Was macht eigentlich HELMUT ?
Genau drei volle Tage ist es nun her, da wurde an dieser Stelle
ausführlich über HELMUT gesprochen (siehe auch Archiv "Thema
des Tages" vom 31.08.2010) - nicht irgendein Helmut, nein,
HELMUT das Hochduckgebiet war das Thema.
Nun stehen wir unmittelbar vor einem Wochenende, dem ersten
seines Zeichens im September, und da stellt sich selbstredend
die Frage, was denn aus dem anfangs so trägen HELMUT denn
geworden ist und ob er vielleicht sogar geneigt ist, uns in den
kommenden Tage die Ehre zu erweisen.
Um es vorweg zu nehmen, es sieht gar nicht so schlecht aus,
auch wenn vielleicht nicht unbedingt das ganz große Kino
"Spätsommer" auf dem Programm steht. Fakt ist, dass das Hoch
seinen Schwerpunkt von Großbritannien etwas nach Norden vor die
norwegische Westküste verlagert hat. Von dort aus schafft es
HELMUT im Laufe des Wochenendes, sich peu a peu ein kleines
Stück weit gen Osten nach Skandinavien "reinzubohren", wo er
dann vielerorts für sonnenscheinreiches und trockenes Wetter
sorgt, ohne dass es aber überdimensional warm wird. Da HELMUT
ein Herz für Deutschland hat, bleibt auch bei uns noch etwas
übrig von der Wirkung dieses großräumigen Hochdruckgebiets. Die
Bodenströmung kippt von mehr nördlichen auf östliche
Richtungen, wodurch etwas trockenere, aber weiterhin im
überschaubaren Rahmen temperierte Luft zu uns gelangt. Nun
liegt es in der Natur der Sache, dass Wetter von uns Menschen
zwar am Boden wahrgenommen wird, die ganzen damit verbundenen
Mechanismen aber ein dreidimensionales Phänomen darstellen.
Somit ist es für den Meteorologen unumgänglich, den Blick nicht
nur auf die Bodenwetterkarte, sondern auch auf höhere
Atmosphärenschichten zu werfen. Tut man das im vorliegenden
Fall, so erkennt man am Wochenende über dem Bereich der Ostsee,
des Baltikums sowie des benachbarten Polens einen sogenannten
Höhentrog, der mit kalter Luft gefüllt ist. Als Laie muss man
sich die Sache vereinfacht so vorstellen, dass ein Trog quasi
ein deformiertes Tief in höheren Luftschichten darstellt,
welches Hebungsprozesse (also vertikal nach oben gerichtete
Luftströmungen) und somit Wolken- und Niederschlagsbildung
fördert. Wenn dabei auch noch der Temperaturunterschied
zwischen bodennaher Luftschicht und höheren Stockwerken der
Atmosphäre groß genug ist (man spricht dann von einer labil
geschichteten Luftmasse), sind gute Voraussetzungen für die
Entwicklung von Schauern oder auch Gewittern gegeben. Zwar
liegt der Schwerpunkt dieses Troges und der höhenkalten Luft
leicht ost-nordöstlich von uns, gleichwohl wird Deutschland -
dem guten HELMUT zum Trotz - mal mehr, mal weniger davon
beeinflusst.
Im Detail stellt sich die Sache am Samstag in etwa so dar, dass
sich besonders in der Osthälfte ´ne Menge Wolken tummeln, die
für den einen oder anderen Schauer, am Nachmittag vielleicht
auch für ein kurzes Gewitter gut sind. Zwar lässt sich auch die
Sonne hier und da mal blicken, wahrscheinlich beschränken sich
deren Auftritte aber auf arg limitierte Zeitfenster. Besser
sieht es diesbezüglich mit jedem Kilometer weiter nach Westen
aus, wo neben einigen Wolken zeitweise die Sonne scheint und
es im Großen und Ganzen trocken bleibt. Dort schafft es das
Thermometer auch, die 20-Grad-Marke zu überschreiten, wobei es
im Badischen und in der Südpfalz mit 23 oder 24°C am wärmsten
wird - immerhin. Davon kann man im Osten und Norden nur
träumen, reicht es doch je nach Höhenlage nur zu 14 bis
19°C.
Am Sonntag scheint vielerorts die Sonne nach einer allerdings
frischen und lokal nebligen Nacht (im Norden und Osten sowie in
Teilen der Mitte bei längerem Aufklaren Gefahr von leichtem
Bodenfrost!). Tagsüber zeigen sich dann einige Wolkenfelder
("heiter bis wolkig" - der Klassiker unter den
Wettervorhersagefloskeln), lediglich im äußersten Osten sowie
unmittelbar an den Alpen besteht eine geringe Schauerneigung.
Thermisch betrachtet bleibt der Westen und Südwesten in der
Vorhand, 19 bis 24°C stehen dort auf der Karte, während es in
der Osthälfte 16 bis 21°C werden. Dazu weht ein schwacher bis
mäßiger östlicher Wind, der mitunter leicht böig auffrischt.
Abschließend noch ein kurzer Ausblick auf den wahrscheinlichen
Werdegang in der kommenden Woche. Am Montag ändert sich kaum
etwas gegenüber Sonntag, wenn man mal davon absieht, dass es
marginal etwas wärmer wird. Ab Dienstag richtet sich die
meteorologische Aufmerksamkeit dann wieder zunehmend auf das
Geschehen westlich und südwestlich von uns. Dort formiert sich
gleich eine ganze Armada von Tiefdruckgebieten, die sich von
der Iberischen Halbinsel bis hoch nach Grönland erstrecken.
Unterstützt werden diese Tiefs von einem - man erinnere sich
(siehe oben) - Höhentrog, der dem Ganzen den Anstrich einer
Schlechtwetterzone mit Regenfällen gibt, die von Frankreich und
Benelux her auf Deutschland übergreifen und sich langsam ost-
nordostwärts vorarbeiten, wobei der östliche Wind kräftig
auffrischt. Altmeister HELMUT schlummert derweil über Finnland
und Karelien, von wo aus er allenfalls noch in der Lage ist,
Nordostdeutschland die Regengebiete einige Zeit vom Halse zu
halten. Für wie lange, weiß heute noch keiner. In dem Sinne ein
schönes Wochenende.
Der kälteste August seit Jahrzehnten?
Man hört immer wieder die Aussage: "So kalt war es noch nie in
Deutschland im August", "So schlimmes Wetter hatten wir noch
nie im 8. Monat", oder "Von wegen Klimaerwärmung,
". Doch ist
das wirklich so?
Beim Betrachten der Wetteraufzeichnungen in Deutschland, bzw.
beim Vergleich der letzten 10 Jahre, erkennt man sofort, dass
diese Aussagen nicht ganz korrekt sind.
Der August 2010 liegt mit einer Durchschnittstemperatur, diese
setzt sich aus Tages- und Nachttemperatur zusammen, von 16,6
Grad sogar um 0,2 Grad über den langjährigen Mittelwerten (1961-
1990). Die letzten 3 Sommer waren überdurchschnittlich warm,
jedoch war es 2005 und 2006 anders. So ergaben Messungen vom
August 2006 eine Durchschnittstemperatur von 15,4 Grad,
folglich eine um 1,1 Grad geringere Temperatur als der
Durchschnitt der letzten 30 Jahre.
Jedoch war die Sonnenscheindauer im August 2010 mit 143,1
Stunden im Vergleich zu 30 Jahren, durchschnittlich 199,9
Stunden pro Monat, deutlich niedriger.
Aber auch solche Werte sind uns in Deutschland bereits bekannt,
so hatten wir im Jahre 1977 ebenfalls nur 145,8 Stunden, also
71,8 % der Sonnenstundenanzahl von 30 Jahren im August.
Annähernd erreichten wir diesen Wert 1987, mit einer
Sonnenscheindauer von 156,6 Stunden im Monat, also 77,3 % des
dreißigjährigen Mittels im August.
Beim Vergleich mit den letzten 10 Jahren ist der August 2010
trotzdem nicht auf dem letzten Platz: Der August 2006 liegt mit
131,5 Stunden Sonnenscheindauer im Monat noch dahinter.
Des Weiteren war in diesem Jahr der letzte Monat viel nasser
als üblich. Mit 158,1 mm haben wir seit 1961 die höchste
Niederschlagsmenge. Zum Vergleich, das sind 201 % des
monatlichen Durchschnittsniederschlags von 30 Jahren im August
bzw. der dreißigjährige Durchschnitt beträgt 78,6 mm im 8.
Monat. Im sehr kalten August 2006 erreichten wir dagegen einen
Durchschnittsniederschlag von 173 %, also durchschnittlich
134,1 mm in Deutschland, so dass dieser zwar kälter und weniger
Sonnenschein brachte, aber dennoch trockener war.
Wenn man den diesjährigen August dem von 2009 gegenüberstellt,
erkennt man allerdings, dass der 8. Monat sehr unterschiedlich
ausfallen kann:
2009 fielen die Temperaturen im Erntemonat im Durchschnitt 1,9
Grad höher aus als dieses Jahr. Die Niederschlagsmenge lag bei
nur 55,2 % im dreißigjährigen Mittel, folglich fielen 115 mm
weniger aus den Wolken als dieses Jahr und der Wert der
Sonnenscheindauer überragte uns letztes Jahr um ganze 55,2
Stunden zu diesem.
Zusammenzufassend kann man also sagen, dass wir keinen kalten,
stattdessen aber sonnenarmen und vor allem sehr nassen August
hatten.
(Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte des vergangenen
Monats finden Sie rechts in der Rubrik "Thema des Tages" unter
"mehr".)
HELMUT - ein Mann an der "falschen" Stelle
Keine Frage, der Sommer 2010, der mit dem heutigen 31. August
zumindest nach meteorologischer Nomenklatur endet, war kein
ganz gewöhnlicher und sorgte immer wieder für Schlagzeilen.
Erst Schafkälte, dann Bullenhitze mit Dürre, dann wieder eine
kühlere Periode mit ergiebigen und regionsweise
rekordverdächtigen Regenfällen nebst Überschwemmungen,
dazwischen immer mal wieder schwere Gewitter mit allen
erdenklichen atmosphärischen "Zutaten" bis hin zu Tornados und
Wasserhosen. Respekt, lieber Sommer 2010, du hast uns
Meteorologen ´ne Menge Arbeit beschert, hast dich oft an unsere
Vorhersagen gehalten, uns hin und wieder aber auch böse an der
Nase herumgeführt. Doch genug der persönlichen Widmung, am
Mittwoch, den 1. September beginnt der meteorologische Herbst,
und der führt sich - zumindest was die Temperatur angeht -
standesgemäß ein.
Wie inzwischen jedermann mitbekommen haben dürfte, ist eine
ordentliche Portion recht unterkühlter Meeresluft bis zu den
Alpen eingeflossen, die nicht nur für ein durchwachsenes
Wochenende sorgte sondern auch den Ambitionen nach einem
angenehmen und wohlig temperierten Spätsommer zunächst mal
einen gehörigen Dämpfer verpasst hat. Da trifft es sich doch
gut, dass nun auf der Wetterkarte ein dickes Hoch erscheint,
welches dem Ganzen die richtige Wendung geben könnte. Kein
Geringerer als HELMUT - man bedenke, immerhin zwei
Altbundeskanzler trugen diesen Namen - hat sich
schwerpunktmäßig bei Großbritannien eingenistet, einer Region
also, die unserem Deutschland im meteorologischen Maßstab
betrachtet gar nicht so weit entfernt liegt. Gute
Voraussetzungen also, mag der eine oder andere nun denken, um
auch bei uns dem wechselhaften und kühlen Wetter ein Ende zu
machen, sagt doch der Volksmund, dass das Wetter meist von
Westen kommt. Das Problem dabei, der gute HELMUT zeigt zunächst
nur wenig Neigung, sich von seinem Platz zu erheben und - was
gut wäre - sich Richtung Mitteleuropa zu verlagern. Statt
dessen bleibt er erst einmal stationär und träge vor Ort liegen
und zeigt uns im wahrsten Sinne des Wortes seine "kalte
Schulter". Dazu muss man wissen, dass Hochdruckgebiete auf der
Nordhalbkugel, vereinfacht gesagt, eine kalte und eine warme
Seite haben. Auf der Ostflanke (dort befinden wir uns derzeit)
gelangen mit vorherrschend nördlicher Strömung kühle oder kalte
Luftmassen aus polaren Breiten nach Süden, während auf der
Westflanke (also aktuell über dem Atlantik) warme Luft
subtropischen Ursprungs nordwärts verfrachtet wird.
Unterstützung bekommt das Hoch dabei durch den ehemaligen
Hurrikan DANIELLE, der nun zu einem "normalen" Tief der
mittleren Breiten mutiert, sich westlich von HELMUT platziert
und somit die Warmluftzufuhr Richtung Grönland und Island noch
forciert.
Bei uns hingegen passiert genau das Gegenteil, indem nämlich
Hoch HELMUT Unterstützung von Tief ERINA bekommt, das sich über
dem östlichen Mitteleuropa bzw. dem nahen Osteuropa aufhält.
Genau zwischen diesen beiden "Herrschaften" strömt in einem
relativ breiten Strom Luft aus polaren Breiten zu uns, eine
Luftmasse, die sich angesichts der nun doch schon reduzierten
Tageslänge schwer tut, sich nachhaltig zu erwärmen. Hinzu
kommt, dass Tief ERINA vornehmlich im Süden und Osten Polens
sowie in den unmittelbar angrenzenden Regionen für andauernde
und zum Teil ergiebige Regenfälle sorgt, so dass es gut möglich
ist, dass wir in den nächsten Tagen von dort einmal mehr etwas
über das Thema "Hochwasser" hören werden.
Stellt sich nun aber die Frage, was passiert bei uns, und vor
allem, verlagert der gute HELMUT vielleicht doch noch seinen
Allerwertesten (man verzeihe die Ausdrucksweise, aber hin und
wieder muss man atmosphärische Vorgänge auch mal menschlich
formulieren dürfen) an einen Platz, von wo aus er das Feuer für
ein spätsommerliches Intermezzo substanzieller entfachen könnte
als das aktuell der Fall ist. Nun, zunächst mal muss diese Frage
mit "nein" beantwortet werden. Bis über die Wochenmitte hinaus
bleibt die Zufuhr relativ kühler und teilweise auch
wolkenreicher Luft erhalten, die tägliche Erwärmungsrate spielt
sich eher in homöopathischen Dimensionen ab. Im Klartext,
tagsüber liegen die Maxima meist unter der neuralgischen 20-Grad-
Marke, einzig im Südwesten (wo die Chancen auf längere sonnige
Phasen im Bundesvergleich ganz weit oben stehen) sowie am Rhein
und seinen Nebenflüssen geht es 1 bis 2 Grad höher. In den
Nächten kühlt die Luft vielerorts bis in den einstelligen
Temperaturbereich ab, und an einigen exponierten Orten (z.B.
trockene Sandböen, kleinere Mulden oder Täler) ist - wolken-
und nebelfreie Verhältnisse vorausgesetzt - sogar leichter
Bodenfrost nahe 0 Grad möglich. Immerhin, in puncto Regen
stehen nach dem nassen August erst einmal keine nennenswerten
Summen auf der Karte. Klar, mal der eine oder andere Schauer
oder etwas Sprühregen sind drin, besonders im Norden und Osten
sowie in der östlichen Mitte, vielerorts bleibt es aber trocken.
Richtung Wochenende deutet sich dann tatsächlich eine
Verlagerung des Hochs nach Nordeuropa an, was in erster Nährung
nicht schlecht für unseren Raum ist. Allerdings, und da ist es
schon wieder, das große "Aber", simulieren mehrere
Computermodelle über dem östlichen Mitteleuropa ein Höhentief
(ein Tief, was vor allem in höheren Luftschichten gut
ausgeprägt ist), dessen Verhalten noch einige Fragezeichen
aufwirft. Gut möglich, dass dieses Tief die atmospärischen
Bemühungen, eine Erwärmung bei uns herbeizuführen und mal einen
beständigen Witterungsabschnitt einzuleiten, einen gehörigen
Dämpfer verpasst, besonders im Norden und Osten des Landes. Wie
immer gilt aber, dass es für Details noch zu früh ist. Von
daher, liebe Leute, die Erwartungen nicht zu hoch schrauben,
vorsichtigen Optimismus an den Tag legen und HELMUT die Daumen
drücken.
Sommerwetter anderswo . . .
Unsere Temperaturen erinnern derzeit tatsächlich eher an den
Herbst: am Sonntag wurden im äußersten Südwesten zwar noch
gerade mal 20 Grad erreicht, aber das Tief, das am heutigen
Montag direkt über Deutschland liegt, schaufelt zunehmend
Kaltluft von der Nordsee in Richtung Alpen. Dazu frischt der
Wind noch stürmisch auf! Aber wollen wir auch das Positive
herausheben: die 2. Wochenhälfte wird freundlicher!
Wer jetzt dem regnerischen und kühlen Wetter hier entfliehen
möchte, der hat gute Möglichkeiten vor allem in Süd- und
Westeuropa. Die französischen Mittelmeer- und Atlantikküsten
warten mit Temperaturen um 28 Grad auf, in Spanien ist es mit
Werten um 30 Grad etwas wärmer. In diesen Gebieten sorgt
Hochdruckeinfluss für reichlich Sonnenschein. Bei
Wassertemperaturen von etwa 22 bis 25 Grad lässt es sich dort
gut plantschen. Dasselbe Hoch reicht übrigens bis hinauf zu den
Britischen Inseln. Hier werden immerhin noch 19 bis 22 Grad
erreicht. Das Wasser im Ärmelkanal lädt mit 16 Grad nur
Hartgesottene zum Baden ein.
Heiß ist es natürlich auf den Kanaren. Bei 35 Grad tagsüber und
25 Grad nachts ist es für Wärmeliebende sicher gut auszuhalten.
Auch die Azoren bieten Wohlfühl- Wetter. Zwar liegt dort
derzeit noch ein Tief, aber in den nächsten Tagen schiebt sich
ein Hoch in die Region. So macht das "Azorenhoch" seinem Namen
alle Ehre: Wassertemperaturen von 23 Grad, Lufttemperaturen ein
wenig darüber, dazu freundlicher Sonne- Wolken- Mix . . .
Es herbstelt . . .
Die derzeitige Wetterlage erinnert zugegebener Maßen eher an
den Herbst als an die letzten Sommertage! Vergessen ist die
lang andauernde Hitzewelle, die wir bereits hatten, vergessen
die extreme Trockenheit. Die Natur hält sich nun einmal nicht
an Mittelwerte, deswegen gibt es immer wieder rasante
"Wechselbäder". Wir erinnern uns: im vergangenen Jahr war es
sogar Ende August noch über 35 Grad warm!
Und nun? Der verregnete August hat überall deutlich zuviel des
Guten abgeliefert, die genauen Auswertungen folgen in wenigen
Tagen. Schließlich wird bis dahin noch viel mehr Regen die
Messtöpfe füllen. Weitere Regenfronten ziehen von der Nordsee
über Deutschland hinweg südostwärts. Besonders im Nordstau der
Gebirge können dann wieder erkleckliche Regenmengen vom Himmel
kommen, die angesichts der bereits durchtränkten Böden rasch
wieder zu Überflutungen oder volllaufenden Kellern führen
können. Besonders extrem wird zum Wochenbeginn das Alpenvorland
betroffen sein. Dort muss wieder mit Unwettern gerechnet werden!
Dass bei dieser Konstellation auch die Temperaturen alles
andere als sommerlich sind, versteht sich von selbst. War es am
Freitag in der Mitte und im Süden Deutschlands bis 26 Grad
warm, so dürfen wir uns nun auf frische Nordseeluft gefasst
machen! Der Wind dreht im ganzen Land auf Nordwest, somit
werden die Temperaturen zumindest am Montag und Dienstag meist
unter der 15 Grad - Marke liegen!
Tröstlich jedoch, dass es ab Mittwoch wohl wieder mit den
Temperaturen bergauf geht!
Zum Ausklang des Sommers wechselhaft
Mit den letzten Augusttagen dieses Jahres geht auch der Sommer
2010 seinem Ende entgegen und als ginge es darum, bereits einen
Vorgeschmack auf die kommende Jahreszeit zu geben, zeigten und
zeigen sich die letzten Augusttage dann auch wenig sommerlich.
In Tief "Cathleen" trafen noch mal schwülwarme und kühle
Luftmassen aufeinander, was sich in heftigen Regenfällen und
Gewittern äußerte. Auch am Freitag und in der Nacht zum Samstag
regnete es gebietsweise sehr kräftig, doch reichten die
Niederschlagssummen bei weitem nicht mehr an die Werte der
Vortage heran. Besonders ergiebig waren die Regenfälle der
letzten 24 Stunden im Allgäu, in Teilen Sachsens und in
Südhessen. Das Allgäu war mit knapp 70 Liter pro Quadratmeter
mit dabei, Sachsen und Südhessen brachten es in Sachen Wasser
von oben auf etwa 40 mm. Alles nicht so schlimm, wenn man
bedenkt, was an Regen in den letzten Tagen so alles zusammen
kam. Der Abschied von "Cathleen" fiel also ebenso nass aus, wie
ihr gesamtes Wirken bei uns.
Maßgeblich für das Wetter der nächsten Tage wird dann die
Entwicklung eines neuen Tiefs über der Nordsee, welches im
weiteren Verlauf über Norddeutschland nach Osten bis Südosten
ziehen wird. Diese Tief hört dann auf den Namen "Erina". Na
vielleicht hört das Tief ja auch nicht, es wird uns aber auf
jeden Fall auch zu Beginn der nächsten Woche beschäftigen und
dem Wetter einen frühherbstlichen Stempel aufdrücken.
Zum groben Abschätzen des Witterungsverlaufs der nächsten Tage
ist es aber ohnehin hilfreich, die kleinräumige Entwicklung
beiseite zu lassen und einen Blick zu werfen auf die Wetterlage
in der mittleren Troposphäre, also in der Atmosphäre in etwa
5000 Meter Höhe. Und da zeigt sich ein ausgedehntes Gebiet mit
kalter Luft über Mitteleuropa, das sich auch in der nächsten
Zeit nur langsam nach Osten bewegt. Diese Konstellation ist für
ziemlich viel gut, eben nur nicht für Spätsommer. Wie schon
beschrieben stehen die Zeichen auf Frühherbst, denn es geht
wolkenreich und sehr nass über das Wochenende hinaus weiter.
Auch die Temperatur bewegt sich auf einem Niveau, das mit
Sommer nicht mehr allzu viel zu tun hat, die 20 Grad werden
zunächst kaum noch erreicht. Erst mit Beginn des
meteorologischen Herbstes am nächsten Mittwoch bessert sich das
Wetter von Westen her wahrscheinlich wieder und die
Temperaturkurve zeigt wieder leicht nach oben.
Nasse Cathleen
Sie füllte schon gestern an dieser Stelle die Zeilen, und fast
war abzusehen, dass es heute nötig sein würde, Bilanz zu
ziehen. Cathleen lag seit dem gestrigen Donnerstag und liegt
auch heute noch über dem nördlichen Deutschland, und damit auch
die Luftmassengrenze, an der es sei gestern Morgen zu extremen
Niederschlägen kam und kommt.
Auch wenn die Warnkarte auf unserer Homepage die Alarmsirenen
nicht mehr ganz so laut schrillen lässt wie gestern und in der
vergangenen Nacht, so fällt doch immer noch - teilweise auch
kräftiger - Regen. Das ist vor dem Hintergrund der ohnehin
angespannten Situation nicht erfreulich, aber die Situation
sollte sich in den bisher am schlimmsten betroffenen Gebieten
langsam entspannen.
Diese Gebiete liegen im nördlichen Nordrhein-Westfalen und im
südlichen Niedersachsen. Ein ziemlich exakt von West nach Ost
verlaufender Streifen, der an der Grenze zu den Niederlanden in
Twente begann und sich bis nach Braunschweig zog, meldete im
24stündigen Intervall von gestern Morgen 8 Uhr bis heute Morgen
8 Uhr Niederschläge über 50 mm (Liter pro Quadratmeter) und
knackte damit die Unwetterschwelle des Deutschen
Wetterdienstes. In Nord-Süd Richtung etwa 60 km breit, fielen
im Zentrum dieses Streifens Regenmengen, die zum Teil doppelt
so hoch lagen wie die langfristigen Monatsmittelwerte. Um das
Zahlenmaterial nicht allzu sehr auszubreiten hier beispielhaft
die 3 Stationen mit den höchsten offiziell gemessenen 24-
stündigen Niederschlägen von gestern 8 Uhr bis heute 8 Uhr:
Steinfurt-Burgsteinfurt 162 mm (68 mm langjähriges
Monatsmittel), Ahaus 151 mm (73 mm), Flughafen
Münster/Osnabrück 140 mm (65 mm).
Der Über-100-Streifen zog sich dabei von der Niederländischen
Grenze bis etwa nach Hannover und hatte eine Nord-Süd-
Ausdehnung von gut 30 km.
Mit über 20 Litern in 24 Stunden durchaus ergiebig waren die
Niederschläge in dem großräumigen Dreieck Bremen - Berlin -
Köln und damit in großen Bereichen der Norddeutschen Tiefebene.
Doch damit nicht genug. In der gestrigen Nacht bildete sich
dann auch noch in der Warmluft über Süddeutschland ein zweites
Niederschlagsgebiet, ebenfalls streifenförmig angeordnet, vom
Saarland bis ins Fichtelgebirge. Bei weitem nicht so ergiebig
wie im Norden, sind hier doch immerhin teils mehr als 30 mm
Niederschlag gefallen.
Das könnte vielleicht im Laufe des heutigen Tages noch zum
Problem werden. Denn während sich die Situation im Norden
Deutschlands Schritt für Schritt entspannen sollte, weil sich
Cathleen auf den Weg nach Polen macht und sich von Norden her
langsam kühlere Luftmassen mit deutlich geringerem
Regenpotential durchsetzen, können sich im Süden Deutschlands
heute noch einmal heftige Schauer und Gewitter bilden - auch
wieder mit Unwetterpotential.
Ruhe kehrt wohl erst am Wochenende wieder ein. Nicht dass das
Wetter schön werden wird. Aber es wird zumindest ruhiger.
Der September
Das Wetter der kommenden Tage läßt uns das Ende des Sommers
spüren und am 1. September beginnt der klimatologische Herbst.
Im römischen Kalendarium war September ursprünglich der
siebente Monat (lat. septem = sieben), behielt aber im
Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern Juli und August seine
Zählbezeichnung, da der (nach Augustus zweite) römische Kaiser
Tiberius (* 16.XI.42 v. Chr. in Rom; 16.III. 37 n. Chr. am
Kap Misenum) das vom Senat vorgeschlagene Namenspatronat mit
dem Hinweis ablehnte - "... was denn dann mit dem dreizehnten
Caesar würde [wenn alle 12 Monatsnamen vergeben sind]?" Eine
derartige Bescheidenheit ist bei den heutigen Eliten eher
selten anzutreffen.
Altdeutsche Namen des Septembers sind Scheiding, Herbstmond
oder Herbsting. Sie sagen es deutlich, der Sommer geht zu Ende
und in der Natur ist die Aufbruchstimmung unübersehbar. Die
Zugvögel nehmen Abschied und unsere heimischen Kleinsäuger
fressen sich die Bäuche voll, schließlich will man ja gut durch
den Winter kommen.
Am 23. September 2010 ist Tagundnachtgleiche, die Sonne geht
ziemlich genau im Osten auf, steht mittags über dem Äquator im
Zenit und geht fast genau im Westen unter. An diesem Tage
beginnt auf der Nordhalbkugel der astronomische oder
kalendarische Herbst. Zu keiner Zeit im Jahreslauf werden die
Tage so schnell kürzer; die lichte Tageslänge auf 50°
nördlicher Breite sinkt im Verlaufe des Septembers um etwa ein
und eine dreiviertel Stunde von 13 h 37 min auf 11 h 50 min.
Wie schon im August sind die Temperaturunterschiede zwischen
den Europa umgebenden Meeren und dem Festland relativ gering,
somit gilt auch September im klimatologischen Mittel als recht
beständiger Monat. Länger andauernde Hochdrucklagen sind keine
Seltenheit. Dann herrscht "Altweibersommer" und während die
Nächte schon recht frisch sind, taucht die Sonne an den noch
warmen Tagen alles in ein mildes, pastellfarbenes Licht.
Tornados in Deutschland
Am gestrigen Montag fegten wieder einzelne Tornados über das
Land. Allein in Hessen richteten sie wieder Millionenschäden an
- verletzt wurde gottseidank niemand.
Warum sind bei der Wetterlage gestern eigentlich Tornados
entstanden?
Nun - generell sind diese Gebilde im Zusammenhang mit
Gewitterfronten nicht ungewöhnlich. Die wichtigste Zutat ist
bei starken Gewittern ja bereits vorhanden: hochreichende
Feuchtekonvektion!
Damit die feuchte Luft auch bis in große Höhen transportiert
werden kann, muss eine ausreichend starke Temperaturabnahme mit
der Höhe gegeben sein. Die im Wasserdampf vorhandene latente
Wärme, die bei der Kondensation freigesetzt wird, liefert die
nötige Energie.
Rotierende Gewitterwolken können Tornados erzeugen:
Obwohl Meteorologen in aller Welt seit Jahrzehnten Tornados
erforschen, ist immer noch nicht eindeutig geklärt, wie sie
entstehen. Eine bekannte Voraussetzung für die Entstehung
starker Tornados sind besonders seltene, um eine vertikale
Achse rotierende Gewitterwolken. Diese so genannten Superzellen
haben einen Durchmesser von 20 bis 30 Kilometern. Hinzukommen
muss eine bodennahe Wolkenuntergrenze der Superzelle sowie eine
Zunahme der Windgeschwindigkeit und eine Änderung der
Windrichtung vom Boden bis in etwa fünf bis sechs Kilometer
Höhe. Erst dann herrschen geeignete Voraussetzungen für die
Entstehung von Tornados. Allerdings erzeugen höchstens zehn
Prozent aller Superzellen Tornados. Sehr kurzlebige und meist
deutlich schwächere Tornados treten in Deutschland auch
unabhängig von Superzellen auf. Durch starke Änderungen der
Windgeschwindigkeit und der Windrichtung bis in etwa ein
Kilometer Höhe können sich solche Tornados - ohne dass es
blitzt oder donnert - auch unter normalen Schauerwolken bilden.
Schwächere Tornados, die kaum nur geringere Schäden
verursachen, bleiben in vielen Fällen auch heute noch
unentdeckt. Der DWD schätzt, dass in Deutschland mehrere
Dutzend Fälle pro Jahr auftreten. Ob die Zahl der Tornados in
Deutschland zugenommen hat, ist laut DWD aufgrund der
Dunkelziffern in der Vergangenheit nicht nachweisbar.
Die Zukunftsszenarien der Klimaforscher weisen darauf hin, dass
es in Deutschland bis zum Jahr 2050 im Sommer zunehmend längere
Trocken- oder Hitzeperioden geben könnte - häufig unterbrochen
durch heftige Kaltlufteinbrüche mit schweren Unwettern. Diese
Szenarien sprechen nicht generell für eine Zunahme von Tornados
in Deutschland, da lange Trockenperioden das Tornadorisiko
mindern. Kommt es allerdings im Sommer zu immer heftigeren
Gewittern, wächst das Risiko sehr zerstörerischer Tornados.
Sommerliches Intermezzo
Der bisher mit Sonnenschein geizende August schien am
vergangenen Wochenende noch etwas gut machen zu wollen.
Allerdings zogen am Nachmittag und Abend des Sonntags im Westen
und Norden Schauer und Gewitter auf, die zum Teil wieder recht
kräftig ausfielen.
Der Samstag war dagegen fast durchweg sonnig und lediglich an
der Küste zogen dichtere Wolkenfelder mit ein Paar Tropfen
durch. Es war hochsommerlich warm mit Werten um 30 Grad in den
Niederungen Südwestdeutschlands und Teilen von Hessen, aber
auch in manchen Gebieten von Brandenburg und Sachsen-Anhalt.
Auch sonst gab es sehr warme badetaugliche 25 bis 29 Grad.
Lediglich im Nordwesten war es mit 21 (Nordseeküste) bis 24
Grad nicht so warm. Am Sonntag gab es im Wesentlichen ähnlich
hohe Temperaturen. Die Gewitter, die im Laufe des Sonntags
aufzogen, waren örtlich recht intensiv, somit zum Teil
unwetterartig mit Regenmengen über 30 mm in kurzer Zeit.
So meldete Kalkar 51, Kleve 43 und Bobeck 37 Liter pro qm. Fast
so große Regenmengen gab es in der Rhön mit 34 mm in Birx und
31 mm auf der Wasserkuppe.
Die Gewitter breiteten sich in der Nacht zum Montag in den
Osten und Süden Deutschlands aus und leiteten einen
Wetterwechsel ein.
Der heutige Montag fällt nämlich deutlich bewölkter aus mit
größeren Regengebieten und einzelnen Gewittern. Unwetter sind
besonders im Südosten nicht auszuschließen. Hier werden auch
die höchsten Temperaturen auftreten mit 25 bis 29 Grad.
Ansonsten ist es mit 21 Grad (Nordsee) bis 24 Grad nicht mehr
so warm. Dazu bläst der Wind recht kräftig mit Sturmböen an der
Küste und bei Schauern oder Gewittern, was man schon als einen
Vorboten des Herbstes bezeichnen kann.
Beständiges Sommerwetter setzt sich auch in den nächsten Tagen
nicht durch. Allerdings ist es phasenweise nicht unfreundlich
und noch einigermaßen warm.
Zwischen Südbaden und Ostbayern regnet es am Dienstag anfangs
noch. In der Mitte und im Norden wechseln Sonnenschein und
Wolken, an der Nordsee gibt es einzelne Schauer. Es wird nicht
mehr so warm sein mit Werten von rund 19 Grad an der Nordsee
und 24 Grad am Oberrhein. Die herbstliche Note bleibt an der
Küste mit stürmischen Böen erhalten.
Der Mittwoch ist dann im Süden und in der Mitte recht schön,
während im Norden Wolkenfelder einzelne Schauer bringen.
Donnerstag folgt das nächste Frontensystem mit etwas Regen
besonders im Norden und zum Teil in der Mitte, während im Süden
die Sonne auch mal länger durchkommt und hier die Temperatur
wieder auf sommerliche Werte über 25 Grad steigt.
Leicht wechselhaft könnte man diese Mischung nennen mit
leichten Vorteilen für den Süden was vor allem die Temperatur
angeht. Und ähnlich geht es auch ab Freitag weiter, wobei die
Wärme im Süden mit einer kurzen Unterbrechung wieder zurück
kommen könnte.
AUGUST 2010 - eine klimatologische Zwischenbilanz
Zwar ist erst der 22. August und für eine Monatsbilanz ist es
noch zu früh, dennoch sind die ersten beiden Augustdekaden
vorüber und die Vorhersage für die letzte Augustwoche liegt vor.
Wie war der August bisher (1. - 20.8.) und wie wird die letzte
Augustwoche?
Als typische Referenzwerte werden Messwerte der Temperatur, des
Niederschlags und der Sonnenscheindauer an DWD-Stationen
genutzt, die mit den langjährigen Mittelwerten (1961-1990)
verglichen werden. So gesehen ist der diesjährige August bisher
überwiegend zu warm, zu nass, besitzt aber ein deutliches
Sonnenscheindefizit.
Genauer betrachtet liegen die durchschnittlichen
Tagestemperaturen vor allem in Nordostdeutschland zwischen
einem und drei Grad über dem langjährigen Mittel. Spitzenreiter
mit einer positiven Abweichung von 3 Grad ist die Greifswalder
Oie (kleine Insel in der südlichen Ostsee), gefolgt von Anklam
(Mecklenburg-Vorpommern) mit 2,4 Grad. Im übrigen Deutschland
fiel der Unterschied deutlich moderater aus. Es gibt sogar
Orte, deren Temperaturen unter dem Mittel liegen. Hierzu zählen
z.B. Bochum, Friedrichshafen und auch Kaufbeuren mit jeweils -1
Grad Abweichung. Deutschlandweit ist der August bisher um 0,5
Grad zu warm.
Die Niederschläge summieren sich normalerweise im Sommer
hauptsächlich durch Schauer und Gewitter. In diesem August
waren allerdings auch einige Dauerregenereignisse dabei. So
fielen am Großen Arber (Bayerischer Wald, 1455 m ü. NN) 243
Liter pro Quadratmeter (185 Prozent des Monatsmittels), gefolgt
von 237 Litern pro Quadratmeter in Lichtenhain-Mittelndorf
(Sächsische Schweiz), was dort 260 Prozent des Monatsmittels
entspricht. Deutlich trockener blieb es dagegen im Nordwesten
Deutschlands. In Bassum (südlich von Bremen) beispielsweise
fielen mit 25 Litern pro Quadratmeter bisher nur 36 Prozent des
Monatsmittels.
Ein deutliches Defizit zeigt sich dagegen bei der
Sonnenscheindauer in ganz Deutschland. Die Sonnenstunden
betrugen bis jetzt nur etwa 45 Prozent des Mittelwertes im
August. Mit 58 Stunden bekam Neuhaus am Rennweg (Thüringer
Wald) die wenigsten Sonnenstunden. Die meisten Sonnenstunden
waren bisher im äußersten Nordwesten auf Helgoland zu finden.
Aber auch hier wurden mit 132 Stunden bisher nur 60 Prozent des
Monatsmittels erreicht.
Ein Blick auf die kommende Woche zeigt nach diesem sommerlichen
Wochenende wieder überwiegend wechselhaftes Wetter, wenngleich
zur Wochenmitte zumindest für einige Teile Deutschlands eine
kurze Wetterbesserung in Sicht ist. Die Temperaturen halten
sich allerdings mit maximal 25 Grad eher im mäßig warmen
Bereich auf.
Warten wir also auf das Monatsende für die genaue Bilanz.
Sommer auf Raten
Das sommerliche Wetter kehrt für einige Tage nach Deutschland
zurück. Grund hierfür sind das Tiefdruckgebiet Angelika über
Irland und das Hochdruckgebiet Fred über Südeuropa, die dafür
sorgen, dass sommerlich warme Luft aus dem Südwesten Europas zu
uns transportiert wird.
Am heutigen Freitag erwartet uns freundliches Wetter mit
Temperaturen bis zu 28 Grad. Nur im Norden Deutschlands bleibt
es zunächst gebietsweise noch wolkig. Aber auch hier bekommt
man mit Temperaturen bis 25 Grad schon mal einen Vorgeschmack
auf den Samstag. Der bringt in weiten Landesteilen sehr warme
Temperaturen von bis zu 30 Grad. Die heißeste Ecke wird wohl
der Südwesten sein. Hier werden örtlich bis zu 32 Grad möglich
sein. Nur unmittelbar an der Küste bleibt es frischer. Auch der
Sonntag wird von heißen Temperaturen geprägt sein.
Für den Regenschirm wird es allerdings nur eine kurze Pause
geben. Bereits am Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag
werden in der feucht warmen Luft im Norden erste Schauer und
Gewitter erwartet. Am Sonntagnachmittag wird dann auch der
Westen wieder von Schauern und Gewittern heimgesucht werden. Am
längsten wird sich das sommerliche Wetter wohl in den östlichen
Teilen Deutschlands halten.
Die sommerliche Hitzewelle ist allerdings nur von kurzer Dauer.
Denn ab Montag wird es mit dem Hochdruckeinfluss wieder vorbei
sein, wenn neue Tiefausläufer erneut für wechselhaftes und
mäßig warmes Wetter sorgen.
Warum war der Indische Monsun in diesem Jahr so katastrophal?
In den vom Monsunklima geprägten Gebieten der Erde,
insbesondere in Süd- und Südostasien bestimmt der Monsunregen
das Leben der Menschen ("Regen- und Trockenzeit") jährlich in
wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht, wie derzeit in
Pakistan aber auch mit unmittelbaren Folgen für Leib und Leben.
Monsune sind großräumige, mit beständigen Winden einher gehende
Luftströmungen in den Tropen mit halbjährlichem
Richtungswechsel. Ihre Ursachen sind die zonale Verlagerung der
innertropischen Konvergenzzone (ITC) mit dem Sonnenhöchststand
und die dadurch verursachte unterschiedliche Erwärmung von Meer
und Land. Grob vereinfacht kann man sie auch als gigantische
Land- und Seewindzirkulation auffassen.
Im Nordwinter liegt die innertropische Konvergenzzone und die
damit verbundene Tiefdruckrinne weit im Süden, die asiatischen
Landmassen sind gegenüber den südlichen Meeren vergleichsweise
kalt, dort herrscht hoher Luftdruck. Es entsteht ein
Zirkulationsregime, in welchem relativ kalte und trockene Luft
vom asiatischen Kontinent südwärts strömt, der Wintermonsun.
Im Frühjahr/Sommer liegen die Verhältnisse anders. Mit
zunehmendem Sonnenstand erwärmt sich das Festland Süd- und
Südostasiens stark und die innertropische Tiefdruckzone wandert
nach Norden. Die südlichen Meere sind demgegenüber etwas
kühler, dort herrscht höherer Luftdruck. Es entsteht eine
entgegengesetzt rotierende Zirkulation, der Sommermonsun.
Infolge der Corioliskraft erfahren großräumige
Horizontalbewegungen auf der Nordhalbkugel eine Ablenkung nach
rechts, auf der Südhalbkugel nach links. Entsprechend wird der
Wintermonsun zum Nordost-, der Sommermonsun zum Südwestmonsun.
Da der Sommermonsun über weite und relativ warme Meeresflächen
weht, kann sich die Luft mit Wasser anreichern. Er ist also
feuchtwarm und bringt dem asiatischen Kontinent ergiebige
Regenfälle (sog. Monsunregen), die durch Staueffekte an den
Gebirgen (z.B. Westghats, Himalaja) noch verstärkt werden.
Auch wenn man Monsunsysteme stets als Bestandteil der globalen
atmosphärischen Zirkulation sehen sollte, bleibt ein
Zusammenhang mit ENSO-Phänomenen wie La Niña spekulativ. Fakt
ist, dass sich im nordhemisphärischen Frühjahr/Sommer besonders
im Bereich zwischen dem Persischen Golf und der Wüste Thar
stets ein Hitzetief bildet, das sog. Monsuntief. Dorthin
strömen die feuchtwarmen Luftmassen aus dem Indischen Ozean und
führen den Monsunregen mit sich.
Im klimatologischen Mittel beginnt der "Indische" Monsun als
Regenzeit in Südindien und Bengalen Ende Mai/Anfang Juni. Im
weiteren Verlauf kommt er nordwärts voran und erreicht etwa
Mitte Juli das Aravalligebirge, welches die Wüste Thar und die
Ebenen Rajasthans in Südwest-Nordost-Richtung trennt, bevor er
ab Anfang September mit allmählicher Abkühlung der asiatischen
Landmasse wieder südwärts zurückweicht.
Das trockenklimatische Pakistan ist normalerweise kaum vom
Sommermonsun betroffen. Lediglich das Himalayavorland
profitiert von den Stauniederschlägen am Gebirge, die
Indusebene verzeichnet im Juli und August eher geringfügige
konvektive Niederschläge. Demzufolge ist der wasserreiche Indus
die Lebensader des Landes.
In diesem Jahr lagen die Verhältnisse völlig anders. Das
Monsuntief, welches sonst höchstens bis in die mittlere
Troposphäre (ca. 5500 m Höhe, Luftdruck etwa 500 hPa) hinauf
reicht, befand sich weiter nördlich und war deutlich kräftiger
ausgeprägt. Selbst die absolute Topographie der 250-hPa-
Druckfläche (siehe Abbildung rechts unter der Rubrik "Thema des
Tages"), sie entspricht einer geometrischen Höhe von etwa 11000
m (!), zeigt in der Gegend um den Aralsee noch eine trogartige
Struktur. Die dargestellte Höhenwetterkarte stammt vom
13.08.2010, 00:00 UTC, repräsentiert jedoch in etwa die
atmosphärischen Verhältnisse während der verheerenden
Regenfälle Ende Juli/Anfang August. Pakistan befand sich
folglich an der Vorderseite bzw. im Einflussbereich eines
gigantischen Höhentroges, welcher den Monsunregen katastrophal
verstärkte und den Indus zur todbringenden Flut werden ließ.
Auf der Karte sieht man zwölfstündige Niederschlagsmengen von
53 mm in Faisalabad und 19 mm in Islamabad. Weitaus
verheerender waren die Regenmengen Ende Juli, als
flächendeckend Tagessummen von mehr als 250 mm registriert
worden.
Inzwischen hat sich das Monsuntief teilweise zwar aufgefüllt,
allerdings dauert die Regenzeit noch bis in den September
hinein, so dass auch vom klimatologischen Standpunkt noch nicht
von Entspannung geredet werden kann.
Novemberwetter im August
In weiten Teilen Deutschlands wird man dieser Tage leider nicht
wirklich mit sommerlichem Wetter verwöhnt. Dichte Wolken, lang
anhaltende Regenfälle und Temperaturen, die kaum an die 20-Grad-
Marke herankommen - das erinnert wohl eher an tristes
Novemberwetter. Schuld daran ist ein hoch reichender
Tiefdruckkomplex namens "Yvette", der aktuell über dem Norden
Deutschlands liegt, sich aber so langsam Richtung Skandinavien
verabschieden wird.
In der letzten Nacht hat es regentechnisch vor allem Nordrhein-
Westfalen getroffen, hier brachten einzelne Gewitter
unwetterartige Regenfälle. Spitzenreiter bei den
Niederschlagssummen war die Station Tönisvorst nahe Krefeld.
Hier wurden innerhalb einer Stunde 44 Liter pro Quadratmeter
registriert. Durch die Gewitter sind die Niederschläge jedoch
nur kleinräumig so hoch ausgefallen. In Mönchengladbach,
ungefähr 20 km von der obigen Messstation Tönisvorst entfernt,
fielen in der gleichen Zeit nur ein paar Tropfen. Nicht ganz so
hohe Regensummen wurden im Sauerland gemessen, an der Station
Neuenrade-Blintrop kamen in einer Stunde immerhin 30 Liter
zusammen.
Aber nicht nur Nordrhein-Westfalen hat es in den letzten 24
Stunden getroffen, auch in Schleswig-Holstein an der dänischen
Grenze brachten Gewitter gestern Nachmittag unwetterartige
Mengen. In Nordfriesland wurden in Leck Stundensummen von 45
Liter registriert, in List im Norden Sylts waren es 39 Liter.
Über den ganzen Tag verteilt findet sich jedoch eine andere
Region auf den Spitzenplätzen der Regenmengen, nämlich der
äußerste Südwesten. Hier regnete es nicht so intensiv aber
kontinuierlich, wobei die Stundensummen keinen vom Hocker
rissen. In Malsburg-Marzell in der Gemeinde Lörrach fielen in
24 Stunden 62 Liter, dicht gefolgt von Baiersbronn mit 58 Liter
und dem Feldberg mit 51 Litern pro Quadratmeter.
Im Vergleich zur Krisenregion in Pakistan sind die Regenfälle
hier in Deutschland allerdings in einem ganz anderen Maßstab zu
sehen. Dort fielen an der Station Risalpur am 29. Juli
unglaubliche 280 Liter, in Peshawar 274 Liter an einem Tag!
Auf den Maßstab kommt es an
Die limitierte Prognostizierbarkeit des Wetters stellte schon
gestern einen Aspekt im Thema des Tages dar. Die Anordnung von
kleinräumigen Tiefs über Mitteleuropa macht es dem Prognostiker
zurzeit extrem schwer, Aussagen über die künftige
Wetterentwicklung zu machen. Das Enge Nebeneinander sehr
unterschiedlichen Wetters birgt ein hohes Risiko mit der
Vorhersage total daneben zu liegen. Schließlich entscheiden
manchmal schon wenige Kilometer Distanz darüber, ob die Sonne
zu sehen ist, oder ob es über Stunden wie aus Kübeln schüttet.
Dazu kommt, dass die Wettersimulationen häufig bei
kleinräumigen Strukturen so ihre Schwierigkeiten haben,
Intensität und zeitlichen Ablauf der Entwicklungen in den Griff
zu kriegen.
Darüber hinaus kommt es aber auch darauf an, was man vom Wetter
wissen will. Genügt es zu wissen, ob es an einem Tag überhaupt
regnet, oder ob die Temperatur einen bestimmten Wert über- oder
unterschreitet, so kann einem wahrscheinlich recht gut geholfen
werden. Wird dagegen eine Aussage darüber erwartet, ob es genau
an einem Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt regnet oder nicht,
steht der Meteorologe - gerade im Sommer - oft ziemlich auf dem
Schlauch. Das sind nämlich eben solche Informationen die durch
Computersimulationen nicht beigebracht werden können und auch
die Erfahrung des Vorhersagers hilft da bisweilen nur bedingt
weiter. Bei der Frage, was ist vorhersagbar und was nicht,
beziehungsweise, ist die Prognose brauchbar oder nicht, kommt
es eben ganz entscheidend darauf an welcher Maßstab angelegt
wird. Je detaillierter die Aussage sein soll, je genauer der
Blick auf die Prognosekarten ausfällt, desto größer wird auch
die Unsicherheit der Vorhersage.
Wenn auch schwer zu handhaben, ist die gegenwärtige Wetterlage
dennoch ziemlich interessant. Ein kleines, zur Ostsee ziehendes
Tief brachte am Samstag von der Oder bis zur Ostsee starken
Regen, bis 62 Liter pro m² in Karlshagen (Vorpommern, an der
Ostsee). Von Süden her kam da aber bereits der nächste Regen
an, so dass es in der Nacht zum Sonntag im Südwesten ordentlich
schüttete. An der deutsch-schweizerischen Grenze in Basel gab
es 48 mm Niederschlag, etwas weiter südlich, in Bern sogar 90
mm. Damit ist die Regenzeit bei uns aber noch lange nicht
vorbei. Es muss weiter mit teils ergiebigen Regenfällen
gerechnet werden. Am heutigen Sonntag und am Montag wird vor
allem der Norden und Westen mit Wasser von oben versorgt, zum
Dienstag sieht dann wieder der Süden nasser aus. Diese Angaben
sind bei der aktuellen Wetterlage aber mit größerer Vorsicht zu
genießen, das mit der Wetterprognose ist nämlich alles nicht so
einfach
Unwetterpotenzial am Wochenende!
Das Thema Regen und Unwetter beherrscht ja schon seit einigen
Tagen die Schlagzeilen zum Thema Wetter in Deutschland.
Ein zweites Schwerpunktthema stellte die Hitzewelle in Russland
dar und die damit verbundenen Auswirkungen der Wald- und
Torfbrände. Hierüber gibt es jetzt täglich aktualisierte
Informationen auf der DWD-Homepage. An dieser Stelle noch ein
kurzer Rückblick auf die Hitzewelle in Moskau. Vom 14. Juli bis
zum Donnerstag, dem 12. August wurde in Moskau an 30 Tagen in
Folge eine Höchsttemperatur von über 30 Grad gemessen. Einen
solch langen Zeitraum mit heißen Tagen gab es seit Beginn der
Wetteraufzeichnungen in Moskau noch nie. Auch in Deutschland
ist so etwas noch nicht beobachtet worden. Die russische
Metropole erlebt damit Verhältnisse wie sie im Sommer
normalerweise in Andalusien anzutreffen sind. Die extreme
Hitzewelle im Raum Moskau soll jetzt allerdings langsam zu Ende
gehen. In der nächsten Woche sollen die Höchsttemperaturen auf
24 bis 29 Grad zurück gehen und es soll auch jeden Tag zu
Regenfällen kommen. Nach den längerfristigen Prognosen sollen
die Höchsttemperaturen in der übernächsten Woche dann sogar auf
20 Grad absinken.
Jetzt aber zu dem Thema, was uns am Wochenende direkt
beschäftigen wird. Erneut prognostizieren die verschiedenen
Wettervorhersagemodelle teilweise große Regenmengen für Teile
Deutschlands. Dabei soll das Ganze in zwei Schüben ablaufen,
die zum Glück unterschiedliche Regionen in Deutschland treffen
sollen. Das erste Regenereignis soll in der Nacht zum Samstag
zunächst Bayern betreffen. Von den Alpen her soll ein
kleinräumiges Tief über die Osthälfte Deutschlands bis zum
Samstag zur südlichen Ostsee ziehen. Entlang der Zugbahn muss
in der Nacht zum Samstag mit teilweise ergiebigen Regenfällen
gerechnet werden. Nach Osten hin können auch zusätzlich schwere
Gewitter auftreten. Innerhalb von 12 Stunden können dabei
verbreitet Regenmengen von 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter
(l/m²), gebietsweise auch mehr als 40 l/m² auftreten. Am
Samstag besteht die Unwettergefahr noch im Nordosten, zwischen
Sachsen-Anhalt und der Ostseeküste.
Ein zweiter Schub setzt dann im Laufe des Samstagnachmittags
etwas weiter westlich zwischen Schweizer Grenze und Allgäu ein.
Ein neues Tief soll in der Nacht zum Sonntag über Baden-
Württemberg nordwestwärts ziehen und sich im Laufe des Sonntags
über den Westen Deutschlands weiter Richtung Benelux bewegen.
Die Modelle prognostizieren mit diesem Tief teilweise extreme
Regenfälle. Nach aktuellem Stand der Modelle sollen in der
Nacht zum Sonntag in Baden-Württemberg innerhalb von 12 Stunden
Mengen um 70 l/m² fallen. Danach müsste man in dieser Region
auch mit Überflutungen und Hochwasserereignissen rechnen. Am
Sonntag soll sich der Regenschwerpunkt dann zum westlichen
Mittelgebirgsraum und nach Nordrhein-Westfalen verlagern.
Über die aktuelle Warnlage kann man sich ständig aktuell auf
www.dwd.de oder www.wettergefahren.de informieren.
Wieder Regen
Eigentlich reichts . . In einigen Regionen Deutschlands ist ja
die Regenmenge, die normalerweise im August fällt, bereits
erreicht, örtlich sogar deutlich überschritten. In Bertsdorf in
Sachsen wurden bisher 179 l/m² registriert, im Mittel sind es
dort 68 l/m² im gesamten Monat!
Und doch kommt noch neuer Regen hinzu. Von Westen her ist eine
Front nach Deutschland herein gezogen. Das dazu gehörige Tief
namens XENIA liegt über der Nordsee und schiebt sich ebenfalls
zu uns vor.
Will man nun die Wetterwirksamkeit von Tiefs beurteilen, muss
man auch einen Blick auf die Hoch- und Tiefdruckverteilung in
den höheren Stockwerken der Atmosphäre werfen. Aktuell zeichnet
sich im Bereich der Nordsee bis in 10 km Höhe besonders tiefer
Luftdruck ab. Dieses Höhentief erstreckt sich bis zum
westlichen Mittelmeer. Das Zentrum von XENIA befindet sich nur
knapp östlich des Höhentief-Kerns. Diese Konstellation
bedeutet, dass das Bodentief seine Lage nur sehr langsam
ändert. Damit versteht sich auch, dass die dazu gehörenden
Regengebiete kaum voran kommen. Gleichzeitig sorgt die Nähe des
Höhentiefs für eine Verstärkung der Wetterwirksamkeit. Minimale
Positionsänderungen der Tiefs zueinander können dabei
gravierende Auswirkungen bei uns haben, besonders in Bezug auf
Intensität und genaue Position der Niederschläge. So lässt es
sich auch erklären, warum es in diesen Tagen manchmal sehr
schwierig ist, zu entscheiden, wann und vor allem wo genau
Stark- oder Dauerniederschläge zu erwarten sind, die dann sogar
zu Unwettern führen.
Wind und Regen
Eigentlich reichts . . In einigen Regionen Deutschlands ist ja
die Regenmenge, die normalerweise im August fällt, bereits
erreicht, örtlich sogar deutlich überschritten. In Bertsdorf in
Sachsen wurden bisher 179 l/m² registriert, im Mittel sind es
dort 68 l/m² im gesamten Monat!
Und doch kommt noch neuer Regen hinzu. Von Westen her ist eine
Front nach Deutschland herein gezogen. Das dazu gehörige Tief
namens XENIA liegt über der Nordsee und schiebt sich ebenfalls
zu uns vor.
Will man nun die Wetterwirksamkeit von Tiefs beurteilen, muss
man auch einen Blick auf die Hoch- und Tiefdruckverteilung in
den höheren Stockwerken der Atmosphäre werfen. Aktuell zeichnet
sich im Bereich der Nordsee bis in 10 km Höhe besonders tiefer
Luftdruck ab. Dieses Höhentief erstreckt sich bis zum
westlichen Mittelmeer. Das Zentrum von XENIA befindet sich nur
knapp östlich des Höhentief-Kerns. Diese Konstellation
bedeutet, dass das Bodentief seine Lage nur sehr langsam
ändert. Damit versteht sich auch, dass die dazu gehörenden
Regengebiete kaum voran kommen. Gleichzeitig sorgt die Nähe des
Höhentiefs für eine Verstärkung der Wetterwirksamkeit. Minimale
Positionsänderungen der Tiefs zueinander können dabei
gravierende Auswirkungen bei uns haben, besonders in Bezug auf
Intensität und genaue Position der Niederschläge. So lässt es
sich auch erklären, warum es in diesen Tagen manchmal sehr
schwierig ist, zu entscheiden, wann und vor allem wo genau
Stark- oder Dauerniederschläge zu erwarten sind, die dann sogar
zu Unwettern führen.
Sommer vorbei?
Wie oft wir Meteorologen in diesen Tagen gefragt werden, ob es
das jetzt gewesen sei mit dem Sommer, das kann man gar nicht
zählen. Und immer wieder müssen wir dann antworten, dass der
August zu den Sommermonaten zählt - aus gutem Grund.
Der "normale" mitteleuropäische Sommer ist ein
Gemischtwarenladen. Phasen mit heißen Abschnitten gehören dazu,
aber auch kühleres, wechselhaftes Wetter. Leider wird das von
manchen Zeitgenossen sogleich als "schlechtes Wetter"
bezeichnet. (Um eines gleich klarzustellen: selbstverständlich
fallen in diese Eingruppierung nicht die Extremniederschläge
darunter, die wir in den letzten Tagen in Bayern und Sachsen zu
verzeichnen hatten!)
Viele Menschen bewerten den Sommer an der Anzahl der heißen
Tage (= Tage, die mindestens 30 Grad warm sind). Dass diese
Tage oft im Juli auftreten, erscheint selbstverständlich. Ein
Blick auf die letzten 10 Jahre zeigt eindeutig, dass auch der
August noch für diverse Tage mit Temperaturen über 30 Grad gut
ist. Und das, obwohl die Tageslänge bereits wieder abnimmt und
dadurch natürlich auch die Nächte wieder länger werden.
Übrigens können die hohen Temperaturen nicht nur in der 1.,
auch in der 2. Monatshälfte auftreten. In Erinnerung bleiben
wird uns der August 2003. Genauer gesagt am 13. dieses Monats
wurden sage und schreibe 40,2 Grad gemessen, die höchste in
Deutschland gemessene Temperatur, die allerdings im Jahr 1983
bereits einmal erreicht wurde!
Ein Vergleich zwischen den Monaten Juli und August lassen keine
eindeutigen Rückschlüsse zu. Der Juli 2006 hatte bis zu 25
heiße Tage, im August kam dann nur noch 1 Tag dazu, im
Rekordjahr 2003 war der August mit bis zu 24 Tagen über 30 Grad
dabei, der Juli wies nur 11 Tage auf.
In diesem Jahr hatten wir im Juli bekanntermaßen bis zu 16
heiße Tage. In den nächsten Tagen sind keine 30 Grad zu
erwarten. Wir dürfen also gespannt sein, was der August in der
2. Monatshälfte noch mit uns vor hat!
Extreme Niederschläge in Sachsen
Das von Norditalien über die Alpen gezogene Tief Viola, das uns
auch schon gestern an dieser Stelle beschäftigte, brachte in
den vergangenen Tagen ernorme Regenmengen im Südosten
Deutschlands, stellenweise über 100 Liter pro Quadratmeter.
Nachdem zuerst Bayern und der Alpenrand betroffen waren, wurde
am Freitag und Samstag vor allem Sachsen mit unwetterartigen
Regenfällen heimgesucht. Vollgesogen mit feuchter Luft aus dem
Mittelmeerraum bildeten sich an einer Luftmassengrenze, die
sehr warme Luft im Osten und recht kühle Luft in Westeuropa
trennt, zahlreiche Schauer und Gewitter. Besonders in der
Grenzregion zu Tschechien und Polen kamen im Stau der Gebirge
extrem hohe Regenmengen zusammen. Dabei traten in den engen
Tälern des Erzgebirges und des Zittauer Gebirges viele Bäche
und Flüsse über die Ufer, einige Ortschaften wurden regelrecht
überflutet. Zahlreiche Keller liefen voll, die Stromversorgung
von Tausenden wurde unterbrochen. Im Landkreis Görlitz wurde am
Samstag Abend Katastrophenalarm ausgelöst, nachdem im
polnischen Radmeritz der Witka-Staudamm gebrochen war und eine
Flutwelle die Neiße entlang rollte. In Neukirchen im Erzgebirge
ertranken drei Menschen beim Versuch Gegenstände aus einem
vollgelaufenen Keller zu bergen.
Die höchsten Niederschläge wurden an der Station Bertsdorf-
Hörnitz im Zittauer Gebirge gemessen. In den vergangenen 48
Stunden fiel dort eine Rekordniederschlagsmenge von 160 Litern
pro Quadratmeter. Etwas weiter im Nordosten in Sohland an der
Spree fielen 105 Liter, in Bautzen 95 Liter. Auch die Region um
Chemnitz war von den starken Regenfällen betroffen, hier wurden
84 Liter pro Quadratmeter registriert. In Brandenburg kamen vor
allem in den östlichen Landesteilen ungewöhnlich hohe
Regenmengen zusammen: In Graustein an der Spree fielen 73
Liter, in Manschow an der Oder immerhin noch 63 Liter.
Aktuell entspannt sich der Lage vorübergehend, da der
Dauerregen nach Nordosten abgezogen ist. Von Westen zieht
allerdings ein neuer Tiefausläufer mit weitern Schauern und
Gewitttern heran. Dabei sind örtlich wieder sehr hohe
Regenmengen durch Starkregen möglich, in der Fläche wird jedoch
nicht mehr soviel Niederschlag zusammen kommen.
Die Höhenströmung macht`s
Während sich der Sommer hierzulande in den letzten Tagen wohl
gemütlich zum Pausentee zurückgezogen hat, haben andere
Branchen Hochkonjunktur. Eine davon wäre wohl die der
Regenmacher, wenn es sie denn gäbe. Ziemlich üppig nehmen sich
die Niederschlagssummen aus, die uns heute Morgen aus
Süddeutschland erreichen. Von Schwaben bis ins südliche
Oberbayern fielen bis Freitag früh verbreitet 50 bis 100 Liter
Regen pro Quadratmeter, wobei Balderschwang mit 96 mm Regen in
24 Stunden an der Spitze seine Kreise zog, dicht gefolgt von
Immenstadt mit 90 mm.
Was an Regen hierzulande zumindest in einigen Regionen schon
eindeutig zu viel des Guten ist, fehlt niederschlagsmäßig
natürlich an anderer Stelle. Die Hitze und Trockenheit in
Osteuropa hält unvermindert an. Vom Schwarzen Meer bis an den
Polarkreis ging die Temperatur in der Nacht zum Freitag
teilweise nicht unter 20 Grad zurück, stellenweise dürfte man
sich auch des Nachts wie in der Waschküche gefühlt haben,
nämlich dann, wenn die morgendlichen Tiefstwerte bei 27 oder 28
Grad lagen, was in Mariupol (Schwarzes Meer) auch geschehen
ist. Dabei ist die Hitze an sich natürlich nur eine Seite der
Medaille, wesentlich wichtiger und problematischer sind die
Ernteausfälle und Waldbrände, die durch Hitze und Dürre
verursacht bzw. angeheizt werden.
Das eher kühle und feuchte Wetter bei uns in Mitteleuropa und
die Hitze weiter östlich hängen übrigens eng miteinander
zusammen. Betrachtet man nämlich die Höhenströmung (in etwa 5
km Höhe) in mittleren Breiten unserer Erde, so hat diese einen
wellenförmigen West-Ost Verlauf. Diese Wellen werden
hauptsächlich durch die Verteilung von warmen und kalten
Luftmassen bestimmt, verlagern sich allerdings in der letzten
Zeit nur wenig oder gar nicht. Das mit kühlerer Luft angefüllte
Wellental liegt derzeit bei uns und sorgt für das relativ
frische und feuchte Wetter. Demgegenüber steht ein Wellenberg
über Osteuropa mit nahezu entgegen gesetztem Wetter, also
Wärme, eigentlich eher extreme Hitze und Trockenheit über dem
Westen Russlands. Bewegungsarm bleiben diese Wellen auch in der
nächsten Zeit, weshalb ein Ende der Hitze rund um Moskau nicht
absehbar ist. Am Wochenende sollten die 35 Grad für diese
Region kein Problem darstellen und auch die Trockenheit setzt
sich fort. Die Witterungszeichen für unsere Gefilde stehen
dagegen in der nächsten Zeit eher auf ein buntes Durcheinander
von Wolken mit Regen und sonnigen Phasen bei mittelprächtigen
Temperaturen.
Regengrüße nach Moskau
Der Blick zur Sonne bleibt zurzeit nicht nur den meisten
Deutschen verwehrt, auch in Moskau wird man sie wohl auch noch
die nächsten Tage nicht erblicken können. Dabei können die
Gründe hierfür kaum unterschiedlicher sein. Während bei uns die
starke Bewölkung vor allem im Südendeutschland für heftigen
Niederschlag sorgt, wünscht man sich in Russland wohl diese Art
von Bewölkung sehnsüchtig herbei. Dort besteht im Moment solch
starker Smog, dass ein Aufenthalt im Freien kaum mehr möglich
ist. Spätestens nach drei Stunden müsste man sich dann wie ein
Kettenraucher fühlen. Nach nunmehr 26 Tagen mit Temperaturen
über 30 Grad davon 12 Tagen über 35 Grad, spitzt sich die Lage
immer mehr zu und Regen wäre mal bitter nötig.
Die Fronten, die bei uns den Regen abladen, ziehen zwar
ostwärts, werden aber Russland nicht erreichen, so dass dort
eine Entspannung der Lage noch nicht in Sicht ist!
Durch ein Zwischenhoch, welches uns am Wochenende erreicht,
kommt es zur Auflockerung und wieder etwas steigende
Temperaturen. Schauer lassen vorübergehend nach.
Spätestens am Montag fällt die Wettersituation wieder in ihre
alten Muster mit weiteren Tiefdruckgebieten zurück.
Bleibt nur der fromme Wunsch, dass die Regengüsse endlich auch
Russland erreichen. In diesem Fall wäre doch jedem geholfen.
Sommerschlussverkauf oder nur Sommerpause?
Im Einzelhandel, wenn auch nur noch inoffiziell, läuft ja
aktuell bereits der Sommerschlussverkauf. Jetzt stellt sich
inzwischen schon bei vielen die Frage, ob der Sommer 2010
bereits im Juli seine Lager geräumt hat, was heißes Wetter mit
beständigem Sonnenschein und Temperaturen über 30 Grad angeht.
Schaut man sich die diversen Wettervorhersagemodelle an, die
inzwischen für die erste Augusthälfte vorliegen, so ist
zumindest keine beständige Hochsommerlage in Sichtweite.
Für den Rest der Woche und auch das kommende Wochenende stehen
die Zeichen beim Wetter noch auf Sommerpause. Vor allem in
Bayern, wo ja erst seit kurzem die großen Sommerferien begonnen
haben, muss man sich in den nächsten Tagen auf teilweise schon
herbstlich angehauchtes Wetter einstellen. Heute am Mittwoch
fand man sich vor allem im Donautal schon im dichten
Morgennebel wieder, der sich erst im Laufe des Vormittags
wieder langsam lichtete. Bis zum Wochenende müssen sich die
Urlauber in Südbayern und den Nordalpen auf meist bedeckten
Himmel und viel Regen einstellen. Im Hochgebirge ab etwa 2500
Meter Höhe ist sogar teilweise mit kräftigem Neuschnee zu
rechnen. Also absolut keine brauchbaren Bedingungen für Wander-
oder Bergtouren für die nächsten Tage in den Alpen. Deutlich
besser sieht es schon kurzfristig im Westen und Norden aus.
Dort kann sich immer mal wieder die Sonne zwischen den Wolken
durchsetzen und die Temperaturen klettern tagsüber immerhin bis
an die 25 Gradmarke heran, die ja die Grenze für einen
Sommertag darstellt.
Aber zu Beginn der kommenden Woche scheint sich der Sommer 2010
noch einmal in Erinnerung rufen zu wollen. Deutschlandweit ist
dann wieder mit hochsommerlichem Wetter zu rechnen. Oftmals
soll wieder die Sonne scheinen und es bleibt meist trocken. Die
Temperaturen klettern dann wieder verbreitet über 25 Grad und
am Dienstag taucht bei den vorhergesagten Höchsttemperaturen
auch örtlich mal wieder eine 30 auf.
Allerdings sieht es momentan noch nicht so aus, dass damit
wieder eine länger andauernde Hitzewelle ins Haus steht. In den
Wettervorhersagemodellen kündigt sich für die zweite Hälfte der
kommenden Woche eher wieder unbeständiges und wieder etwas
kühleres Wetter an. Trotzdem kann man für einen schönen
Spätsommer noch Hoffnung machen. Die aktuell vorliegende
Monatsvorhersage des Europäischen Zentrums für mittelfristige
Wettervorhersagen im englischen Reading prognostiziert für den
Zeitraum vom 9. bis zum 29. August meist deutlich zu warme
Temperaturen.
Also spricht doch noch einiges dafür, dass es sich derzeit nur
um eine Sommerpause handelt.
Wechselhaft bei uns - Hitze anderswo
Die Regentöpfe wurden in den vergangenen Stunden wieder gut
gefüllt, wenngleich die räumliche Verteilung etwas ungerecht
erscheint. Etwa nordwestlich einer Linie Lübeck - Saarbrücken
regnete es von Montag früh bis Dienstag früh nur maximal 8
l/m², während sich in der Südosthälfte vor allem Schauer und
Gewitter als Verstärker bemerkbar machten, so dass in demselben
Zeitraum örtlich mehr als 30 l/m² fielen. Spitzenreiter war der
Spessart mit 51 l/m², davon allein 29 l/m² innerhalb von nur
einer Stunde!
Wechselhaft geht es auch in den nächsten Tagen weiter. Nur gut,
dass die Regenfronten immer wieder reichlich Platz für
Sonnenschein zwischendurch lassen. So können die Temperaturen
im Allgemeinen noch immer das 20er - Niveau erreichen.
Wer beklagt, dass die Hitzeperiode bei uns zu Ende ist, der
sollte seinen Resturlaub nehmen und die Koffer packen: In
Südeuropa bleibt es über 30 Grad warm, nur bei Seewind ist es
in den Küstenregionen kühler. Die Wassertemperaturen in diesen
Bereichen nähern sich den Badewannentemperaturen: 28 Grad an
den Küsten Griechenlands und der Türkei, 25 Grad im westlichen
Mittelmeer, 23 Grad an der französischen Atlantikküste und auch
im Bereich der Azoren.
Die Region um Moskau war in den letzten Tagen zwar nicht mehr
40 Grad heiß - wie in den Wochen zuvor - aber Temperaturen von
über 30 Grad sorgten nicht wirklich für eine Entspannung der
prekären Situation. Auch in den nächsten Tagen werden die
Temperaturen in Russland bei etwa 35 Grad verharren. Eine
durchgreifende Abkühlung deutet sich erst in der nächsten Woche
an.
Haufenweise Haufenwolken
Als Kurzzusammenfassung für das Wetter in der am heutigen
Montag beginnenden Woche ist diese Überschrift vielleicht nicht
sonderlich differenziert, weder zeitlich noch räumlich, aber
dennoch durchaus treffend. Denn die kommenden Tage präsentieren
sich zumeist wechselhaft, wobei das gesamte Spektrum an
Haufenwolken - von der Schäfchenwolke bis zum beeindruckenden
Cumulonimbus - am Himmel zu finden sein wird.
Am heutigen Montag im Norden, Westen und in der Mitte mal
leichter, mal stärker bewölkt, ab und an Schauer, die Richtung
Süden und Osten hin eher häufiger und auch intensiver
ausfallen. Morgen ebenso, bei insgesamt kleineren Haufenwolken,
was nichts anderes bedeutet, als dass die Schauer- und
Gewitterneigung geringer sein wird als heute. Von Mittwoch bis
Donnerstag Durchzug einer Front, bei der die Haufenwolken so
dicht aneinander liegen, dass man sie von unten nicht wird
auseinander halten können (wobei korrekter Weise erwähnt werden
muss, dass sich im Frontbereich nicht nur Haufenwolken
tummeln). Der Freitag greift dann tendenziell wieder das
Wolkenbild des Dienstages auf - vereinzelt Schauer, auch mal
ein Gewitter, aber alles nicht sehr intensiv.
Aber wie das bei Schauern und Gewittern eben so ist: Sie dauern
häufig nicht lange und sind räumlich teils sehr eng begrenzt.
Vielerorts werden also sogar nur die Haufenwolken, nicht jedoch
die Schauerniederschläge und/oder Gewitter zu beobachten sein.
Folglich ist zu erwarten, dass in den kommenden Tagen in der
allgemeinen Wetterdiskussion der Schwerpunkt auf den wenigen
Ereignissen liegt, die nicht - oder genauer nicht nur - mit
Haufenwolken zu tun haben. Zum einen auf dem oben
angesprochenen Frontdurchgang zur Wochenmitte, mit all seinen
räumlichen und zeitlichen Unsicherheiten. Besonders aber auf
den heute und bis in die Morgenstunden des morgigen Dienstages
anhaltenden Regenfällen im Süden und Osten Deutschlands.
Typischerweise staubedingt, fallen sie bevorzugt an den Alpen,
am Bayerischen Wald und am Erzgebirge. Dabei simulieren nicht
nur die hauseigenen DWD-Modelle 24-stündige
Niederschlagssummen, die bis 8 Uhr am Dienstagmorgen zwischen
60 und 100 Liter pro Quadratmeter im Alpenraum liegen und
folglich für Unwetter sorgen werden.
Mit etwas Häme könnte man in Norddeutschland dazu sagen, dass
die Sachsen und Bayern selbst Schuld sind, weil sie wohl am
lautesten "Hier" gerufen haben, als in Deutschland die Berge
verteilt wurden. Bei Wetterlagen wie der heutigen, mit bodennah
nordwestlicher Strömung, eindeutig ein Nachteil. Auf der
anderen Seite könnte diese Häme an den Freistaatlern einfach
abprallen. Schließlich wird man bei Sonnenschein von der
reizvollen Landschaft für den Dauerregen wieder entschädigt.
Finnische Sauna
In den letzten Wochen war große Hitze immer wieder ein Thema,
auch bei uns in Deutschland und ebenso hier im "Thema des Tages
". Während aber in Deutschland die große Hitze schon seit
einiger Zeit der Vergangenheit angehört, ist sie in Osteuropa
noch auf der Tagesordnung.
Eine andere Region, die nicht wirklich für tropische
Temperaturen im Freien bekannt ist, liegt im Bereicht der
mittelfinnischen Seenplatte und der nördlich angrenzenden
Region um den Polarkreis. Jedoch, bis Vorgestern waren
Saunatemperaturen der tägliche Begleiter der sonst eher Kälte
gewöhnten Nordmänner- und frauen. Bis auf 37 Grad stiegen die
Temperaturen in Joensuu in Südostfinnland, in der gesamten
Region waren Temperaturen über 35 Grad an der Tagesordnung.
Dabei dürften die gefühlten Temperaturen bei großer Schwüle
aber deutlich höher bei etwa 40 Grad gelegen haben.
Auch wenn laut "Wikipedia" die Sauna ein elementarer
Bestandteil der finnischen Kultur ist, so haben sich die Finnen
das sicher nicht vorgestellt. Jedoch, lautes Lamentieren hat
man aus dem hohen Norden nicht vernommen - vielleicht auch
deshalb, weil Gespräche dort größtenteils aus vielsagendem
Schweigen bestehen sollen.
Aber - die "Finnische Sauna" hat diese Woche wohl ihren
Saisonabschluss gefeiert. Schon gestern lagen die Höchstwerte
nur noch bei 28 Grad, heute geht es nochmals ein Stück nach
unten auf etwa 24 Grad. Und so sehen zwischen Finnischem und
Bottnischem Meerbusen auch die mittelfristigen Aussichten aus.
Die extremen Temperaturen ziehen sich in Richtung Russland
zurück, dort sollten sie aber noch eine Weile anhalten.
Ähnlich hohe Temperaturen findet man auf dem Europäischen
Kontinent nur noch auf der Iberischen Halbinsel. Die Spanier
sind zur Zeit also nicht nur vom sportlichen Erfolg, sondern
auch von der Sonne verwöhnt. Die Tatsache, dass es auch dort so
aussieht, als würde diese Situation noch einige Zeit andauern,
ist für Liebhaber von hohen Temperaturen in Deutschland eine
schlechte Nachricht. Denn wenn warme Luft über West- und
Osteuropa nach Norden transportiert wird, sucht sich die kalte
Luft aus dem Norden häufig über Mitteleuropa einen Weg nach
Süden.
So ist es auch aktuell. Kühlere Luft in der Höhe bahnt sich
einen Weg über die Alpen bis zum Mittelmeer. Für uns bedeutet
dies, dass auch die kommende Woche wohl wechselhaft und nur
mäßig warm sein wird. Vielleicht nicht der Traum von einem
Sommer, aber dennoch besser als das Leben in einer "Finnischen
Sauna".
Rekordhitze in Moskau
Nachdem wir in Deutschland in den ersten 3 Juliwochen eine
markante Hitzewelle erlebt haben, sind in den letzten Tagen
Moskau und weite Teile von Russland zu einem wahren Glutofen
geworden, worüber an dieser Stelle ja schon vor einigen Tagen
berichtet wurde . So purzelten in dieser Woche die
Temperaturrekorde fast von Tag zu Tag. Bis zu diesem Sommer lag
die höchste gemessene Temperatur in Moskau bei 35 Grad. Am
Montag betrug die Höchsttemperatur in Moskau 37,5 Grad, am
Dienstag 35,7 Grad, am Mittwoch wieder 37,5 Grad. Mit 38,2 Grad
wurde am Donnerstag ein neuer Rekord und vorläufiger Höhepunkt
der aktuellen Hitzewelle erreicht. Auch nachts findet man in
der russischen Hauptstadt kaum noch Abkühlung. In der Nacht zum
Donnerstag wurde eine Tiefsttemperatur von 26 Grad gemessen.
Die Monatsmitteltemperatur liegt damit im Juli bei etwas über
25 Grad, was eine Rekordabweichung von mehr als 7 Grad
gegenüber dem langjährigen Mittelwert bedeutet. Damit müssen
sich die Berliner klar geschlagen gegeben. Obwohl ein
Temperaturüberschuss im Juli von etwas über 5 Grad in Berlin-
Marzahn auch nicht von schlechten Eltern ist.
Südlich von Moskau wurden sogar Spitzentemperaturen von über 40
Grad gemessen. Am Mittwoch stieg zum Beispiel die Temperatur in
Bogucar, im Süden Russlands nahe der Grenze zur Ukraine am Don
gelegen, bis auf 41,6 Grad. Auch im Norden Russlands in der
Tundra wurde es hochsommerlich heiß. Die Station Mezen am
Weißen Meer erreichte am Mittwoch eine Höchsttemperatur von 34
Grad. Etwas weiter südwestlich in Onega wurden am Donnerstag
35 Grad erreicht.
Schaut man sich die Wettervorhersagen für Moskau für die
nächsten 7 Tage an, so ist dort kein Ende der Hitzewelle in
Sicht. Bis Donnerstag nächster Woche werden weiterhin
Höchsttemperaturen von teilweise deutlich über 30 Grad
vorhergesagt. Da ist also weiterhin Badehose statt Pelzmütze
angesagt.
August
Der achte Monat des Jahres im Gregorianischen Kalender war im
alten Rom ursprünglich der sechste und hieß dementsprechend,
nämlich Sextilis (latein. sex = sechs). Namenspatron ist der
römische Kaiser Augustus (23.IX. 63 v. Chr. bis 19.VIII. 14 n.
Chr.), der in diesem Monat sein erstes Konsulat angetreten
hatte. Ursprünglich hatte Sextilis 29 Tage, bekam durch Caesars
Kalenderreform 30 und, um ihm die gleiche Länge des nach Caesar
benannten Monats Juli zu geben, nach seiner Umbenennung
schließlich 31 Tage, wobei der 31. Tag kurzerhand dem Februar
abgeknöpft wurde. Altgermanische Namen für den August lauten
Arnodmanod oder Ernting = Erntemonat, aber auch Sichel- oder
Weidemond waren bei unseren Vorfahren gebräuchlich.
Den nächtlichen Sternenhimmel im Süden ziert das Sommerdreieck,
bestehend aus den Sternen Atair, Deneb und Wega in den
Sternbildern Adler, Schwan bzw. Leier. Die Frühlingssternbilder
sind nun endgültig vom westlichen Firnament verschwunden und am
östlichen Himmel findet man mit Pegasus und Perseus bereits die
Gestirne des Herbstes. Die Tage werden spürbar kürzer, die
lichte Tageslänge auf 50° nördlicher Breite, das entspricht
etwa Frankfurt am Main, sinkt im Verlaufe des Monats um gut
anderthalb Stunden von 15 h 16 min auf 13 h 37 min und Ende
August erreicht die Sonne nur noch eine Mittagshöhe von knapp
50° über dem Horizont.
Im August sind die Temperaturunterschiede zwischen den Europa
umgebenden Meeren und dem Festland relativ gering, somit gilt
er als recht beständiger Monat. Länger andauernde
Hochdrucklagen sind keine Seltenheit und oftmals bringt der
August die heißesten Tage des Jahres. In diesem Jahr liegen die
Verhältnisse anders, denn ein Tiefdrucktrog mit hochreichender
Kaltluft liegt über Mitteleuropa und die dadurch initiierten
Hebungsvorgänge sorgen für konvektive Niederschläge in Form von
Schauern und teils kräftigen Gewittern.
Heißester Juli seit . . . ???
Es ist noch gar nicht lange her, da konnte man in den Medien
derartige Formulierungen finden, die von Tag zu Tag modifiziert
wurden. Allen Warnungen der Fachleute zum Trotz, die immer mit
erhobenem Zeigefinger daran erinnerten, dass der Monat ja noch
nicht zu Ende sei und sich sogar noch in der letzten Woche die
Statistiken signifikant verschieben könnten.
Und prompt hat der wechselhafte Witterungsabschnitt, in dem wir
uns jetzt befinden, den statistischen Blickwinkel ziemlich
stark verändert. Sicher gilt der Monat noch immer als "zu
warm", aber nicht mehr so deutlich wie noch vor einer Woche.
Und auch die Regentöpfe sind mittlerweile meist gut gefüllt.
Trotzdem gibt es Regionen - z. B. in Mecklenburg-Vorpommern
oder Schleswig-Holstein-, die bisher so wenig Regen abbekamen,
dass sie auch in den letzten Juli - Tagen noch lange nicht in
die Nähe der im Juli üblichen Regenmengen rücken.
Die genauen Auswertungen, die bald an dieser Stelle zu lesen
sind, werden`s zeigen.
Bereits gestern ist im "Thema des Tages" erläutert worden, in
welchem Ausmaß sich die Gebirge auf die Regenmengen auswirken.
Das bekamen aktuell auch besonders die Bodensee- Anrainer zu
spüren. In Bregenz am österreichischen Zipfel des Bodensees
regnete es am Dienstag innerhalb von nur 6 Stunden 47 mm,
während in derselben Zeit im nur 10 km entfernten Dornbirn
ganze 0,5 mm Regen vom Himmel kamen! Bereits in den Tagen
zuvor gab es in dieser Region Regen- Unwetter - und nun kam es
erneut zu Murenabgängen, vollgelaufenen Kellern und
unterbrochenen Bahnlinien und Straßen.
Tja, man soll halt doch den Tag nicht vor dem Abend loben!
Wetterumschwung
So schnell kann sich das Blatt wenden: Hatten wir vor einigen
Tagen noch mit den ausgetrockneten Böden Probleme, so hat sich
die Situation zumindest im Süden und Osten des Landes
entspannt. Die Gewitterfronten, die Deutschland ostwärts
überquerten, brachten besonders intensiven Regen in Alpennähe
und im Erzgebirge. Auch am gestrigen Donnerstag erreichte eine
Kaltfront den Westen, während im Osten die Sonne noch richtig
einheizen konnte. Dort wurde von Thüringen bis zur Oder und
auch in Bayern die 30 Grad- Marke deutlich überschritten,
während es im westlichen RLP gerade mal 20 Grad kühl wurde. Die
heiße Luft ließ bereits vermuten, dass die Gewitter an der
Kaltfront an Intensität gewinnen würden. So kam es dann gegen
Abend und in der Nacht lokal zu besonders heftigem Platzregen.
An manchen Orten wurde die Unwetterschwelle deutlich
überschritten.
Bayern wurde vom Regen besonders bedacht: In Memmingen
prasselten innerhalb einer Stunde 52 l/m² Regen vom Himmel,
in Vilsbiburg 51, aber auch in Baden- Württemberg kamen
erhebliche Regenmengen herunter: Rot an der Rot 45, Stockach 38
l/m². In Sachsen war Frankenberg der Spitzenreiter mit 28 l/m²
innerhalb einer Stunde.
In diesen Regionen konnte nun das Regendefizit dieses Monats
teilweise aufgeholt werden, wobei die Statistik selbst
innerhalb eines Bundeslandes große Unterschiede aufweist.
Viel zu trocken ist es noch immer in Mecklenburg-Vorpommern und
in Teilen Niedersachsens und Brandenburgs.
Weitere Entspannung ist jedoch angesagt, denn eine Umstellung
der Wetterlage ist ja bereits eingeläutet. Es bleibt auch in
den nächsten Tagen unbeständig und vor allem deutlich kälter
als bisher.
Luftelektrizität und Gewitter
In der Atmosphäre entstehen durch radioaktive Strahlung der
Erde, kosmische Strahlung aber auch durch Luftbewegungen
positiv und negativ geladene Ionen, die sich nur teilweise durch
Rekombination wieder zu elektrisch neutralen Atomen bzw.
Molekülen vereinigen. So bildet sich ein Gleichgewicht zwischen
Erzeugung, Rekombination und Abwanderung elektrischer
Ladungen. Bei ruhender, ungestörter Atmosphäre gelangen positiv
geladene Ionen in eine elektrisch gut leitende Schicht in ca.
70 km Höhe, während sich die Erdoberfläche negativ auflädt. In
Bodennähe kann die elektrische Feldstärke bis 100 Volt pro
Meter (V/m) betragen. An höheren Objekten, etwa Gebäuden oder
Bäumen, steigt sie stark an, da dort die Äquipotentialflächen
des elektrischen Feldes erheblich deformiert werden.
Wird bei gewittrigen Wetterlagen, bei denen in der Atmosphäre
elektrische Feldstärken von 100000 V/m herrschen, die
Potentialänderung auf kleinem Raume zu stark, können an
aufragenden Spitzen, z.B. an Schiffsmasten oder Kirchtürmen,
Büschelentladungen auftreten. Diese seltenen Phänomene sind als
"Elmsfeuer" bekannt, dann besteht unmittelbare Blitzgefahr und
höchste Bedrohung für Leib und Leben.
Bei Gewittern werden in Cumulonimbuswolken durch starke
vertikale Luftbewegungen große Mengen von Wassertröpfchen in
beträchtliche Höhen (bis über 10 km) befördert. Dabei entstehen
durch Ladungstrennung elektrische Spannungen von bis zu einer
Milliarde Volt. Die Spannungen entladen sich zwischen
verschiedenen Wolkenteilen als "Wolkenblitze", mit Gesamtlängen
von bis zu 100 km, oder als "Erdblitze" zwischen Wolke und
Erdoberfläche; in letzterem Fall bevorzugt zu exponierten und
aufragenden Gegenständen. Dabei erfolgt die Blitzentladung in
ruckartigen Schüben durch Stoßionisation längs eines sog.
Blitzkanals, es sind mehrere (bis etwa 40) Entladungen im
selben Blitzkanal möglich. Die elektrische Stromstärke eines
Blitzes kann 200000 Ampere erreichen, jedoch ist die Andauer
der Hauptentladung mit 1 Mikrosekunde bis 1 Millisekunde so
gering, daß die mittlere elektrische Ladungsmenge nur etwa 20
Amperesekunden beträgt. Dementsprechend klein ist auch der
Energieinhalt von Blitzen.
Die Anzahl der Gewitter auf der Erde schätzt man auf ca. 2000
pro Stunde (mit etwa 100 Blitzen pro Sekunde), die meisten
davon in den Tropen. In Deutschland ist im langjährigen Mittel
der Juli der gewitterreichste Monat mit einer relativen
Häufigkeit von über 40 %.
Regen in der Sahelzone 21.07.10
Vier Wochen nach der nordhemisphärischen Sommersonnenwende
verläuft die sog. Innertropische Konvergenzzone (ITC), ein im
Laufe des Jahres den Sonnenhöchstständen folgender, durch
Konvektion und vertikalen Massenabfluß verursachter,
weltumspannender Tiefdruckgürtel, deutlich nördlich des
Äquators. In seinem Bereich treten, mit Schwerpunkt in der
zweiten Tageshälfte, meist von heftigen Gewittern begleitete
Starkregen (Zenitalregen) auf. Auch wenn sie raum-zeitlich
stark variieren und ihre Regenmengen bisweilen unspektakulär
sind, stellen sie doch in der trocken-heißen Sahelzone die
lebensnotwendige Regenzeit dar.
So fielen innerhalb von vierundzwanzig Stunden bis heute früh
06:00 Uhr Weltzeit an der senegalesischen Station Tambacounda
(14°24'N, 013°32'W, 49 m ü. NN) 52 L/m², weiter nordwestlich,
in Linguère (15°51'N, 015°18'W, 20 m ü. NN) waren es 45 mm und
in Maiduguri (Nigeria, 13°28'N, 011°29'E, 338 m ü. NN) sogar 75
mm. Derartige Größenordnungen werden in Mitteleuropa bei Vb-
Wetterlagen oder sommerlichen Gewitterlagen auch erreicht.
Überhaupt erscheint die Sahelzone gar nicht so trocken, wenn
man nur die "reinen Zahlen" betrachtet. Beispielsweise ist die
jährliche Niederschlagsmenge von Maiduguri mit 639 mm höher als
diejenigen von Leipzig (51°20'N, 012°22'E, 113 m ü. NN) mit 516
mm oder Magdeburg (52°08'N, 011°37'E, 56 m ü. NN) mit 513 mm.
Jedoch sorgen hohe Sonnenstände bis zum Zenit und die
atmosphärische Zirkulation (subtropischer Hochdruckgürtel v.a.
im Winter) für dermaßen hohe Verdunstungsraten, dass sich
arides und z.T. lebensfeindliches Klima einstellt.
Endlich Regen!
Am Samstag überquerte eine Kaltfront mit Gewittern Deutschland
ostwärts. Sie brachte in einigen Regionen reichlich Regen.
Von Samstag früh bis Sonntag früh fielen etwa von Kempten bis
Passau 50 bis 100 Liter Regen, in Fürstenzell waren es 101
Liter, davon allein 81 Liter innerhalb von nur einer Stunde!
Auch in Sachsen wird man sich über den Regen gefreut haben. In
Odernähe kamen 40 bis 66 Liter zusammen.
Ein Blick auf die nebenstehende Niederschlagskarte (dazu auf
"Thema des Tages" und "mehr" klicken) zeigt jedoch, dass der
ersehnte Regen Deutschland nicht flächendeckend "abduschte".
Die Nordwesthälfte bekam nämlich fast gar nichts davon ab!
Aber die besagte Kaltfront brachte auch in anderer Weise
Erleichterung. Die Temperaturen gingen mit Frontdurchgang um 8
bis 10 Grad zurück. Waren es um die Mittagszeit in Sachsen-
Anhalt noch 28 Grad, wurden in Hessen 18 Grad gemessen.
Entsprechend erfrischend waren auch die Temperaturen in der
Nacht zum Sonntag im Westen unseres Landes, sie lagen zum Teil
unter 10 Grad und luden förmlich zum Durchlüften der
überhitzten Wohnungen ein, während an der Oder 18 Grad gemessen
wurden.
In den nächsten Tagen geht's wieder aufwärts mit den
Temperaturen. Spätestens am Mittwoch wird überall wieder die 30
Grad- Marke deutlich überschritten und schon stehen erneut
kräftige Gewitter vor der Haustür. Das darauf folgende
Wochenende wird dann allem Anschein nach wieder etwas kühler.
Hitzewelle dauert an
Am Donnerstag legte die Hitze eine kurze Erholungspause ein.
Bei Höchsttemperaturen zwischen 23 und 28 Grad konnte man
aufatmen, nur im Osten kletterten die Temperaturen bis auf 30
Grad. In der Nacht zum Freitag war dann Durchlüften angesagt,
gingen doch die Temperaturen in der Nordwesthälfte Deutschlands
auf erfrischende 9 bis 15 Grad zurück, die Südosthälfte war mit
15 bis 21 Grad wärmer.
Nun ist die Hälfte des Monats erreicht, da sei ein erster
Rückblick gestattet.
In den vergangenen 14 Tagen gab es verbreitet 8 bis 10 Tage mit
Temperaturen über 30 Grad, in Bendorf (Rheinland-Pfalz), waren
es sogar 12!
Die Niederschläge waren sehr ungleichmäßig verteilt, weil es
sich zumeist um Gewittergüsse handelte. So ist in einigen Orten
das Monatssoll bereits erreicht oder sogar überschritten,
während im Großteil des Landes noch nicht einmal 10% der sonst
üblichen Regenmenge gefallen ist. Der trockenste Ort ist
derzeit Lechfeld (Bayern), dort gab es bisher nur 1,6 Liter
Regen, während im Monatsmittel 114 Liter erwartet werden können!
Mit einem Ende der Hitzewelle ist auch in den nächsten Tagen
nicht zu rechnen. Sie wird nur immer wieder von Gewitterfronten
unterbrochen. Die Überhitzung führt - wie bereits in den Tagen
zuvor - zur Intensivierung der Gewitter, so dass weiterhin
lokal mit Unwettern gerechnet werden muss.
Wer von der Hitze dringend Abkühlung benötigt, der kann getrost
sein Augenmerk auf Südamerika richten. Besonders in Chile und
Argentinien sind die Temperaturen verbreitet in den
Frostbereich gesunken, auch für einige Regionen ungewöhnliche
Schneefälle wurden registriert!
Erneut zieht Gewitterfront über Deutschland hinweg
Am gestrigen Mittwoch traten wieder schwere Gewitter über
Deutschland auf. Diese zogen im Zusammenhang mit einer
Kaltfront über uns hinweg. Am stärksten betroffen von den
Unwettern waren diesmal Nordrhein-Westfalen, das Saarland,
Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg.
Ursache der erneuten Gewitter war eine Kaltfront, die auf die
heiße Luft traf, einem Gemisch, das immer gut ist für
Schwergewitter. Die Höchstwerte lagen vor der Front verbreitet
zwischen 30 und 37 Grad, nur an der Küste war es mit 25 bis 32
Grad etwas "kühler". Spitzenreiter mit der höchsten Temperatur
des Tages war Waghäusel-Kirrlach (nördliches Baden-Württemberg)
mit 37,1 Grad. Über Frankreich hatten sich am Mittwoch schon in
der Früh im Zusammenhang mit der Kaltfront Gewitter gebildet.
Diese verstärkten sich im Tagesverlauf zunehmend und zogen dann
auf Deutschland zu. Am Nachmittag erreichte die Front mit
dunklen und gefährlich aussehenden Wolken sowie starkem Wind
Westdeutschland und zog in den Abendstunden weiter bis in die
Mitte des Landes (siehe dazu auch die beigefügte Grafik,
aufzurufen unter "Thema des Tages" rechts auf "mehr").
Allmählich schwächte sich die Front in der Nacht zum Donnerstag
dann wieder ab, weil die Sonneneinstrahlung zur Unterstützung
fehlte.
Meist war der Spuk schon nach etwa einer halben oder
dreiviertel Stunde wieder vorbei. Dabei wurden in
Südwestdeutschland verbreitet schwere Sturmböen (Beaufort 10)
registriert, am Weinbiet (Rheinland-Pfalz) wurde mit 108,8 km/h
eine orkanartige Böe (Beaufort 11) und an der Hornisgrinde im
Nordschwarzwald (Baden-Württemberg) mit 118,8 km/h sogar eine
Orkanböe (Beaufort 12) beobachtet. Die Regenmengen hielten sich
aufgrund der relativ rasch durchziehenden Front erwartungsgemäß
meist in überschaubaren Grenzen. So wurde nur an einer Station
die Unwetterwarnschwelle des DWD von 25 Liter Regen auf dem
Quadratmeter in kurzer Zeit übertroffen, dieses an der Station
Neuhausen ob Eck-Unterschwandorf (Baden-Württemberg) mit 26
Liter. Größere Regenmengen gab es noch in Burgwald-Bottendorf
(Hessen) mit 24 und in Duisburg-Baerl (Nordhein-Westfalen) mit
22 Liter auf dem Quadratmeter.
Die Tornadotätigkeit war diesmal vermutlich nicht ganz so stark
wie am vergangenen Montag, wo es zahlreiche Verdachtsfälle in
West- und Nordwestdeutschland gab, von denen bisher aber keiner
bestätigt ist. Berichten zufolge gab es am Mittwochabend drei
Verdachtsfälle, davon zwei in Nordrhein-Westfalen und einer im
Saarland. Auch diese Verdachtsfälle sind noch nicht bestätigt.
Der Deutsche Wetterdienst hatte bereits im Vorfeld in den
Vorhersagen auf mögliche Tornados hingewiesen.
Die Gewitter sorgen nun für etwas Hitzeentspannung. So konnte
nach Durchlauf der Front in vielen Häusern vor allem in
Westdeutschland endlich wieder gut durchlüftet werden. Auch
steigen die Temperaturen am heutigen Donnerstag mit 23 bis 32
Grad nicht mehr ganz so hoch. Gleichwohl bleibt es in den
nächsten Tagen sommerlich, eine deutlich kühlere Periode
zeichnet sich nach aktuellem Kenntnisstand nicht ab. Und für
die Nacht zum Samstag und am Samstag kündigen sich schon wieder
Gewitter an, die vor allem am Samstagnachmittag im Osten
Deutschlands auch wieder Unwetterpotential besitzen.
Juli auf Rekordkurs - Hitzewelle geht weiter
Nachdem der Juli bereits knapp zur Hälfe vorüber ist, lohnt
sich bei der aktuellen Hitzewelle mal ein Blick auf die
bisherige Zwischenbilanz für den aktuellen Monat. In den ersten
13 Tagen betrug die Mitteltemperatur für ganz Deutschland 22,3
Grad. Damit könnte der Juli 2010 als wärmster Monat seit Beginn
regelmäßiger Wetteraufzeichnungen im Jahr 1900 in die
meteorologischen Geschichtsbücher eingehen. Der bisher wärmste
Monat in Deutschland war der Juli 2006 mit einer
Mitteltemperatur von 22,1 Grad und trug seinen Teil zum oft
zitierten Sommermärchen zur WM 2006 bei. Am wärmsten war es in
der Berliner Innenstadt. Die Wetterstation Berlin-
Alexanderplatz registrierte im Juli bis Mittwoch eine
Mitteltemperatur von 25,8 Grad. Damit war es dort 6,6 Grad
wärmer als im langjährigen Mittel von 1961 bis 1990.
Sehr unangenehm bei der aktuellen Hitzewelle sind die teilweise
sehr hohen Temperaturen während der Nachtstunden. Besonders
extrem macht sich dies in den Innenstädten bemerkbar. Dort kann
die Temperatur mehrere Grad höher liegen als in den
Stadtrandgebieten. In der Nacht zum Mittwoch betrug die
Tiefsttemperatur am Berliner Alexanderplatz 22 Grad. Am
Stadtrand war es mit 17 Grad, z.B. in Berlin-Buch oder -Dahlem,
schon deutlich angenehmer. Noch besser durchlüften konnte man
bei fast schon frischen 14 Grad in Berlin-Kaniswall. Die
Station Berlin-Alexanderplatz registrierte am Mittwochmorgen
die 5. Tropennacht in Folge. So werden in der Meteorologie
Nächte bezeichnet, an denen die Temperatur nicht unter 20 Grad
sinkt. Auch für die nächsten 3 Nächte werden dort Tiefstwerte
zwischen 21 und 24 Grad vorhergesagt. Eine solche Serie
tropischer Nächte hat es in den fast 250 Jahre zurückreichenden
Messreihen in Berlin wohl noch nie gegeben.
Der Monat brachte bisher auch zu wenig Regen. Der
bundesdeutsche Mittelwert beträgt hier aktuell 17,3 Liter auf
den Quadratmeter. Dies entspricht nur 22% des langjährigen
Mittels. Die Wetterstationen in Offenbach, Waibstadt,
Weihenstephan, Kahl am Main und Ingelfingen-Stachenhausen
registrierten im Juli bisher noch keinen messbaren
Niederschlag. In Offenbach hat es damit seit 27 Tagen nicht
mehr spürbar geregnet.
Beim Sonnenschein haben wir schon die 50%-Marke deutlich
überschritten. In den ersten 13 Tagen hat die Sonne das
Monatssoll bereits zu gut 66% erfüllt.
Wenn man sich die heutigen Computervorhersagen anschaut, stehen
alle Anzeichen auf einen Fortbestand der aktuellen Hitzewelle.
Wenn es vorübergehend mal etwas kühler wird, wie zum Beispiel
am Donnerstag oder am Sonntag, erreichen die Temperaturen immer
noch Höchstwerte zwischen 25 und 30 Grad. An den anderen Tagen
sollen die Temperaturen teilweise wieder deutlich über 30 Grad
ansteigen. Großräumig Höchsttemperaturen von unter 25 Grad sind
bis zum übernächsten Wochenende in den Wetterkarten nicht zu
erkennen. Danach bleiben dem Juli dann nur noch 6 Tage Zeit um
sich abzukühlen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch,
dass wir dem heißesten Monat in Deutschland seit mindestens 110
Jahren entgegen sehen.
Schwere Gewitter in Deutschland
Am gestrigen Montag wurden Teile Deutschlands von heftigen
Gewittern heimgesucht. Erste Zellen bildeten sich bereits am
späten Vormittag im Westen. Diese verstärkten sich und zogen im
weiteren Verlauf über Nordrhein Westfalen und Niedersachsen
nach Osten. Bis zum Abend waren auch Schleswig Holstein und
Mecklenburg Vorpommern davon betroffen. Weitere kräftige
Gewitterherde entstanden auch in Thüringen, Nordbayern, Hessen
und Baden-Württemberg.
Verbunden waren diese Gewitter einerseits mit Starkregenfällen,
wobei innerhalb von weniger als einer Stunde Regenmengen von 25
bis stellenweise mehr als 50 l pro Quadratmeter gemessen
wurden. 58 l pro qm in einer Stunde auf dem Kleinen Inselsberg
in Thüringen dokumentieren dieses. Andererseits führten
Orkanböen zu großen Schäden. Dabei traten verbreitet in
Gewitternähe Windstärken 10 Bft. auf, was Windgeschwindigkeiten
zwischen 90 und 100 km/h entspricht. In Geilenkirchen wurde
sogar locker 12 Bft. erreicht, was Windgeschwindigkeiten von
mehr als 118 km/h entspricht.
Mit den starken Regenfällen war zum Teil auch Hagelschlag
verbunden, wobei die größten gemeldeten Hagelkörner zwischen 2
und 2,5 cm lagen.
Selbst von kleineren Tornados wurde berichtet, wobei diese in
erster Linie im Norden Deutschlands beobachtet sein sollen.
Nachdem die Gewitter unterdessen weitgehend nach Osten
abgezogen sind, ist heute ein Tag der Ruhe angesagt. Nur
einzelne kurze Gewitter sind noch am Alpenrand und im
Schwarzwald möglich. Ansonsten zeigt sich zwischen den Wolken
die Sonne und es bleibt weitgehend trocken. Die
Höchsttemperaturen liegen zwischen 25 und 30 Grad C.
Ab Mittwoch geht es wieder hochsommerlich zu. Die
Höchsttemperaturen steigen wieder auf Werte deutlich über 30
Grad C. Dazu gibt es wieder viel Sonne und die obligatorischen
Wärmegewitter. Bis zum Wochenende hin wird sich daran auch nur
wenig ändern.
Hitze auch in Skandinavien
Wer derzeit der Hitze in Deutschland entfliehen will, kommt
schnell auf den Gedanken, den hohen Norden Europas in seine
Fluchtpläne mit einzubeziehen. Aber auch dort ist derzeit keine
wirkliche Abkühlung vorzufinden. Um diese Jahreszeit gilt
ohnehin für das Wetter in Skandinavien entweder hui oder pfui.
Schlechtes Wetter ist immer dann angesagt, wenn sich ein
Tiefdruckgebiet über Norwegen oder Schweden eingenistet hat.
Bei einer westlichen Strömung zieht dann ein Tiefausläufer nach
den anderen über das Land hinweg und es kommt zu häufigen
Regenfällen. Die Temperaturen liegen dann meist unter 20 Grad
C.
Die Alternative zu diesem Schmuddelwetter, das immerhin bis
weit in den Juni dominierte, ist das bekannte Sommerhoch. Dann
wird es auch im Norden hochsommerlich. Viel Sonnenschein und
Temperaturen die, vor allem im Süden von Schweden und Finnland,
deutlich über 30 Grad C liegen. Solch eine Hochdrucklage hat
sich derzeit eingestellt und auch ein Ende dieser ist noch
nicht in Sicht.
In den Urlaubsregionen rund um den Vättern und den Vänern
wurden am vergangenen Sonntag Höchsttemperaturen bis zu 34 Grad
C gemessen. Ähnlich hohe Werte wurden auch aus dem Süden
Finnlands gemeldet. Geht man langsam nach Norden, werden die
Höchsttemperaturen etwas gemäßigter, bleiben aber im
sommerlichen Bereich. Im nördlichen Teil des Bottnischen
Meerbusens aber immerhin noch 20 bis 23 Grad C, wobei es in
diesen Gebieten kaum einen Unterschied zwischen Tag- und
Nachttemperaturen gibt.
Etwas unbeständiger gestaltet sich as Wetter in Norwegen, vor
allem an der Westküste. Bei Temperaturen zwischen 19 und 24
Grad C kommt es vor allem am Atlantik auch immer mal wieder zu
einem erfrischenden Regenschauer.
Wen es ganz hoch hinaus bis zum Nordkap zieht, den erwarten
immerhin auch noch Höchsttemperaturen, die bei etwa 15 Grad C
angesiedelt sind.
Gewittertypen
Gewitter sind auch heute noch die mit am meisten gefürchteten
Wetterphänomene. Mal ganz von den elektrischen Entladungen
abgesehen können diese in Verbindung mit Starkregen,
Hagelschlag und schweren Sturmböen Menschenleben gefährden und
großen Sachschaden anrichten. Umso wichtiger ist es, diese
Naturgewalten rechtzeitig und präzise vorherzusagen.
Das Thema soll aber nicht die gefährlichen Begleiterscheinungen
der Gewitter sein, stattdessen soll es um die verschiedenen
Gewittertypen gehen.
Abhängig vom Auslösefaktor lassen sich Gewitter in Luftmassen-,
Front-, Liniengewitter (Squall lines) und Superzellen
unterteilen. Bei einer Wetterlage, die von hohen Temperaturen
und zunehmender Luftfeuchte geprägt ist, handelt es sich um
Luftmassengewitter. Diese bilden sich bei starker Aufheizung
einer Luftmasse vom Erdboden her und treten überwiegend am
Nachmittag und Abend auf. Man spricht dann von örtlichen Wärme-
oder Hitzegewittern.
Häufiger als über dem Flachland findet die Entwicklung eines
Wärmegewitters über einem Gebirge statt. Man bezeichnet es dann
als orographisches Gewitter. Hier wird die Aufheizung an den in
Richtung der Sonne geneigten Berghängen schneller erreicht, als
auf einer ebenen Fläche. Der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen
ist über den Berghängen steiler, sodass hier eine schnellere
und auch intensivere Erwärmung erfolgt.
Nun löst aber nicht nur eine starke Aufheizung Gewitter aus,
auch an Wetterfronten können sich Gewitter bilden
(Frontgewitter). Nach einer langen Wärmeperiode im Sommer ist
es normal, dass diese von einem Kaltluftvorstoß mit Kaltfront
abgelöst wird. Ein solcher Wetterwechsel fällt selten harmlos
aus. Aufgrund der größeren Dichte bzw. Schwere der
herannahenden Kaltluft schiebt sich diese keilförmig unter die
Warmluft und hebt sie an. Bei ausreichender Schwüle entwickelt
sich dann die bekannte Gewitterfront, welche einen Weg von
mehreren 100, ja sogar 1000 Kilometern zurücklegen kann.
Manchmal bilden sich vor einer Kaltfront in einer Warmluftmasse
linienförmige Aneinanderreihungen von Gewitterzellen. Diese
bezeichnet man als Liniengewitter oder Squall lines. Die Linien
sind bei uns meist von Nord nach Süd ausgerichtet.
Ein Entstehungsgrund ist der, dass es im Bereich der wärmsten
Luft zu einem verstärkten Aufsteigen der Warmluft und am Boden
zu einem vor- und rückseitigen Nachströmen kommt. In der
Meteorologie spricht man von einer Konvergenzzone oder
Querzirkulation. Die sich in der Konvergenzzone befindliche
Squall line entwickelt rasch ein Eigenleben, in dem die von
oben einbrechende Gewitterkaltluft die vorgelagerte
gewitterträchtige Warmluft erneut zum Heben zwingt. Die Squall
line entfernt sich zunehmend von der Kaltfront und zieht durch
den Warmluftsektor.
Die "Königin der Gewitter" ist die Superzelle. Aufgrund von
Windgeschwindigkeits- und Richtungsänderungen in der Vertikalen
und auch Horizontalen innerhalb der Luftmasse kommt es zu einem
sich entgegen den Uhrzeigersinn (auf der Nordhalbkugel)
rotierenden Aufwindbereich. Solche Gewitter bringen vor allem
starken Hagel und auch Tornados und werden besonders im
mittleren Westen der USA stark gefürchtet. In Deutschland
treten diese Gewitter eher selten auf.
Ob es sich aber bei dem herannahenden Gewitter nun um ein
Luftmassen-, Front- , Liniengewitter oder gar eine Superzelle
handelt, spielt nur eine Nebenrolle, denn gefährlich für Leib
und Leben können alle Gewittertypen werden.
PS.
Wissen Sie eigentlich, warum es in den Tropen keine
Blitzableiter gibt? Nun, für Erdblitze (Blitz, der von der
Wolke bis zum Erdboden reicht) bedarf es eine Wolkenuntergrenze
von unter 3000 m. Da die Gewitterwolkenbasis in den Tropen
meist oberhalb von 3000 m liegt, sind Erdblitze wesentlich
seltener als in Deutschland. Wer also in unserer Heimat
fürchterliche Angst vor Blitzeinschlägen hat, sollte nach
dieser Information seinen Wohnort wechseln.
UV - Index 10.07.10
Der UV - Index ist in diesen sonnenscheinreichen Tagen ein ganz
spezielles Thema.
Aber was steckt eigentlich dahinter?
Die Ultraviolett- (oder UV)- Strahlung ist ein Teil der
Strahlung, die von der Sonne abgestrahlt wird. Ihr
Wellenlängen- Bereich liegt zwischen 1nm und 380nm.
UV- Strahlung gehört ebenso wie das sichtbare Licht und die
Infrarot- Strahlung zu der Gruppe der optischen Strahlung, sie
kann vom menschlichen Auge nicht mehr wahrgenommen werden.
Sie wird unterteilt in lange (UV-A), kurze (UV-B) und sehr
kurze Wellenanteile (UV-C), deren biologische Wirkung auf den
Menschen unterschiedlich ist.
Lange Wellen (UV-A)
-gehen bis zur Lederhaut;
-bringen für eine direkte Pigmentierung, aber nur kurzfristige
Bräunung;
-schädigen die Kollagene; die Spannkraft der Haut lässt nach;
-sorgen für ein hohes Melanomrisiko.
Das Sonnenbrand- Risiko ist gering.
Kurze Wellen (UV-B)
-sind für langfristige Bräunung verantwortlich;
-bilden das lebenswichtige Vitamin D3;
-bieten starke Sonnenbrandgefahr.
Sehr kurze Wellen (UV-C) gelangen nicht bis zur Erdoberfläche,
sie werden von den obersten Luftschichten der Erdatmosphäre
aufgenommen.
In welcher Intensität die übrigen Strahlungsanteile bis zum
Boden gelangen, hängt u. a. auch von den
Witterungsverhältnissen ab. Da das UV- Licht gebrochen,
reflektiert, transmittiert oder absorbiert werden kann, sind z.
B. die jeweiligen Bewölkungsverhältnisse sehr wichtig.
Man hat daher eine bestimmte Maßzahl entwickelt, den UV- Index.
In seine Berechnung gehen die spektrale solare
Bestrahlungsstärke an der Erdoberfläche und die jeweiligen für
Sonnenbrand verantwortliche Wellenlängenbereiche ein.
Der Deutsche Wetterdienst berechnet nun aufgrund der
Wetterprognosen auch Vorhersagen für den UV- Index. Dieser kann
auf der Seite www.dwd.de -> Biowetter eingesehen werden.
Wenn der Index die Schwellenwerte von 8 bzw. 8,5 überschreitet,
werden entsprechende Warnungen ausgegeben, die dann auch auf
der Warnseite ersichtlich sind. Diese Werte weisen auf eine
sehr hohe oder sogar extrem hohe UV- Intensität hin, die
bestimmte Schutzmaßnahmen erfordern. Diese gehen über das
übliche Maß (Sonnencreme, Sonnenbrille, Kopfbedeckung) hinaus.
Übrigens ist gewöhnliches Fensterglas weitgehend UV-
undurchlässig (gilt besonders für UV-B und UV-C - Strahlen). UV-
A- Strahlen werden jedoch durchgelassen!
Es gibt außer der Sonne weitere natürliche UV-Quellen:
Gewitterblitze z. B., aber auch Polarlichter, ebenso senden
Fixsterne UV- Strahlung aus. Künstliche UV- Erzeuger sind. u.
a. Quecksilberdampflampen, auch die früher oft verwendete
Höhensonne, Solarien, UV-Laser.
Von kalten 0 Grad auf heiße gefühlte 40 Grad in 3 Tagen 08.07.10
Die nächste Hitzewelle ist ja schon in aller Munde und schlägt
verstärkt ab Donnerstag zu. Aber in der Nacht zum Mittwoch hat
vielleicht mancher Zeitgenosse etwas gefroren. Wer sich kurz
vor Sonnenaufgang nach draußen gewagt hat, wurde vor allem in
Erdbodennähe vielerorts von einstelligen Temperaturen begrüßt.
In 5 cm Höhe über dem Erdboden meldeten die Wetterstationen in
Worpswede-Hüttenbusch (nordöstlich von Bremen) und in Clausthal-
Zellerfeld im Harz offiziell gemessene 2 Grad. Auf dem Brocken
ging die Temperatur am Erdboden sogar bis auf 0 Grad zurück.
Wer diese kühle Nacht dazu genutzt hat seine Wohnung nochmals
durchzulüften und etwas runter zu kühlen, der hat taktisch klug
gehandelt. Denn von solch erfrischenden Temperaturen müssen wir
uns schnell und wohl nachhaltig verabschieden.
Statt kühlen Nächten mit einstelligen Temperaturen und nur
knapp verpasstem Bodenfrost, stehen bis zum Wochenende wieder
sog. Tropennächte auf dem Wetterfahrplan. So werden Nächte
genannt, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad sinken.
Als Beispiel sollen hier mal die vorhergesagten
Tiefsttemperaturen für die Berliner Innenstadt genannt werden:
Nacht zum Freitag 20 Grad, zum Samstag 22 Grad, zum Sonntag 24
Grad, zum Montag und zum Dienstag 23 Grad. Wenn wir gleich noch
über die dazugehörigen Höchsttemperaturen reden, kann man sich
leicht ausmalen, dass bis Anfang nächster Woche vor allem in
vielen Dachgeschoßwohnungen dann saunaartige Verhältnisse
herrschen dürften.
Mit den Höchsttemperaturen geht es jetzt jeden Tag weiter nach
oben. Dank Hoch ZADOK, das am Mittwoch mit seinem Zentrum
direkt über Deutschland liegt und das sich bis zum Wochenende
langsam weiter zum östlichen Mitteleuropa verlagert, heizt fast
ungestörter Sonnenschein die Temperaturen kräftig an.
Zusätzlich strömt auf der Westseite des Hochs dann auch heiße
und zunehmend feuchtere Luft von Südwesteuropa nach
Deutschland. Damit sind alle Zutaten für die zweite große
Hitzewelle dieses Sommers angerichtet. Während am Mittwoch die
30 Gradmarke noch nicht überschritten wird, geht es in den
Folgetagen verbreitet deutlich darüber.
Am Donnerstag sollen bereits bis zu 34 Grad entlang von Rhein,
Main, Mosel und Neckar erreicht werden. Am Freitag wird es noch
etwas heißer. Vom Berliner Raum über das Rhein-Main-Gebiet bis
zum Rhein und Neckar steigen die Temperaturen dann schon auf
Spitzenwerte um 35 Grad an. Noch extremer wird die
Wärmebelastung am kommenden Wochenende. Örtlich können dann die
Temperaturen nachmittags bis auf 37 Grad klettern. Da die Luft
vor allem im Westen und Südwesten zunehmend auch feuchter wird,
erreichen die gefühlten Temperaturen dann dort schon fast
unerträgliche Werte bis 40 Grad. Dabei können sich örtlich,
bevorzugt über den Bergen Gewitter entwickeln. Dabei besteht
auch örtlich wieder Unwettergefahr, durch großen Hagel,
Starkregen und starke Windböen.
Für Hitzegeplagte gibt es in den nächsten Tagen zwei
empfehlenswerte Zufluchtorte. Ganz im Nordwesten Deutschlands
kann man die Nordseeinsel Helgoland empfehlen. Dort werden
folgende Höchsttemperaturen erwartet: Donnerstag 21 Grad,
Freitag 22 Grad, Samstag und Sonntag 24 Grad. Wer sich dann
dort trotzdem noch abkühlen möchte, der kann ein erfrischendes
Bad in der etwa 17 Grad warmen Nordsee nehmen. Wer es noch
etwas kühler haben möchte, wird ganz im Süden auf Deutschlands
höchstem Berg, der Zugspitze, fündig. Hier steigen die
Tageshöchsttemperaturen von 11 Grad am Donnerstag auf 15 Grad
am Wochenende an. Dort oben kann man sich auch zusätzlich bei
einer zukünftigen Schneeballschlacht abkühlen. Am
Mittwochmorgen wurde noch eine Schneehöhe von 155 cm gemeldet.
Hier zu nass, dort zu trocken, wie geht das? 7.07.10
Schaut man sich die Wetterentwicklung während der letzten Tage
an, dann war immer wieder einmal von Unwettern die Rede. Dabei
handelte es sich durchweg um Gewitter, die zumeist mit
Starkregen und sogar Hagel verbunden waren. Die gemessenen
Regenmengen waren stellenweise erheblich. So meldete zum
Beispiel die Station Bernkastel-Kues am vergangenen
Samstagabend eine Regenmenge von 54 l/qm. Am Montag war es
Berchtesgaden, das mehr als 50 l/qm registrierte. Die
Nachbarstation Ramsau-Schwarzeck brachte es sogar auf 61 l/qm.
Dabei kann man davon ausgehen, dass ein Großteil des
Niederschlags in weniger als einer Stunde fiel.
Diese enormen Regenmengen würden voreilig den Schluss zulassen,
dass es in Deutschlands während der vergangenen zwei Wochen
genügend geregnet habe. Dies ist aber leider weit gefehlt. Vor
allem in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Teilen von
Thüringen gab es Gebiete, die nahezu niederschlagsfrei waren.
Bei den Gewittern handelt es sich zudem meist um sehr eng
begrenzte Ereignisse, die vor Ort meist sogar ziemliche Schäden
anrichteten, aber keinen wesentlichen Beitrag zum
Wasserhaushalt lieferten.
Aber, wie gesagt, an den meisten Orten Deutschlands sind die
Gewitter, sofern überhaupt welche aufgetreten sind, mit einem
Grummeln vorbeigezogen. Das war es dann auch schon gewesen. Von
Regen weit und breit keine Spur.
Trocken und sommerlich bleibt es auch in den nächsten Tagen.
Die nächsten Gewitter gibt es wahrscheinlich nicht vor Freitag.
Aber auch diese werden zunächst nur vereinzelt auftreten. Erst
zum Wochenende, wenn sich feuchtere Luftmassen in Deutschland
breit machen, sind häufigere Gewitter prognostiziert. Bis dahin
sind allerdings auch Höchsttemperaturen zu erwarten, die zum
Teil wieder über 35 Grad C liegen.
Abschließend noch ein paar Worte zum Wetter am Mittwochabend,
wo sicherlich der eine oder andere sich nicht die Gelegenheit
nehmen lassen will, das WM-Spiel Deutschland gegen Spanien im
Freien zu verfolgen.
Ganz Deutschland wird sich wolkenfrei und trocken zeigen. Zum
Spielbeginn um 20.30 Uhr liegen die Temperaturen im Osten und
Süden zwischen 22 und 23 Grad C, im Westen und Südwesten noch
bei 24 bis 26 Grad C. Bessere Bedingungen für ein "heißes"
Spiel kann es wohl kaum geben. Eine Ergebnisprognose war
allerdings aus all unseren Rechenmodellen leider auch nicht
herauszupressen.
Einmal Durchlüften 6.07.10
Nach der ersten Hitzewelle der vergangenen Tage gibt es jetzt
erst einmal eine kurze Hitzepause. Aber keine Angst. In die
Tage des kalten Schmuddelwetters fallen wir nicht zurück. Von
der Nordsee strömt heute und auch am Dienstag erst einmal
kühlere Luft nach Mitteleuropa. Und diese ist etwa 10 Grad
kühler (kälter kann man nicht sagen) als die Luftmasse des
vergangenen Sonntags.
Nachdem wir in den vergangenen Tagen vielfach Tropennächte mit
Tiefsttemperaturen über 20 Grad C vorfanden, haben sich die
Wohnungen unterdessen kräftig aufgeheizt. Da boten die Nächte
keine wirkliche Abkühlung, zumal in den Frühstunden schon
wieder sehr schnell die 25 Grad Marke überschritten wurde.
Bei Höchsttemperaturen, die am heutigen Montag im Norden nur
noch zwischen 20 und 25 und im Süden noch Werte zwischen 25
und nahe 30 Grad C erreichen, wird es in den kommenden klaren
Nächten deutlich kühler. In der Nacht zum Dienstag 17 bis 12
und in der Nacht zum Mittwoch lediglich noch 16 bis 11 Grad C.
Generell wird der Dienstag mit Höchsttemperaturen zwischen 19
und 27 Grad C der "kühlste" Tag der Woche. Dabei ist es
allerdings auch weiterhin vielfach sonnig und trocken.
Gerade in der Nacht zum Mittwoch sind ideale Voraussetzungen
gegeben um sich der in den Wohnungen angestauten Hitze zu
entledigen. Vor allem die kuscheligen Dachwohnungen hatten sich
ja in den letzten Tagen zu wahren Saunaparadiesen entwickelt.
Wer diese Chance nicht nutzt, ist der "looser"..
Denn schon am Mittwoch geht es wieder aufwärts mit den
Temperaturen, sowohl tagsüber, als auch nachts. Und bis zum
kommenden Wochenende bleibt es hochsommerlich. Vielfach sonnig,
einzelne Schauer oder Gewitter und Temperaturen zum Teil
deutlich über 30 Grad C
Auswechslung 03.07.10
Deutschland wechselt aus. Wir bedanken uns bei Hoch Yari, das
mit seiner offensiven Spielweise nicht nur für Top-Temperaturen
sorgte, sondern auch in der Lage war, diese von Tag zu Tag
immer noch ein wenig zu steigern. Der erste Top-Stürmer dieses
Sommers entpuppte sich als echter Heißsporn, und er war vor
allem im Osten Deutschlands, wo schon seit längerem die Wälder
sehr trocken sind, im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich.
Er trieb die Temperaturen in Regionen, die wir in diesem Jahr
noch nicht gesehen haben: 37,1 Grad in Rahden-Varl und 36,9 in
Osnabrück. Damit bildete die Region im südwestlichen
Niedersachsen und nördlichen Nordrhein-Westfalen die heißeste
Ecke Deutschlands. Die 35 Grad Marke wurde auch im Rhein-Main-
Gebiet und Südhessen sowie in der Pfalz und dem nordwestlichen
Baden-Württemberg geknackt. Aber auch in den übrigen Regionen
teils deutlich über 30 Grad, nur im Bergland und an der Küste
darunter.
Etwas unsportlich war Yaris' Verhalten nur bei der
Auswechslung. Da ließ er es noch mal richtig krachen und sorgte
mit Blitz und Donner für einen geladenen Abgang. Starallüren.
Dies zeigt sich am deutlichsten an den Niederschlagsmengen. Im
12-Stunden-Intervall bis zum gestrigen Samstag um 20 Uhr traf
es vor allem den Westen. Lüdinghausen-Brochtrup und Salzkotten
meldeten 38 l/qm (Liter pro Quadratmeter), im Rheinland-
Pfälzischen Bernkastel-Kues fielen sogar 54 l/qm. Bis zum
heutigen Sonntagmorgen um 8 Uhr war dann eher der Südwesten
dran. 40 l/qm in Ehingen-Kirchen und 46 l/qm in Meßstetten -
vielleicht ist es bei Topstar Yaris ja gekränkte Eitelkeit, die
dafür sorgt, dass er sich zu solch unsportlichen Aktionen
hinreißen lässt.
Aber immerhin: Die Auswechslung von Yari löst bei uns - auch
wenn ihm Aufmerksamkeit in Form von Wetter- und
Unwetterwarnungen gewiss ist - keine Staatskrise aus. Da gehen
andere - auch gar nicht so weit entfernte Länder - doch viel
extremer mit den Unzulänglichkeiten der sportlichen Elite um.
Vielleicht liegt das aber auch daran, dass wir über eine sehr
gute Ersatzbank verfügen. So schaltet Petrus (der Trainer des
Wetter-Teams) erfreulicher Weise nicht komplett auf Defensive
um. Vielmehr kommt jetzt jemand für das offensive Mittelfeld.
Noch ohne Namens-Schriftzug auf dem Trikot, aber bekannt dafür,
dass er das Spiel beruhigen kann. So wird sich schon am
morgigen Montag die Gewitterneigung auch im Süden verringern,
bei Temperaturen, die im Westen auf Werte um 24, im Osten noch
mal auf Werte um 29 Grad steigen. Am Dienstag meist 20 bis 26
Grad, am Mittwoch im Norden um 23, am Oberrhein um 28 Grad. Das
ganze bei einem Trend, der insgesamt weniger Wolken und mehr
Sonne verspricht.
So kann es - nicht nur sportlich - weitergehen
Der Juli 3.07.10
Er war im römischen Kalendarium ursprünglich der fünfte Monat
und hieß bis zu seiner Umbenennung im Jahre 44 v. Chr. auch so,
nämlich Quintilis. Heutiger Namenspatron ist der römische
Staatsmann Gaius Iulius Caesar (13.VII. 100 v. Chr. bis 15.III.
44 v. Chr.), dem auch die Kalenderreform des Jahres 44 v. Chr.
zu verdanken ist. Alte deutscher Namen für den Juli lauten
Heuert oder Heumond, da im Juli die erste Heumahd eingebracht
wird, aber auch Bären- oder Honigmonat waren bei unseren
Altvorderen gebräuchlich.
Den nächtlichen Himmel dominiert das "Sommerdreieck", bestehend
aus den Sternen Atair, Deneb und Wega in den Sternbildern
Adler, Schwan bzw. Leier. Die Tage werden bereits spürbar
kürzer, die lichte Tageslänge auf 50° nördlicher Breite sinkt
im Verlaufe des Monats um etwa eine Stunde von 16 h 17 min auf
15 h 17 min.
Der Juli ist im klimatologischen Mittel der wärmste Monat des
Jahres. Trotzdem gilt er gemeinhin als unbeständig; denn der
Nordatlantik ist noch relativ kühl und wenn atlantische
Luftmassen unser Wetter dominieren, fällt der Sommer
buchstäblich ins Wasser. Andererseits können lang andauernde
Hochdruckwetterlagen dem Juli subtropischen Charakter
verleihen, wir erinnern uns noch gut an die Jahre 2003 und 2006.
Auch der Juli kennt meteorologische Singularitäten, etwa den
Siebenschläfertag, auf dem eine bekannte Bauern- oder
Wetterregel beruht, und zwar, "das Wetter am Siebenschläfertag
sieben Wochen bleiben mag". Siebenschläfer ist zwar auf den
27. Juni datiert, jedoch muss man bedenken, dass sich die
Kalendertage vor der Gregorianischen Reform im Jahre 1582 im
jahreszeitlichen Verlauf stetig verschoben hatten, so war bis
zur endgültigen Umsetzung der Reform in Deutschland (um 1700)
die Differenz zum seither gültigen Julianischen Kalender auf
bis zu 10 Tage gewachsen. Folglich könnte, je nach
Entstehungszeit der Regel, der damalige 27. Juni heute einem
späteren Datum entsprechen, etwa dem 7. oder 8. Juli. Wie auch
immer, im süddeutschen Raum bestimmte in 60 bis 70 % aller
Fälle der Ende Juni/Anfang Juli herrschende Wettercharakter
auch die Witterung des folgenden Sommers, für Norddeutschland
hingegen ließ sich kein derartiger statistischer Zusammenhang
feststellen.
Mögen uns diese ersten Julitage auch besonders heiß erscheinen,
bei örtlichen Temperaturmaxima von 37 °C in Westdeutschland
sind neue Rekorde nicht zu erwarten. Noch wärmer war es am
2. Juli 1952 mit jeweils 39.5 °C in Bad Dürkheim (49°28' N,
08°10' E, 107 m NN) und Heidelberg (49°25' N, 08°43' E, 111 m
NN). Damals wurde selbst im Bergland vielerorts ein Tropentag
registriert, beispielsweise auf dem Hoherodskopf (Vogelsberg,
50°30'N, 09°13'E, 743 m NN) oder auf dem Kleinen Feldberg
(Taunus, 50°13'N, 08°26'E, 805 m NN) mit 32.0 °C.
Deutschlandwetter im Juni 2010: Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland 2.07.10
Erste Auswertungen der Ergebnisse von 2 100 Messstationen des
Deutschen Wetterdienstes (DWD) in ganz Deutschland
Besonders warme Orte im Juni 2010*
1. Platz Waghäusel-Kirrlach (B-W)19,4°C Abw. +1,6 Grad
2. Platz Berlin-Alexanderplatz 19,1°C Abw. +1,6 Grad
3. Platz Heidelberg (B-Wü) 19,1°C Abw. +1,4 Grad
Besonders kalte Orte im Juni 2010*
1. Platz Carlsfeld (Sachsen) 12,9°C Abw. +1,6 Grad
2. Platz Zinnwald-Georgenf.(S) 12,9°C Abw. +1,3 Grad
3. Platz Kahler Asten (NRW) 13,0°C Abw. +1,9 Grad
Besonders niederschlagsreiche Orte im Juni 2010**
1. Platz Siegsdorf-Höll (Bayern) 251,0 l/m² 127 %
2. Platz Oy-Mittelberg-P. (BY) 247,9 l/m² 126 %
3. Platz Holzkirchen (Bayern) 226,4 l/m² 140 %
Besonders trockene Orte im Juni 2010**
1. Platz Berlin-Dahlem 1,8 l/m² 3 %
2. Platz Berlin-Tegel 1,8 l/m² 3 %
3. Platz Berlin-Alexanderplatz 1,9 l/m² 3 %
Besonders sonnenscheinreiche Orte im Juni 2010**
1. Platz Greifswalder-Oie (M-V) 336 Stunden 125 %
2. Platz Leipzig-Schkeuditz 323 Stunden 162 %
3. Platz Arkona (M-V) 319 Stunden 119 %
Besonders sonnenscheinarme Orte im Juni 2010**
1. Platz Bad Kohlgrub-Rosshof 171 Stunden 100 %
2. Platz Albstadt-Badkap (B.-Wü) 172 Stunden 82 %
3. Platz Buchenbach (B.-Wü) 172 Stunden 78 %
Bergstationen oberhalb 920 m NN sind hierbei nicht
berücksichtigt.
* Monatsmittel und Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Monatswertes zum vieljährigen Mittelwert der jeweiligen
Station
(normal = 100 Prozent)
Hitzewelle steigert sich bis zum Wochenende 01.07.10
In den letzten Tagen haben sich die Temperaturen in großen
Teilen Deutschlands schon im Bereich um 30 Grad eingependelt.
Am Dienstag lagen die Spitzenwerte bei 33 Grad in Lenzen an der
Elbe und in Potsdam. Auch an der Mosel und am Rhein war es mit
32 Grad wieder heiß. Allerdings war die Luft etwas feuchter als
in den vorangegangenen Tagen. Dies blieb nicht ohne Folgen. Am
Nachmittag konnten sich kräftige Quellwolken entwickeln und die
entluden sich dann örtlich in Form kräftiger Gewitter. Dabei
fielen in kurzer Zeit im hessischen Fritzlar 36 Liter auf den
Quadratmeter (l/m²). Auch im Schwarzwald gab es Gewitter mit
Starkregen. Die Wetterstation in Wolfach registrierte 33 l/m²,
in Simmersfeld wurden 30 l/m² gemessen.
Im Norden wird es am Mittwoch vorübergehend etwas kühler, bei
Höchsttemperaturen von 22 bis 27 Grad. Heiß bleibt es im
Südwesten mit Spitzentemperaturen bis 32 Grad. Das ist aber nur
ein lauer Vorgeschmack auf die Hitzewelle, die uns ab
Donnerstag bevor steht. Am Donnerstag liegt Hoch YARI mit
seinem Zentrum direkt über Deutschland. Bei meist ungehinderter
Sonneneinstrahlung kann sich die Luft weiter aufheizen. Die 30
Gradmarke wird dann in der Mitte und im Süden vielerorts
überschritten. Im Rhein-Main-Gebiet können schon 34 Grad
erreicht werden.
Bis zum Freitag verlagert sich das Hoch YARI mit seinem Zentrum
zum östlichen Mitteleuropa. An seiner Westflanke fließt dann
aus südlichen Richtungen heiße Luft nach Deutschland und lässt
die Temperaturen weiter nach oben klettern. Allen denen
Temperaturen über 30 Grad zu viel sind, kann man nur empfehlen
sich ins Bergland oberhalb von 800 bis 1000 Meter Höhe oder ins
Küstengebiet zu begeben. Sonst werden die 30 Grad schon am
späten Vormittag überschritten und bis zum Nachmittag steigert
sich die Hitze auf Spitzenwerte von 36 oder 37 Grad in den
Niederungen im Westen und Südwesten.
Auch die Nächte versprechen dann kaum noch spürbare Abkühlung
für viele aufgeheizte Wohnungen und Büros. In der Nacht zum
Samstag sollen die Tiefstwerte im Westen vielerorts nicht unter
20 Grad sinken. Man spricht dann von einer sog. Tropennacht.
Am Samstag wird dann Deutschland ins "Fieber" versetzt. Alle
Fußballfans fiebern dann dem WM-Viertelfinale zwischen
Deutschland und Argentinien am Nachmittag entgegen. Fieber kann
man auch bei den erwartenden Höchsttemperaturen am Samstag
bekommen. Abgesehen von den Küstenregionen werden verbreitet 31
bis Grad 35 Grad erreicht. In der Westhälfte werden
Spitzenwerte um 37 Grad erwartet. Diese Werte werden dann im
Schatten gemessen. Bei den zahlreichen Public viewings in
Deutschland stehen dann aber zehntausende Fußballfans bei der
Gluthitze in der Sonne und sind einer extremen Wärmebelastung
ausgesetzt. Hier kann man nur empfehlen für Sonnenschutz in
Form einer geeigneten Kopfbedeckung zu sorgen und natürlich für
ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Dies sollte in Form von
alkoholfreien Getränken erfolgen und man sollte auch genügend
Wasservorräte dabei haben um sich von außen mit Feuchtigkeit
gegen die Hitze schützen zu können. Allen die Probleme mit
Hitze und Wärmebelastung haben, kann man eigentlich nur
empfehlen, dass Spiel im Schatten oder in einem halbwegs kühlen
Raum zu verfolgen. Sonst könnte es passieren, dass man das Ende
des Spiels nicht beim public viewing sondern im Krankenhaus
erlebt.
Diese Sorgen müssen sich die Spieler und Zuschauer im fernen
winterlichen Südafrika nicht machen. Für Kapstadt wird für den
Samstagnachmittag wolkiges und trockenes Wetter bei angenehmen
18 Grad vorhergesagt.
Verdunstung - Teil des Wasserkreislaufs 30.06.10
Gartenbesitzer haben in diesen Tagen viel zu tun. Allenthalben
müssen Pflanzen gewässert werden, wenn man sich auch noch in
nächster Zeit an ihnen erfreuen möchte. Wenn sich im Garten
auch noch ein Teich befindet, dann kann man förmlich zusehen,
wie der Wasserstand im Laufe des Tages sinkt.
VERDUNSTUNG ist das passende Stichwort in diesen Tagen. Aber
was ist das eigentlich?
Allgemein bezeichnet man so den Übergang des Wassers von der
flüssigen in die gasförmige Phase. In der Meteorologie (und
auch in anderen Bereichen) unterscheidet man 3 Verdunstungsarten:
- als Evaporation bezeichnet man die Verdunstung über einer
freien Wasserfläche oder über einer vegetationslosen
Erdoberfläche.
- die Transpiration benennt die Verdunstung durch Pflanzen oder
Lebewesen (bei jenen nennt man das auch Schwitzen)
- Evapotranspiration ist die Gesamtverdunstung einer natürlich
bewachsenen Oberfläche. Ihre Bestandteile sind die Evaporation
und die Transpiration.
Die Verdunstung ist abhängig von der Lufttemperatur, der
Luftfeuchte, dem Wind, der Sonneneinstrahlung (Tages- und
Jahreszeit), der Bodenoberfläche, der Vegetation und natürlich
auch vom Wassergehalt des Bodens.
Die Verdunstung lässt sich messen. Saunagänger stellen sich
gern vor und nach dem Saunagang auf die Waage. Sofern sie die
Sauna ohne Aufguss genossen haben, zeigt die Gewichtsdifferenz
die Verdunstungsrate an (leider nicht die gewünschte
Gewichtsabnahme!) Bei einem Aufguss hingegen wird die
Verdunstung (also das Schwitzen) gedrosselt durch die
vorübergehende Erhöhung der Luftfeuchte. Die Wassertröpfchen
auf der Haut bestehen dann nämlich zu einem erheblichen Teil
aus Kondenswasser vom Aufguss!
Bei größeren Flächen ist die Messung der Verdunstung recht
schwierig, daher werden gern Näherungsformeln zur Berechnung
verwendet.
In der Praxis wird die Verdunstung in verschiedenen Bereichen
genutzt.
Verdunstung ist ja auch eine Art der Thermoregulation. Zum
Beispiel wird der Haut durch Schwitzen Wärme entzogen - sie
kühlt ab. Diese Regulation hat man sich bereits im Altertum für
das Kühlen von Speisen und Getränken zu Nutze gemacht.
Aber auch wirtschaftlich wird die Verdunstung eingesetzt, zum
Beispiel bei der Gewinnung von Meersalz oder der großflächigen
Trocknung von Früchten oder Teeblättern.
Was tun gegen die Hitze? 29.06.10
Schaut man sich die Vorhersagen der kommenden Tage an, steht
uns eine Hitzewelle gepaart mit örtlich kräftigen Gewittern ins
Haus. Mindestens bis zum kommenden Wochenende zeigen alle
Computermodelle Sommerwetter pur an. Die Temperaturen steigen
nach vorübergehender leichter Abkühlung am Dienstag und vor
allem am Mittwoch im weiteren Wochenverlauf wieder deutlich
über die 30-Grad-Marke, selbst 35 Grad oder mehr sind dann
örtlich zu erwarten. Hat bisher die nächtliche Abkühlung noch
für recht angenehmen Schlaf gesorgt, ändert sich dies vor allem
zum Ende der Woche hin. Darüber hinaus wird die Luft allmählich
etwas feuchter und gebietsweise auch schwüler, die
Wärmebelastung für Mensch und Tier steigt somit weiter an.
Stellt sich also die Frage, was man gegen die zu erwartende
Hitze und Schwüle tun kann? Natürlich sollte man sich "luftig"
kleiden, dabei ist es besser, auf synthetische Stoffe zu
verzichten, da sie allzu schnell verschwitzt sind und dann
kleben. Weiterhin ist es wichtig, viel zu trinken. Ob die
Getränke kalt oder warm sind, ist eher nebensächlich. Einen
leichten Nachteil haben kalte Getränke aber schon: Der Körper
muss zusätzliche Arbeit leisten, um die Flüssigkeit auf
Körpertemperatur zu erwärmen. Damit steigt die Wärmebelastung
des Körpers leicht an. Die wird auch gesteigert, wenn man nicht
auf mächtige oder fettige Speisen verzichten will. Besser kann
der Körper mit Obst, Gemüse und Salat umgehen. Als weitere
Maßnahme gegen Hitze können Hände, Nacken und Gesicht öfter mit
kaltem Wasser abgewaschen werden. Auch eine lauwarme oder
leichtkühle Dusche sorgt für Erfrischung. Sport ist während der
Hitze zwar grundsätzlich möglich, dabei sollte aber viel
getrunken werden. Senioren, Kindern und Menschen mit
Kreislaufproblemen ist vom Sport bei Hitze jedoch abzuraten.
Wer sich tagsüber draußen aufhält, sollte an Sonnencreme,
Sonnenbrille und einen Hut oder eine Kappe denken. Ein längerer
Aufenthalt in der Sonne ist nicht empfehlenswert, es besteht
die Gefahr eines Hitzschlages. Darauf sollte vor allem am
kommenden Samstag beim "Rudelgucken" des Viertelfinalspieles
der Fußball-WM geachtet werden.
In der Wohnung kann auch etwas gegen die Hitze getan werden:
Richtiges Lüften ist eine wichtige Maßnahme. Weil die
Temperaturen in der Nacht sinken, sollten die Fenster dann weit
geöffnet werden, damit die Wärme entweichen kann. Tagsüber
sollten Terrassentüren und Fenster jedoch eher angelehnt oder
geschlossen werden. Des Weiteren ist es ratsam, die
Einstrahlung durch die Sonne zu verringern. Jalousien und
Rollos können tagsüber besser unten bleiben, in der Nacht hilft
es dagegen, sie nach oben zu machen, um die Durchlüftung zu
fördern. Etwas Abkühlung ist für kurze Zeit sogar durch eine
Badewanne voll kaltem Wasser möglich, die Temperatur lässt sich
in den angrenzenden Räumen um etwa 1 Grad senken. Ventilatoren
helfen den Menschen bei der Kühlung zwar auch, die
Raumtemperatur lässt sich damit aber nicht senken, da die Luft
nur verwirbelt wird.
Im Auto ist die Wärmebelastung besonders hoch. Temperaturen
über 40 Grad und deutlich mehr sind bei direkter
Sonneneinstrahlung möglich. Ein "schattiges" Plätzchen beim
Parken ist natürlich zu bevorzugen, jedoch nicht immer möglich.
Wer keine Klimaanlage hat, sollte vor Fahrtantritt das Auto
durch Öffnen aller Türen einige Zeit durchlüften. Um direkte
Einstrahlung zu verhindern, hilft es, die Seitenfenster mit
Handtüchern abzuhängen.
Die schönste Maßnahme gegen Hitze ist es aber, an den See oder
ins Freibad zu gehen und dort das kühlende Nass zu genießen.
Und das ist in den nächsten Tagen für viele sicherlich die
beste Alternative.
Südafrika 28.06.10
Es war zu befürchten, dass es angesichts dieses entscheidenden
Fußballsonntages unvermeidlich ist, im Thema des Tages auf
dieses Ereignis einzugehen . . . und so sei es nun auch. Dabei
soll es weniger darum gehen, wie viele gelbe und rote Karten
verteilt werden, ob während der Spielzeit oder in der
Nachspielzeit ein Tor fällt oder es gar ein Elfmeterschießen
gibt. Vielmehr soll das Gastgeberland aus klimatischer Sicht
näher unter die Lupe genommen werden:
Wie den meisten bekannt sein sollte, liegt Südafrika auf der
Südhalbkugel der Erde und bekanntlich dreht sich dort alles
anders herum. Nicht nur das sich die Tiefdruckgebiete mit dem
Uhrzeigersinn drehen (in Deutschland gegen den Uhrzeigersinn),
auch die Jahreszeiten zeigen einen inversen Verlauf im
Vergleich zu unseren Breiten. Entsprechend ist in Südafrika
aktuell Wintersaison. "Wie ist dies möglich?", fragt sich
vielleicht der eine oder andere. Dafür muss man sich einfach
die Zugbahn der Sonne ins Gedächtnis rufen. Wie in den
vergangenen Tagen thematisiert gibt es in Mitteleuropa derzeit
die längsten Tage. Der Grund ist, dass die Sonne in der Nähe
des nördlichen Wendekreises im Zenit steht (exakt senkrecht am
21.06.). Dementsprechend ist der Sonnenstand über Südafrika
ziemlich tief. Im weiteren Jahresverlauf wandert der
Sonnenzenit über den Äquator bis zum südlichen Wendekreise
(21.12.). Führt man sich nun vor Augen, dass Südafrika etwas
südlich des Wendekreises liegt, so wird klar, dass die Sonne
während der deutschen Wintermonate über Südafrika fast
senkrecht steht. Dadurch ist es dort in dieser Zeit nicht nur
lange hell, sondern durch die höhere Sonnenenergie auch sehr
warm.
Zusätzlich zu den umgekehrten Jahreszeiten ist das Klima in
Südafrika sehr vielseitig. So sind die südöstlichen
Küstenregionen von Südafrika (Bsp. Durban) durch häufigen Regen
subtropisch, teils auch tropisch geprägt. Dieses feuchte und
warme Klima ist vor allem dem Agulhasstrom aus dem Indischen
Ozean geschuldet. Dabei fällt der überwiegende Teil des
Jahresniederschlages in den Sommermonaten, während der Regen im
Winter etwas schwächer ist.
Gleichzeitig ist das Klima der Westküste durch den
Benguelastrom, der aus der Antarktis kommt, deutlich kühler und
trockener. Umgekehrt zur Südostküste fällt im Sommer kaum
Regen, während die Niederschlagsmengen im Winter höher sind.
Direkt an die Südostküste schließen sich die Drakensberge an,
die das Land von Nordost bis nach Südost durchziehen und Höhen
bis 3450m erreichen. Dort kann es vor allem im Winter recht
kalt werden und Schnee ist bis auf Höhen um 1500m möglich (Bsp.
Johannesburg).
Westlich der höchsten Gipfel schließt sich ein Hochplateau an,
welches starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht
ausgesetzt ist. Im Winter kann es trotzi angenehmer
Tagestemperaturen innerhalb kurzer Zeit ziemlich kalt werden
(Bsp. Bloemfontein). Während sich in den Sommermonaten durch
die Aufheizung häufig Gewitter entladen, gibt es dort im Winter
kaum Regen.
Noch etwas weiter nordwestlich finden sich die trockensten
Gebiete Südafrikas. Die dort gelegene Kalahariwüste erstreckt
sich bis in die angrenzenden Nachbarländer Botsuana und
Namibia. Südafrika zeigt also in Bezug auf das Klima eine große
Varianz.
Aber nun zurück zum Spiel. Die deutsche Mannschaft wird heute
um 16:00 Uhr (LT = MESZ) auf der südafrikanischen Hochebene in
Bloemfontein (1351 m) auflaufen. Wie bereits beschrieben sind
die Temperaturschwankungen dort recht groß. Nach einer frostig
kalten Nacht um -3 Grad hat das Quecksilber aktuell schon die
10 Grad Marke überschritten und wird bis zum frühen Nachmittag
noch auf Werte über 20 Grad ansteigen. Mit Sonnenuntergang (17:
27 Uhr) wird es dann rasch wieder kälter werden. Da das Spiel
aber schon nachmittags beginnt, werden sich die Werte noch in
einem angenehmen Bereich befinden. Je nachdem wann das Spiel
beendet ist, kann die 10 Grad Marke aber zum Ende hin auch
schon erreicht bzw. unterschritten sein. Bis zum nächsten
Morgen wird übrigens erneut deutlicher Frost erwartet. In jedem
Fall bleibt es trocken und wohl auch wolkenlos. Beste
Bedingungen also!
Auch Deutschland nähert sich nun den WM-Sommerwetter von 2006.
Auch in der kommenden Woche bleibt es heiß mit Werten die
gebietsweise die 32 Grad Marke überschreiten. Die
gelegentlichen Gewitterstörungen zum Dienstag bzw. Mittwoch
stören den Gesamteindruck keineswegs und auch danach ist
zunächst kein Ende des Hochsommers zu erwarten.
Also zumindest vom Wetter steht her steht einem Sommermärchen
rein gar nichts entgegen. Es gilt also ab 16Uhr: Daumendrücken!
Siebenschläfer 27.6.10
Am Sonntag, dem 27.Juni, ist Siebenschläfertag. Im Volksmund
hat sich eingebürgert, dass der Wetterverlauf dieses Tages das
Wetter für die nächsten sieben Wochen vorgibt. Stimmt das?
Wie es so mit den meisten Lostagen ist (z.B. Schafskälte,
Eisheilige, etc.), zeigt sich auch hier wenigstens ein Funken
an Wahrheit. Wissenschaftliche Untersuchungen haben nämlich
folgende Korrelation gezeigt. Stellt sich im Zeitraum zwischen
Ende Juni und Anfang Juli eine sogenannte Westwetterlage ein,
dann kann diese über mehrere Wochen andauern. Geprägt sind
solche Westwetterlagen durch unbeständiges und relativ kühles
Wetter mit häufigen Regenfällen. Genau das, was wir als
typischen deutschen Sommer kennen. Die Wahrscheinlichkeit, dass
eine solche Westwetterlage dann über mehrere Wochen andauert,
liegt bei mehr als 70 %.
Das Eintreffen dieser Westwetterlage ist allerdings nicht auf
den 27. Juni fixiert. Allein schon durch die Kalenderreform
durch Papst Gregor XIII. im Jahr 1582 hat sich sicherlich eine
Verschiebung dieses Lostages ergeben. Da Wetter ohnehin eigenen
Gesetzen folgt, muss man deshalb davon ausgehen, dass eine
Umstellung auf die Westwetterlage durchaus auch eine Woche
vorher oder auch eine Woche später erfolgen kann.
Ein Irrglaube ist es allerdings, wenn man meint, dass auch der
Umkehrschluss nachweisbar wäre. Stellt sich nämlich Ende Juni
eine stabile Hochdruckwetterlage ein -und dies ist in diesem
Jahr der Fall-, so muss diese keineswegs einen Bestand über
mehrere Wochen haben und uns schönes Sommerwetter bringen.
Hierfür gibt es leider keinen wissenschaftlichen Nachweis.
Schaut man aber jetzt einmal die Wetterentwicklung der nächsten
Tage, kann man allerdings wieder Hoffnung schöpfen.
Eine über Westeeuropa liegende Hochdruckzone weitet sich
nämlich nach Skandinavien aus. Damit sind die Tiefausläufer
über dem Ostatlantik blockiert und es kann sich bei uns eine
hochsommerliche Witterung einstellen. Das bedeutet: Viel
Sonnenschein, Temperaturen im Norden bis 25, im Süden zum Teil
über 30 Grad C. Zur Wochenmitte kann es allerdings hier und da
auch Gewitter geben, die örtlich auch recht kräftig ausfallen
werden. Und nach den derzeitigen mittelfristigen Unterlagen zu
urteilen, dauert diese Wetterlage zumindest bis zum kommenden
Wochenende an.
Siebenschläfer hin, Siebenschläfer her, die kommende Woche
bleibt es sommerlich. Ist doch auch etwas!
Sommer - Sonne - Hitze 26.6.10
Am Donnerstag wurde doch tatsächlich an 2 Stationen des DWD die
30 Grad - Marke geknackt: in Bendorf (bei Koblenz) und in
Rahden-Varl (bei Osnabrück).
Die Hochdruckgebiete Wendelin und Xerxes, die dieses
Sommerwetter bei uns angeleiert haben, schwächeln nur am
heutigen Freitag und auch örtlich noch am Samstag, insgesamt
können wir aber weiterhin mit Badewetter rechnen.
Apropos Baden: Die Badeseen laden noch nicht alle zum Plansch-
Vergnügen ein. Viele Seen haben derzeit Temperaturen um 18 oder
19 Grad, eher flache Gewässer können aber auch schon 22 Grad
aufweisen. Recht kalt sind jedoch noch die Seen in
Süddeutschland. Tegernsee, Titisee und Bodensee haben nur
Wassertemperaturen zwischen 13 bis 15 Grad. Diese Seen sind
derzeit noch 2 bis 3 Grad kälter als das Meerwasser in den
Küstenregionen an Nord- und Ostsee.
Wer sich erst richtig bei höheren Wassertemperaturen wohl
fühlt, dem sei das Mittelmeer mit 22 bis 24 Grad empfohlen. Das
Wasser entlang der französischen Atlantikküste ist dagegen mit
etwa 19 Grad noch recht frisch.
Aber in den nächsten Tagen werden auch bei uns die Seen rasch
wärmer, denn die Lufttemperaturen werden fast überall auf Werte
um 30 Grad klettern.
Dass es vereinzelt auch mal kräftige Gewitter gibt, trübt
keineswegs das Sommer - Gefühl, denn die gehören ja in dieser
Jahreszeit dazu.
Sicher werden einige Zeitgenossen dann wieder Grund zur Klage
über die Hitze haben!
Das Wetter kann es halt nie allen recht machen . . .
Das Sommermärchen kann weiter gehen 25.06.10
und das Wetter spielt mit. Der Mittwochabend war schon ein
richtig milder Abend. Um 20 Uhr Ortszeit lagen die Temperaturen
im Osten Deutschlands bei Werten um 20 Grad C, im Westen bei
22 bis 23 und im Ruhrgebiet sogar bei 25 Grad C.
Selbst nach Ende des Spiels lagen die Temperaturen noch
zwischen 15 und 20 Grad C. Dabei zeigten sich nur wenige
Wolken. Ideale Voraussetzungen für das kollektive Gucken (oder
in Neudeutsch: Public Viewing). Nachdem auch das Spielergebnis
für eine Fortdauer des Sommermärchens sprach, stellt sich die
Frage, ob auch das Wetter weiter mitspielen wird und nicht zum
Spielverderber avanciert.
Ursache für das sonnige und warme Wetter ist eine
Hochdruckzone, die von den Azoren über Westeuropa bis nach
Deutschland reicht. Diese Hochdruckzone bleibt auf jeden Fall
über das kommende Wochenende hinweg erhalten. Damit kann sich
auch die Luft weiter erwärmen. Zum Spielbeginn am Sonntag um 16
Uhr werden im Norden und Osten Temperaturen zwischen 20 und 25
Grad C erwartet. Im Westen und Süden steigt das Thermometer
sogar bis auf 27 Grad C und im Oberrheintal kann es sogar bis
nahe 30 Grad C warm werden. Wolken zeigen sich nur wenige und
es bleibt trocken. Viele kühle Getränke und ein ordentlicher
Sonnenschutz sind also ein Muss, denn bei der starken
Sonneneinstrahlung ist die ungeschützte Haut nach 2 mal 45
Minuten garantiert verbrannt.
Vielleicht noch ein paar Worte zum Wetter in Südafrika. In
Bloemfontein, dem Spielort der deutschen Mannschaft, wird am
Sonntag leicht wolkiges Wetter erwartet und es bleibt trocken.
Nach einer kalten Nacht -die Tiefsttemperaturen sollen bei -2
Grad C liegen- steigt am Nachmittag die Temperatur auf 16 Grad
C. Also ideale Spielbedingungen.
Wer nun aber mit Fußball überhaupt nichts anfangen kann, auch
für den ein paar Worte zum Wochenendwetter. Sowohl am Samstag
als auch am Sonntag bleibt es sommerlich warm. Lediglich im
Süden können sich in den Nachmittagsstunden ein paar kurze
Wärmegewitter entwickeln. Das war es dann aber auch schon mit
Niederschlag. Am Samstag steigen die Temperaturen bis 28, am
Sonntag sogar bis nahe 30 Grad C. Nur im Küstenbereich liegen
die Höchstwerte lediglich bei 20 Grad C. Aber auch dort ist es
vor allem am Sonntag vielfach sonnig.
Zum Schluss noch eine positive Nachricht zur weiteren Planung
für alle Sommerfreunde. Auch zum Beginn der kommenden Woche
zeigt sich zunächst noch keine grundsätzliche Änderung des
Sommerwetters.
Mittelprächtiger Juni? 24.6.10
Der Monat ist natürlich längst noch nicht zu Ende, und doch
hört man allenthalben Klagen, dass der Sommer ja noch immer
nicht "richtig" angefangen habe. Deswegen sei an dieser Stelle
ein erster Blick auf die Statistiken gestattet.
Die bisherigen Temperaturabweichungen in Bezug auf den
langjährigen Mittelwert sind tatsächlich nur gering und liegen
zwischen +0,8 Grad und -0,8 Grad. Wenn man nun bedenkt, dass
die Temperaturen in den nächsten Tagen noch deutlich in die
Höhe gehen, dann kann sich die Wärmebilanz des diesjährigen
Junis sicher sehen lassen.
Die Niederschläge wiederum verteilten sich sehr ungleichmäßig
übers Land. Das Voralpengebiet bekam schon viel mehr ab, als im
vieljährigen Mittel. Es gab sogar Gebiete, in denen an einem
einzigen Tag mehr als 100 Liter Regen vom Himmel rauschten!
Ganz anders sieht die Situation in den östlichen Bundesländern
aus, dort kamen örtlich bisher noch nicht einmal 10% des
üblichen Niederschlags zusammen.
Diese erste oberflächliche Betrachtung des Juni 2010 wird in
den nächsten Tagen modifiziert.
Gefühlte Temperatur 23.06.10
Wer sich derzeit bereits in den Frühstunden im Freien bewegen
muss, hat eigentlich nicht das Gefühl, dass bei uns Sommer ist.
Tiefsttemperaturen von 6 bis 10 Grad gehören eigentlich in eine
andere Jahreszeit! Diejenigen, die sich frühmorgens auf das
Fahrrad schwingen, sind geneigt zu Handschuhen und Mütze zu
greifen - zu recht, fühlt sich die Luft sogar noch bedeutend
kälter an, als uns das Thermometer anzeigt. Beispielsweise
wurden heute (Dienstag) früh um 6 Uhr in Erfurt 6,7 Grad
gemessen, die Gefühlte Temperatur lag hingegen bei sage und
schreibe -2 Grad! In den übrigen Regionen war die Kälte zwar
auch deutlich spürbar, die Differenzen aber nicht ganz so
extrem. Kaum Unterschiede zwischen gefühlter und tatsächlicher
Temperatur zeigten sich am regnerischen Alpenrand.
Wieso können sich eigentlich Luftmassen bei gleicher Temperatur
unterschiedlich anfühlen?
Zum einen liegt es natürlich am subjektiven Temperaturempfinden
eines jeden Menschen, aber dieses Phänomen wollen wir jetzt mal
ausklammern.
Zu den messbaren Faktoren gehört der Wind. Bei Windstille kann
sich beispielsweise auch ein sonniger Wintertag "warm"
anfühlen, sogar bei frostigen Temperaturen. Umgekehrt kann es
bei Wind sogar frostig kalt sein, obwohl die Temperaturen im
Plus-Bereich liegen. Sommerliche Hitze wiederum ist mit
spürbarer Luftbewegung oft erträglicher.
Ein weiterer Faktor ist die Luftfeuchte. Trockene Luft
empfinden wir kühler als feuchte Luft. Saunagänger merken das
besonders beim Aufguss, bei dem sich die Lufttemperatur nicht
ändert, wohl aber das Hitzeempfinden.
Wind und Luftfeuchte sind für die Beurteilung der sommerlichen
Wärmebelastung am wichtigsten. Diese lässt sich tatsächlich
errechnen. Bei Überschreitung bestimmter Schwellenwerte werden
vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sogar Warnungen ausgegeben,
die im Internet veröffentlicht werden, aber auch an bestimmte
Kundenkreise wie z.B. Altenheime weiter geleitet werden.
Wer mehr darüber wissen möchte, kann sich ausführlich im
Wetterlexikon des DWD unter "Gefühlte Temperatur" informieren.
Sommersonnenwende 22.06.10
Heute, am 21. Juni 2010, um 13:28 Uhr Mitteleuropäischer
Sommerzeit (MESZ), erreicht die Sonne im Verlaufe des Jahres
auf ihrer scheinbaren Bahn durch den Tierkreis (Ekliptik) ihren
nördlichsten Punkt gegenüber dem Himmelsäquator. Das ist der
Astronomische Sommerbeginn auf der Nordhalbkugel, die Sonne hat
mit ca. +23.5° ihre größte nördliche Deklination und kulminiert
senkrecht über dem nördlichen Wendekreis. Auf der Ekliptik
steht die Sonne bei einer Rektaszension von 90° im Sommerpunkt,
welcher sich seit kurzem im Sternbild Stier (lat. Taurus)
befindet. Wegen der durch die Kreiselbewegung des Erdkörpers
hervorgerufenen Präzession der Erdachse wandert der Sommerpunkt
im Laufe von ca. 25800 Jahren einmal durch den gesamten
Tierkreis (sog. Platonisches Jahr). So lag er während der
Antike noch im Sternbild des Krebses (lat. Cancer). Aus dieser
Zeit stammt auch die Bezeichnung "Wendekreis des Krebses" für
den nördlichen Wendekreis.
Auf der Nordhalbkugel herrschen heute der längste Tag und die
kürzeste Nacht des Jahres, bei uns verlaufen etwa zwei Drittel
der täglichen Sonnenbahn oberhalb des Horizontes. In Frankfurt
am Main (50°07' nördl. Breite, 08°41' östl. Länge) ging die
Sonne um 05:18 Uhr (MESZ) auf und geht um 21:40 Uhr (MESZ)
unter, der lichte Tag dauert also 16 h und 22 min, die Sonne
erreicht mit ca. 63.5° ihre größte jährliche Mittagshöhe über
dem Horizont. Am nördlichen Polarkreis gibt es heute einen Tag
ohne Sonnenuntergang, weiter polwärts herrscht bereits Polartag.
Nach der Sonnenwende werden die Tage wieder kürzer und die
Sonne wendet sich allmählich von uns ab. Jedoch ist noch lange
Sommer im Kalender und aufgrund der thermischen Trägheit des
Klimasystems sind Juli und August bei uns im Mittel die
wärmsten Monate.
Bergauf oder bergab? 20.06.10
Wer unter 'Sommerwetter' tagelange Phasen mit viel Sonnenschein
und Temperaturen über 25 Grad versteht, muss konstatieren, dass
der Sommer 2010 noch nicht so richtig 'in die Pötte' gekommen
ist. Zwar gab es schon vielversprechende Ansätze, doch meist
war nach ein, zwei Tagen alles vorbei. Wenn sich dazu noch
Höchsttemperaturen gesellen, die landesweit die 20-Grad-Marke
klar verfehlen, wie an diesem Wochenende, ist bei manchem
Zeitgenossen der Wetterfrust perfekt. Da ist es sogar im
winterlichen Südafrika gebietsweise wärmer.
Besonders heftig erwischte es in den vergangenen Tagen die
Regionen in Alpennähe. Dort sorgte das Wetter nicht nur für
Frostbeulen, sondern auch für Schwimmhäute zwischen den
Fingern. So fielen von Donnerstagfrüh bis Sonntagfrüh
gebietsweise Regenmengen von mehr als 100 Liter pro
Quadratmeter. Dabei verlagerte sich der Schwerpunkt der
Regenfälle allmählich vom südlichen Baden-Württemberg zum
Bayerischen Alpenrand.
So gesehen kann es wettertechnisch in den nächsten Tagen nur
eine Richtung geben - bergauf. Und tatsächlich deutet sich für
den Verlauf der kommenden Woche ein allmähliches Ansteigen der
Temperaturen an. In der zweiten Wochenhälfte könnte es dann
auch wieder die von vielen ersehnten Sommertemperaturen über 25
Grad geben. Dazu wirkt dann auch wohl leichter
Hochdruckeinfluss, so dass der Wettercharakter vielfach recht
freundlich ausfallen dürfte, einzelne Schauer und Gewitter sind
aber im Preis inbegriffen.
Und doch geht es irgendwie ab Montag wieder bergab. An diesem
Tag nämlich, etwa zur Mittagszeit, so kurz vor halb zwei
Sommerzeit, erreicht die Sonne ihren nördlichsten Punkt auf
ihrer scheinbaren Bahn - sprich - auf der Nordhalbkugel der
Erde ist kalendarischer Sommeranfang. Eigentlich ist es ja
bereits der Höhepunkt des Sommers, denn nun ist die
größtmögliche Sonneneinstrahlung erreicht. Ab diesem Zeitpunkt
geht die Energiezufuhr ganz langsam wieder zurück.
Glücklicherweise sind diese Abstriche von der maximale
Energieeinstrahlung zunächst, man kann sagen bis in den Juli
hinein, kaum spürbar. Zudem reagieren die Landmassen der Erde,
und erst recht die Ozeane mit ihrer großen
Wärmeaufnahmefähigkeit, sehr träge, so dass die höchsten
Temperaturen des Jahres - im langjährigen Schnitt - in den
kontinental geprägten Gebieten erst im Juli, an und auf den
Ozeanen sogar erst im August erreicht werden. Da bleibt also
noch viel Hoffnung für den Sommer 2010.
Regen in Europa 18.06.10
Nachdem infolge der sintflutartigen Regenfälle im Südosten
Frankreichs 15 Menschen ums Leben kamen und umfangreiche
Verwüstungen zu beklagen waren, regnete es gestern und in der
vergangenen Nacht weiter, wenn auch längst nicht mehr so
intensiv. In Le Luc (43°25'N, 006°21'E, 80 m ü. NN) fielen von
gestern früh bis heute 06:00 UTC 18 L/m² (1 L/m² = 1 mm), in
Hyères (43°06'N, 006°10'E, 2 m ü. NN) wurden 11 mm registriert.
In der Südhälfte Europas blieb es vielerorts regnerisch. Vor
allem die Biskaya ist gerade auch im Sommer für schlechtes
Wetter, starke Stürme und hohen Seegang bekannt. So fielen in
Bilbao (43°20'N, 002°52'W, 42 m ü. NN) innerhalb von
vierundzwanzig Stunden bis heute früh 115 mm, in San Sebastian
(43°23'N, 001°48'W, 5 m ü. NN) 110 mm.
Durch das Tiefdruckgebiet ELIANE waren besonders die Gebiete
südlich des Alpenhauptkammes betroffen, am Lago Maggiore wurden
in Locarno-Monti (46°10'N, 008°46'W, 366 m ü. NN) 83 mm und im
höher gelegenen Cimetta (46°12'N, 008°48'W, 1672 m ü. NN) 78 mm
gemessen. Im kroatischen Daruvar (45°38'N, 017°13'E,
161 m ü. NN) beobachtete man 67 mm.
Die Niederschläge in Süddeutschland hielten sich bislang in
Grenzen, jedoch bleibt Tief ELIANE bis morgen wetterwirksam,
sorgt für ergiebigen Dauerregen, der schauerartig verstärkt und
mit Gewittern verbunden sein kann und gebietsweise
Unwettergefahr in sich birgt.
Anderswo ist es noch schlimmer... 17.06.10
Den Zeitgenossen, die sich zunächst über den langen und zu
kalten Winter, dann über den kühlen und nassen Mai, nun über
das ausbleibende Badewetter (...ist das jetzt Schafskälte?)
echauffier(t)en und womöglich bei der nächsten, allerdings auch
mittelfristig noch nicht abzusehenden Hitzeperiode vor lauter
Schwüle keine Luft mehr bekommen, sei ins Stammbuch
geschrieben: anderswo ist es noch schlimmer, beispielsweise in
Südfrankreich oder in Bangladesch.
Bleiben wir zunächst in Europa. Seit Wochenbeginn herrscht
tiefer Luftdruck über dem westlichen Mittelmeerraum. Und im
Sommer können aufgrund höherer Temperaturen und
Wasserdampfgehalte auch recht flache Depressionen heftige
Wettererscheinungen hervorrufen. Im Einflußbereich von
Tiefdruckgebiet ELIANE fielen am gestrigen Dienstag, durch
kräftige Gewitter verstärkt, innerhalb von zwölf Stunden bis
18:00 UTC im idyllischen Le Luc-en-Provence (43°25'N, 006°21'E,
80 m ü. NN), auf halbem Wege zwischen Nizza nach Marseille
gelegen, 237 Liter Regen pro Quadratmeter (L/m² = mm). Im
benachbarten Hyères-les-Palmiers (43°06'N, 006°10'E, 2 m ü. NN)
- südlichste Stadt der Provence und beliebter Badeort - waren
es 158 mm. Da es in der vergangenen Nacht weiter regnete,
erhöhte sich die Niederschlagsmenge in Le Luc bis heute früh
06:00 UTC auf 286 mm, in Hyères auf 172 mm.
Das sind Dimensionen, wie sie in den Tropen üblich sind. In den
vierundzwanzig Stunden bis gestern Abend 18:00 UTC fielen in
Cox's Bazar (Bangladesch, 21°25'N, 91°58'E, 2 m ü. NN) 249 mm,
bis heute 00:00 UTC in Heyuan (Südchina, 23°58'N, 114°42'E,
61 m ü. NN) 131 mm, in Tanjung Karang (Sumatra, 04°56'S,
105°19'E, 96 m ü. NN) 119 mm und in Bitung (Sulawesi, 01°28'N,
125°09'E, 3 m ü. NN) 110 mm.
Auch der mittlere Westen der USA, im Sommer als Tornado-Alley
berüchtigt, brachte sich mit gewittrigen 141 mm Regen in
vierundzwanzig Stunden, gemessen in Oklahoma City (35°26'N,
097°42'W, 395 m ü. NN) bis gestern 12:00 UTC, in die
Nachrichten.
Witterung in den Tropen und Subtropen 16.06.10
Kurz vor der nordhemisphärischen Sommersonnenwende verläuft die
sog. Innertropischen Konvergenzzone (ITC), ein im Laufe des
Jahres den Sonnenhöchstständen folgender, durch Konvektion und
vertikalen Massenabfluß verursachter, weltumspannender
Tiefdruckgürtel, nördlich des Äquators. In seinem Bereich
treten, mit Schwerpunkt in der zweiten Tageshälfte, meist von
heftigen Gewittern begleitete Starkregenfälle auf, die
Zenitalregen genannt werden. So regnete es innerhalb von
vierundzwanzig Stunden bis heute früh 06:00 Uhr Weltzeit im
westafrikanischen Cotonou (Benin, 06°35'N, 002°22'E, 5 m ü. NN)
60 L/m², in Tabou an der Elfenbeinküste (04°29'N, 007°20'W,
21 m ü. NN) fielen 46 mm und im benachbarten San Pedro (ebenda,
04°49'N, 006°40'W, 30 m ü. NN) 38 mm. Üppige Niederschläge gab
es auch in Zentralamerika und der Karibik, beispielsweise
innerhalb von vierundzwanzig Stunden bis gestern 12:00 UTC am
Kap San Antonio (22°02'N, 084°56'W, 8 m ü. NN), dem
westlichsten Punkt Kubas, 57 mm. Unabhängig davon sind die
inneren Tropen immer für Starkregen gut, so in Turiacu im
brasilianischen Bundesstaat Maranhão (01°36'S, 045°26'W,
44 m ü. NN) mit 67 mm im selben Zeitraum. Gleichzeitig brachten
heftige Gewitter weiter nördlich, im mittleren Westen der USA,
in Oklahoma City (35°26'N, 097°42'E, 395 m ü. NN) 57 mm, in
Wichita (Kansas, 37°49'N, 097°27'W, 406 m ü. NN) 52 mm.
Nahezu zwergenhaft wirken die ebengenannten Zahlen gegenüber
den von intensivem Monsunregen verursachten Niederschlägen: Bis
heute früh 06:00 UTC registrierte man in Cox's Bazar (Bangla
Desh, 21°25'N, 91°58'E, 2 m ü. NN) 281 mm. Auch in Südchina
regnete es vielerorts mehr als 100 mm.
Und jährlich grüßt der Monsun 15.06.10
Während das Wetter in Deutschland derzeit nicht viel
Spektakuläres zu bieten hat (außer vielleicht dem Dauerregen in
Südostbayern) und die nächsten Tage auch eher gemäßigt zugehen,
plagen sich die Inder mit dem alljährlich wiederkehrenden
Monsun herum, der zum Teil für exorbitante Regenmengen sorgt.
Dabei kehrt der Monsun in beharrlicher Regelmäßigkeit im Juni
und Juli nach Indien und Teile Südostasiens zurück und endet
etwa im September und Oktober. Ursache dieses Klimaphänomens
ist die Nord- und Südverlagerung der Innertropischen
Konvergenzzone (ITC = "Inter Tropic Convergence") mit dem
Sonnenhöchststand. Die ITC ist eine Tiefdruckrinne, die wenige
100 km breit ist und sich in Äquatornähe befindet. Die
Konvergenz (im meteorologischen Sinne für Zusammenströmen) wird
durch die starke Sonneneinstrahlung erzeugt, die für
Konvektion, also einem Aufsteigen erwärmter Luft, sorgt. Damit
kommt es häufig zu Wolken- und Schauerbildung. Die Natur ist
nun bestrebt, den Massenverlust in den untersten Schichten
auszugleichen. Dadurch entstehen die sogenannten Passatwinde,
die in Richtung der ITC wehen und dabei noch durch die
Corioliskraft abgelenkt werden.
Die ITC verläuft im Jahresgang nicht genau auf dem Äquator,
sondern folgt dem höchsten Sonnenstand. Im Winter (im Folgenden
immer bezogen auf die Nordhalbkugel) liegt die ITC etwa auf 10
Grad südlicher Breite, um im Sommer auf 10 bis 15 Grad
nördlicher Breite zu wandern. Auf dem indischen Subkontinent
bewirkt die Aufheizung im Sommer noch eine zusätzliche
Nordverlagerung der ITC. Folge davon ist die Drehung des
Windes, die entscheidend zum Monsun beiträgt. Im Winter weht
der Wind in Indien aus Nordosten in die südlich liegende ITC
(der ursprünglich von Nord nach Süd gerichtete Wind wird durch
die Corioliskraft auf der Nordhalbkugel nach rechts abgelenkt).
Daher gelangen trockene und kalte Luftmassen aus dem stabilen
Sibirienhoch nach Indien. Im Sommer dagegen strömt der Wind aus
Südwesten in die nun nördlich liegende ITC (der ursprünglich
von Süd nach Nord gerichtete Wind wird auch hierbei nach rechts
abgelenkt). Diese Strömung reichert sich über dem Indischen
Ozean mit Feuchtigkeit an und trifft dann auf den Indischen
Subkontinent. Hier kommt es zu intensiven Regenfällen, die
durch orographische Effekte zum Teil noch deutlich verstärkt
werden können. Die höchste jemals gemessene jährliche
Niederschlagsmenge wurde weltweit daher auch in Indien
erreicht, die Regenmenge betrug 26.461 mm in Cherrapunji am
Himalaya im Nordosten des Landes (1312 m ü. NN), gemessen wurde
sie vom 01.08.1860 bis zum 31.07.1861. Das entspricht einer
Wassersäule von über 26 m Höhe.
Zum Vergleich: Die größte jemals in Deutschland erreichte
Regenmenge innerhalb eines Jahres betrug im Jahre 1970 3.503,1
mm, gemessen wurde sie in Balderschwang im Allgäu (1050 m ü.
NN). Im übrigen Deutschland fallen im Durchschnitt etwa 500 bis
800 mm im Jahr. Das mag manch einem schon zu viel an Regen zu
sein, verglichen mit dem indischen Regen ist das aber nur eine
Kleinigkeit.
Droht die Schafkälte? 13.06.10
Unter der Schafkälte versteht man einen sehr häufig Mitte Juni
(Zeit der Schafschur) auftretenden Kaltluftvorstoß aus
nördlichen Breiten, der meist mit unbeständigem, regnerischem
Wetter einhergeht und einen empfindlichen Temperaturrückgang
einleitet. Auch kann sich hierbei in den Hochlagen der
Mittelgebirge mitunter vorübergehend eine dünne Schneedecke
bilden.
Die Schafkälte gehört zu den Kälterückfällen, die für das
mitteleuropäische Klima im Frühsommer eher typisch sind und
durch Meeresluftvorstöße infolge einer rascheren Erwärmung des
Festlandes zwangsläufig herbeigeführt werden.
Soweit die Regel. Wie es dieses Jahr aussieht scheint die Regel
bestätigt zu werden. Kaum hatten wir Anfang Juni die erste
Warmphase in diesem Frühsommer, was auch typisch für den
Wetterablauf innerhalb eines mitteleuropäischen Wetterjahres
ist, so hat der letzte Vorstoß kalter Meeresluft, vom Nordmeer
kommend, Norddeutschland erreicht und bringt dort nun kühles
und eher wolkenreiches Wetter mit allerdings nur leichten
Regenfällen.
In der Mitte Deutschlands sorgt schwacher Hochdruckeinfluss
dafür, dass die kühlere Meeresluft zu einem weitgehend
trockenen Sonne-Wolken-Mix verpufft, in Süddeutschland hält
sich dagegen die tags zuvor eingeflossene feucht-warme
Mittelmeerluft weiterhin, so dass es dort bis auf weiteres bei
wechselhaftem Sommerwetter mit teils kräftigen Schauern und
Gewittern bleibt.
An dieser Konstellation ändert sich bis etwa Freitag kaum
etwas. Im Gegenteil, vorübergehend dehnt sich die freundlichere
Wetterzone aus der Mitte Deutschlands auch nach Norddeutschland
hin aus, so dass Tagestemperaturen zwischen 18 und 25 Grad auch
im Norden die Regel sein dürften.
Nun könnte man glauben, wird nichts dieses Jahr mit der
Schafskälte. Aber Vorsicht, zum kommenden Wochenende deuten die
neuesten Computersimulationen einen neuen, massiveren
Kaltluftvorstoß bis zu den Alpen hin an, der dann in
Deutschland der Schafkälte gemäß obiger Definition zum
Durchbruch verhelfen dürfte.
Eine weitere Gewitternacht
12.06.10
Die Mischung stimmt derzeit einfach, wenn es darum geht, die
Atmosphäre zum Brodeln zu bringen und Gewitter auszulösen. Zur
Zutatenliste sommerlicher Gewitter gehören:
Ausreichend feuchte Luft. Die war in den letzten Tagen,
speziell auch gestern und in der vergangenen Nacht, vorhanden.
Die Taupunkte lagen teilweise bei 20 Grad oder nur wenig
darunter. Die Luft ist aber nicht nur sehr warm, die Temperatur
geht mit zunehmender Höhe auch recht rasch zurück, was nichts
anderes bedeutet, als dass die Luftmasse vertikal instabil
geschichtet ist und ein kleiner Anstoß genügt, um die
Atmosphäre "umkippen" zu lassen. Das ist die nächste Zutat im
Gewitterrezept. Ändert sich die Windrichtung und die
Windgeschwindigkeit mit der Höhe auch noch stark, spricht man
von großer vertikaler Windscherung, eine weitere wichtige Zutat
im Rezept für Schwergewitter. All diese Ingredienzen waren auch
in der letzten Nacht vorhanden, so dass dem Gelingen des
Gewittermenüs fast nichts mehr im Wege stand.
Die Gewitter entstanden gestern Abend über Frankreich und zogen
in der Nacht zu Freitag in den Südwesten und die Mitte
Deutschlands. Am Freitagmorgen erreichten die Gewitter dann
auch den Nordosten der Republik. Auf ihrem Weg ließen die
Gewitter wieder eine Menge Regen ab und auch Orkanböen wurden
beobachtet. On Top in Sachen Niederschlag war Grünstadt in der
Vorderpfalz, wo es bei den Gewittern 50 Liter Regen auf einen
Quadratmeter gab. Die stärkste Böe wurde auf dem Weinbiet
(Rheinland-Pfalz) gemessen, Orkanstärke 12 mit satten 130 km/h
wurde dort erreicht. Der Flughafen in Frankfurt war noch mit
100 km/h Wind dabei, im nordhessischen Fritzlar wurden 97 km/h
gemessen. Die Gewitter, die aktuell im Nordosten der Republik
zugange sind, toben sich zwar nicht ganz so doll aus, wie ihre
nächtlichen Vorgänger, kräftig sind sie aber allemal.
Der Schwerpunkt der Gewittertätigkeit liegt am heutigen Freitag
im Nordosten und am Alpenrand, wo es örtlich erneut heftig
regnen kann in Begleitung schwerer Sturmböen. Am Wochenende
entspannt sich die Lage allerdings wieder deutlich, da von
Nordwesten her kühlere Luft einfließt und damit die Neigung zu
Gewittern und deren Intensität nachlässt.
Hitze und Schwüle ade ? - Umstellung der Wetterlage in Sicht 11.06.10
Nachdem am Mittwoch an dieser Stelle ausführlich über Hitze und
vor allem Schwüle berichtet wurde, kann es gut sein, dass das
Pendel in den nächsten Tagen wieder in die andere Richtung
ausschlägt, was die Allgemeinheit sicherlich mit gemischten
Gefühlen zur Kenntnis nehmen dürfte. Bevor es soweit ist,
scheint es aber opportun, ein paar Worte zum aktuellen
Geschehen zu verlieren.
Die Hauptrolle im west- und mitteleuropäischen Wettertheater
spielt derzeit das Tief DORIS über der Biscaya, das massiv
warme bis heiße Subtropikluft von Süden her nach Deutschland
pumpt. Auf dem Weg dorthin nimmt die Luftmasse reichlich
Feuchtigkeit über dem Mittelmeer auf, was dann nicht nur die
besagte Schwüle, sondern auch kräftige Gewitter zur Folge hatte
und auch noch haben wird. Wie fast immer bei solchen Lagen
wimmelt es in den Wetterberichten nur so von Begriffen wie
"kräftige/starke Gewitter, Unwetter, Hagel, Starkregen, usw".
Schaut man dann am Ende eines Tages oder einer Nacht auf die
Bilanz des Geschehenen, so findet man nicht wenige Orte und
Gebiete, in denen überhaupt nichts passiert ist, sprich, kein
einziger Blitz wurde gesichtet, kein Donnergrollen vernommen
noch wurde auch nur ein Spritzer Regen registriert. Warum und
wieso das so ist, ist ein eigenes Thema, das an dieser nicht
dezidiert und differenziert erörtert werden kann und soll. Nur
soviel, die Prognose von Gewittern sowohl hinsichtlich ihrer
zeit-räumlichen Verteilung als auch ihrer Intensität stellt
nach wie vor eine der größten Herausforderungen der
Vorhersagemeteorologie dar, sowohl von der numerischen Seite
(also alles das, was die Computer so liefern) als auch von der
praktischen Seite (alles das, was der Mensch/Meteorologe
beisteuert).
Zurück zu den Fakten der jüngsten Vergangenheit, die eine
relativ eindeutige Sprache sprechen. Sowohl am Mittwoch, mehr
noch aber in der Nacht zum Donnerstag kam es bevorzugt in
Teilen West- und Norddeutschlands sowie der Mitte zu kräftigen
Gewittern mit allen erdenklichen "Schweinereien" von Platzregen
über Hagel und Sturm bis hin zu einzelnen Tornados (gesichtet
in NRW). Besonders betroffen war ein Streifen, der etwa von der
Südpfalz über das Rhein-Main-Gebiet und Mittelhessen bis nach
Südniedersachen sowie ins Ostwestfälische reichte. Auf dieser
Spur zog ein so genannter Gewittercluster mit mehreren
Schwerpunkten hinweg, ein organisiertes System, das eine
Eigendynamik entwickelte und im vorliegenden Fall besonders
durch starken Regen in Erscheinung trat. So wurden an einigen
Orten Regenmengen zwischen 40 und 60 Liter pro Quadratmeter
innerhalb kurzer Zeit registriert, Mengen, die das
Fassungsvermögen der örtlichen Kanalisation vor eine harte
Probe stellte, die nicht immer bestanden wurde. Hinzu kamen bei
zum Teil hoher Blitzfrequenz Einschläge in Gebäude mit
Brandfolge (u.a. in Nordhessen). Im Süden und Osten waren
Gewitter deutlich seltener, obwohl es dort mit Höchstwerten um
oder sogar etwas über 30 Grad am heißesten war.
Kommen wir nun zur Zukunft, die zunächst noch im Zeichen von
DORIS und der dazugehörigen Subtropikluft steht. Entsprechend
muss bis einschließlich Freitag noch mit einigen Gewittern und
Starkregenfällen gerechnet werden, wobei weiterhin gilt, dass
es längst nicht alle trifft. Dort, wo es "funkt", kann es
allerdings kräftig zur Sache gehen. Detailvorhersagen und
Warnungen können aus den bereits genannten Gründen aber nur
kurzfristig gemacht werden, so dass es sich lohnt, immer mal
wieder einen Blick auf die Warnseite des DWD im Internet
(www.wettergefahren.de) zu riskieren.
Ab Samstag, und da schließt sich nun endlich der Kreis, deutet
sich eine substanzielle Umstellung der Großwetterlage an. Tief
DORIS knickt ein und erscheint nur noch rudimentär auf der
Wetterkarte, während sich gleichzeitig ein dickes fettes Tief
über Skandinavien regelrecht aufbläst. Dieses noch namenlose
Tief schickt von Nordwesten her eine Kaltfront nach
Deutschland, die ihren Namen wirklich verdient hat. Sie führt
Meeresluft polaren Ursprungs heran, die im Tagesverlauf große
Teile Norddeutschlands überzieht und dort besonders im
Binnenland für einen merklichen Temperaturrückgang sorgt. Nach
Süden halten sich hingegen noch Reste der vormals
wetterbestimmenden feuchten Warmluft, allerdings wird es auch
dort längst nicht mehr so heiß wie vorher. Am Sonntag deutet
sich dann eine Dreiteilung des Wetters an, wobei die endgültige
Messe noch nicht gelesen ist. Im Norden wechselhaft mit Wolken,
etwas Sonne, einzelnen Schauern, mitunter auflebendem Wind und
Temperaturen unter 20 Grad - Schafkälte eben. In der Mitte
schließt sich ein heiter bis wolkiger und wahrscheinlich
trockener Streifen mit Temperaturen um oder etwas über 20 Grad
an, bevor sich im Süden bei einer Mischung aus Wolken und
sonnigen Abschnitten Schauer oder einzelne Gewitter bilden
können bei Werten bis zu 25/26 Grad. Aber wer interessiert sich
am Sonntag noch fürs Wetter, wenn erst mal der Ball in
Südafrika rollt...
Hitze und Schwüle 10.6.10
"Zunächst vielerorts heiß mit zunehmender Schwüle, die sich in
kräftigen Gewittergüssen entlädt" - so lautet die kurzfristige
Wetterprognose in Form einer Schlagzeile. An der Vorderseite
eines kräftigen Tiefdruckkomplexes über Westeuropa wird mit
südlicher Strömung Warmluft aus dem Mittelmeerraum und
Nordafrika herangeführt.
Mensch und Natur leiden unter der Hitze, insbesondere die sog.
Schwüle kann unser Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen.
Schwüle charakterisiert die Behinderung der Fähigkeit des
menschlichen Körpers, über Verdunstung (Schwitzen) Wärme an die
Umgebung abzugeben. Bei hoher Luftfeuchte kann Wärmestau zu
Hyperthermie und im Extremfalle zu lebensbedrohendem Hitzschlag
führen.
Wann aber ist es schwül? Schwüle ist ein subjektives Empfinden,
es gibt keine eindeutige, meteorologisch fundierte Definition.
Man kann aber eine Schwülegrenze anhand einer Kombination von
Werten im Temperatur-Feuchte-Milieu festlegen. Ausgangspunkt
einer vereinfachten Betrachtung ohne die Berücksichtigung von
Wärmestrahlung, Luftbewegung sowie körperlicher Aktivität ist
ein absoluter Wert, und zwar ein Dampfdruck von 18.8 hPa, der
einem Taupunkt von 17 °C entspricht.
Je höher die Lufttemperatur ist, desto geringer wird die zur
Darstellung von 18.8 hPa notwendige relative Feuchte. Bei einer
Temperatur von ca. 17 °C beträgt der Sättigungsdampfdruck
gerade 18.8 hPa, d.h. es müssen etwa 100 % relative Feuchte
herrschen, um Schwüle zu erreichen. Bei 20 °C werden immerhin
80 %, bei 30 °C noch 44 % und bei 40 °C nur ca. 25 % relative
Luftfeuchte benötigt, um das Milieu als schwül zu empfinden.
Warum ist es auf den Inseln im Frühjahr so kühl ? 07.06.10
Im Frühjahr hört man in allen auch die Küste betreffenden
Wettervorhersagen regelmäßig Vorhersagetexte dieser Art:
Höchsttemperaturen um 25, an der Küste und auf den Inseln kaum
20 Grad.
Verantwortlich dafür ist die Sonne, die nicht in der Lage ist,
die Luft zu erwärmen.
Die Sonne kann nur den Erdboden oder das Wasser erwärmen, die
dann wiederum ihre Wärme an die Luft abgeben und diese so
aufheizen.
Die Erdoberfläche erwärmt sich wesentlich schneller als die
Wasseroberfläche.
Die warme Luft über der Erde steigt auf und da die aufsteigende
Luft ersetzt werden muss, wird die fehlende Luft aus der
Umgebung herangeholt.
Das ist an der Küste und insbesondere auf den Inseln Luft, die
über dem Wasser kaum angewärmt wurde. Infolgedessen weht etwa
ab 11 Uhr vormittags ein kühler Seewind, der im Hochsommer als
sehr angenehm empfunden wird, im Frühjahr aber die Inseln lange
auf den ersten Sommertag mit Werten über 25 Grad warten lässt.
Derzeit liegen die Meerestemperaturen an der Nord- und Ostsee
bei ca. 12 bis 15 Grad und daher ist es kein Wunder, dass es
bei 25 Grad im Binnenland an den Küsten und auf den Inseln kaum
einmal 20 warm Grad wird.
In Gegenden mit großen Wattflächen kann sich bei geschickter
Kombination von Gezeiten, Wind und Sonnenschein der Effekt
abschwächen.
Auch bei einem kräftigen Wind, der dem oben beschriebenen
Seewind entgegenwirkt, kann es auch an den Küsten wärmer werden.
Weht beispielsweise über die Ostfriesischen Inseln, die sich
parallel zum Festland in west- östlicher Richtung erstrecken,
ein kräftiger Südwind, dann fällt an den Nordstränden der
Seewind aus und es kann dort trotz kühlen Meerwassers
überraschend warm werden. Denn die Luft hat sich beim
Überqueren des leicht aufzuheizenden sandigen Inselbodens stark
erwärmt.
Den kälteren Lufttemperaturen auf den Inseln steht im Frühjahr
eine größere Sonnenscheindauer gegenüber. Das gleicht zumindest
für diejenigen, die sich in der Sonne aufhalten können, die
kühleren Temperaturen aus. Aber aufgepasst! Einen Sonnenbrand
holt man sich am Wasser schneller als an Land.
Viel Regen in Südbayern 4.06.2010
Das Tief BERGTHORA, das über Deutschland hinweg nach Osteuropa
gezogen ist, hat in den letzten Tagen besonders den Südosten
Deutschlands mit reichlich Regen bedacht. Ursache war, dass
dieses Tief feuchte Mittelmeerluft nach Deutschland lenkt.
Diese relativ milde Luft schiebt sich über die von Norden
einfließende Kaltluft und regnet sich ab. Die größten
Regenmengen fallen bei derartigen Wetterlagen natürlich dort,
wo die einströmende Luft auf Hindernisse trifft, und das sind
in diesem Fall gerade die Alpen. Deswegen waren in den letzten
Tagen die Gebiete in Alpennähe mit besonders viel Regen bedacht
worden.
Die Computerberechnungen deuteten ein derartiges extremes
Ereignis bereits am vergangenen Wochenende an, so dass recht
frühzeitig eine erste Unwetterwarnung vom deutschen
Wetterdienst ausgegeben wurde. Diese Warnung sollte die
entsprechenden Behörden, wie Hochwassermeldezentren,
Stadtverwaltungen, Feuerwehren etc. alarmieren, damit passende
Vorkehrungen getroffen werden konnten. Es deutete sich aber
bereits zu der Zeit an, dass die heftigsten Niederschläge erst
zur Wochenmitte hin fallen würden.
Und genau das bestätigen auch die am Donnerstag früh gemessenen
24stündigen Regenmengen, die in einigen Gebieten deutlich die
100mm - Marke überschritten, wie z. B.:
155 mm/m² Aschau-Stein
141 mm/m² Markschellenberg
122 mm/m² Kreuth-Glashütte
Mit den Regensummen der Vortage kommen beträchtliche Mengen
zusammen. So gab es von Montag früh bis Donnerstag früh in
Aschau 290 mm/m² Regen. Zum Vergleich: in vielen Regionen
Deutschlands regnet es im ganzen Jahr etwa 700 bis 800 mm/m²,
am Alpenrand ~1500 mm/m²!
Das Regen-Tief verliert nun aber an Einfluss auf Deutschland.
Vom Atlantik her schiebt sich ein Hochdruckgebiet nach
Deutschland vor. Wir können uns also auf mehr Sonnenschein und
steigende Temperaturen einstellen. Vor allem am Samstag kann
man sich im ganzen Land auf einen ungestörten sonnigen und
warmen Tag einstellen. Am Sonntag könnte es am Oberrhein sogar
30 Grad warm werden. Aber dann rückt von Westen her eine
Gewitterfront heran. Dieses Gewitter können sehr kräftig
ausfallen, Ausflügler und Wochenend- Urlauber sollten das
unbedingt berücksichtigen!
Deutschlandwetter im Frühling 2010: Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland 2.06.2010
Erste Auswertungen der Ergebnisse von 2 100 Messstationen des
Deutschen Wetterdienstes (DWD) in ganz Deutschland
Besonders warme Orte im Frühling 2010*
1. Platz Stuttgart-Neckartal (Baden-W.) 10,3°C Abweich. 0,0 Grad
1. Platz Waghäusel-Kirrlach (Baden-W.) 10,3°C Abweich. 0,0 Grad
3. Platz Frankfurt (Main) (Hessen) 10,2°C Abweich. 0,7 Grad
Besonders kalte Orte im Frühling 2010*
1. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 3,7°C Abweich. -0,2 Grad
2. Platz Carlsfeld (Sachsen) 3,9°C Abweich. 0,4 Grad
3. Platz Kahler Asten (NRW) 4,0°C Abweich. 0,1 Grad
Besonders niederschlagsreiche Orte im Frühling 2010**
1. Platz Reit im Winkl (Bayern) 343,3 l/m² 62 Prozent
2. Platz Oberstdorf (Bayern) 326,4 l/m² 79 Prozent
3. Platz Garmisch-Partenk. (Bayern) 320,1 l/m² 101 Prozent
Besonders trockene Orte im Frühling 2010**
1. Platz Norderney (Niedersachsen) 88,5 l/m² 62 Prozent
2. Platz Rahden-Varl (NRW) 94,1 l/m² 58 Prozent
3. Platz Elpersbüttel (Schleswig-Holst.) 94,6 l/m² 57 Prozent
Besonders sonnenscheinreiche Orte im Frühling 2010**
1. Platz Norderney (Niedersachsen) 655 Stunden 126 Prozent
2. Platz Borkum-Flugplatz (Niedersachsen) 625 Stunden 20 Prozent
3. Platz Helgoland (Schleswig-Holstein) 613 Stunden 114 Prozent
Besonders sonnenscheinarme Orte im Frühling 2010**
1. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 374 Stunden 89 Prozent
2. Platz Carlsfeld (Sachsen) 376 Stunden 94 Prozent
3. Platz Oberstdorf (Bayern) 387 Stunden 90 Prozent
Bergstationen oberhalb 920 m NN sind hierbei nicht
berücksichtigt.
* Jahreszeitenmittel und Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Jahreszeitenwertes zum vieljährigen Mittelwert der
jeweiligen Station
(normal = 100 Prozent)
Hinweis an die Redaktion:
Den Jahreszeitenüberblick für ganz Deutschland sowie die
Temperaturdaten der Bundesländer finden Sie im Internet unter
www.dwd.de/presse.
Detaillierte Informationen zu rund 400 ausgewählten
Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes finden Sie im
Wettershop des DWD unter http://www2.dwd-shop.
de/wetterrueckblick.html.
Dipl.-Met. Andreas Friedrich
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale