In den nächsten Tagen kommt mit Temperaturen um 30 Grad und "Sonne pur" der Sommer erneut zurück. Hierbei hat auch HELENE ihre Finger mit im Spiel.

HELENE - zahlreiche Schlagerfans bekommen bei diesem Namen ein regelrechtes "Herzbeben", Feinschmecker denken eher an das Birnen-Dessert der klassischen französischen Haute Cousine. Aber wer ist die HELENE, die den Sommer zurückbringen soll? Der aufmerksame Leser unserer Themen des Tages hat schon ein paar Hinweise bekommen. Deshalb möchte ich Sie nicht weiter auf die Folter spannen und verraten, dass es sich bei (Ex-)HELENE um einen ehemaligen Hurrikan handelt, der in den nächsten Tagen als außertropisches Orkantief zu den Britischen Inseln zieht. Stellt sich manch einem gleich die nächste Frage: Haben wir in den letzten Tagen nicht überall in den Medien und auch an dieser Stelle von den verheerenden Auswirkungen tropischer Wirbelstürme wie Hurrikan FLORENCE und Taifun MANGKHUN gelesen - wie passt dann ein Ex-Hurrikan mit Sommerwetter zusammen?

Bevor wir diese Frage klären können, schauen wir uns zunächst die bisherige Zugbahn von HELENE an (Abbildung 1). Bereits in der Nacht zum Donnerstag, den 6. September, entstand über dem Westen Malis eine sogenannte "Tropical Depression" (tropische Tiefdruckstörung) und zog westwärts über den Senegal. Mit Verlassen des afrikanischen Festlands verstärkte sie sich Freitagabend (7.9.) rasch zum tropischen Sturm HELENE und wurde mit weiterer Westverlagerung am Abend des vergangenen Sonntags (9.9.) knapp südlich der Kapverdischen Inseln erstmals auf einen Hurrikan hochgestuft (Stärke 1 der Saffir-Simpson-Skala, Wind > 119km/h). HELENE zog in den Folgetagen unter weiterer Intensivierung nach wie vor nach Westen und verstärkte sich am Montag (10.9.) auf Stärke 2 (Wind > 154km/h). Anschließend bog sie kontinuierlich nach rechts ab und schwächte sich zur Wochenmitte bereits wieder ab. Somit handelte es sich bei HELENE um einen mäßig-starken Hurrikan, der hauptsächlich über Meer zog und keine größeren Schäden anrichtete. Donnerstagmittag (13.9.) konnte HELENE bereits wieder auf einen tropischen Sturm herabgestuft werden.

Mit der Verlagerung nach Norden und dem Erreichen der gemäßigten Breiten kam es allmählich zur sogenannten "extratropcal transition", der Umwandlung von einem tropischen Wirbelsturm zu einem außertropischen Tiefdruckgebiet. Der Sturm verliert hierbei nach und nach seine tropischen Eigenschaften (z.B. typische Wolkenspirale mit Auge, geschlossenes Windsystem mit den stärksten Windgeschwindigkeiten ums Auge). In der Nähe der Polarfront (Grenzbereich zwischen polarer Kaltluft und subtropischer Warmluft) wird er von der Westwindzone eingefangen, wodurch sich die Zuggeschwindigkeit deutlich erhöht. Außerdem bilden sich Fronten, die ein entscheidendes Merkmal von außertropischen Tiefdruckgebieten sind. Aus HELENE wird Ex-HELENE.

Nun kommen wir zurück zum Sommerwetter in Deutschland. Ex-HELENE befindet sich aktuell nordwestlich der Azoren (Abbildung 2) und zieht als Orkantief rasch nach Nordosten. In der Nacht von Montag auf Dienstag soll sie die Britischen Inseln überqueren. Ex-HELENE hat dabei weiterhin die (warme und feuchte) tropische Luftmasse im Schlepptau und schaufelt zusätzlich an ihrer Vorderseite in einem breiten Warmsektor die über Spanien liegende subtropische Warmluft bis zu uns nach Deutschland. Sommerfans aufgepasst - die Temperaturen klettern am Dienstag wieder verbreitet auf sehr warme 27 bis 30 Grad! Vor allem entlang des Rheins und nördlich der Mittelgebirge kann gebietsweise sogar die 30-Grad-Marke überschritten werden. Da Deutschland noch von einem Hoch über Osteuropa profitiert, lacht die Sonne von Montag bis Mittwoch von einem nahezu wolkenlosen Himmel, sodass das Wetter nochmals zum Sonnenbaden einlädt. Auch im Norden ziehen letzte Wolkenfelder bis Dienstag ab. Lediglich mit örtlichen Nebelfeldern am Morgen und anfangs kühlen Nächten macht der Herbst auf sich aufmerksam. Durch die Zufuhr der (sub)tropischen Luftmassen werden aber auch die kühlen Nächte bald Geschichte sein.

Allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, dass viele Iren und Briten bei der Überquerung von Ex-HELENE von schweren bis orkanartigen Sturmböen heimgesucht werden.

Ex-HELENE wird dabei im Zuge ihrer Verlagerung nach Norden mehr und mehr in einen großen nordatlantischen Tiefdruckkomplex integriert und schwächt sich ab. An der Südostflanke dieses Komplexes dauert der Zustrom warmer Luft an, sodass bis in die zweite Wochenhälfte hinein das sommerlich warme Wetter erhalten bleibt. Allerdings nimmt das Schauer- und Gewitterrisiko wieder etwas zu.

Genießen Sie die (vielleicht letzten) hochsommerlichen Tage!

Dipl.-Met. Dr. Markus Übel

"Schwipp-Schwapp"

Datum 14.09.2018

Der Sommer 2018 gibt sich weiterhin nicht geschlagen. So stößt in der neuen Woche abermals sehr warme Subtropikluft nach Deutschland vor.

Beim ersten Lesen der Überschrift kommt Ihnen sicherlich zuerst die Assoziation zum im Handel erhältlichen Erfrischungsgetränk. Dabei handelt es sich um ein kohlensäurehaltiges Getränk, das beim Mischen von Cola mit Orangenlimonade beziehungsweise -saft entsteht. Weitere Zutaten und genaue Mixturen sind natürlich streng gehütete Firmengeheimnisse. Nur mal am Rande: Ist Ihnen aufgefallen, dass sich in der Konsumlandschaft die "i-a"-Kombination häuft. "Tic-Tac" (Bonbons), "Flik-Flak" (Uhren), "Kit-Kat" (Schokoriegel). Selbst die Zeichentrick-Klassiker "Chip und Chap" oder der kultige "Li-La-Launebär" entsprechen diesem Muster. Gewiss, bei geflissentlicher Betrachtung ließen sich sicherlich auch viele Gegenbeispiele aufzählen. Dennoch hat es den Anschein, dass es für viele Menschen angenehmer und flüssiger klingt, so dass in den Regalen leichter zugegriffen wird.

Das unter "Mezzo-Mix" bekannte Äquivalent der Coca-Cola Company ist bereits seit 1973 in Deutschland auf dem Markt. Vor allem der Werbeslogan "Cola küsst Orange" hat sich bei den Verbrauchern eingebrannt. Oder wussten Sie, dass seit Ende letzten Jahres das Motto: "Mixt Euch eine gute Zeit" auf den Flaschen zu sehen ist? In der Mehrzahl wahrscheinlich nur die regelmäßigen Konsumenten unter Ihnen. An dieser Stelle beste Grüße an meinen früheren Mitschüler, WG-Bewohner und Freund, der besagtes Getränk literweise konsumiert. ;)

In der Atmosphäre verhält es sich ganz ähnlich. Dort findet auch ein ständiges "Durchmischen" statt - allerdings mit Ausnahmen (Stichwort Fronten oder auch Inversionen). Der Luftmassenaustausch läuft bei uns derweil auf Hochtouren. Nachdem am vergangenen Mittwoch weite Teile Deutschlands spätsommerliche Temperaturen von teilweise mehr als 30 Grad (heißer Tag) zu verzeichnen hatten ("Schwipp"), "schwappte" mit Passage einer Kaltfront von Nordwesten sukzessiv kühlere Meeresluft mit Höchstwerten unter 20 Grad landeinwärts. Diese hat sich aktuell - also am heutigen Freitagmorgen - auch bis zu den Alpen durchgesetzt.

Doch der Sommer 2018 "hat noch nicht fertig", so dass das nächste "Schwipp" schon in den Startlöchern steht. Auslöser für die erneute Warmluftzufuhr aus Süden wird der tropische Sturm "HELENE" sein, der eine doch recht ungewöhnliche Zugbahn über den Atlantik nimmt. Aktuell liegt er mit seinem Zentrum weit westlich der Kanaren auf rund 35 W, schlägt aber einen nordöstlichen Kurs ein. Laut übereinstimmender Modellberechnungen erreicht er bereits am morgigen Samstag die Azoren und zu Beginn der neuen Woche das Seegebiet westlich der Biskaya. Damit bestehen für Mitteleuropa beste Voraussetzungen für spätsommerliche Wärme mit Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad und reichlich Sonnenschein. In Anlehnung an den oben erwähnten Werbeslogan könnte man demnach auch formulieren: "Septembersonne küsst Deutschland". Der Kontakt des Sturms mit den Britischen Inseln, der am kommenden Dienstag zu erwarten ist, wird dagegen weniger liebevoll erfolgen. Zu befürchten sind nach derzeitigem Stand Orkanböen und kräftige Regenfälle.

Bleibt abschließend für alle ausgewiesenen Winterfans - zu denen auch der Autor gehört - nur zu hoffen, dass in rund drei Monaten das "Schwapp" umso stärker und nachhaltiger ausfällt.

Supertaifun MANGKHUT bedroht die Philippinen und Südchina

Datum 13.09.2018

Hurrikan FLORENCE vor der US-Ostküste zieht derzeit ein immenses mediales Interesse auf sich. Auf der anderen Seite der Erde in Südostasien tobt jedoch gerade ein Taifun, der ebenso bemerkenswert wie beängstigend ist: MANGKHUT. Eine kurze Einschätzung der Lage gibt Ihnen das heutige Thema des Tages.

Taifun: So werden große tropische Stürme in Ost- und Südostasien sowie im Nordwestpazifik zwischen 100 und 180 Grad östlicher Länge bezeichnet. Ein Taifun ist nichts anderes als ein Hurrikan, nur dass er sich in einer anderen Region der Erde befindet. Taifune werden seit 2009 vom Hongkong Observatory abhängig von ihrer mittleren Windgeschwindigkeit in drei Kategorien eingeteilt: Taifun (118 bis 149 km/h), schwerer Taifun (150 bis 184 km/h) und Supertaifun (ab 185 km/h). MANGKHUT, der sich aktuell ca. 590 Seemeilen östlich der philippinischen Hauptstadt Manila befindet, wird aufgrund seiner Windgeschwindigkeiten von derzeit 270 km/h mit Böen von ca. 320 km/h als Supertaifun eingestuft. Im Unterschied dazu klassifiziert das US-amerikanische Joint Typhoon Warning Center (JTWC) auf Hawaii, das u.a. für den Ostpazifik zuständig ist, Taifune erst mit Windgeschwindigkeiten über 241 km/h inoffiziell als Supertaifun. So sind sie mit Hurrikans vergleichbar, die auf Basis der Saffir-Simpson-Skala bewertet werden. Allerdings beruhen die Messungen der maximalen mittleren Windgeschwindigkeit, welche das JTWC verwendet, auf einer einminütigen Mittelungsdauer. Das Hongkong Observatory hingegen verwendet eine zehnminütige Mittelungsdauer. So ergeben die Messungen des JTWC höhere Windgeschwindigkeiten als die des Hongkong Observatory.

Vergleicht man die Taifun-Klassifizierung des JTWC mit der Einteilung für Hurrikans, so entspricht MANGKHUT mit 270 km/h einem Hurrikan der Kategorie 5. Die auf die US-Ostküste zuziehende FLORENCE hingegen wird am heutigen Donnerstagmorgen nach einer signifikanten Änderung ihrer Struktur "nur noch" als Hurrikan der Kategorie 2 eingestuft.

Zurück zu MANGKHUT: In den vergangenen sechs Stunden hat sich der Supertaifun mit 24 km/h westwärts in Richtung der Philippinen bewegt. Auch wenn er sich seit der letzten Vorhersage (Informationen beruhen auf Angaben des JTWC) etwas abgeschwächt hat, befindet er sich in einer Region mit günstigen atmosphärischen Bedingungen sowie Wassertemperaturen von 28 bis 30 Grad und wenig vertikaler Windscherung. Dies sind perfekte Voraussetzungen für eine Intensivierung. In den nächsten 36 Stunden wird sich MANGKHUT west-nordwestwärts in Richtung Luzon, der größten Insel im Norden der Philippinen, bewegen und aller Voraussicht nach seine Intensität als Supertaifun beibehalten. Erst in Verbindung mit ungünstigeren atmosphärischen Bedingungen sowie dem Auftreffen auf die Nordostküste Luzons am morgigen Freitagabend deutscher Zeit (14.08.2018) wird sich MANGKHUT langsam abschwächen.

Samstagvormittag dt. Zeit soll das tropische System die philippinische Insel Luzon überquert und das südliche Chinesische Meer erreicht haben. Die mittlere Windgeschwindigkeit reduziert sich bis dahin wahrscheinlich auf etwa 200 km/h. Dann wird MANGKHUT als schwerer Taifun knapp südlich an Hongkong vorbeiziehen, auf dem Weg dorthin weiter an Intensität verlieren und in der Nacht von Sonntag auf Montag voraussichtlich in Südchina (nördlich von Hainan) auf Land treffen. Während er weiter nach Nordvietnam zieht, wird er aufgrund der Reibung an Land vermutlich rasch zu einem tropischen Sturm herabgestuft werden können.

Die prognostizierte Zugbahn des Supertaifuns wird als sehr sicher eingeschätzt, da sich die unterschiedlichen globalen Wettermodelle einig sind und auch die Ensemblevorhersagen (siehe DWD Lexikon) beeindruckend nah beieinander liegen.

Die aktuelle Prognose des Supertaifuns zeigt für das Auftreffen auf Land an der Insel Luzon Windgeschwindigkeiten von etwa 220 bis 240 km/h mit Böen bis 300 km/h. Im Vergleich, Hurrikan FLORENCE soll nach aktuellem Kenntnisstand mit mittleren Windgeschwindigkeiten von etwa 175 km/h auf die US-Ostküste treffen. Die Windgeschwindigkeiten bergen im Zuge von FLORENCE nicht das größte Schadenspotential. An der US-Ostküste werden die immensen Niederschlagsmengen von 400 bis 800 l/qm innerhalb von 24 bis 48 Stunden enorme Schäden anrichten (Vgl.: in Berlin fallen pro Jahr ca. 500 l/qm Niederschlag). Auf Luzon werden durch MANGKHUT 24-std. Regenmengen von 350 bis 450 l/qm erwartet. In Manila fallen im August, dem Monat mit dem meisten Niederschlag, durchschnittlich ca. 486 l/qm (2201 l/qm pro Jahr). Insofern handelt es sich hierbei um ein markantes, aber kein außergewöhnliches Niederschlagsereignis.

Nicht nur an der US-Ostküste wird es in Verbindung mit Hurrikan FLORENCE in den kommenden Tagen erhebliche Schäden geben. Auch im Norden der Philippinen muss im Zuge des Supertaifuns MANGKHUT verbreitet aufgrund extremer Windgeschwindigkeiten und enormer Regenmengen mit erheblichen Beeinträchtigungen der Infrastruktur, Überschwemmungen und Erdrutschen gerechnet werden.

Dipl.-Met. Julia Fruntke

Thermik: Mit dem Aufwind in die Höhe Datum 09.09.2018

Vier, fünf Schritte Anlauf am Hang, dann lassen sich Gleitschirm- und Drachenflieger scheinbar ins Nichts fallen. Doch tatsächlich schrauben sie sich mit dem Aufwind hunderte bis tausende Meter nach oben. Der Schlüssel zum Fliegen: die Thermik.

Im heutigen Thema des Tages werden die Grundlagen von Thermik beleuchtet. Wie entsteht Thermik, welche Arten gibt es und was sind günstige Faktoren?

Entstehung von Thermik

Unter Thermik versteht man ganz allgemein aufsteigende Luft, die wärmer ist als die Umgebungsluft. Das Prinzip ist ganz einfach: Eine Stelle am Boden erwärmt sich schneller als die Umgebung, wobei die Sonne nicht die Luft erwärmt, sondern den Boden. Dieser wiederum erwärmt die darüber liegende Luft, ähnlich einer Herdplatte. Warme Luft dehnt sich aus, wird leichter und steigt (ab einem Temperaturunterschied von ca. 2 Kelvin zur Umgebungsluft) auf. Die Thermik ist geboren. Das weitere Aufsteigen hängt jetzt von der Umgebungsluft ab: Je schneller diese mit der Höhe kälter wird, desto stärker wird die aufsteigende warme Luft beschleunigt. Ist in der Luft genügend Feuchtigkeit vorhanden, können sich Cumuluswolken bilden, die die (Wolken-)thermik markieren. Ist die Luft sehr trocken, gibt es zwar keine Wolkenbildung aber trotzdem Thermik. Dann spricht man von "Blauthermik".

Thermikblasen, Thermikschläuche

Als Thermikblasen werden einzelne aufsteigende Warmluftpakete bezeichnet. Wenn die erwärmte Luft aufgestiegen ist, muss sich der Boden erst wieder erwärmen, bevor die nächste Blase hochsteigen kann. So eine Thermikquelle wird als pulsierende Thermik bezeichnet. Die erwärmte, am Boden liegende Luft kann auch am Flimmern (z.B. über heißen Asphaltstraßen) erkannt werden. Neben der pulsierenden Thermik gibt es auch Thermikschläuche. Diese entstehen, wenn die Sonne so stark und ungehindert scheint, dass die Thermik ohne Unterbrechung aufsteigt. So schnell die warme Luft vom Boden aufsteigt, so schnell wird also auch die bodennahe Luft wieder erwärmt. Im Bergland gibt es häufiger Thermikschläuche als im Flachland.

Thermisch bedingte Hangwinde

Wenn ein Hang von der Sonne beschienen wird, wird die bodennahe Luft erwärmt und strömt mit der Hangneigung bergauf: der anabatische Hangaufwind entsteht. An einer sogenannten Abrissstelle (oftmals am Kamm) trennt sich die Warmluft vom Berg und wird zur Thermik. Bei sehr hohen, der Sonne zugewandten Flanken kann der Aufwind leicht 30 km/h und mehr erreichen. An solchen Bergen muss man als Pilot früh starten, bevor er zu stark wird. Ist der Hang nicht mehr von der Sonne angestrahlt, kühlt er im Schatten ab. Die darüber liegende Luft wird durch den Kontakt mit dem kalten Hang gekühlt und fließt als katabatischer Hangabwind den Berg herunter. Das passiert auf den Osthängen bereits wenn die Westhänge noch in der Sonne liegen.

Thermik produzierende Stellen

Je besser sich der Boden aufheizen kann, desto besser für die Thermik. Trockene Getreidefelder oder Asphalt werden von der Sonne schneller aufgewärmt als dunkle Wälder oder Seen. Manchmal können Drachenflieger den warmen Aufwind auch riechen. Denn die Luft nimmt den Geruch des Ortes an, von dem aus sie aufsteigt. In den Bergen riecht die Thermik dann evtl. nach Tannen, im australischen Outback nach Eukalyptus und über Städten mit Pommes-Fabrik auch schonmal nach Fritten ;-).

Fortsetzung folgt: Denn in einem weiteren Thema des Tages (vermutlich am 17.09) wird es um die typische Thermikdauer und die Gefahren für Gleitschirm- und Drachenflieger gehen.

Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann

Rushhour auf Atlantik und Pazifik

Datum 08.09.2018

Nach einer bislang vergleichsweise ruhigen Hurrikansaison auf dem Atlantik nimmt diese aktuell deutlich an Fahrt auf. Der Sturm FLORENCE könnte in einigen Tagen als Hurrikan auf die amerikanische Ostküste treffen. Doch nicht nur auf dem Atlantik auch auf dem Pazifik bedrohen tropische Wirbelstürme Land.

Die potenziell größte Gefahr im Atlantik stellt aktuell (08.09.2018) der Tropische Sturm FLORENCE dar. Zwar befindet sich FLORENCE noch mitten auf dem Atlantik und damit weit weg von Landmassen, doch in den kommenden Tagen bewegt sich der Sturm immer weiter nach Westen. Mitte kommender Woche, wahrscheinlich aber nicht vor Donnerstag, könnte er dann auf die amerikanische Ostküste treffen. Die Wahrscheinlichkeit für einen "Landfall" hat sich in den vergangenen Tagen kontinuierlich erhöht, ein rechtzeitiges Abdrehen nach Norden vor der Küste ist zwar weiterhin möglich, aber deutlich unwahrscheinlicher geworden. FLORENCE ist aktuell "nur" ein tropischer Sturm, in den kommenden Tagen werden die meteorologischen Bedingungen aber günstiger (höhere Wassertemperatur und keine große Windänderung innerhalb der verschiedenen Schichten der Troposphäre mehr) für eine Verstärkung und Anfang kommender Woche ist eine Intensivierung zum starken Hurrikan (Kategorie 3 oder höher) wahrscheinlich. Aktuelle Informationen zu FLORENCE finden Sie bei den US-amerikanischen Kollegen vom National Hurricane Center, kurz NHC: https://www.nhc.noaa.gov/.

Dort sehen Sie derzeit auch, dass FLORENCE nicht der einzige Sturm auf dem Atlantik ist. Direkt vor dem afrikanischen Kontinent, nahe der Küste Senegals, hat sich am gestrigen Freitag der Tropische Sturm HELENE gebildet und dieser könnte den südlichen Kapverdischen Inseln in der Nacht zum Sonntag und am Sonntag (09.09.2018) stürmisches und sehr nasses Wetter bringen. Auf ihrem weiteren Weg nach Nordwesten liegt dann für absehbare Zeit keine weitere Landmasse auf der Zugbahn von HELENE, die sich wahrscheinlich allmählich zum Hurrikan verstärken wird.

Weiter westlich auf dem Atlantik befindet sich derzeit eine Tropische Depression (Vorstufe zum Tropischen Sturm). Dieses Tief findet ebenfalls gute Entwicklungsbedingungen vor und wird sich auf dem Weg nach Westen wahrscheinlich zum Hurrikan (nächster Name wäre ISAAC) entwickeln. Mitte kommender Woche könnten dann die Kleinen Antillen in der östlichen Karibik vom potenziellen Hurrikan ISAAC getroffen werden. Noch ist allerdings viel Zeit bis dahin, aktuelle Informationen finden Sie auch zu diesem möglichen Wirbelsturm auf der Webseite des NHC.

Doch nicht nur auf dem Atlantik tummeln sich (potenzielle) Wirbelstürme, auch auf dem Pazifik treiben Hurrikane/Taifune ihr Unwesen. Im Zentralpazifik liegt das Augenmerk auf OLIVIA, die sich als Hurrikan mit westlichem Kurs Hawaii nähert. Aktuellen Modellprognosen nach wird OLIVIA zum Mittwoch hin die Inselgruppe als dann abgeschwächter Tropischer Sturm erreichen. Die Hauptgefahr liegt dann weniger in hohen Windgeschwindigkeiten als in großen Regenmengen, die OLIVIA auf Hawaii abladen könnte. Ende August sorgte der Tropische Sturm LANE bereits für Schäden durch seine großen Regenmengen. Informationen zu OLIVIA gibt es ebenfalls bei den Amerikanern: http://www.prh.noaa.gov/cphc/

Im Westpazifik entwickelt sich derzeit zudem der Taifun MANGKHUT. Dieser findet von allen genannten Stürmen die besten Bedingungen (sehr hohe Wassertemperaturen um 30 Grad) vor und soll sich dementsprechend rasch und markant verstärken. Wie bereits die anderen angesprochenen Wirbelstürme bedroht auch MANGKHUT in einigen Tagen Land, genauer gesagt Guam, die südlichste und größte Insel des Marianen-Archipels. Guam gehört zu den Außengebieten der USA. Informationen zu Wirbelstürmen im Westpazifik finden Sie unter folgender Adresse: http://www.metoc.navy.mil/jtwc/jtwc.html

Zusammenfassung: Mehrere zum Teil sehr entwicklungsgünstig gelegene und damit potenziell starke Wirbelstürme könnten in der kommenden Woche über Inselgruppen hinweg- oder auf den amerikanischen Kontinent ziehen. HELENE bringt zudem den Kapverdischen Inseln wahrscheinlich bereits an diesem Wochenende stürmisches Wetter. Dass so viele verschiedene Regionen beinahe gleichzeitig von Wirbelstürmen bedroht sind, ist außergewöhnlich.

MSc.-Met. Thore Hansen

Tipps, um beim Bergwandern keine Überraschung zu erleben

Datum 07.09.2018

Die Sommerferien gehen dieser Tage auch in Süddeutschland zu Ende. Wie ich selbst bemerkte, waren viele Familien mit ihren Kindern in den Alpen wandern. Nicht immer waren die Kleinen für das Bergwandern ordnungsgemäß gekleidet. Selbst Erwachsene sah ich in 2400 Meter Höhe in Miniröcken und Sneakern an den Füßen. Dabei hält das Wetter in den Bergen häufig Überraschungen bereit.

Schien am Morgen noch die Sonne von einem strahlend blauen Himmel und ließ der Wetterbericht zudem verlauten "Heute 25 bis 30 Grad, viel Sonnenschein, nur selten Schauer,...", wurde der Zusatz "...in den Bergen auch Gewitter." wegen der Vorfreude auf den Apfelstrudel mit Vanillesoße auf der Almhütte schon überhört. Die Sonnenmilch wurde sicherlich noch eingepackt, ist sie in den Bergen doch extrem wichtig. Aber die kurze Hose sowie die leichte Jacke im Rucksack können bei diesen Aussichten schon deutlich zu wenig Kleidung für Wanderungen in luftiger Höhe sein.

Der Wetterbericht übermittelt Ihnen nicht nur das Wetter im Tal, auch weist er Sie auf das Temperaturniveau auf den Berggipfeln hin. Gibt es am Morgen viel Sonne und werden am Nachmittag Schauer und einzelne Gewitter vorhergesagt, deutet dies auf eine labil-geschichtete Atmosphäre hin. Das heißt, die Temperatur nimmt - wie üblich - mit zunehmender Höhe ab, dies aber spürbar! Sie können die Temperatur auf den Bergen sogar selbst abschätzen. Befinden Sie sich an einem heiteren Tag am Fuße des Berges oder an der Seilbahnstation in 1500 Meter Höhe und wollen bis auf 2500 Meter hinauf, können Sie davon ausgehen, dass die Temperatur alle 100 Meter um ca. 1 Grad abnimmt. Bei einer Höhendifferenz von 1000 Metern sind dies also 10 Grad. Sind im Tal noch sommerliche 25 Grad Celsius, so ist es auf dem Berg mit 15 Grad Celsius recht frisch. Verdecken die Wolken am Nachmittag die Sonne, wird es auf dem Gipfel kühl. Gern weht dort auch noch ein stärkerer Wind als am Fuße des Berges. So ist es immer ratsam eine lange Hose, einen Pullover oder eine Jacke und für die Kleinen ein zusätzliches Paar Socken sowie eine Mütze im Rucksack dabei zu haben.

Die Schauer und Gewitter, die lokal erwartet werden, sollten ebenfalls ernst genommen werden! Solch ein Wetterumschwung kann sich im Gebirge recht schnell ereignen. So schnell sind Sie nicht wieder vom Gipfel herunter. Niederschlag entsteht, wenn Feuchte aufsteigt und der Wasserdampf in kühleren Schichten kondensiert. So bildet sich zunächst eine Wolke. Kann diese den kondensierten Wasserdampf nicht mehr halten, fällt Niederschlag. In den Bergen wird das Aufsteigen durch die vorhandene Orografie (das Gelände) verstärkt. Dort entwickeln sich bevorzugt Schauer und Gewitter. Die Chance von einem kräftigen Schauer oder gar Gewitter erwischt zu werden, ist in den Bergen häufig höher als im Flachland. Einen Schauer können Wanderer ja noch halbwegs verkraften. Man ist ja "nicht aus Zucker". Bei einem Gewitter sollten Wanderer allerdings rasch Schutz aufsuchen. Weder eine Buche, noch eine Eiche bieten Schutz! Am ehesten sind Wanderer in einer festen Hütte, vorzugsweise mit Blitzableiter, vor einem Blitzeinschlag sicher. Ist kein Gebäude in Sicht, suchen Sie eine Senke auf, in der Sie sich mit geschlossenen Füßen auf dem Boden in die Hocke begeben!

Ebenfalls verblüffend kann zu dieser Jahreszeit ein Wintereinbruch in großen Höhen sein. Gerade für Bergwanderer, die von Hütte zu Hütte ziehen, kann es schnell eine weiße Überraschung am Morgen geben, obwohl man am Vortag noch bei Sonnenschein und 25 Grad im Tal gestartet war. Nach einem Kaltfrontdurchgang kann es durchaus üblich sein, dass sich die Berggipfel am nächsten Morgen in einem weißen Kleid zeigen und die Temperatur deutlich abgesackt ist.

Seien Sie immer wachsam und behalten Sie das Wetter beim Wandern im Auge! In den Bergen sollte man für alle Eventualitäten gewappnet sein! Dann können Sie die ungestörte Natur mit wundervollen Wolkenstrukturen und mit Glück die Fernsicht bis in 100, 200 oder gar 300 Kilometer Entfernung genießen.

Dipl.-Met. Julia Fruntke

"YU" bringt Schauer und Gewitter, dann Abkühlung

Datum 06.09.2018

Nach einem weiteren kurzen sommerlichen Abschnitt führt Tief "YU" wieder etwas kühlere Luft nach Deutschland. Dieser Luftmassenwechsel geht jedoch nicht "leise" vonstatten. Von West nach Ost überqueren uns Schauer und teils starke Gewitter.

In den vergangenen drei Tagen (03. bis 05. September 2018) konnten zahlreiche Stationen im Messnetz des Deutschen Wetterdienstes wieder einen Sommertag verzeichnen. Kühler blieb es meist nur im Norden im Bereich der Küsten sowie in den südlichen Landesteilen unter dichten Regenwolken. An wenigen Stationen wurde gestern sogar nochmal ein heißer Tag registriert. Spitzenreiter war dabei die Station in Dillenburg (Hessen) mit 30,2 Grad. An den Küsten sowie im Bergland blieb es hingegen bei Werten zwischen 16 und 21 Grad deutlich kühler.

Allerdings bildeten sich in der teils feucht-warmen und energiereichen Luft besonders am Dienstag und Mittwoch im Bereich der Mittelgebirge auch einzelne starke Gewitter. Aufgrund der geringen Höhenwinde verlagerten sich diese nur sehr langsam, wodurch lokal eng begrenzt Starkregen auftrat. Zu unwetterartigen Mengen kam es jedoch nur vereinzelt, wie zum Beispiel am Dienstag in Roding-Neubäu (Landkreis Cham in Bayern), wo 40 l/m² in 37 Minuten "vom Himmel fielen".

Tief "YU" (gespr. Jü), das bis heute über dem Nordwesten allerdings nur wenig wetterwirksam war und somit von uns auch nur wenig Beachtung geschenkt bekam, nimmt nun allerdings etwas Fahrt auf. Denn bereits seit der vergangenen Nacht erfährt YU Unterstützung aus höheren troposphärischen Luftschichten. Von Westen her nähert sich ein Höhentrog, der mit YU zunehmend interagiert und den nötigen Antrieb liefert. Somit können Schauer und Gewitter auch etwas verbreiteter auftreten.

Aktuell (Stand 06.09.2018, 9:00 Uhr MESZ) kommt es im Bereich einer Zone mit tiefem Luftdruck, ausgehend von Tief YU mit Kern über dem Nordwesten Deutschlands über die westlichen Mittelgebirge und die Vogesen hinweg bis in die Provence und die Westalpen bereits zu Schauern und einzelne Gewittern. Diese werden sich im Tagesverlauf allmählich ostwärts verlagern und noch etwas an Intensität zunehmen. Bis zum Abend erreichen sie dann etwa eine Linie, die sich von Schleswig-Holstein über den Harz sowie den Thüringer Wald bis zum Allgäu erstreckt. Aber auch im Bereich der deutschen Alpen sind einzelne starke Gewitter wahrscheinlich. Zwar werden die Gewitter geringfügig schneller ziehen als dies in den vergangenen Tagen der Fall war, trotzdem kommt es bei wiederholten Schauern oder kräftigen Gewittern aufgrund des hohen Feuchtegehalts der Atmosphäre örtlich zu Starkregenfällen, die vereinzelt auch unwetterartig (über 25 l/m² in kurzer Zeit) ausfallen können. Die sonstigen Begleiterscheinungen wie starke bis vereinzelt stürmische Böen oder Hagel dürften heute eher eine untergeordnete Rolle spielen.

Das Thermometer schafft es heute in der Osthälfte bei reichlich Sonnenschein nochmals auf sommerliche Temperaturwerte von bis zu 29 Grad, im Westen bleibt es unter oftmals dichten Wolken bei Werten um 20 Grad kühler. Am Abend greift dann die zu YU gehörende Kaltfront auf den Westen über, die rückseitig kühlere Meeresluft mit sich führt. Dabei bringt diese Kaltfront nur noch ein paar wenige Schauer und meist keine Gewitter mehr mit sich. Zudem geht die Temperatur nach ihrem Durchgang weiter zurück, sodass die Tiefstwerte in der Nacht zum Freitag im Westen nur noch bei etwa 10 Grad Celsius liegen werden. In der Osthälfte bleibt es dagegen bei Tiefstwerten um 15 Grad meist noch etwas wärmer. Die Schauer und Gewitter schwächen sich allerdings nur wenig ab und greifen allmählich auch auf die Osthälfte über. Nur die Oder-Neiße-Region bleibt bis zum Morgen noch trocken.

Am Freitag vertieft sich Tief YU dann noch etwas und liegt mit seinem Kern über der Nordsee. Die von YU ausgehende Kaltfront lässt sich allerdings Zeit, Deutschland komplett zu überqueren. Entsprechend befinden sich der Osten und Süden auch am Freitag noch im Einflussbereich der wärmeren und feuchteren Luft, wo es nochmals zu Schauern und Gewittern mit Starkregen kommen kann. In den restlichen Teilen des Landes macht sich dagegen die eingeflossene kühlere Meeresluft mit vielen Wolken und nur wenigen Sonnenstunden bei Tageshöchstwerten um 18 Grad bemerkbar. Im Nordwesten kommt es zu Schauern, im Nordseeumfeld vereinzelt auch zu kurzen Gewittern. Dort wird es zudem auch etwas ungemütlicher, denn die Luftdruckunterschiede im Nordwesten nehmen zu, sodass es an der Nordseeküste sowie auf den vorgelagerten Inseln durchaus auch die eine oder andere stürmische Böen geben kann.

Am Wochenende zieht YU allmählich in Richtung Europäisches Nordmeer ab und der Hochdruckeinfluss über Deutschland nimmt wieder zu. Während der Nordwesten und Norden häufig unter Wolken verbleiben und dort zeitweise Schauer aufkommen, scheint in den übrigen Landesteilen bei nur wenigen Wolken auch wieder häufiger die Sonne und auch die Temperaturen erreichen am Sonntag in der Südhälfte wieder sommerliches Niveau.

Wind, der ein bisschen aus der Reihe tanzt

Datum 05.09.2018

Die Orographie nimmt auf das Wettergeschehen großen Einfluss. Vor allem die Verteilung von Niederschlägen hängt oft entscheidend von den Gebirgen ab. Allerdings gibt es im gegliederten Gelände auch interessante Windphänomene.

Die Vorhersage des Windes (beinhaltet den Mittelwind, Böen und die Windrichtung) ist fixer Bestandteil eines jeden Wetterberichts. Außerdem ist der Wind das Wetterelement mit dem großflächigsten Schadenspotential. Daher ist es beruhigend, dass dieser mithilfe der numerischen Wettervorhersage (Wettermodelle) mittlerweile sehr gut prognostiziert werden kann. Eine Ausnahme bilden aber noch die in Verbindung mit Gewittern stehenden Böen, die aufgrund der limitierten Gewittervorhersagbarkeit gewisse Unsicherheiten aufweisen.

Aber auch regional kommt es zu besonderen Windentwicklungen, für deren Vorhersage ein hochaufgelöstes Wettermodell benötigt wird. Besonders an sonnigen Tagen entwickeln sich im gegliederten Gelände bevorzugt im Sommerhalbjahr sehr gut ausgeprägte Windsysteme, die in den verschiedenen Wetterberichten aufgrund deren Kleinräumigkeit und Variabilität nur eingeschränkt kommuniziert werden können. Zudem braucht es für die Vorhersage dieser Windphänomene einige Erfahrung und eine Portion Lokalkenntnis.

Ein gutes Beispiel dafür sind die unterschiedlichen Windsysteme in den Mittelgebirgen sowie in den Alpen. Jeder, der schon einmal einen Wanderurlaub dort unternommen hat, wird bemerkt haben, dass der Wind in einem Tal im Tagesverlauf deutlichen Schwankungen in Stärke und Richtung unterliegt. Sobald die Sonne am frühen Morgen über den Horizont gestiegen ist, wird eine Talseite aufgrund der geometrischen Gegebenheiten stärker beschienen als der gegenüberliegende Hang. Entsprechend kann an einem der Sonne zugeneigten Berghang deutlich mehr Sonnenenergie vom Boden absorbiert werden, als auf der schattigen Seite. Durch die absorbierte Energie wird der Boden je nach Beschaffenheit mehr oder weniger stark erwärmt.

Diesen Wärmeüberschuss gibt der Untergrund sogleich wieder an die darüber liegende Luft ab. Die nun erzeugte dünne Warmluftschicht ist aber deutlich leichter als die kalte Umgebung und beginnt daher in Form von Warmluftblasen aufzusteigen. Damit ergibt sich eine Luftströmung, die den Hang entlang hinaufsteigt. In der Fachsprache wird daher von einem sogenannten "Hangaufwind" gesprochen. Als Gegenbewegung strömt in der Talmitte oder auf der Schattenseite die Luft abwärts und bildet damit zusammen mit dem Hangaufwind die "Hangwindzirkulation".

Am Talboden werden diese Hangwinde vom Talwindsystem überlagert. Dieser Effekt lässt sich damit erklären, dass in den Tälern deutlich weniger Luft erwärmt werden muss als im angrenzenden Flachland. Damit steigt die Temperatur auch deutlich schneller an. Die in den Tälern aufsteigenden Luftmassen müssen aber ersetzt werden und so beginnt im Tagesverlauf eine in das Tal hinein gerichtete Luftströmung. Bei sonst unveränderten Randbedingungen setzt der Taleinwind an aufeinander folgenden Tagen meist um eine ähnliche Uhrzeit ein. In der Nacht kehrt sich dieser Effekt wie beim Hangwindsystem um: die Luftmasse in den Tälern kühlt deutlich schneller und stärker ab. Diese erzeugte Kaltluft fließt nun talauswärts ins Flachland.

Doch jedes Tal hat seine eigene Charakteristik. Weist zum Beispiel ein Alpental in dessen hydrologischem Einzugsbereich Vergletscherung auf, beeinflusst diese die lokale Windentwicklung. Auf dem Gletscher kühlt die oberflächennahe Luftschicht aufgrund des Wärmeentzugs durch das Schmelzen oder die Verdunstung des Eises im Sommer stark ab. Da kalte Luft dichter und damit schwerer ist, fließt diese in Form einer dünnen Strömungsschicht talabwärts. Dieser kalte Fallwind ("Gletscherwind"), der fachlich unter die "katabatischen Winde" (gr. katabatikos: herunterfließend) fällt, überlagert sodann tagsüber den erwarteten thermisch bedingten Wind, der taleinwärts wehen würde. Daher unterscheiden sich die Windsysteme von Tälern mit vergletscherten und unvergletscherten Einzugsgebieten deutlich.

Zu diesen Effekten kommt es aber nicht nur in den Alpen. Besonders kräftig sind solche katabatischen Winde auch am Rande Grönlands, wenn die Kaltluft von den höheren Regionen der Insel in Richtung Meer hinabströmt. Auch in der Antarktis kommt es zu solchen, teils gefürchteten Winden, die sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen können ("Inlandeiswind"). Besonders gefährlich können die Fallwinde werden, wenn diese den lockeren Schnee aufwirbeln und daher die Sicht einschränken und einen die Orientierung verlieren lassen.

"Dampfbad vor der Haustür"

Datum 04.09.2018

Welche möglichen Auswirkungen der Rekordsommer 2018 auf die küstennahen Gebiete hat, erfahren Sie im heutigen Thema des Tages.

Der denkwürdige Sommer 2018 ist Geschichte. Er war im bundesweiten Schnitt außergewöhnlich warm, trocken und sonnig. Nach dem Rekordsommer 2003 geht er als zweitheißester Sommer seit Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen im Jahre 1881 in die Geschichtsbücher ein. Regional - insbesondere in Teilen Nord- und Ostdeutschlands - purzelten die Rekorde. Was hatte das für Auswirkungen auf die Meeresoberflächentemperaturen von Nord- und Ostsee und welche Schlüsse lassen sich für den beginnenden Herbst ziehen?

Durchschnittstemperaturen von beispielsweise 17,7 Grad auf Helgoland und 19,3 Grad in Rostock: Damit fiel der Sommer 2018 in den Norddeutschen Bundesländern um 2 bis 3 Grad zu warm aus im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990. Um sich ein Bild von den aktuellen Wassertemperaturen von Nord- und Ostsee zu verschaffen, empfiehlt sich ein Blick auf die im Übrigen neu gestaltete Homepage des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (siehe Verlinkung unterhalb des Artikels). Für die letzte Augustwoche ergaben sich demnach küstennahe Wassertemperaturen zwischen 18 und 20 Grad in der Nordsee beziehungsweise 19 bis 21 Grad in der Ostsee. Verglichen mit dem langjährigen Mittel entspricht das ebenfalls einer positiven Abweichung von rund 3 Grad.

Logisch? Mitnichten! Denn Luft und Wasser zeigen deutliche Unterschiede im Verhalten Wärme zu speichern (Stichwort: "spezifische Wärmekapazität"). Während sich ein gewisses Luftvolumen sehr schnell erwärmt, aber auch wieder abkühlt, muss man vergleichsweise deutlich mehr Energie (ca. viermal so viel) aufbringen, um identische Temperaturänderungen bei Wasser hervorzurufen. Nun erstreckte sich die Periode überdurchschnittlicher Temperaturen (seit April) über einen so langen Zeitraum und zudem recht konstant ohne massive Kaltlufteinbrüche, dass sich das ständig in Umwälzungen befindliche Meerwasser gleichfalls kontinuierlich erwärmen konnte.

Das freut die Tourismusbranche, die bis weit in den Herbst hinein noch mit zahlreichen Badeurlaubern rechnen kann. Aufgrund des beschriebenen Effekts wird es also auch bei kühlerem Wetter (wie es sich aktuell für das kommende Wochenende abzeichnet) etwas dauern, bis sich das Wasser wieder auf "Normalniveau" abgekühlt hat. Somit gilt: Wem es draußen zu frisch wird, der springt einfach ins Wasser und wärmt sich auf. Allerdings: Die Herbstmonate sind auch charakterisiert durch ein Niederschlagsmaximum an der Küste. Erfolgt nämlich ein Kaltluftvorstoß in höheren Luftschichten, so bewirkt der starke Temperaturkontrast zum warmen Wasser eine aufwärtsgerichtete Luftbewegung und damit die Bildung von Schauern und Gewittern. Man kann sich das wie ein Dampfbad in der Therme vorstellen. Zudem richten sich die Niederschläge häufig mit der Windrichtung aus und bilden sogenannte Schauerstraßen. So ziehen dichte Wolken mit Regen wiederholt über ein und dieselbe Region hinweg und können punktuell zu ergiebigen Niederschlagsmengen führen. Dieser Effekt verstärkt sich in den Nachtstunden noch durch die größeren Temperaturunterschiede zwischen Land und See. Mit diesem Wetterphänomen ist - sofern sich die Wetterlage mit höhenkalter Luft einstellt - verstärkt zu rechnen.

Wer nun meint, ein frühwinterlicher Einbruch an der Küste (z.B. Ende November) sei bedingt durch die Vorgeschichte ausgeschlossen, der sieht sich leider geirrt. Zum einen kann durch eine dauerhaft unterdurchschnittlich temperierte Witterung die positive Temperaturabweichung bis dahin abgebaut werden, zum anderen nützt bei ablandigem Wind auch ein "Dampfbad vor der Haustür" nichts.

Dipl.-Met. Robert Hausen

Deutschlandwetter im Sommer 2018

Datum 03.09.2018

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Sommer 2018*

1. Platz Frankfurt am Main-Westend (Hessen), 22,2 °C, Abweich. +3,6 Grad

2. Platz Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg), 22,1 °C, Abweich. +3,4 Grad

3. Platz Mannheim (Baden-Württemberg), 21,9 °C, Abweich. +3,3 Grad

Besonders kalte Orte im Sommer 2018*

1. Platz Carlsfeld (Sachsen), 15,6 °C, Abweich. +3,4 Grad

2. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen), 15,8 °C, Abweich. +3,6 Grad

3. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen), 16,1 °C, Abweich. +3,5 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Sommer 2018**

1. Platz Siegsdorf-Maria Eck (Bayern), 639,3 l/qm, 101 Prozent

2. Platz Anger-Stoißberg (Bayern), 582,4 l/qm, 99 Prozent

3. Platz Bischofswiesen-Winkl (Bayern), 566,9 l/qm, 88 Prozent

Besonders trockene Orte im Sommer 2018**

1. Platz Friedrichsthal (Thüringen), 25,1 l/qm, 13 Prozent

2. Platz Harzgerode-Güntersberge (Sachsen-Anhalt), 25,5 l/qm, 15 Prozent

3. Platz Artern (Thüringen), 30,0 l/qm, 18 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Sommer 2018**

1. Platz Greifswalder Oie (Mecklenburg-Vorpommern), 917 Stunden, 117 Prozent

2. Platz Arkona (Mecklenburg-Vorpommern), 898 Stunden, 116 Prozent

3. Platz Rheinfelden (Baden-Württemberg), 892 Stunden, 131 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im Sommer 2018**

1. Platz Kall-Sistig (Nordrhein-Westfalen), 600 Stunden, 103 Prozent

2. Platz Garmisch-Partenkirchen (Bayern), 634 Stunden, 112 Prozent

3. Platz Oberstdorf (Bayern), 640 Stunden, 116 Prozent

oberhalb 920 m NN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt

* Jahreszeitmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Jahreszeitwertes zum vieljährigen Jahreszeitmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:

Einen ausführlichen Jahreszeitenüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

Meteorologe Hermann Kehrer

Rätselhafte "Mammatus"

Datum 01.09.2018

Unverkennbar hängen sie wie Beulen vom Himmel, angestrahlt von der untergehenden Sonne, die nach einem Gewitter hinter den dunklen Wolken wieder auftaucht: Mammatus. Warum diese Wolkenformation vielen Wissenschaftlern noch Rätsel aufgibt, wird heute im Thema des Tages erklärt.

Das Wort "Mammatus" stammt aus dem Lateinischen von "mamma" und bedeutet so viel wie Brust oder brustartig. Nicht immer sind diese beeindruckenden Strukturen nach einem kräftigen Schauer oder Gewitter (Cumulonimbuswolke) am Himmel zu sehen, aber häufig. Rufen sie nach dem tobenden Sturm hin und wieder doch einen romantischen Moment hervor.

Mammatus haben oft eine weiche, laminare Struktur und treten im Zusammenhang mit Cirrus-, Cirrocumulus-, Altocumulus-, Altostratus-, Stratocumulus- und Cumulonimbuswolken auf. Im Falle einer Gewitterwolke hängen sie dann üblicherweise an der Unterseite des Gewitterambosses herab. Falls Sie die lateinischen Begriffe dieser Wolkengattungen verwirren, schauen Sie gern in unserem DWD-Wetterlexikon vorbei! Ebenfalls können Mammatus in Kondensstreifen sowie in Pyrocumulus-Aschewolken von Vulkanausbrüchen zu sehen sein.

Auch wenn Mammatuswolken recht häufig auftreten, sind u.a. die Entstehungsprozesse aufgrund ihrer Kurzlebigkeit (ca. zehn Minuten) und auch der sehr kleinen räumlichen Ausdehnung (ca. ein Kilometer) nicht abschließend erforscht. Feldexperimente helfen selten, eher werden diese Wolkenformen während anderer Feldkampagnen zufällig gesichtet. So sind experimentell gesammelte Daten für eine gründliche Auswertung sowie zweifelsfreie Ergebnisse hinsichtlich ihrer Entstehung bisher nicht ausreichend. Vermutlich können sogar verschiedene Prozesse für das Auftreten von Mammatuswolken verantwortlich sein. Wissenschaftler haben so mehrere Theorien aufgestellt.

Da die beeindruckenden Wolkenstrukturen hauptsächlich an Gewitterambossen beobachtet werden, gehen Forscher davon aus, dass vor allem instabile Schichten, große Temperatur-, Feuchte- und Windgeschwindigkeitsunterschiede, sowie Turbulenzen in der Umgebung der Gewitterwolke für die Entstehung von Mammatus unabdingbar sind. Recht bildhaft kann man sich vorstellen, wie durch Niederschlag verursachte Verdunstungsvorgänge dazu führen, dass sich die Luft deutlich abkühlt, aufgrund ihrer höheren Dichte im Vergleich zur warmen Umgebungsluft, herabfällt und die Wolke somit "ausbeult". Sobald der Niederschlag verdunstet ist, erwärmt sich die Luft und steigt wieder auf. Kommt neuer Niederschlag von oben, beginnt der Prozess von vorn und so entstehen die vielen Ausbuchtungen unterhalb des Ambosses. Ohne neuen Niederschlag, bleibt die Verdunstung aus und die Mammatuswolken verschwinden wieder.

Ebenso wurden Strahlungsvorgänge im Gewitteramboss als Theorie herangezogen, da Mammatus häufig am späten Nachmittag beobachtet werden, wenn die Temperaturunterschiede am größten sind. Vernachlässigt wird hierbei die Verbindung zur Hauptentstehungszeit von Gewittern. Die Wolkenoberseite ist im Vergleich zur Umgebung über ihr wärmer, ebenso ist der Erdboden im Vergleich zur Wolkenunterseite wärmer. Nachdem die anfängliche Turbulenz im Gewitteramboss abgeklungen ist, kann der Amboss ähnlich wie eine Stratocumuluswolke wirken, außer dass die Konvektion an Ober- und Unterkante angetrieben wird.

Zudem könnte langwellige Ausstrahlung an der Wolkenoberseite zu Instabilitäten ebendort führen. Wenn dem so sei, könnten Strahlungsprozesse in hochreichender vertikaler Bewegung innerhalb des Ambosses resultieren. Mammatusformationen an der Wolkenunterseite würden so Konvektion sichtbar machen, die sich von der Wolkenoberseite zur Unterseite fortsetzt. Die Ausbeulung erklärt sich wiederum dadurch, dass sich strahlungsbedingt abgekühlte Thermikblasen beim Absinken ausdehnen.

Es sind hier noch lange nicht alle Entstehungstheorien beschrieben. Allein diese drei Theorien hören sich in den Ohren der Meteorologen aber sehr sinnvoll an. Jedoch schließt das Auftreten von Mammatus in den verschiedenen Wolkengattungen mehrere Theorien ihrer Entstehung wieder aus oder lässt die Frage offen, ob es den einen Entstehungsmechanismus gibt bzw. ob Mammatus in den verschiedenen Wolkengattungen durch unterschiedliche Prozesse entstehen. Das oben beschriebene Herabstürzen von Hydrometeoren, also von Niederschlagsteilchen, aus der "Mutterwolke", kann insofern kaum der Hauptentstehungsmechanismus sein, als dass Mammatuswolken auch an Cirruswolken entstehen. Denn Hydrometeore in Cirruswolken (hier: Eiskristalle) sind so klein, dass sie keine nennenswerten Geschwindigkeiten erreichen, die zu solch Ausbeulungen unterhalb einer Wolke führen würden. Strahlungseffekte können ebenso zum Teil ausgeschlossen werden, da Cirruswolken optisch relativ dünn sind. So bleiben diese faszinierenden Wolkenformationen weiterhin ein Mysterium für Wissenschaftler.

Dipl.-Met. Julia Fruntke

Glück im Unglück auf Hawaii

Datum 30.08.2018

Hurrikan LANE zog dicht an Hawaii vorbei und sorgte für sintflutartige Regenfälle, Überschwemmungen und Erdrutsche. Experten warnten vor dem stärksten Wirbelsturm auf Hawaii seit mehr als 20 Jahren, allerdings blieb die große Katastrophe glücklicherweise aus.

Am Mittwoch, den 15. August 2018 wurde LANE im nordöstlichen Pazifik als tropische Depression geboren und zog unter Intensivierung weiter in westnordwestlicher Richtung. Zwei Tage später erreichte er dann bereits Hurrikanstärke auf der sogenannten Saffir-Simpson-Skala (siehe www.dwd.de/lexikon). Auf seinem weiteren Weg in den Zentralpazifik verstärkte sich LANE weiter und wurde am Mittwoch, den 22. August, also eine Woche nach seiner Geburt, etwa 500 km südöstlich von Hawaii schließlich als Hurrikan der höchsten Kategorie 5 mit über eine Minute gemittelten Windgeschwindigkeiten von bis zu 257 km/h eingestuft, die maximalen Spitzenböen können dabei sogar über 300 km/h liegen.

Fast zwölf Stunden wurde LANE als Kategorie-5-Hurrikan eingestuft, bevor er sich wieder leicht abschwächte. Allerdings deuteten die Vorhersagemodelle in der letzten Woche eine gefährliche Richtungsänderung an. LANE, der bisher nur in westnordwestlicher Richtung unterwegs war, sollte zunehmend in nördliche Richtungen abdrehen und somit Kurs auf Hawaii nehmen. Experten hatten befürchtet, dass der Hurrikan direkt auf Hawaii treffen könnte, was ihn zu einem der stärksten Hurrikane seit über 20 Jahren auf Hawaii gemacht hätte. Der letzte verheerende Hurrikan trat dort vor 26 Jahren auf. Damals traf "INIKI" direkt auf Kauai, die nördlichste der vier großen hawaiianischen Inseln und forderte neben Sachschäden in Milliardenhöhe auch sieben Todesopfer.

Also bereiteten sich die Bewohner von Hawaii auf LANE vor. Der Gouverneur David Ige rief die Einwohner dazu auf, Vorräte für mindestens 14 Tage anzulegen. In den Lebensmittelläden fand man leere Regale vor, vor Eingängen stapelte man Sandsäcke und Fenster wurden mit Spanholzplatten gesichert. Allerdings sollten sich die schlimmsten Befürchtungen im Fall von LANE zum Glück nicht bewahrheiten, wenngleich er Hawaii nicht ungeschoren davon kommen ließ (siehe historische Zugbahn in der oberen Grafik zum Thema des Tages).

Big Island, die südlichste Hauptinsel, traf es als Erstes und wohl auch am heftigsten. Bereits am Mittwoch, den 22. August traten die ersten Regenfälle von LANE auf und sollten dort mit wechselnder Intensität bis zum Sonntag, dem 26. August anhalten. In diesem Zeitraum wurden über vier Tage hinweg an der Station Mountain View insgesamt 1321,3 Liter pro Quadratmeter gemessen. Eine ungeprüfte private Wetterstation registrierte sogar fast 1493,5 Liter, was fast dem doppelten durchschnittlichen Jahresniederschlag von Deutschland von etwa 789 Litern entspricht. Allerdings muss diese Station erst noch auf Funktionstüchtigkeit sowie ihre Repräsentativität geprüft werden. Alleine in 24 Stunden wurden an der Station Hakalau auf Big Island sagenhafte 550 Liter beobachtet.

Wie dem auch sei, mit diesen sintflutartigen Regenfällen stellt LANE den Rekord tropischer Wirbelstürme auf Hawaii ein. Der alte Rekord aus dem Jahr 1950 wurde von Hurrikan HIKI gehalten und betrug 1320,8 Liter. Außerdem ist die registrierte Regensumme die zweithöchste, jemals in den USA gemessen Niederschlagssumme tropischer Wirbelstürme. Höhere Mengen kamen, laut dem nationalen Wetterdienst der USA nur durch Hurrikan HARVEY in Nederland (Texas) im Jahr 2017 auf mit 1538,7 Litern.

Somit ist es nicht verwunderlich, dass es auf Big Island in dem komplexen und teils sehr steilen Terrain vielfach zu Überschwemmungen, massiven Sturzfluten und gefährlichen Erdrutschen kam. Darüber hinaus ließen hohe Windgeschwindigkeiten viele Bäume umknicken. In der Folge kam es zu Stromausfällen, viele Straßen waren unpassierbar und wurden gesperrt, besonders im Osten der Insel. Man kann sicher von Glück reden, dass bei dem Ausmaß der Schäden niemand lebensgefährlichen Schaden genommen hat.

Die weiteren Inseln waren deutlich weniger von LANE betroffen, wenngleich auch auf Kauai und Oahu von Überschwemmungen, Erdrutschen und Stromausfällen berichtet wurde. Auf Maui konnten ebenfalls Regensummen von insgesamt 649,7 Litern in vier Tagen gemessen werden, wodurch es auch dort zu ähnlichen Folgen kam. Allerdings fachte der Wind darüber hinaus diverse Waldbrände auf Maui an, die ebenfalls für Verletzte sowie Schäden in bewohnten Gebieten sorgten. Außerdem warnten Behörden an den südlich ausgerichteten Inselabschnitten vor einer durchaus gefährlichen Springflut von bis zu 8 Metern.

LANE zog am 23. und 24. August in einem Bogen unter weiterer Abschwächung zur Kategorie 3 westlich der hawaiianischen Hauptinseln vorbei, blieb aber mit seinem Kern fernab der hawaiianischen Landmasse, was am Ende schlimmere Auswirkungen verhinderte. Im Laufe des 24. nahmen die atmosphärischen Zustände zunehmend ungünstigen Charakter für die weitere Entwicklung des Wirbelsturms an, was eine weitere Abschwächung zur Folge hatte. Am 25. August gegen 5 Uhr unserer Zeit wurde er schließlich zu einem tropischen Sturm mit Windgeschwindigkeiten von 112 km/h herabgestuft und verließ Hawaii allmählich mit seinem Einflussbereich.

Allerdings bleibt es in der aktuellen Hurrikansaison weiterhin spannend auf Hawaii. Weiter östlich in Richtung amerikanischen Festlands befinden sich gleich zwei weitere tropische Stürme. Zwar wird der nächste Sturm namens MIRIAM weit östlich von Hawaii vorbeiziehen, allerdings liefern die Wettermodelle erste Anzeichen für eine durchaus "günstige" Zugbahn des zweiten Sturms namens NORMAN. Ob und wie stark Hawaii betroffen sein könnte, ist allerdings noch unklar. Die aktuelle Vorhersage des National Hurricane Center (NHC) der Vereinigten Staaten finden Sie in der unteren Grafik zum Thema des Tages.

MSc.-Met. Sebastian Schappert

Heute vor 13 Jahren: Hurrikan "Katrina" trifft auf New Orleans

Datum 29.08.2018

Heute vor 13 Jahren erreichte der Hurrikan "Katrina" den Südosten der USA. Er gilt als der verheerendste Wirbelsturm in den USA mit mehr als 1800 Toten und über 100 Milliarden US-Dollar Schaden.

Am 23.08.2005 bildete sich bei den südöstlichen Bahamas die 12. tropische Depression der damaligen Saison. Innerhalb von 24 Stunden entwickelte sich das Tiefdruckgebiet zu einem tropischen Sturmtief. Zunächst bewegte sich der Sturm nordwärts, drehte aber rasch nach Westen ein und wurde zu einem Hurrikan der Stufe 1 auf der Saffir-Simpson-Skala (siehe Wetterlexikon). Er erreichte am 26.08.2005 die Südspitze Floridas mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 130 km/h. Über Land schwächte sich der Hurrikan etwas ab und zog südwestwärts als Tropensturm in den Golf von Mexiko. Durch die warmen Wassertemperaturen gewann "Katrina" aber rasch wieder an Stärke und wurde am 27. August zu einem "major hurricane", also einen Hurrikan der Stufe 3 erklärt. Unter weiterer Intensivierung zog "Katrina" westwärts über den Golf von Mexiko und wurde am 28. August schließlich zu einem Hurrikan der Stufe 5, was der höchsten Stufe auf der Saffir-Simpson-Skala entspricht. Der Kerndruck betrug nur noch 902 hPa und die mittlere Windgeschwindigkeit lag bei etwa 280 km/h. Durch Messungen aus Satelliten und Flugzeugen, die mehrfach durch den Sturm flogen, ging man von Böen bis zu 340 km/h aus. Über dem Golf drehte sich "Katrina" und bewegte sich fortan nordwest-nordwärts direkt auf die US-Bundesstaaten Louisiana und Mississippi zu.

Am 29.08.2005 gegen 13 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (6 Uhr Ortszeit) traf der Hurrikan mit mittleren Windgeschwindigkeiten von nunmehr 240 km/h (Hurrikan-Kategorie 4) auf Land. Die Windgeschwindigkeit verringerte sich beim Auftreffen rasch auf "nur" noch 200 km/h und in der Nacht zum 30. August schließlich auf 110 km/h. Damit schwächte sich der Hurrikan wieder zu einem tropischen Sturm ab. Unter weiterer Abschwächung zog der Sturm nordostwärts über die mittleren Staaten der USA.

Neben den hohen Windgeschwindigkeiten führten auch die bis zu 8 Meter hohe Flutwelle und der gebietsweise sehr ergiebige Regen zu enormen Schäden. Weiter im Landesinneren bildeten sich am Sturm Tornados, die für Zerstörung sorgten.

Durch die lange Zugbahn und die ständig erneuerten Vorhersagen konnte die Bevölkerung zwar rechtzeitig gewarnt werden und etliche flüchteten in andere Bundesstaaten, jedoch gab es auch viele die ihr zu Hause nicht verlassen wollten und konnten. Nach einem Deichbruch in Louisiana stand die Stadt New Orleans, die sich zu großen Teilen unterhalb des Meeresspiegels befindet, mehr als 7 m hoch unter Wasser. Mehrere Tausend Menschen waren eingeschlossen und warteten tagelang auf Rettung.

Die Hurrikan-Saison geht offiziell vom 1. Juni bis zum 30. November und umfasst 6 Monate. In diesem Jahr sind in den ersten 3 Monaten 5 Wirbelstürme aufgetreten, eine durchschnittliche Saison bringt 14 Stürme. Bisher zeigt sich die Lage im Nordatlantik und der Karibik also ruhig.

Dipl.-Met. Jacqueline Kernn

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