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01.10.2016

22:30

Temperatur 12,7 C
Luftfeuchte 82 %
Taupunkt 9,7 C
Luftdruck 1012,3 hPa
Windrichtung 261
W
Windstärke 15,2 km/h
Windböen 25,7 km/h
Wind 10m 17,5 km/h
Windchill 8,3 C
Regen/Tag 0,0 l/m

 


Aktuelle Wetterdaten

Wetterstation Aalbäumle 707 m über Normalnull
Samstag, 1. Oktober 2016 22:30
Temperatur
12,7 C
Luftdruck
1012,3 hPa
Wind
261
Luftfeuchtigkeit
82 %
Tendenz
+2,4 hPa/6hup down
Windstärke
15,2 km/h
Taupunkt
9,7 C
Regen / 1/h
0,0 l/m
Windböe
25,7 km/h
Windchill
8,3 C
Regen / Tag
0,0 l/m
Wind 10 Min
17,5 km/h
Vorhersage - sonnig -

Telefonabruf Wetterstation 0160-3282349
Wetterstation Aalbaemle auf wetter.com

Aktuelle Wettervorhersage

Wind u. Thermikprognose 30.9.16

Thermik:

Meist nur geringe bis mäßige Wolkenthermik. Der kräftige Höhenwind zerreißt die aufkommende Thermik. Thermikbeginn: gegen 11 Uhr bei 20 Grad C Thermikbeginn im Bergland in 800m: gegen 11 Uhr bei 20 Grad C Tageshöchsttemperatur: 18 bis 25 Grad C Thermikende: voraussichtlich gegen 16.30 Uhr

Bodenwind:
Aus SW bis W mit 20-25 km/h

Höhenwind:
1000 m 250 Grad 30 km/h 14 Grad C
1500 m 250 Grad 35 km/h 10 Grad C
2000 m 240 Grad 55 km/h 7 Grad C
3000 m 240 Grad 55 km/h -0 Grad C

Wettervorhersage Aalen 30.9.16

Wettervorhersage für heute

In Aalen gibt es viel Sonne und fast keine Wolken, und die Temperaturen klettern am Tage auf 23 Grad. Nachts gehen die Werte dann auf 10 Grad zurück. Der Wind weht schwach bis mäßig aus westlichen Richtungen.

Wetterbericht der nächsten Tage

Samstag
Einzelne Lichtblicke in warmer Luft. In Aalen zeigt sich ab und zu die Sonne, doch insgesamt überwiegen Wolken. Die Höchsttemperaturen betragen zumeist 21 Grad, die Tiefstwerte der kommenden Nacht 7 Grad. Der Wind weht mäßig aus Südwest.

Sonntag
Auf zu einer Herbstwanderung. In Aalen gibt es kaum Wolken, vielfach scheint die Sonne, und die Temperaturen klettern am Tage auf 17 Grad. Nachts sinken die Werte dann auf 5 Grad. Der Wind weht mäßig aus westlichen Richtungen.

Montag
Am Vormittag liegen wolkige und sonnige Abschnitte beieinander. Am Nachmittag verschleiern nur einige Wolken gelegentlich die Sonne. Dabei werden während des Tages 16 Grad erreicht, nachts kühlt es dann auf 4 Grad ab. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Nordwest.

Wetterlage:
Heute Vormittag und am Nachmittag scheint vielerorts die Sonne. Lediglich in Nordbaden und Nordwürttemberg bilden sich im Tagesverlauf Quellwolken aus. Am Abend ziehen im Nordwesten dichtere Wolken auf und stellenweise fällt leichter Regen. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 Grad im Schwarzwald und 26 Grad im Rheintal. Der Wind weht mäßig, im Norden teils frisch aus Südwest. Im Norden treten starke, im Hochschwarzwald zeitweise stürmische Böen auf. In der Nacht zum Samstag breiten sich die dichten Wolken mehr und mehr nach Südosten hin aus. Dabei setzt im Verlauf der Nacht im Nordwesten vielerorts Regen ein, der örtlich schauerartig verstärkt und gewittrig ausfallen kann. Lediglich im Südosten bleibt es oft noch trocken. Die Frühtemperaturen liegen zwischen 14 und 9 Grad. In Schwarzwaldgipfellagen muss weiterhin mit stürmischen Böen gerechnet werden.

Hochwasser
ww.hvz.baden-wuerttemberg.de
(Hauptserver)

Alpenwetter:
Wetterseite des Deutschen Alpenvereins


Skigebiete: Schwäbische Alb Ostalbskilift
Schneehöhen:Allgäu

 

Morgentau als Quell des Lebens

Datum 29.09.2016

In den meisten Regionen Deutschlands war der September deutlich zu trocken. Dieser Wassermangel ist der Natur anzusehen. In einigen weitaus trockeneren Regionen unseres Planeten nutzen Flora und Fauna ein bestimmtes physikalisches Phänomen, um das Wasserdefizit auszugleichen.

In den letzten Tagen wurde an dieser Stelle schon mehrmals über den in weiten Teilen Deutschlands zu trockenen September sowie dessen Auswirkung auf die Vegetation berichtet. Beim Anblick von vertrocknetem Laub und Sträuchern, aber auch braunen Rasen- und Wiesenflächen kommt dem einen oder anderen wohl der Vergleich unserer Natur mit einer "steppenartigen" Vegetation in den Sinn. In den Wüstengebieten unseres Planeten ist es natürlich noch weitaus trockener, stellen dort ein paar wenige Regentropfen über viele Jahre hinweg alles an Niederschlag dar. Wie kommt es dann, dass in diesen Regionen trotz des Wassermangels einige wenige Pflanzen und Tiere überleben können?

Der dafür alles entscheidende Prozess ist die Taubildung und die daran evolutionsbedingte Anpassung von Flora und Fauna. Dieses Zusammenspiel macht in diesen trockenen Regionen erst Leben möglich.

Zunächst einmal zu den physikalischen Prozessen der Tauentstehung: Der in der Luft maximal mögliche Wasserdampfgehalt hängt von der Lufttemperatur ab. Dabei gilt: je höher die Temperatur, desto mehr Wasserdampf kann die Luft aufnehmen. Kühlt sich die Luft jedoch ab, wobei der absolute Feuchtegehalt in der Luft erhalten bleibt, erreicht sie bei einer bestimmten Temperatur Wasserdampfsättigung. Einfacher gesagt, die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit entspricht 100 Prozent. Diejenige Temperatur, bei der Sättigung eintritt, wird auch als "Taupunkttemperatur" bezeichnet.

Sinkt nun die Temperatur z. B. in unmittelbarer Erdbodennähe unter den Taupunkt, wird die Sättigung von 100 Prozent kurzzeitig überschritten, wodurch die überschüssige Feuchtigkeit von der Umgebungsluft nicht mehr aufgenommen werden kann. Somit kommt es zum Übergang vom gasförmigen in den flüssigen Zustand des Wasserdampfs (Kondensation), der sich anschließend an Gegenständen oder Pflanzen in Form von kleinsten Wassertröpfchen niederschlägt. Diese Feuchteablagerung wird als "Tau" bezeichnet. Bilden sich die Wassertröpfchen durch Kondensation nicht an Oberflächen, sondern in der Luft, so spricht man von Dunst oder Nebel.

Wann genau tritt dieses Phänomen der Taubildung auf? Damit die Lufttemperatur am Erdboden bzw. in den untersten Luftschichten unter die Taupunkttemperatur sinkt, muss dort eine starke Wärmeausstrahlung (Wärmeabgabe) stattfinden. Diese tritt in besonderem Maße ein, wenn in der Nacht die tagsüber aufgenommene Wärmeenergie bei wolkenlosem Himmel wieder nahezu ungehindert in die Atmosphäre bzw. ins Weltall abgegeben werden kann. Dabei ist Windstille von großem Vorteil, da dadurch der Nachschub an wärmerer Luft in Bodennähe oder durch vertikale Umlagerungen ausbleibt und infolgedessen die Auskühlung nicht verhindert wird. Der Höhepunkt der nächtlichen Auskühlung wird bei klarem Himmel um die Zeit des Sonnenaufgangs herum erreicht. Dies ist zugleich häufig der Zeitpunkt, an dem die nächtliche Temperatur ihr Minimum erreicht. Diese Art der Taubildung wird in der Meteorologie auch als "Strahlungstau" bezeichnet und gilt für alle Regionen der Erde, somit auch für Wüstenregionen. Gerade dort kühlt es aufgrund der fehlenden Bewölkung in den Nächten besonders stark ab und begünstigt somit die Taubildung. Zudem sind die Sandböden relativ schlechte Wärmespeicher und kühlen daher sehr schnell aus.

Wie aber nutzen nun Pflanzen und Tiere dieses Phänomen zu ihren Gunsten? In den Wüsten und Halbwüsten gibt es Pflanzen (z. B. Flechten), die den Tau über ihre Blattoberfläche und nicht wie die meiste andere Vegetation über die Wurzeln aufnehmen. Sträucher oder Gräser führen hingegen die Tautropfen über ihre Halme zu den Wurzeln und halten somit ihren Wasserhaushalt aufrecht. Auch in unseren Breiten trägt der Tau zum gesamten Wasserhaushalt der Pflanzen bei, allerdings macht dieser Anteil durch das jährlich größere Niederschlagsdargebot nur einen sehr geringen Anteil aus. In der Tierwelt gibt es ebenso beeindruckende Techniken der Wassergewinnung. Ein Spezialist ist z. B. der sogenannte "Nebeltrinker-Käfer" aus der Familie der Schwarzkäfer, der nur in der namibischen Wüste vorkommt. Um den morgendlichen bodennahen Dunst oder Nebel, der oftmals vom nahen Atlantik landeinwärts verfrachtet wird (begünstigt durch die starke bodennahe Auskühlung des Wüstenbodens), aus der Luft zu extrahieren, klettert dieser Käfer nachts auf den Kamm der Sanddünen. Dort streckt er kopfstandähnlich sein Hinterteil gen Himmel, wodurch sich an diesem kleine Wassertröpfchen niederschlagen und zu seinem Kopf hin zusammenlaufen.

So zeigt sich, dass selbst solch ein bei uns nicht seltenes und meist nur unbewusst wahrgenommenes Phänomen wie die Kondensation und die daraus resultierende Taubildung in anderen Regionen unserer Erde geradezu lebensnotwendig ist.

Trockenheit und Waldbrandgefahr

Datum 28.09.2016

Nachdem August und September verbreitet zu trocken waren, besteht in Teilen Deutschlands immer noch eine erhöhte Waldbrandgefahr. Wie wird sich diese Gefahrenlage in den nächsten Tagen entwickeln?

Kalifornien, Spanien, Frankreich, Portugal. In den letzten Wochen und Monaten wurde viel über Waldbrände aus diesen Ländern bzw. Regionen berichtet. So brennt bereits seit etwa zwei Monaten ein Gebiet südlich der kalifornischen Stadt Monterey. Mehr als 490 Quadratkilometer Wald fielen diesem Brand bisher zum Opfer, ebenso rund 60 Häuser.

An der bei Touristen beliebten "Costa Blanca" in Spanien wüteten bei Temperaturen von mehr als 40 Grad Anfang September gleich mehrere Brände. Zuletzt war sogar die Metropole Barcelona betroffen, in deren Nähe letzte Woche ein Feuer ausbrach, das auch den Naturpark "Serra de Collserola" bedrohte. In Deutschland sind Temperaturen jenseits der 40 Grad in den letzten Wochen natürlich nicht zu verzeichnen gewesen, gebietsweise wurde aber zumindest die 30-Grad-Marke mehrmals geknackt. Zudem ist der September nach dem August schon der zweite zu trockene Monat in Folge. Diese Trockenheit macht sich nicht zuletzt durch ein vielerorts erhöhtes Waldbrandrisiko bemerkbar.

Das Risiko von Waldbränden wird mit Hilfe des sogenannten "Waldbrandgefahrenindex", der das meteorologische Potenzial für die Gefährdungslage durch Waldbrände beschreibt, dargestellt. Er dient hauptsächlich zur Information von Landesbehörden und der Feuerwehr, um im Falle einer hohen Gefährdung vorbereitet zu sein.

Wenn man einen Blick auf die aktuelle Karte des Waldbrandgefahrenindex wirft, sieht man, dass für große Teile von Nord-, West- und Ostdeutschland Gefahrenstufe 3 gilt. Dies entspricht einem mittleren Gefahrenpotenzial. Vor allem in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern weisen einige Gebiete sogar eine hohe Waldbrandgefahr auf. Dort ist dann bei einem Waldbrandgefahrenindex der Stufe 4 höchste Vorsicht beim Umgang mit offenem Feuer geboten. In großen Teilen Baden-Württembergs, Bayerns, Sachsens, Hessens und Thüringens ist das Risiko für Waldbrände schon seit längerer Zeit als gering bzw. sehr gering einzustufen, da dort am vorletzten Wochenende teils ergiebiger Dauerregen fiel, der die Trockenzeit beendete. In den nordöstlichen Regionen bleibt auch am morgigen Donnerstag die Gefahrenlage bestehen bzw. erhöht sich sogar noch etwas (siehe Grafik des Walbrandgefahrenindex WBI).

Dass sich daran erstmal nichts ändert, ist der aktuellen Wetterlage geschuldet, bei der sich Niederschläge heute und am morgigen Donnerstag lediglich auf den Nordwesten und Norden Deutschlands beschränken. Nach Süden und Osten dominiert weiterhin hoher Luftdruck und der Altweibersommer zeigt sich von seiner besten Seite - sobald sich der Nebel gelichtet hat. Die Höchstwerte erreichen heute 20 Grad im Norden und 25 Grad örtlich im Südwesten. Morgen wird noch ein kleines Schippchen draufgepackt und das Quecksilber steigt auf 21 bis 25, am Oberrhein örtlich sogar bis auf 27 Grad. Im Norden bleibt es dagegen merklich frischer bei 18 Grad.

Ab Freitag geht die Waldbrandgefahr dann aber insgesamt sukzessive zurück. Der Ausläufer von Tief "Walpurga" greift vom Norden Deutschlands weiter auf die Mitte des Landes über und bringt den von der Natur (aber auch von einigen Zeitgenossen) bereits sehnsüchtig erwarteten Regen. In der Nacht zum Sonntag erfasst der Regen schlussendlich auch den Südosten Bayerns.

So gestaltet sich das Wetter am Wochenende eher wechselhaft und etwas kühler. Zu Beginn der neuen Woche ("Tag der deutschen Einheit") glänzt der Oktober nach seinem "Fehlstart" aber wieder von seiner goldenen Seite. Denn die Sonnenanteile nehmen zu, wobei sich jetzt im Herbst jedoch die nächtlichen Nebelfelder auch bis weit in den Tag hinein halten können. Ob der Niederschlag dann in der Fläche ausgereicht hat, um die Trockenheit etwas zu mindern, wird sich zeigen.

Karl - der Außertropische

Datum 27.09.2016

Ein ehemaliger Tropensturm gelangt aktuell in unsere Gefilde. Dabei hat er schon eine lange Reise hinter sich und sich außerdem zu einem außertropischen Sturm umgewandelt. Wo ist er hergekommen und warum gibt es dabei besondere Vorhersageschwierigkeiten?

Das Tiefdruckgebiet "ex-Karl", das am heutigen Dienstagmorgen auf unseren Wetterkarten mit Zentrum im Seegebiet südwestlich von Island zu finden ist und auch unser Wetter in Deutschland beeinflussen wird, war ehemals ein tropischer Sturm. Derzeit führt es seine Existenz noch als außertropisches Tiefdruckgebiet weiter, bevor es in den nächsten Tagen zum Nordmeer weiterzieht und sich langsam auffüllt.

"Ex-Karl" hatte sich am 14. September 2016 nachmittags in der Nähe der Kapverdischen Inseln bei etwa 17 Grad nördlicher Breite und 25 Grad westlicher Länge als sogenannte "Tropische Depression" (oder auch "Tropische Störung") gebildet und die vorläufige Bezeichnung "Twelve" bekommen (siehe dazu die Grafik zur Zugbahn von "Karl" unter www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/9/27.html). In der Nacht zum 16. September wurde bei der retrograden Wanderung des Wirbelsturms mit der Strömung gen Westen aus "Twelve" der Tropensturm "Karl". Ein paar Tage später bog der Wirbelsturm in nordwestliche Richtung ab und zog knapp an den Bermudas vorbei, wobei er dort auf den Inseln trotz stärkerem Regen kaum größere Schäden anrichtete.

Seit dem vergangenen Sonntag (25. September) hat "Karl", nachdem er nun in nordöstliche Richtung weiterzog, die sogenannte Westwindzone, die sich etwa zwischen 40 und 60 Grad nördlicher Breite befindet, erreicht. Bei der Eingliederung in diese hat er sich nach Angaben des amerikanischen National Hurricane Center (NHC) bei etwa 40 Grad nördlicher Breite und bei 48 Grad westlicher Länge von einem tropischen Sturm zu einem außertropischen Tief umgewandelt, weshalb nun die Bezeichnung "ex" dem Namen vorangestellt wurde. Bei der Einbindung von "Karl" in die Westwinddrift wurde er von einem dort vorhandenen Tief aufgenommen, was aber sonst nicht unbedingt die Regel ist.

Die Umwandlung von einem Tropensturm in ein außertropisches Tief wird in der Meteorologie "Extratropical Transition" (ET, englisch für "außertropischer Übergang") genannt. Die Vorgänge dabei sind komplex, was vor allem die Vorhersage schwierig und weitere Forschung notwendig macht.

Die Vorhersageproblematik umfasst mehrere Aspekte. Zum einen erhöht sich bei der ET die Verlagerungsgeschwindigkeit des Tiefs von im Mittel 5 m/s auf zum Teil 20 m/s, wodurch die Vorhersage der zukünftigen Lage des Tiefs erschwert wird. Des Weiteren geht die Entwicklung des Tiefs bei der ET häufig mit kräftigem Druckfall einher, obwohl es sich zuvor auf dem Weg nach Norden durch ungünstigere thermische Bedingungen meist erst einmal abschwächt. Darüber hinaus sind tropische Systeme oft relativ kleinräumig, sodass die globalen Modelle mit ihren gröberen Maschenweiten diese nicht vollständig auflösen (erfassen) können, was die Vorhersage weiter erschwert.

Alle Aspekte zusammen sorgen dafür, dass die Prognosen der ET eines Tiefs und die damit zusammenhängenden Wetterelemente (z.B. Niederschlag und Wind) insgesamt mit größeren Unsicherheiten behaftet sind. Nach der Umwandlung nimmt das Tief dann typische Eigenschaften eines normalen außertropischen Tiefs an und die Vorhersage wird wieder besser.

Die Ausläufer von "ex-Karl" werden in der Nacht zum Mittwoch und am Mittwoch den Norden und Nordwesten von Deutschland erreichen. Dabei schwächt sich die Wetteraktivität allerdings ab, weil das über Frankreich sich kräftigende Hoch "Otto" stark dagegen hält. Für etwas Regen im Norden und Nordwesten wird es aber reichen, zudem frischt dort der Wind spürbar auf. In der Nordhälfte können dann Böen der Stärke 7, exponiert auch der Stärke 8 auftreten.

Anschließend zieht "ex-Karl" ins Nordmeer weiter und wird für unser Wettergeschehen keine Rolle mehr spielen. Ob er sich danach auflöst oder noch ein paar Tage weiter existiert, ist noch nicht ganz klar. Eine Lebensdauer von über 14 Tagen für ein derartig "weit gereistes" Tief ist durchaus nichts Ungewöhnliches.

MAZ ab... das Wetter!

Datum 26.09.2016

Das Wetter spielt im Film oft eine große Rolle. Teils als schöne Hintergrundkulisse oder auch zur dramatischen Unterlegung einer Szene. Dabei kann Wetter durchaus das Zeug zum Hauptdarsteller haben.

Oft werden Filme im Studio gedreht, doch braucht man für bestimmte Szenen und Kulissen im Freien das passende Wetter. Dabei sollte es bei einer Szene, die im Sommer spielt nicht in Strömen regnen oder gar schneien. Handelt ein Film auf den Philippinen, erwartet der Zuschauer ein tropisches Ambiente. Aber mehr doch nicht, oder? Es gibt aber auch Filmproduktionen, in denen das Wetter oder ein bestimmtes Wetterphänomen die tragende Rolle spielt.

Ein gelungenes Beispiel ist der Film "Der Sturm" (nach dem Buch "The Perfect Storm" von Sebastian Junger aus dem Jahre 1997). Der Streifen handelt von einer Gruppe Fischern, die in finanziellen Nöten und getrieben von der Hoffnung auf einen großen Fang, trotz eines aufziehenden Sturmes auf den offenen Atlantik hinausfahren. Nach erfolgreichem Fischzug machen sie sich auf den Rückweg und geraten dabei in schweres Wetter. Der Film beruht tatsächlich auf den wahren Begebenheiten des Untergangs des Fischkutters "Andrea Gail", der sich vor 25 Jahren vor der US-Ostküste ereignet hat. Im Oktober 1991 entwickelte sich ein Unwetter über dem Nordatlantik, das durch das Zusammentreffen eines tropischen Wirbelsturms, eines Hurrikans und eines Sturms polaren Ursprungs entstand.

Eine weitere Hauptrolle, die das Wetter in einem Film einnehmen kann, stellt der Film "Twister" (1996) dar. Hier geht es um Wissenschaftler, die versuchen, mit Hilfe eines neu entwickelten Gerätes, Tornados genauer zu erforschen und besser vorhersagen zu können. Zwar dient in diesem Fall kein spezielles Ereignis als Aufhänger, aber durch die Tatsache, dass der Film in der gefürchteten "Tornado Alley" spielt, hat er durchaus einen realen Bezug.

Der RTL-Katastrophenfilm "Die Sturmflut" (2006) thematisiert die meteorologischen Bedingungen, die die Hamburger Sturmflut vom 16. Februar 1962 hervorriefen. Der damalige Winter war durch eine Reihe von Sturmfluten in der Nordsee gekennzeichnet, die durch immer wiederkehrende Westwetterlagen zustande kamen. Ihren Höhepunkt fand diese Entwicklung in der sogenannten "Hamburger Sturmflut", ausgelöst durch ein Orkantief, das vom Nordmeer nach Südskandinavien zog und dessen Sturmfeld exakt die Deutsche Bucht erfasste. Dabei wurden enorme Wassermassen in das Flussbett der Elbe getrieben, sodass die Pegel der Elbe und ihrer Nebenflüsse bis weit ins Binnenland stark anstiegen und viele der damals maroden und zu niedrigen Deiche brachen. Die Sturmflut forderte tragischerweise 340 Todesopfer, tausende Gebäude wurden beschädigt oder zerstört und über 1/6 der Stadtfläche Hamburgs stand unter Wasser.

Aber auch bei anderen Filmgenres hat man schon tief in die Wetterkiste gegriffen. Oftmals treten dann einzelne Wettererscheinungen, in Horrorfilmen zusammen mit übernatürlichen Akteuren und Phänomenen, bzw. in Naturdramen in Zusammenhang mit der eigentlichen Bedrohung auf. Der Horrorfilm "The Fog- Nebel des Grauens" (1980) spielt vor der Kulisse der nordkalifornischen Küste, die für ihre markanten Seenebel bekannt ist. Das Bergsteigerdrama "Everest" (2015) beruht auf einem, sich tatsächlich im Mai 1996 ereigneten, fatalen Wettersturz am Mount Everest.

Wie auch immer, das Wetter ist durchaus reif für Hollywood, ob als Komparse, Hauptdarsteller oder sogar als Star des Films.

September bislang vielerorts zu trocken

Datum 25.09.2016

Der September fiel bisher in weiten Teilen Deutschlands deutlich zu trocken aus. Vor allem im Nordosten und im Westen gibt es ein großes Niederschlagsdefizit. Ausreichend Regen gab es nur im Südosten des Landes.

In diesem Jahr zeichnet sich der September hierzulande durch überdurchschnittlich hohe Temperaturen und reichlich Sonnenschein aus. Die Kehrseite dieses spätsommerlichen Wetters ist der bislang weitgehend ausgebliebene Niederschlag, der in einigen Regionen Deutschlands für extreme Trockenheit sorgt. Ausreichend Regen gab es in diesem Monat nur im Südosten des Landes.

Grund für die vielerorts anhaltende Trockenheit sind die seit Wochen dominierenden Hochdruckwetterlagen. Dadurch wurden Tiefdruckgebiete mit ihren Niederschlagsgebieten von uns weitgehend ferngehalten oder beeinflussten unser Wetter meist nur in abgeschwächter Form. Nachhaltig unterbrochen wurde der Hochdruckeinfluss nur am vergangenen Wochenende, aber wieder nur in Teilen Deutschlands. In dieser Phase zog ein Tief, das über dem nördlichen Mittelmeer entstanden war, östlich der Alpen vorbei in Richtung Norden und setzte sich dann über Tschechien fest. Solche Entwicklungen gibt es häufig und der Regen trifft dann vor allem den Südosten Deutschlands. So war es auch diesmal. Über Bayern, sowie in Teilen von Sachsen und Thüringen kam es zu einer über mehrere Tage hinweg anhaltenden Dauerregenlage. Dabei fielen dort innerhalb von drei Tagen gebietsweise Regenmengen zwischen 40 und 80 mm, lokal waren es sogar über 100 mm. Diese Mengen entsprechen mancherorts einem ganzen Monatssoll. Weiter westlich und nördlich fielen die Niederschlagsmengen deutlich geringer aus, teilweise blieb es sogar gänzlich trocken, wie beispielsweise im Nordwesten und Nordosten des Landes.

Betrachtet man also die bisherige Niederschlagsbilanz für die Stationen Hamburg, Frankfurt am Main und München, so gab es in Hamburg in diesem Monat sieben Tage mit Regen, in Frankfurt drei Tage und in München sechs Tage. Schaut man sich für München aber die dabei gefallenen Mengen an, so entspricht die bisherige Niederschlagshöhe von etwa 62 mm immerhin bereits knapp 93 % des durchschnittlich in diesem Monat zu erwartenden Niederschlags. Hamburg hatte zwar von den drei Stationen die meisten Regentage, mit einer Regenmenge von 35 mm ist aber gerade mal die Hälfte des vieljährigen Mittelwertes erreicht worden. Noch trockener war es bei einer Regenmenge von nur 17 mm bisher in Frankfurt, das entspricht gerade mal 35 % des Monatssolls. Dabei gibt es Stationen in Deutschland, die ein noch größeres Niederschlagsdefizit aufweisen als Frankfurt, insbesondere in Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern und dabei ist der Monat schon fast zu Ende.

Die Auswirkungen der Trockenheit sind in der Natur vielerorts zu beobachten. Schon vor der beginnenden herbstlichen Blattfärbung lassen viele Bäume und Pflanzen ihre Blätter hängen, beziehungsweise lassen diese als Schutzreaktion aufgrund des fehlenden Wassers zu Boden fallen. Ackerböden sind staubtrocken beziehungsweise betonhart und erschweren die Aussaat und das Wachstum neuer Pflanzen für die Herbst- und Winterernte. Die Pegelstände einiger Flüsse sind bereits deutlich zurückgegangen, so dass die Schifffahrt wie beispielsweise auf der Elbe teilweise eingeschränkt wurde.

Die Winzer wiederum profitieren von der derzeitigen Witterung. Sie erwarten in diesem Jahr eine überwiegend gute Qualität des Weines. Die feuchte Witterung im Frühsommer setzte den Reben zwar stark zu, die trockene Wärme vor der Weinlese tat den Trauben hingegen gut und hielt so manchen Schädling zurück.

Im Laufe der letzten Septemberwoche nimmt der Tiefdruckeinfluss zwar vor allem im Norden zu, die erwarteten Niederschlagsmengen werden aber voraussichtlich das vorhandene Niederschlagsdefizit nicht mehr ausgleichen können. In der Mitte und im Süden dominiert weiterhin hoher Luftdruck, sodass die atlantischen Tiefausläufer nur in abgeschwächter Form ankommen und somit kaum beziehungsweise nur lokal für Niederschlag sorgen werden.

Zeichen des Herbstes

Datum 22.09.2016

Wer in diesen Tagen um den astronomischen Herbstbeginn (am heutigen 22.09.2016, siehe "Thema des Tages" vom 19.09.2016) und nach dem Ende der diesjährigen spätsommerlichen Hitzeperiode wachen Auges durch die Natur geht, für den ist der Wechsel der Jahreszeit unübersehbar. Die ersten Zugvögel haben Mitteleuropa bereits verlassen, in den Gärten und auf den Feldern reifen Früchte, das Laub der Bäume und Sträucher wirkt zunehmend welk und färbt sich allmählich bunt.

Tagsüber ist es mit Höchsttemperaturen von meist 18 °C bis 23 °C noch mäßig warm und die Verdunstung entsprechend hoch, so dass sich die Luft ggf. mit Wasserdampf anreichern kann. Jedoch sind die Nächte deutlich länger als im Hochsommer und werden bei Tiefstwerten von 11 °C bis örtlich 3 °C "in Kopfhöhe" schon recht frisch. Während der nächtlichen Abkühlung kondensiert der in der Luft enthaltene Wasserdampf bei Erreichen der Taupunkttemperatur. So bilden sich, meist in der zweiten Nachthälfte oder gegen Morgen, in der Nähe des Erdbodens "feuchter Dunst" oder Nebel.

Die bei der Kondensation entstehenden winzigen Dunst- oder Nebeltröpfchen bewirken eine Verschlechterung der Sicht, Behinderungen oder bei zu hohen Fahrtgeschwindigkeiten gar Gefährdungen im nächtlichen und morgendlichen Straßenverkehr gehen damit einher. Der Einzug des Herbstes erfordert also bei entsprechenden Wetterlagen eine erhöhte Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer. Praktischerweise unterscheidet man Dunst und Nebel anhand der horizontalen Sichtweite in Augenhöhe. Beträgt sie weniger als einen Kilometer, spricht man von Nebel, andernfalls von Dunst.

Bei der Entstehung von Dunst erfolgt die Kondensation des in der Luft enthaltenen Wasserdampfes bereits ohne vollständige Sättigung, sofern die Luftfeuchtigkeit hoch genug ist und eine ausreichende Anzahl von Aerosolteilchen in der bodennahen Atmosphäre vorhanden ist. Die Aerosolpartikel wirken als Kondensationskerne, können aber bei ausreichend hoher Konzentration auch selbst die Luft trüben, was man dann als "trockenen Dunst" bezeichnet. Die Kondensation des atmosphärischen Wasserdampfes vor Erreichen des Taupunktes wird durch die "hygroskopischen Eigenschaften" der Aerosolteilchen bewirkt, indem aufgrund des "Lösungseffektes" der Sättigungsdampfdruck erniedrigt und damit die Kondensation ermöglicht wird. Die so entstehenden Tropfen haben äußerst kleine Radien zwischen 0,1 und 1 µm.

Bei relativer Luftfeuchte von 100 % bildet sich Nebel. Dessen Tropfengröße hängt ebenfalls von der Menge des vorhandenen Wasserdampfes sowie der Anzahl der Kondensationskerne ab. Man findet im Nebel ein ganzes Tropfengrößenspektrum, leichter Nebel weist Radien von 1 bis 5 µm auf, dichter Nebel hat Tropfenradien von 10 bis 20 µm. Die größten Nebeltropfen in dichtem, nässendem Nebel können mit 50 µm (0,05 mm) die Größe von Tau erreichen. Wegen der relativen "Größe" der Nebeltröpfchen ist die Streuung des Lichtes von seiner Wellenlänge unabhängig - Nebel erscheint also weiß.

Eine Karte der horizontalen Sichtweiten [km] von heute früh, 22.09.2016, 06:00 UTC, unterlegt mit einem Satellitenbild, finden Sie unten. Vor allem in der Mitte sowie im Süden Deutschlands herrschten schlechte Sichtverhältnisse. Beispielsweise wurde zum o. g. Termin in Kempten (Allgäu, 705 m Stationshöhe) eine Sichtweite von 140 m (0,14 km) registriert, während man auf der Zugspitze (2964 m Stationshöhe) bei klarer Luft 42 km weit sehen konnte (entspricht der Schlüsselziffer 82). Im September ist die Sonne allerdings noch kräftig genug, um flache Dunst- und Bodennebelfelder im Verlaufe des Vormittags rasch aufzulösen.

Halbzeit der Hurrikansaison und die tapfere JULIA

Datum 21.09.2016

Nachdem mittlerweile die Hälfte der nordatlantischen Hurrikansaison überstanden ist, soll im heutigen Thema des Tages kurz Bilanz gezogen und dann speziell auf einen nordatlantischen Tropensturm eingegangen werden, der für einige Überraschungen sorgte.

Während sich das Wetter in Deutschland nach dem teils sehr regnerischen Wochenende deutlich beruhigt hat, geht es in anderen Bereichen der Nordhemisphäre deutlich turbulenter zu. Mit Blick auf die diesjährige Hurrikansaison im Bereich des Nordatlantiks (1. Juni bis 30. November) kann nun ein erstes Fazit gezogen werden, denn sie ist seit dem vorletzten Wochenende bereits zur Hälfte vorbei. Andererseits befinden wir uns mitten in der Hochzeit tropischer Wirbelsturmaktivität. Während man in der Weltpresse von Hurrikans vor Hawaii und von einem Supertaifun (in dem Fall die höchste Kategorie auf der fünfteiligen "Saffir-Simpson Hurricane Wind Scale") vor Taiwan lesen konnte, so vernahm man aus dem nordatlantischen Bereich bisher nur wenige Neuigkeiten - Gott sei Dank muss man aus Sicht der dort lebenden Bewohner sagen. Dass das eher glimpfliche Abschneiden der diesjährigen Saison nicht selbstverständlich ist, zeigt die Anzahl der aufgetretenen Tropenstürme. Bisher gab es verglichen zum klimatologischen Mittel von 1981 bis 2010 deutlich mehr benannte Tropenstürme (12) und auch bereits vier Hurrikans, wobei aber nur ein Hurrikan die Stufe "major", also die Kategorie 3 bis 5 auf der "Saffir-Simpson Hurricane Wind Scale" erreichte. Die meisten der Tropenstürme zogen nämlich weit abseits von Landflächen über das offene Meer und waren noch dazu recht kurzlebig, abgesehen von Hurrikan GASTON, der bisher der langlebigste (13 Tage) und stärkste Hurrikan (1-min Mittelwinde von 195 km/h) der Saison war. Dennoch wurde auch in diesem Jahr bereits ein besonders schadensträchtiger Tropensturm verzeichnet, denn Hurrikan EARL sorgte in Belize (Zentralamerika) und in Mexiko für sintflutartige Regenfälle, wobei Dutzende Todesopfer zu beklagen waren. Und dann war da natürlich auch Hurrikan HERMINE, der Ende August und Anfang September auf Florida traf und Schäden in Milliardenhöhe durch Orkan und Sturzfluten verursachte. Doch beide Hurrikans wiesen nur die unterste Kategorie (1 von 5) auf - es hätte also noch deutlich schlimmer kommen können, wenn man das bei solch einem Ausmaß überhaupt noch sagen kann und darf.

Auch während der vergangenen Woche entwickelten sich weitere tropische Systeme, wobei eines besonders auffiel, da dieser Tropensturm mit Namen JULIA einige Überraschungen aufwies.

Normalerweise sind in der heutigen hochtechnisierten Zeit überraschende Entwicklungen im Bereich der Tropensturmvorhersage eher unwahrscheinlich. Hochleistungsrechner, die binnen weniger Stunden neue Modellrechnungen erzeugen und eine kontinuierliche Satellitenabdeckung der Land- und Meeresgebiete sorgen dafür, dass sich tropische Tiefdruckgebiete bezüglich ihres Entwicklungspotentials sehr früh erkannt werden, sodass man sich bereits Tage vorher auf die damit zusammenhängenden Wettergefahren vorbereiten kann. Aber nicht so bei JULIA!

Zwar wurde dieser tropische Tiefdruckwirbel von den Vorhersagemeteorologen des National Hurricane Center (NHC) über Tage hinweg genau beobachtet und als er am 13. September allmählich aufs Festland (die Ostseite von Florida) ziehen sollte, erwartete man keine Intensivierung des Tiefdruckgebietes mehr. Eine Tropensturmentwicklung über Land ist historisch gesehen extrem selten, da normalerweise die sehr warmen Wassertemperaturen der tropischen Meere für die Entstehung und Entwicklung benötigt werden. Gespeist von einer feuchten und warmen Luftmasse über dem Meer entwickeln sich bei entsprechender Luftdruckkonstellation zunächst kräftige Gewitter, die vereinfacht ausgedrückt hauptsächlich durch Freisetzung latenter Wärme den Motor eines Tropensturms darstellen. Dies ist normalerweise über trockenen Landoberflächen nicht der Fall, doch der "Sunshine State Florida" ist als Halbinsel im Westen, Süden und Osten verbreitet vom sehr warmen Meerwasser umgeben. Auch unzählige Sumpflandschaften (zum Beispiel die "Everglades") sorgen über Land für eine reichhaltige Feuchtequelle.

Entgegen der Erwartungen wurden nun im Verlauf des 13. Septembers in Zentrumsnähe des Tiefdruckgebietes einminütige Mittelwinde um 63 km/h (Bft 8) gemessen (der Schwellenwert zur Namensvergabe eines Tropensturmes), obwohl sich das Zentrum bereits mehrere Meilen westlich von Jacksonville in Florida über Land befand (siehe Abbildung). JULIA war geboren. JULIA wurden aber nie große Überlebenschancen eingeräumt, denn die atmosphärischen Bedingungen sollten in den folgenden Tagen für das Fortbestehen eines Tropensturms eher schlecht aussehen. Verloren in einem Bereich mit äußerst geringen Luftdruckgegensätzen sollte JULIA östlich von Florida "herumdümpeln" und sehr starken Winden in der mittleren und oberen Troposphäre sowie relativ trockener Luft ausgesetzt sein, alles Bedingungen, die Tropenstürme überhaupt nicht mögen und normalerweise für ein rasches Ableben sorgen. Doch JULIA war tapfer, regenerierte sich aufgrund der günstigen Lage im Höhendruckfeld mehrmals und überraschte die Forecaster mit ihrer Widerstandskraft und ihrem Lebenswillen. Wiederholt flammten zentrumsnah Gewitter auf, die JULIA immer wieder mit Energienachschub versorgten und mit dem starken Oberwind nach Osten abgeweht wurden (siehe rechtes Bild). Erst am Abend des 18. September verlor JULIA endgültig diesen Kampf und wurde offiziell als "absterbendes" Tiefdruckgebiet klassifiziert. Das Einzige, was von JULIA übrig blieb, war eine feuchte Luftmasse, die entlang der Nordostküste der USA noch für teils kräftige Regenfälle sorgte.

Die Wirbelsturmsaison geht nun in ihre zweite Runde und es bleibt abzuwarten, ob sie auch in den kommenden Wochen so aktiv bleibt. Zur Zeit sind Tropensturm KARL und LISA über dem offenen Atlantik unterwegs, wobei KARL den Bermudainseln als ein sich zum Hurrikan entwickelnder Tropensturm sehr nahe kommen könnte. Zu hoffen ist, dass sich die restlichen Stürme weiterhin als kurzlebig und festlandsscheu erweisen werden und somit die Saison 2016 als eine relativ glimpfliche in Erinnerung bleiben wird.

Dauerregen beendet Hochsommer und läutet den Herbst ein!

Datum 20.09.2016

Tief "Theresia" brachte viel Regen! Wo fiel wieviel Niederschlag und wie sind die Wetteraussichten?

Seit Ende August dominierte mehr oder weniger stark ausgeprägt hoher Luftdruck das Wettergeschehen in Deutschland. Ob Hoch "Johannes", "Karl" oder "Lukas", alle sorgten mit nur einer kurzen Unterbrechung für viel Sonnenschein und trockenes Wetter. Vor allem in Ostdeutschland erreichte die Trockenheit extreme Ausmaße. Die Flusspegel sanken stark ab und ließen eine Schifffahrt kaum noch zu. Dazu stieg deutschlandweit die Waldbrandgefahr deutlich an.

Doch seit letztem Donnerstag, den 16. September stellte sich die Wetterlage nachhaltig um. Hoch "Lukas" verlagerte seinen Schwerpunkt zunehmend nach Skandinavien und machte Platz für Tief "Theresia", dass seine Chance nutzte und sich von Süddeutschland kommende bis Samstag über Tschechien festsetzte. Es sorgte gebietsweise für sehr viel Niederschlag, wobei es zunächst vor allem auf der Nord- und Ostflanke regnete. Die länger anhaltenden und kräftigen Regenfälle traten jedoch erst in der Nacht zum Samstag auf und hielten am Alpenrand bis zum Montagmorgen an. Diese Niederschläge wurden dann überwiegend durch um das Tief herumgeholte von Ost nach West aufgleitende Warmluft sowie eine Nordstaukomponente ausgelöst. Lokal war der Dauerregen zudem schauerartig verstärkt. Dies machte sich insbesondere durch lokal besondere Regenmengenspitzen bemerkbar. So fielen beispielsweise in Ingolstadt (Bayern) in nur 36 Stunden über 130 Liter Regen pro Quadratmeter. In Bad Bibra (Sachsen Anhalt) wurden sogar in 24 Stunden über 110 Liter pro Quadratmeter gemessen.

Neben den genannten Hot-Spots führte der länger anhaltende Regen allerdings in der gesamten Südosthälfte Deutschlands für größere Niederschlagssummen, die die dort regional sehr trockenen Wochen vergessen ließen. Vor allem in Ostdeutschland gab es bis zum Freitag, den 16. September kaum nennenswerten Niederschlag. Aber auch sonst lagen die erreichten Niederschlagssummen in der ersten Septemberhälfte verbreitet unter 20% des vieljährigen Mittels zwischen 1961 und 1990. Dies änderte sich nun in der Südosthälfte schlagartig.

Innerhalb von 72 Stunden fielen von Freitag- bis Montagmittag in Mitteldeutschland (Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen) sowie im Süden (Bayern, Baden-Württemberg) verbreitet 15 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Im Umfeld von Thüringer Wald, Erzgebirge und Bayerischer Wald sowie allgemein südlich der Donau waren es sogar vielerorts 40 bis 80 Liter, regional sogar bis 120 Liter pro Quadratmeter. Im Raum Salzburg wurde in diesem Zeitraum beispielsweise Mengen bis 157 Liter gemessen. Erwähnenswert sind weiterhin die knapp 126 Liter in Pfarrkirchen (BY). In Wurmannsquick-Egelsberg (BY) und auf der Oberen Firstalm (BY) waren es immerhin noch etwa 124 Liter. Im Erzgebirge registrierte die Station Marienberg mit 115 Litern pro Quadratmeter die höchste Regensumme. Auf tschechischer Seite fielen im gleichen Zeitraum lokal sogar über 130 Liter pro Quadratmeter (vgl. allgemein Abbildung 1).

Durch die länger anhaltenden Regenfälle stiegen die Flusspegel wieder deutlich an. Vor allem kleinere Flüsse in Bayern (z.B. der "Regen") konnten die Regenmengen nicht halten und überschwemmten anliegende Flächen. Auch der Oktoberfeststart in München fiel, wie im Thema des Tages vom Sonntag beschrieben, wortwörtlich ins Wasser.

In diesem Zuge glichen die Regenfälle die negative Niederschlagsbilanz im Süden und Teilen Ostdeutschlands weitgehend aus. Regional fiel in den 72 Stunden bis Montagmittag sogar mehr Niederschlag als im Septembermittel des vieljährigen Zeitraums. In Bayern ist dabei die Station Schorndorf-Knöbling besonders hervorzuheben. Dort wurden schon 186% des Niederschlags bezüglich eines durchschnittlichen Septembers erreicht. Alleine in den besagten 72 Stunden regnete es 102 Liter, die das mittlere Monatssoll des Septembers von 57 Liter pro Quadratmeter mehr als deutlich übertrafen. Ähnlich sah es in Simbach am Inn aus. Dort wurden bei einem mittleren Monatsniederschlag von 67 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 72 Stunden 112 Liter Regen gemessen. Die Spitzenposition bei den Regenmengen im vieljährigen Vergleich nimmt jedoch die Station Marienberg in Sachsen ein. Die 115 Liter Regen sorgten dafür, dass dort zum Wochenstart schon 208% des normalen Septemberniederschlags im vieljährigen Vergleich erreicht wurden. Auch im Flächenmittel über alle Stationen in Sachsen wird nach dem Dauerregen im Vergleich zum vieljährigen Mittel ein Regenüberschuss von 15% ermittelt. In Thüringen sind es im Flächenmittel immer noch 9%. In Bayern sorgten Unter- und Mittelfranken dafür, dass im Mittel über alle Stationen trotz der hohen Niederschlagssummen in Unter- und Oberbayern erst 89% des Monatsniederschlags gefallen sind.

Der Dauerregen führte neben einem Wasserüberschuss von oben allerdings auch zu einem Temperatursturz. Im Regen stiegen die Höchsttemperaturen nur auf Werte um 14 Grad an. In den Alpen sank damit einhergehend die Schneefallgrenze deutlich ab. Bis Dienstagmorgen wurden beispielsweise auf der Zugspitze 16 cm Neuschnee registriert. Ein weißes Intermezzo stellte sich ab Höhen teils unter 1500 Metern ein.

Tief "Theresia", das uns den Dauerregen brachte, zog nun nach Osten weiter und wird am heutigen Dienstag im Bereich des Schwarzen Meeres erwartet. Letzte dichte Regenwolken ziehen entsprechend langsam aus dem Südosten des Landes ab. In den kommenden Tagen setzt sich dann zunehmend wieder hoher Luftdruck in Deutschland durch. Zunächst ist dies jedoch nicht nur mit eitlem Sonnenschein verbunden. Oftmals kann sich eine sogenannte "Absinkinversion" ausbilden, die mit dichten hochnebelartigen Schichtwolken einhergeht. Lokal kann anfangs sogar etwas Sprühregen fallen. Bei längerem Aufklaren in den Nächten bildet sich zudem teils dichter Bodennebel. Abgesehen davon sind im Küstenumfeld mit Durchzug eines schwachen Tiefausläufers vereinzelt kurze Schauer möglich. Insgesamt nehmen jedoch die sonnigen Anteile bis zum Wochenende stetig zu, sodass dann wohl ein eher freundlicher, frühherbstlicher Wettercharakter in Deutschland Einzug hält.

Herbstanfang

Datum 19.09.2016

Nach dem uns in diesem Jahr das sommerliche Wetter noch ungewöhnlich lange erhalten blieb, hat sich die Wetterlage am vergangenen Wochenende umgestellt. Nun ist deutlich kühlere Luft eingeflossen. Der Sommer mit heißen Tagen ist nun endgültig vorbei und wir sind im Herbst angekommen.

Seit dem 1. September befinden wir uns im meteorologischen Herbst. Dennoch blieb uns dieses Jahr das sommerliche Wetter noch ungewöhnlich lange erhalten. Doch am vergangenen Wochenende hat sich die Wetterlage umgestellt. Deutlich kühlere Luft ist eingeflossen. Der Sommer mit heißen Tagen ist nun endgültig vorbei und wir sind im Herbst angekommen.

Auch aus astronomischer Sicht ist der Herbst nun nicht mehr weit. Astronomischer Herbstanfang ist, wenn die Sonne den Himmelsäquator (Projektion des Erdäquators auf die scheinbare Himmelskugel) von Norden nach Süden durchquert. Dieser Durchquerungspunkt auf der scheinbaren Himmelskugel wird auch Herbstpunkt oder Waagepunkt nach dem Sternbild Waage genannt. Die Durchquerung geschieht in diesem Jahr am Donnerstag, den 22.09., um 16:21 Uhr lokaler Zeit. Dann ist Tagundnachtgleiche (lat. Äquinoktium). Am Nordpol geht die Sonne unter und am Südpol geht sie auf. In diesem Zeitraum verkürzt sich die Tageslänge bei uns am schnellsten. Wir verlieren derzeit täglich etwa 4 Minuten Sonnenlicht (bezogen auf den 50. Breitengrad).

Zum astronomischen Herbstanfang stellt sich oft eine typische Wetterlage ein. Von Mitte September bis Anfang Oktober liegt häufig ein kräftiges Hoch über Mitteleuropa. Dieses bleibt eingekeilt zwischen einem Atlantiktief und einem Tief über Osteuropa meist mehrere Tage stationär liegen. Es blockiert die atlantischen Tiefdruckgebiete, die sonst häufig von West nach Ost vom Atlantik über Großbritannien hinweg bis nach Skandinavien ziehen, und mit ihren Frontensystemen für wechselhaftes Wetter sorgen würden. Dieser Witterungsabschnitt wird auch als "Altweibersommer" bezeichnet. Er tritt mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 % im Zeitraum von Ende September bis Anfang Oktober auf.

Zwar haben wir auch in diesem Jahr eine ähnliche Wetterlage, allerdings liegt der Hochschwerpunkt in den nächsten Tagen sehr weit im Norden über Skandinavien und der Barentssee, sodass die über Ost- und Südeuropa liegenden Tiefdruckgebiete den Hochdruckeinfluss auf Mitteleuropa schwächen. So hält sich zu Beginn dieser Woche vielerorts zunächst noch dichtere Bewölkung und örtlich kann es auch noch etwas regnen. Mit einer nordöstlichen Strömung fließt dabei im Vergleich zur letzten Woche deutlich kühlere kontinentale Polarluft zu uns. Zwar setzt sich am Donnerstag zum Herbstanfang vorübergehend der schwache Hochdruckeinfluss durch, sodass zumindest überall die Sonne herauskommt, aber eine typische stabile Altweibersommerlage ist dies nicht, zumal sich das Skandinavienhoch ab Freitag nach Sibirien verlagert und atlantischen Tiefausläufern den Weg nach Mitteleuropa frei macht, die dann auch bei uns wieder für wechselhaftes Wetter sorgen können.

Wiesnwetter

Datum 18.09.2016

Die Eröffnung des diesjährigen Münchener Oktoberfestes stand ganz im Zeichen des Dauerregens. Wie aber sehen die Wetteraussichten für die kommenden Tage aus? Ist Besserung in Sicht?

Am gestrigen Samstag hieß es wieder einmal "O zapft is !". Damit begann traditionell das 183. Münchener Oktoberfest, unter den Einheimischen auch Wiesn genannt. Allerdings konnte man den Eindruck gewinnen, dass der Wettergott dem Beginn der Wiesn nicht wirklich wohl gesonnen war. Vielleicht hatte er aber auch schon die eine oder andere Maß zu viel getrunken. Wie auch immer, Tief "Theresia" mit Zentrum über dem Westen Tschechiens sorgte mit seinen Ausläufern bei bedecktem Himmel und Höchstwerten um 14 Grad Celsius für Dauerregen.

Auch der heutige Sonntag gestaltet sich nicht viel anders. Ein Tiefdruckkomplex über dem Südosten Europas führt weiterhin sehr feuchte Luft in den Süden Deutschlands und beschert somit den Wiesnbesuchern viele Wolken und zeitweiligen Regen. Auch die Höchsttemperatur bleibt mit 16 Grad Celsius relativ verhalten.

Nun stellt sich vielen die Frage, ob der Wettergott in den nächsten Tagen ein Einsehen mit den Wiesngästen hat? Die Antwort darauf lautet: voraussichtlich nur vorübergehend.

Ausschlaggebend für die weitere Wetterentwicklung ist das Kräftemessen zwischen einer ausgedehnten Hochdruckzone, die sich von den Azoren über Großbritannien und Skandinavien bis zur Barentssee erstreckt und einem riesigen Tiefdruckkomplex, dessen Ausmaße von Süd- über Osteuropa bis nach Russland reichen. Namentlich sind dies Hoch "Matthias" und Tief "Theresia". Wer in diesem Kräftemessen die Oberhand behält, bestimmt das Wetter der nächsten Tage in München.

Am Montag ist das weiterhin eindeutig Tief "Theresia". So stellt sich die Wettersituation wie auch schon am gestrigen Samstag und am heutigen Sonntag sehr unbeständig dar. Es bleibt nach wie vor stark bewölkt bis bedeckt und im Tagesverlauf fällt zeitweise etwas Regen. Bei einer Maximaltemperatur von 15 Grad wird es zudem relativ frisch. So ist beim Gang auf die Wiesn ein warmes und regenfestes "Jäckchen" von Vorteil.

Zum Dienstag deutet sich zumindest eine kleine Wetterbesserung an. Trotz vieler Wolken fallen nur noch selten ein paar Tropfen. Dennoch kommt bei Höchstwerten von 16 Grad Celsius noch nicht wirklich gute Laune auf. Vielleicht trägt dann das eine oder andere Hopfengetränk zur Steigerung der Stimmung bei.

Die voraussichtlich besten Tage, zumindest im Hinblick auf das Wetter, werden der Mittwoch und Donnerstag sein. Bei wechselnder Bewölkung kommt häufiger die Sonne zum Vorschein. Auch das "Nass von oben" hat vorerst einmal ein Ende. Mit Sonnenunterstützung steigt auch die Temperatur wieder ein wenig an, sodass es mit 16 bis 17 Grad Celsius etwas angenehmer wird.

Wie sich das Wetter zum Wochenende gestaltet, da sind sich die Computermodelle noch relativ uneinig. Allerdings deuten sich zum heutigen Zeitpunkt bereits die nächsten Tiefausläufer an, die dann erneut starke Bewölkung und etwas Niederschlag im Gepäck haben. Im Regen wird dann auch die Temperatur keine großen Sprünge nach oben machen. Aber warten wir ab, vielleicht hat der Wettergott doch noch ein Einsehen.

Ja Kruzefix!

Datum 16.09.2016

Statt Hochsommer wie in den vergangenen Wochen steht dem Süden jetzt eine Dauerregensituation ins Haus. Mit der entsprechenden Vorhersage und ihrer Schwierigkeiten beschäftigt sich am heutigen Freitag das Thema des Tages.

Wie schon vor ein paar Tagen - auch hier im Thema des Tages - angekündigt, stellt sich das Wetter aktuell um. Die heiße Spätsommer- oder Frühherbstphase, die mit kurzen Unterbrechungen fast vier Wochen gedauert hat, geht nun endgültig zu Ende.

Mit der Wetterumstellung und der insbesondere im Süden zu erwartenden Dauerregensituation drängt sich ein Wortspiel auf, in dem die Worte "Regen" und "Traufe" vorkommen könnten. Dieses hätte auch deshalb seine Berechtigung, weil die zu erwartenden Regenfälle teils so stark sein werden, dass man sich schon im Regen wie in der Traufe fühlt. Das Problem: Die Modellunterschiede machen eine genaue Vorhersage schwierig.

Dabei ist die Wetterentwicklung für's kommende Wochenende in groben Zügen durchaus klar. Es soll sich nämlich in der Nacht zum morgigen Samstag über dem Böhmischen Becken ein kleinräumiges Tiefdruckgebiet ausbilden. Darin sind sich die Modelle zumindest einig. Aber der Teufel steckt in den Details, und diese zeigt die beigefügte Grafik.

Dort sieht man den Bodendruck am morgigen Samstagmittag von den Modellen EZMW (europäisches Modell, oben links), dem deutschen ICON-Modell (oben rechts), dem amerikanischen GFS (unten links) und dem deutschen Europamodell COSMO-EU (unten rechts). Wie schon angedeutet zeigen alle Modellrechnungen das Tiefdruckgebiet - mehr oder weniger - über dem Böhmischen Becken. Ins Auge sticht direkt, dass GFS den Kerndruck mit 1010 hPa (Hektopascal, entspricht der alten Einheit mbar) höher berechnet als die anderen Modelle mit 1007 hPa (EZMW) oder 1006 hPa (deutsche Modelle). Auffällig ist auch, dass der Kern des Tiefs beim GFS über dem nördlichen, beim ICON und EZMW dagegen über dem zentralen Böhmischen Becken liegt. COSMO-EU simuliert den tiefsten Druck sogar über Bayern. Allerdings wirkt das Tiefdruckgebiet bei COSMO-EU auch etwas "verlaufen", während es vor allem beim ICON und EZMW eine klare Kontur aufweist.

Die beschriebenen Unterschiede haben nun einen wesentlichen Einfluss auf die Position und die Intensität der zu erwartenden Regengebiete - wenngleich natürlich auch noch andere atmosphärische Prozesse eine Rolle spielen. Es sei hier nur am Rande erwähnt, dass sich die Modelle auch bezüglich der besagten anderen Prozesse nicht wirklich einig sind, was die Vorhersage für uns Meteorologen zu einer echten Herausforderung macht. Wie dem auch sei, alles in allem kristallisiert sich ein Bereich von den Alpen bis nach Thüringen und Sachsen heraus, der wohl am stärksten von den erwarteten Regenfällen betroffen sein wird.

"Ja Kruzefix", vielleicht auch "Sakra", wird man da in Bayern sagen, wird doch morgen das Oktoberfest eröffnet. Hier bietet sich jetzt ein Wortspiel mit "feucht" und "fröhlich" an, wobei für den feuchten Teil aus meteorologischer Sicht gesorgt ist.

Lichtstreuung - wenn Sonnenlicht magisch wird

Datum 15.09.2016

Sonnenlicht kann in vielfältiger Weise zu ganz besonderen Phänomenen beitragen. Dazu zählen beispielsweise Naturerscheinungen wie scheinbar strahlende Wolken sichtbare Sonnenstrahlen im Nebel oder auch das Alpenglühen. Aber wie entstehen solche optischen Effekte überhaupt?

Fangen wir am besten mit dem an, was wir im kommenden Herbst bald wieder des Öfteren zu Gesicht bekommen werden: Nebel. Viele können dem Nebel an einem grauen und kalten Tag nichts abgewinnen. Anders sieht es aus, wenn an einem sonnigen Morgen die letzten Nebelfelder der Nacht versuchen sich standhaft gegen die Kraft der Sonne zu behaupten. Wenn man sich dabei den Nebel näher anschaut, bekommt man oftmals den Eindruck als würde der Nebel in der Sonne erstrahlen und als könnte man den Verlauf der Sonnenstrahlen im Nebel erkennen. Der Grund, dass wir das Licht als solches hier wahrnehmen, liegt an dessen Streuung. Durch die Vielzahl an Nebeltröpfchen in der Luft wird das Sonnenlicht so gestreut, dass man den Eindruck gewinnt, als ob die einzelnen Sonnenstrahlen auf einmal durch die Nebelwand sichtbar würden.

Ein weiteres Phänomen, an dem wir die Auswirkungen von Lichtstreuung beobachten können, tritt sogar noch weitaus häufiger als Nebel auf. Dies ist nämlich dann der Fall, wenn die Sonne selbst durch Wolken am Himmel verdeckt wird, und in den wolkenfreien Flächen von der Wolke ausgehende, sich fächerartig ausbreitende Strahlen sichtbar werden (siehe Abbildung). Die Wolke scheint in diesem Moment selbst zu strahlen. Dabei kommt an den Wolkenrändern das gestreute Licht zum Vorschein. Die Streuung findet in einem kleinen Winkel an den Aerosolen in der Luft statt. Dies ist dann aber nur durch die Abhebung vom Wolkenschatten vom Beobachter als Strahleneffekt zu sehen. Bei besonders tiefem Sonnenstand können sich diese Strahlen über den kompletten Himmel erstrecken, man spricht dann von sogenannten "Dämmerungsstrahlen". Das gleiche Phänomen tritt übrigens auf, wenn die Wolkendecke aufreißt und die Sonne durch eine Wolkenlücke hindurchscheint.

Wer gerne in den Bergen wandert, hat auch bestimmt schon mal etwas vom sogenannten "Alpenglühen" gehört oder es sogar selbst miterlebt. Wenn sich die Bergkämme bei Sonnenauf- oder -untergang in rötlichen Farbtönen zeigen, bietet sich ebenfalls ein spektakuläres Naturphänomen. Ursächlich dafür ist auch in diesem Fall die Streuung des Sonnenlichts, beziehungsweise vielmehr der Widerschein des Abend- oder Morgenrots. Die rote Farbe entsteht dabei durch die Streuung des Sonnenlichts in der Atmosphäre, wodurch das weiße Licht in seine Spektralfarben aufgespalten wird. Generell wird blaues Licht am stärksten gestreut, weshalb uns der Himmel tagsüber blau erscheint. Sobald die Sonne jedoch unter- oder aufzugehen beginnt, ist der Weg der Sonnenstrahlen durch die Atmosphäre länger, sodass vermehrt blaues Licht herausgefiltert wird und der Himmel färbt sich rötlich. Im Falle des Alpenglühens wird das ganze Bild noch durch die sogenannte Gegendämmerung durch den im Osten aufgehenden Erdschatten verstärkt.

Sonnenlicht trägt also zur Magie bestimmter Naturphänomene bei.

Wieso gibt es so viele Wüsten am Wendekreis?

Datum 12.09.2016

Was sind Wendekreiswüsten und wie sind die Zusammenhänge mit der atmosphärischen Zirkulation? Ein großskaliger Antrieb mit weitreichenden Folgen.

Wenn man das Wort "Wüste" hört, denken viele wahrscheinlich zuerst an die in Nordafrika liegende Wüste "Sahara". Sucht man diese auf einer Weltkarte, so könnte dem ein oder anderen auffallen, dass sich neben der Sahara auch noch andere Wüsten auf diesen Breitenkreisen an der nördlichen bzw. südlichen Grenze der Tropen befinden. Hierbei handelt es sich um die sogenannten "Wendekreiswüsten".

Diese Namensgebung kommt dadurch zustande, dass die trockenen Gebiete vor allem im Bereich der Wendekreise zu finden sind, die circa den 23. Breitengrad auf der Nord- bzw. Südhalbkugel markieren. Doch warum befinden sich genau in der Gegend um die Wendekreise solch trockene Regionen? Will man die Ursache für die Entstehung der Wendekreiswüsten verstehen, so muss man zunächst die globale Zirkulation der Luftmassen auf der Erde betrachten. Am Äquator erwärmen sich die Landmassen durch die Sonne besonders stark, wodurch sich die darüber liegende Luft erhitzt und schließlich aufsteigt. Am Boden entstehen somit Tiefdruckgebiete, die sich in Äquatornähe um den ganzen Planeten erstrecken. Die aufsteigende Luft nimmt mit zunehmender Höhe an Temperatur ab und es kommt zur Kondensation des sich in der Luft befindlichen Wassers. Es entstehen Wolken, aus denen es dann in Äquatornähe kräftig zu regnen beginnt. Das bedeutet wiederum, dass der Luft Feuchtigkeit entzogen wird. Da die Natur außerdem bestrebt ist, Druckunterschiede auszugleichen, fließen Luftmassen aus Regionen mit höherem Druck nördlich und südliche des Äquators in Richtung des tieferen Drucks am Äquator. Die nachgeströmte Luft erwärmt sich dann dort wieder durch die stärkere Sonneneinstrahlung und steigt folglich erneut auf. Die darüber liegende Luft, die schon kühler und vor allem trockener ist, wird nach Norden und Süden abgedrängt. Bei der Bewegung in Richtung der Pole kühlt sich die Luft weiter ab und sinkt schließlich in Höhe der Wendekreise wieder zu Boden, d.h. der Luftdruck steigt dort in Bodennähe an. In den Regionen der Wendekreise entstehen durch die absinkenden Luftmassen also Hochdruckgebiete, von denen aus die trockene Luft nun wieder in Richtung der Tiefdruckrinne am Äquator fließt. Hierbei handelt es sich um den sogenannten "Passatkreislauf", der durch seine wolkenlosen und trockenen Regionen in Höhe der Wendekreise für die Entstehung der Wüsten sorgt. Der Passatkreislauf setzt sich aus dem sogenannten "Passatwind" und "Antipassatwind" in der Höhe zusammen (sowohl Nord- als auch Südhalbkugel).

Die Wüsten entstehen an den Wendekreisen also deshalb, weil die vom Äquator herkommende Luft nach dem Ausregnungsprozess im Passatkreislauf auf dem Weg in Richtung Pole keine bzw. kaum Feuchtigkeit besitzen und durch das Absinken noch weiter austrocknen, sodass dort kein Regen fallen kann. Durch den sehr starken Wassermangel können in diesen Regionen nur wenige Tier- und Pflanzenarten überleben, die sich trotz allem an diese Trockenheit angepasst haben.

"Antizyklonale Südlage"

Datum 11.09.2016

In der ersten Hälfte der 37. Kalenderwoche dominiert eine "antizyklonale Südlage" das Wetter in Mitteleuropa und sorgt für viel Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen bei uns.

Der Jahresverlauf der Witterung in Mitteleuropa besteht aus einer Folge typischer Wettersituationen, den "Großwetterlagen". Diese ergeben sich durch weiträumige Luftdruckverteilungen und die daraus resultierenden Strömungsmuster, in Bodennähe sowie auch in den darüber liegenden Luftschichten.

Das Wetter selbst wird außerdem durch die Eigenschaften der in die Zirkulation einbezogenen Luftmassen dominiert. Es kann während der Andauer einer Großwetterlage an einzelnen Orten innerhalb des betrachteten Gebietes durchaus wechseln, der allgemeine Witterungscharakter bleibt jedoch erhalten.

In der ersten Hälfte dieser Woche dominiert eine "antizyklonale Südlage" (wiss. Abkürzung "Sa") das Wettergeschehen im nordatlantisch-europäischen Raum. Diese Zirkulationsform ist weitgehend meridional ausgeprägt, d.h. die Strömungsrichtung liegt größtenteils parallel zu den Längenkreisen oder "Meridianen".

Über dem Nordatlantischen Ozean entstand in der mittleren und höheren Atmosphäre ein sogenannter Trog, darunter versteht man eine äquatorwärts gerichtete Ausbeulung der Isobaren bzw. Isohypsen. Innerhalb des Troges befindet sich eine in der grönländischen Arktis entstandene, südwärts voran gekommene, hoch reichende Kaltluftmasse.

Über dem europäischen Kontinent dagegen liegt Warmluft mit hoher potentieller Energie bzw. im Meteorologenjargon ausgedrückt "mit hohem Geopotential". Die entsprechenden Isohypsen sind polwärts ausgeformt. Im Bodendruckfeld erstreckt sich die Hochdruckzone KARL von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer.

Unten finden Sie eine vom gestrigen 12:00-UTC-Lauf des Modells des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW in Reading, England) berechnete Prognose der geopotentiellen Höhe der 500-hPa- sowie der 850-hPa-Hauptdruckfläche für Montag, den 12.09.2016, 12:00 UTC. Das 500-hPa-Niveau (obere Abbildung) repräsentiert die mittlere Atmosphäre, in der 850-hPa-Fläche (untere Abbildung) zeigt sich die Struktur der unteren Atmosphäre.

Als Folge dieser Druck- bzw. Geopotentialverteilung gelangt mit südlicher Strömung sehr warme Luft aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika zu uns nach Zentraleuropa, daher bietet sich die Klassifikation der Wetterlage als "Südlage" an.

Da die Übergangszone zwischen den beiden unterschiedlichen Luftmassen, die im Geopotentialfeld durch eine starke Drängung der Isohypsen gekennzeichnet ist, über die Britischen Inseln hinweg nordwärts verläuft, also weit entfernt ist vom hochdruckbeeinflussten Mitteleuropa, weist die vorliegende Südlage einen "antizyklonalen" Charakter auf.

Die Sonne hat noch Kraft in diesen Septembertagen, da verwundert es nicht, dass in der ersten Wochenhälfte der Spätsommer noch einmal zur Hochform aufläuft und im Binnen- bzw. Tiefland verbreitet Tageshöchsttemperaturen von mehr als 30 °C erreicht werden. Wer erinnert sich noch an den Sommer 2006? Auch vor zehn Jahren folgte einem "durchwachsenen" Monat August ein hochsommerlicher September.

Der Wind aus meteorologischer Sicht - ein Konstrukt verschiedener physikalischer Kräfte -Dritter Teil: Thermischer Wind-

Datum 10.09.2016

Der "Thermische Wind"! Ein Scheinwind, mit großer Bedeutung. Insbesondere für die Entstehung und Entwicklung von Tiefdruckgebieten sowie auch für die Temperaturadvektion liefert er wertvolle Informationen.

Nachdem in den Themen des Tages vom 18. und 19. August aus meteorologischer Sicht schon unterschiedliche Winde sowie deren Zutaten näher betrachtet wurden, soll nun ein weiterer Wind genauer analysiert werden. Dabei handelt es sich um den sogenannten "Thermischen Wind". Dieser ist wiederum erneut kein real existierender Wind, liefert den Meteorologen jedoch wertvolle Informationen über den Zustand der Atmosphäre. "Kurz und knackig" wird dieser auch als geostrophischer Differenzwind zwischen zwei Höhenniveaus definiert. In der differenziellen Form beschreibt der thermische Wind entsprechend die Änderung des geotrophischen Windes mit der Höhe.

Die Bestimmung beruht dabei analog zum geostrophischen Wind auf einem bestimmten Kräfteverhältnis. Allerdings muss man den tiefen und hohen Luftdruck durch tiefe und hohe Temperaturen ersetzen. Anschaulich weht der thermische Wind demnach (quasi)parallel zu den Isothermen (Linien gleicher Temperatur). Je größer nun die Temperaturgegensätze und desto kleiner die Corioliskraft, umso stärker ist dieser Wind. Da die Isothermen in der Troposphäre (untere Atmosphäre) im Durchschnitt eine ost-westliche Orientierung haben, wobei die höheren Temperaturen auf der äquatorialen Seite liegen, beschreibt der thermische Wind im Mittel einen westlichen, mit der Höhe zunehmenden Wind (vgl. Abb. 1).

In der Meteorologie kann der thermische Wind wichtige Informationen unter anderem über die Temperaturadvektion sowie die Baroklinität geben. Von einer baroklinen Troposphäre spricht man, wenn die Flächen gleichen Luftdrucks (isobare Flächen) nicht parallel zu den Flächen gleicher Temperatur (isotherme Flächen) liegen, sondern sich gegenseitig schneiden. Die Atmosphäre ist im Allgemeinen mehr oder weniger baroklin geschichtet. Die barokline Schichtung ist für die Erklärung der Zyklogenese (Entstehung und Entwicklung von Tiefdruckgebieten) bzw. des instabilen Verhaltens atmosphärischer Wellen eine notwendige Voraussetzung. Man spricht deshalb auch von barokliner Instabilität. Unter Advektion versteht man eine an Gas- oder Flüssigkeitsströmung gebundene Verfrachtung von Wärme, Impuls, Feuchte usw. Bei der horizontalen Wärmeadvektion wird abhängig von Strömungsrichtung und horizontalem Temperaturgradienten zwischen Warmluft- und Kaltluftadvektion unterschieden.

Die Existenz von Temperaturgegensätzen auf Luftdruckflächen (isobaren Flächen) induziert per Definition einen thermischen Wind. Liegt also ein thermischer Wind vor, ist die untere Atmosphäre entsprechend baroklin geschichtet. Da der Bodenwind infolge der Reibung im Vergleich zum Wind in größeren Höhen allgemein als geringer angesehen werden kann, gibt die Temperaturverteilung gleichermaßen einen direkten Hinweis auf die Verteilung des geostrophischen Windes im jeweiligen Höhenniveau. Somit lässt sich anhand der quasihorizontalen Temperaturdifferenzen über die thermische Windbeziehung auf die allgemeine Windverteilung (geostrophischer Wind) schließen. Gibt es zudem mit der Höhe eine richtungsändernde Komponente des geostrophischen Windes, verursacht der resultierende thermische Wind eine Temperaturadvektion. Erfolgt vom Boden aus gesehen eine antizyklonale geostrophische Winddrehung (Rechtsdrehung auf Nordhemisphäre) mit der Höhe, so wird warme Luft herangeführt (Warmluftadvektion) (vgl. Abb. 2). Umgekehrt bedeutet eine zyklonale Winddrehung (Linksdrehung), dass kalte Luft einströmt (Kaltluftadvektion) (vgl. Abb. 3).

Der thermische Wind gibt also einen guten Ausdruck dafür, wie sich das Druckfeld mit der Höhe in einer baroklinen Atmosphäre verändert. Dabei muss berücksichtigt werden, dass der thermische Wind analog zum geostrophischen Wind ebenfalls eine Vereinfachung der tatsächlich herrschenden Verhältnisse darstellt.

Donner - das Geräusch eines Gewitters

Datum 09.09.2016

Donner - früher unter anderem Unheilverkünder, wissenschaftlich das Resultat eines physikalischen Prozesses. Doch wie genau entsteht denn der Donner und wieso hört er sich so unterschiedlich an?

Ein Gewitter ist ein sehr beeindruckendes Phänomen. Nicht nur Begleiterscheinungen wie Hagel, Sturmböen oder heftiger Starkregen sind häufig zu erwarten, sondern auch Blitzentladungen, die von Gewitter zu Gewitter hinsichtlich ihrer Anzahl stark variieren können. Besonders auf die Blitze wurde im Thema des Tages vom 31.05.2016 bereits näher eingegangen. Heute soll der Fokus auf den Donner gerichtet werden.

Es verwundert nicht, dass seit eh und je der Donner ein Wetterphänomen darstellt, das die Menschen beeindruckt und unzählige Naturwissenschaftler dazu gebracht hat, die Entstehungsprozesse zu erforschen.

Bereits Lukrez, römischer Dichter und Philosoph im ersten Jahrhundert vor Christi, spekulierte, dass Donner durch das Zusammentreffen unterschiedlicher Wolken entstehen würde. Descartes, französischer Philosoph, Naturwissenschaftler und Mathematiker im Jahre 1637 nahm an, dass ein Donner durch die Schwingung der Luft zwischen zwei Wolken hervorgerufen wird, wenn eine höher gelegene Wolke auf eine niedriger gelegene absinken würde. Dabei fällt auf, dass sehr häufig der Donner in Verbindung mit Wolken und nicht mit dem Blitz gebracht wurde. Erst später rückte der Blitz in den eigentlichen Fokus, wie zum Beispiel durch Benjamin Franklin im Jahre 1749, der im Labor bei selbst produzierten elektrischen Entladungen ein kurzes und lautes Geräusch wahrnahm. Dies übertrug er auf die Natur und verknüpfte nun das Auftreten eines Blitzes mit dem eines Donners.

In der heutigen Zeit wissen wir, dass ein Donner entsteht, wenn sich der Blitzkanal innerhalb einer äußerst kurzen Zeit sehr stark aufheizt. Wir sprechen dabei von Temperaturen von teils mehr als 50 000 Grad innerhalb des Blitzkanals. Dies geschieht in Bruchteilen einer Sekunde, wodurch die Luft kaum Zeit hat, sich aufgrund der schlagartigen Erwärmung auszudehnen. Das Resultat ist, dass im Blitzkanal während einer extrem kurzen Zeit ein sehr hoher Druck verglichen zur Umgebung herrscht. Dieser extrem hohe Druck breitet sich nun rasch in alle Richtungen aus - zunächst als eine sogenannte "Schockwelle" mit einer höheren Geschwindigkeit als die des Schalls, wobei die Schallgeschwindigkeit in trockener Luft bei 343 m/s oder rund 1235 km/h liegt und erst nach einer gewissen Zeit als gewöhnliche akustische Welle. Zusammengefasst bedeutet das nichts anderes, als dass der Donner aus der Erhitzung des Blitzkanals und der daraus resultierenden explosionsartigen Ausdehnung der Luft entsteht.

Dass mithilfe des Donners die Entfernung zum eigentlichen Gewitter abgeschätzt werden kann, wurde im Thema des Tages vom 31. Mai bereits erklärt. Viel mehr interessiert nun noch die Frage, wieso Donnergeräusche so unterschiedlich klingen. Dabei wird das Donnergeräusch in zwei Kategorien eingeteilt: Wie laut war der Donner und in welcher Tonhöhe erklang er? Betrachten wir nur einmal die Lautstärke und nehmen an, dass der Blitzkanal rechtwinklig zum Beobachter verläuft. Dies führt dazu, dass vom gesamten Kanal die Schallwellen den Beobachter im Großen und Ganzen gleichzeitig erreichen (siehe beigefügte Grafik). Das Resultat wäre in diesem Fall ein sehr lauter Donner. Ist der Blitzkanal zum Beobachter geneigt, dann entsteht das häufig vernommene "Rollen" und "Rumpeln", da der Schall von verschiedenen Bereichen des Blitzkanals und somit auch zu unterschiedlichen Zeiten den Beobachter erreicht. Natürlich kann die Orografie diesen Effekt deutlich verstärken, wie zum Beispiel in einem Tal, wo die Schallwellen aufgrund komplexer Orografie mehrfach reflektiert werden. Nachts klingt ein Donner, dank der fehlenden Umgebungsgeräusche des Tages, auch oftmals lauter. Donner ist ab einer gewissen Entfernung zum Gewitter nicht mehr zu hören, was daran liegt, dass durch variable Temperatur- und Feuchteverteilung in der Atmosphäre die Schallwellen sich zunehmend nach oben und somit von der Erdoberfläche wegbewegen. Wir nehmen das Gewitter dann nur noch durch "Wetterleuchten" wahr. Der Blitz ist noch zu sehen, der Donner jedoch nicht mehr bzw. noch nicht zu hören.

Andersherum ist bei einem nahen Blitzeinschlag die vorhin erwähnte Schockwelle zu vernehmen, was sich in einem lauten, teils knisternden Knall äußert. Dank der Nähe zum Blitzkanal erreichen die Schock- und Schallwellen ausgehend vom oberen Bereich des Blitzkanals den Beobachter am Boden nicht mehr, sodass kein typisches Rumpeln vernommen wird.

Die Art des Donners, seine Dauer, Lautstärke und Tonhöhe können dem Beobachter Aufschluss über die Art des Blitzkanals, dessen Länge, die Ausrichtung zum Beobachter sowie über die Entfernung geben. Versuchen Sie doch beim nächsten Gewitter die Unterschiede des Donners herauszuhören und entsprechend zu interpretieren.

In den kommenden Tagen wird dies jedoch voraussichtlich nur direkt am Alpenrand möglich sein, denn nur dort können sich einzelne Gewitter entwickeln. Im übrigen Deutschland dauert das sommerlich warme und gewitterfreie Wetter weiter an.

Kleine Schönheitsfehler

Datum 08.09.2016

Das spätsommerlich warme Wetter mit badetauglichen Temperaturen könnte bis weit in die nächste Woche anhalten. Es gibt aber auch ein paar kleine "Schönheitsfehler".

Warteten die Sommerwetterfreunde im diesjährigen Sommer doch meist vergebens auf länger andauerndes Hochdruckwetter mit hohen Temperaturen außer gegen Ende August, scheint das Wetter im September die entgangenen Freuden jetzt verstärkt nachholen zu wollen. Temperaturen von 25 bis 30 Grad sind bis über das Wochenende hinaus garantiert, so manches Freibad hat daher seine im Sommer kaum positiv verlaufene Saison bereits verlängert.

Nicht verwunderlich ist deshalb, dass die ersten sieben Tage des Monats den September in Bezug auf den Temperaturverlauf auf vorläufigen Rekordkurs hieven. So lag die Durchschnittstemperatur mit ca. 17,5 Grad um etwa 4,2 Grad über dem Septembermittel der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Sollte es mit diesem Wetter in diesem Monat noch länger so weitergehen, wäre der Septemberrekord aus dem Jahre 2006, bei dem es eine Durchschnittstemperatur von 16,9 Grad bei einer Abweichung von 3,6 Grad gab, tatsächlich "in Gefahr".

Schaut man sich die Vorhersagen bis weit in die nächste Woche hinein an, so zeigen diese weiterhin viel Sonnenschein, meist nur wenige Wolken und höchstens einzelne Schauer und Gewitter bei anhaltend hohen Temperaturen, die nicht selten bis fast 30 Grad oder knapp darüber erreichen. Eiscafes, Biergärten und Freibäder können noch einmal richtigen Umsatz machen, der ihnen im Sommer meist nur mäßig gelingen wollte.

Kleine "Schönheitsfehler" kann man in den Vorhersagen allerdings auch entdecken. So dürften am morgigen Freitag ein paar dichtere Wolkenfelder von Nordwesten her durchziehen, die im Zusammenhang mit der nur schwach ausgeprägten Kaltfront des Tiefs "Petra" mit Zentrum im Seegebiet zwischen Island und Schottland bei uns auftauchen. Zwar schwächt "Petra" damit auch unser Sonnenhoch "Johannes", ein durchgreifender Luftmassenwechsel oder Niederschläge sind mit Durchzug der Kaltfront jedoch kaum zu erwarten (siehe dazu die Aussichten für das Wochenende unter www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/9/8.html).

Den nächsten kleinen Schönheitsfehler finden wir dann am Samstag und Sonntag, wenn erneut schwache Ausläufer des neuen Tiefs "Quila", das von den Britischen Inseln nach Island zieht, von Nordwesten her auf uns zukommen und wiederum etwas mehr Wolken und sogar einzelne Schauer und Gewitter mitbringen. Am Samstag gilt dies vor allem für den Westen und Nordwesten, am Sonntag eher für den Norden und Südosten. Vielerorts bleibt es aber auch dann noch trocken mit längeren sonnigen Abschnitten und höchstens leicht zurückgehenden Temperaturen. Die neue Woche setzt diesen Trend fort, wobei die Temperaturen wieder ansteigen und die Schauer- und Gewitteraktivität zunächst nachlässt, bevor sie zur Wochenmitte hin erneut zunimmt.

Ein weiterer Schönheitsfehler ist die anhaltende Trockenheit. So beträgt die nutzbare Feldkapazität (die der Pflanze zur Verfügung stehende Wassermenge) leichter Böden (lehmiger Sand) in vielen Teilen Deutschlands nur noch 10 bis 50 % (siehe www.dwd.de/DE/leistungen/bodenfeuchte_dl/bodenfeuchtedl.html), sodass einige Pflanzen (z.B. Mais) unter sogenanntem "Trockenstress" leiden. Selbst die schweren Böden (sandiger Lehm), die mehr Wasser speichern können als die leichten, sind teilweise von der Trockenheit betroffen. Das gilt vor allem für den Osten Deutschlands, wo der Sommer insgesamt oft zu trocken war. Aufgrund der Trockenheit der vergangenen Tage haben sich auch schon einige Blätter bestimmter Baumarten verfärbt oder wurden bereits abgeworfen.

Und noch ein Wermutstropfen lässt sich finden: Die Waldbrandgefahr und die Graslandbrandgefahr sind erhöht. So erreicht der Waldbrandgefahrenindex (siehe www.dwd.de/waldbrand) gebietsweise Stufe 3 bis 4, was einer mittleren bis hohen Gefahr entspricht. Beim Graslandfeuerindex (www.dwd.de/DE/leistungen/graslandfi/graslandfi.html) wird vielfach die Stufe 4 erreicht, womit häufig eine hohe Gefahr besteht. Wer sich also in der Natur bewegt, sollte nicht fährlässig handeln und beispielsweise eine noch glühende Zigarette achtlos wegwerfen oder aus dem Auto schnippen.

Nicht zuletzt trübt noch ein weiterer kleiner Schönheitsfehler den ungestörten Genuss des Spätsommerwetters: Die Sonneneinstrahlung ist immer noch recht intensiv, sodass der UV-Index weiterhin mittel bis hoch ist (siehe www.dwd.de/uvindex). Insbesondere in der Mitte und im Süden Deutschlands sollte aufgepasst werden und gegen drohenden Sonnenbrand Schutzmaßnahmen (Sonnencreme, Sonnenbrille, Hemd, mittags in den Schatten) ergriffen werden.

Lohnt sich der ganze Wind? - Windkraftanlagen als wetterabhängige Stromerzeuger

Datum 07.09.2016

Strom aus Wind. Das klingt logisch und vor allem einfach. Doch was muss beim Aufstellen einer Windkraftanlage beachtet werden? Und welche Herausforderung ergibt sich beim Thema der Windenergie für den Deutschen Wetterdienst?

Erneuerbare Energien haben in der heutigen Zeit einen hohen Stellenwert und aufgrund geringer werdender Ressourcen der fossilen Energieträger wie Erdöl oder Gas ist zu erwarten, dass die zukünftige Energieversorgung zum größten Teil auf erneuerbaren Energien basieren wird. Eine wichtige Option zur Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien ist beispielsweise die Nutzung der Windkraft, bei der die Bewegungsenergie des Windes vom Rotor einer Windkraftanlage in Rotationsenergie und folglich in elektrische Energie, also Strom umgewandelt wird. Beim Errichten von Windkraftanlagen ist es aber wichtig zu beachten, dass Windenergie - wie die meisten erneuerbaren Energien - wetterabhängig ist. Deshalb ist bei der Standortwahl für eine effektive Ausschöpfung des vorherrschenden Windes eine meteorologische Analyse der Windverhältnisse in den untersten Luftschichten unserer Atmosphäre fast unumgänglich.

Doch was ist eigentlich Wind und worauf muss bei der Standortwahl für Windkraftanlagen geachtet werden? Welche Auflagen müssen eventuell im Zusammenhang mit der Nähe zu bewohnten Flächen oder Naturschutzgebieten erfüllt werden? Entstehen also Probleme durch die Nutzung von Windkraftanlagen?

Beginnend mit der wichtigsten Komponente, die für die Energiegewinnung mittels Windkraftanlagen nötig ist, gilt es den Begriff des Windes zu behandeln. Hierbei handelt es sich allgemein um die Verlagerung von Luftteilchen, die hauptsächlich aus der unterschiedlichen horizontalen Luftdruckverteilung auf der Erde resultiert. So wehen die Winde zum Druckausgleich vom Ort des höheren Luftdrucks zu den Orten mit niedrigerem Druck. Dabei gilt, dass bei größerem Druckunterschied die Luftbewegung auch stärker, der Wind also mit einer höheren Geschwindigkeit weht.

Will man eine Windkraftanlage oder sogar einen Windpark errichten, so ist die wichtigste Frage, wie stark und wie viele Stunden im Jahr der Wind am gewählten Standort weht. Dabei sind vor allem die Windgeschwindigkeit und -richtung bedeutend. Jetzt könnte man meinen, dass ein Standort mit sehr starken Winden optimal wäre. Das ist aber nicht der Fall, da die Windräder ab bestimmten Geschwindigkeiten zur Vermeidung von Schäden abgeschaltet werden müssen. Dabei werden die Schwellenwerte zur Abschaltung vom jeweiligen Hersteller der Windkraftanlagen festgelegt. Bei der Standortwahl muss außerdem darauf geachtet werden, dass lokale Hindernisse in der Umgebung wie Gebäude, Berge, o.ä. weit genug entfernt sind, damit die umzuwandelnde Windgeschwindigkeit nicht stark beeinflusst (umgelenkt, abgeschwächt o.ä.) wird.

Für den Abstand zu Ortschaften, Gebäuden und Verkehrswegen gibt es auch Richtlinien, die von der jeweiligen Kommune vorgegeben werden. Das bedeutet, dass eine Windkraftanlage beispielsweise nicht beliebig nah an Straßen stehen darf. Weiterhin müssen auch die Bodenbeschaffenheiten überprüft werden, da nicht jeder Untergrund im Hinblick auf Stabilität und Erosionsanfälligkeit gleich ist. Während der Planungsphase werden außerdem noch baurechtliche Vorschriften überprüft. So wird schon vor dem Aufstellen der Windkraftanlage rechnerisch geprüft, welche Schallimmissionen zu erwarten sind, wobei konkrete Vorgaben für Geräuschpegel festgelegt sind. Des Weiteren muss während des Genehmigungsverfahrens gutachterlich nachgewiesen werden, dass umliegende Häuser nicht durch unzumutbare Schattenimmissionen der sich drehenden Rotorblätter beeinträchtigt werden, wobei bestimmte Grenzwerte pro Tag und pro Jahr festgelegt sind. In Natur- und Vogelschutzgebieten ist der Bau von Windkraftanlagen generell ausgeschlossen. Dabei gilt durch die Naturschutzgesetze eine strenge Rücksichtnahme auf die vorhandene Flora und Fauna. Alles in allem gelten je nach Bundesland andere Schwellenwerte, die beim Aufstellen einer Windkraftanlage nachweislich eingehalten werden müssen. Man merkt also schnell, dass eine Windkraftanlage nicht einfach so schnell errichtet werden kann, sondern dass einiges beachtet und genehmigt werden muss.

Steht die Windkraftanlage dann endlich, stellt sich für den Deutschen Wetterdienst jedoch ein Problem, auf das ausführlicher in der Publikation "Windenergieanlagen verfälschen Messungen des Wetterradars - Unwetterwarnungen oder Strom aus Windenergie?" eingegangen wird (http://www.dwd.de/SharedDocs/broschueren/DE/presse/Windenergie_kontra_Radar_PDF.html). Wie der Titel der Publikation des Deutschen Wetterdienstes schon verrät, kommt es bei der Datenerfassung mit dem Wetterradar zu dem Problem, dass Windkraftanlagen aufgrund ihrer Höhe ein sehr hohes Reflexionshindernis für Radarstrahlen besitzen und somit die Messungen des Wetterradars verfälschen. Diese falschen Messwerte erschweren es, präzise Auswertungen für Herausgabe von Warnungen speziell im Unwetterfall vor allem im näheren Umfeld von Windkraftanlagen ableiten zu können.

Spätsommer auf Hochtouren und die Wirkung der Sonnenstrahlen

Datum 05.09.2016

Hoch "Johannes" bringt ab Dienstag viel Sonne und sehr warme bis heiße Temperaturen zurück! Doch welche Wirkung haben die Sonnenstrahlen auf die Umgebung. Jeder Mensch kann sie nahezu täglich spüren!

Am heutigen Montag gestaltet sich das Wetter noch wechselhaft mit einzelnen Schauern und Gewittern sowie Dauerregen an den Alpen. Doch Tief "Netti" zieht nach Osteuropa ab und verliert somit zunehmend an Einfluss, sodass sich die herbstliche Episode schon wieder dem Ende zuneigt und lediglich als kurzes Gastspiel angesehen werden kann. Die entstandene Lücke wird nachfolgend rasch von dem Azorenhoch ausgefüllt, das sich wie eine Zunge nach Mitteleuropa ausstreckt und mit Hoch "Johannes" schließlich einen Ableger mit Zentrum über dem Norden Deutschlands verankert. Schon zum heutigen Wochenstart gelangt der Westen und Nordwesten in den Einflussbereich von "Johannes". Entsprechend klingen die Niederschläge ab und die Wolken lockern auf. Am Dienstag vertreibt das Hoch schließlich auch den Regen im Südosten. Spätestens ab Mittwoch scheint die Sonne wieder verbreitet von einem gering bewölkten oder wolkenlosen Himmel. Die Sonne ist und bleibt eben eine Freude für viele Menschen. Wenn dann noch mit einer südwestlichen Strömung zusätzlich warme Luft aus dem Mittelmeerraum zu uns geführt wird, können die Temperaturen so richtig ansteigen und den Spätsommer perfektionieren. Vor allem im Südwesten sowie in Teilen Ostdeutschlands sind am Donnerstag Temperaturen zwischen 28 und 32 Grad, lokal sogar bis 33 Grad möglich. Damit werden nahezu die aus klimatologischer Sicht für September maximal möglichen Höchstwerte abgerufen. Die bisher höchsten gemessenen Temperaturen in einem September stammen aus dem Jahre 1911, wo am 3. Tag des Monats in Jena 36,5 Grad und in Trier 35,2 Grad notiert sind.

Mit den sehr warmen bis heißen Temperaturen und der kräftig scheinenden Sonne nimmt jedoch auch die Wärmebelastung erneut zu. Besonders deutlich merkt man die Kraft der Sonne auf der Haut oder an seiner Kleidung. Aber auch die Umgebung kann das Empfinden der Sonnenstrahlung stark beeinflussen (z.B. die Stadt als Wärmeinsel).

Von wesentlicher Bedeutung für den Wärmehaushalt ist die sogenannte "Albedo" (v. lat. albus "weiß"). Sie ist ein Maß für das Rückstrahlvermögen von Oberflächen, angegeben als das Verhältnis von reflektierter langwelliger Wärmestrahlung zu einfallender kurzwelliger Sonnenstrahlung. Eine Oberfläche mit einer Albedo von z.B. 0,3 reflektiert 30% der einfallenden Strahlung und absorbiert 70%. Je heller die Oberfläche, desto größer ist ihre Albedo.

Die höchsten Albedo-Werte werden bei (Neu-) Schnee bis 0,95 erreicht. Trockener heller Sand verfügt über eine Albedo zwischen 0,30 bis 0,45 und strahlt entsprechend bis zu 45% der kurzwelligen Sonnenstrahlung zurück. Allerdings werden jedoch über 55% der Strahlung absorbiert, sodass sich der Sand soweit aufheizen kann, dass man am Strand teilweise das Gefühl hat sich die Füße zu verbrennen. Der etwas dunklere Sand der Wüsten liegt nur geringfügig unter diesen Werten. Bei Grasflächen oder Waldgebieten werden noch bis zu 20% der einfallenden Strahlung reflektiert. Die geringste Reflektion und somit die größten Absorptionswerte weisen Wasser (kleiner 0,1) und durch das vorherrschende "dunkle" Mauerwerk und Straßen auch Städte (0,1 - 0,18) auf.

Neben der Erdbodenoberfläche reflektieren aber auch die Wolken einen gewissen Anteil an Sonnenstrahlung. Im Verhältnis zum Erdboden sind deren reflektierte Anteile sogar teilweise deutlich höher. Grundsätzlich gilt jedoch auch bei den Wolken: je heller, desto größer das Reflektionsvermögen. Die geringste Albedo weist der Cirrus (aus Eiskristallen bestehende dünne Schleierwolke) mit Werten zwischen 0,15 und 0,2 auf. Die höchsten Werte bis 0,8 können die weißen Cumulus-Wolken erreichen. Jedoch ist die Albedo bei diesem Wolkentyp sehr variabel. Je nach Flüssigwassergehalt und Tropfengröße in der Wolke kann der reflektierte Anteil deutlich absinken und nur noch um 40% liegen.

Zum Ende sei den vielen Sonnenanbetern noch gesagt, dass auch Kleidung mehr oder weniger viel Wärme speichern kann. So absorbiert dunkle Kleidung die Sonnenstrahlen sehr stark und wandelt sie in langwellige Wärmestrahlung um, was wir dann direkt auf der Haut spüren können. Während dieser Effekt vor allem in den noch kühleren Frühlingsmonaten als angenehm empfunden wird, kann er im heißen Hochsommer doch eher zur Qual werden. Dann sind eher leichte helle Stoffe sowie generell kurzärmlige Bekleidung optimal. Helle Kleidung (weiß, gelb, etc.) heizt sich nicht so stark auf und reflektiert stattdessen einen großen Anteil der kurzwelligen Sonnenstrahlung. Doch sollten unbedeckte Hautflächen ebenfalls dringend durch Sonnencreme geschützt werden. Wer seine Haut beim Sonnenbaden nicht ausreichend schützt, schädigt diese nachhaltig. Die UV-A (lange Wellen) Strahlung führt zwar zu einer kurzfristigen Bräune, die jedoch kaum Lichtschutz bringt. Dagegen verliert die Haut an Spannkraft und altert bei langfristiger Bestrahlung frühzeitig. Auch das Hautkrebsrisiko ist bei häufiger ungeschützter Einstrahlung deutlich erhöht.

NETTIs kurze Stippvisite im Spätsommer

Datum 04.09.2016

Am heutigen Sonntag wird der sommerliche Witterungsabschnitt der vergangenen Tage erst einmal beendet. Doch schafft der Spätsommer noch einmal ein Comeback oder kommt der Herbst nun mit schnellen Schritten?

Freibadbesitzer lachten in den vergangenen Tagen mit der Sonne um die Wette: Stabiler Hochdruckeinfluss sorgte für blauen Himmel, sommerliche Temperaturen, kaum einen Tropfen Regen und somit für bestes Badewetter. Doch wie so häufig im Leben gibt es auch eine Kehrseite der Medaille, und so zählen Reedereien und Fährbetreiber zu den Leidtragenden dieser Wetterlage: Die anhaltende Trockenheit führte zu niedrigen Pegelständen in vielen Flüssen und teils starken Einschränkungen in der Schifffahrt.

Wettergott Petrus scheint es am heutigen Sonntag aber gut mit all denen zu meinen, die des vielen Sonnenscheins überdrüssig sind und sich nach etwas Abkühlung von oben sehnen. Und so schickt er Tief NETTI von der Nordsee über Norddeutschland hinweg Richtung Polen und gibt ihm dichte Regenwolken mit auf den Weg, die sich heute von Nordwesten nach Südosten ausbreiten und so für einen verbreitet nassen ersten Septembersonntag sorgen. Doch NETTI hat noch mehr in petto und pustet mit einem kräftigen Wind die Hitze der vergangenen Tage von dannen - mancherorts sogar begleitet von einem lauten (Donner-)Knall.

Die anschließend einfließende feuchte Meeresluft ist auch am Montag noch wetterbestimmend. Sie ist zwar spürbar kälter, Angst vor Frostbeulen muss bei Höchstwerten von 18 bis 23 Grad aber wohl keiner haben. Am ersten Tag der neuen Woche bekommen nur noch die Regentonnen im Osten und Südosten nennenswerten (an den Alpen durch anhaltende Regenfälle allerdings sogar beachtlichen) Zuwachs. In den anderen Landesteilen ist es bereits trocken, denn über Westeuropa baut sich schon eine neue Hochdruckzone auf, die am Dienstag weiter ostwärts wandert und zur Wochenmitte in einem kräftigen Hoch über Mittel- und Osteuropa resultiert. Sonnenfans werden beim Wort "Hoch" sicherlich aufgehorcht haben - und das zu recht, denn wir gelangen auf dessen Südseite in eine warme östliche Strömung, die die Quecksilbersäule wieder verbreitet auf über 25 Grad hochschnellen lässt. Dann darf auch gut und gerne wieder die Sonnenbrille ausgepackt werden...

Und somit ist der heutige Durchzug von NETTI also nur ein kurzes "Störungs-Intermezzo" im Spätsommer, der uns nach jetzigem Stand sogar noch eine ganze Weile beehren wird.

Deutschlandwetter im August 2016

Datum 02.09.2016

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland. Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

> Besonders warme Orte im August 2016*

1. Platz Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg) 20,4 °C Abweich. +1,6 Grad

2. Platz Bad Bergzabern (Rheinland-Pfalz) 20,3 °C Abweich. +2,1 Grad

3. Platz Frankfurt am Main-Westend (Hessen) 20,2 °C Abweich. +1,4 Grad

> Besonders kalte Orte im August 2016*

1. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 14,2 °C Abweich. +1,1 Grad

2. Platz Carlsfeld (Sachsen) 14,2 °C Abweich. +1,7 Grad

3. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 14,3 °C Abweich. +1,6 Grad

> Besonders niederschlagsreiche Orte im August 2016**

1. Platz Lindau/Bodensee (Bayern) 212,4 l/m² 122 Prozent

2. Platz Oberreute (Bayern) 208,5 l/m² 97 Prozent

3. Platz Bischofswiesen-Winkl (Bayern) 207,3 l/m² 98 Prozent

> Besonders trockene Orte im August 2016**

1. Platz Helmstedt-Emmerstedt (Niedersachsen) 7,6 l/m² 12 Prozent

2. Platz Schwalmstadt-Ascherode (Hessen) 9,9 l/m² 16 Prozent

3. Platz Barneberg (Sachsen-Anhalt) 10,3 l/m² 17 Prozent

> Besonders sonnenscheinreiche Orte im August 2016**

1. Platz Mühlacker (Baden-Württemberg) 276 Stunden 127 Prozent

2. Platz Weihenstephan (Bayern) 276 Stunden 131 Prozent

3. Platz Hermaringen-Allewind (Baden-Württemberg) 273 Stunden 145 Prozent

> Besonders sonnenscheinarme Orte im August 2016**

1. Platz Bückeburg (Niedersachsen) 182 Stunden 102 Prozent

2. Platz Boizenburg (Mecklenburg-Vorpommern) 186 Stunden 88 Prozent

3. Platz Emden (Niedersachsen) 187 Stunden 94 Prozent

Bergstationen oberhalb 920 m NN sind hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis: Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

Der September - ein verkappter Sommermonat?

Datum 01.09.2016

Mit dem September startet der meteorologische Herbst. Doch wie herbstlich ist der September wirklich? Hat er vielleicht sogar Ambitionen ein weiterer Sommermonat zu werden?

Nein, das hat er sich anders vorgestellt, der September. Der Monat, der von den Meteorologen kühl-wissenschaftlich zum ersten Herbstmonat degradiert wird. Dabei will der Liebe vielmehr ein Spätsommermonat sein, den Menschen vor der nahenden dunklen und kalten Jahreszeit noch einmal laue Sommerabende bescheren.

Aber genug des unwissenschaftlichen Plädoyers, nun zu den Fakten.

Aus astronomischer Sicht sieht es tatsächlich nicht gut aus für den "Möchtegern-Sommermonat". Details dazu wurden bereits im Thema des Tages vom 27.08.2016 erläutert. Trotzdem nochmal kurz die Fakten: Morgens wird es später hell, abends früher dunkel, der "lichte Tag" wird also kürzer. Die Sonne steht zudem immer niedriger über dem Horizont, die direkte Sonnenstrahlung dringt also immer flacher in die Atmosphäre ein. Die Sonne liefert damit im Laufe des Monats sukzessive weniger wärmende Energie. Ein eindrückliches Beispiel: Die Tageslänge Anfang September entspricht in etwa der von Anfang April.

Also jetzt auch noch ein Vergleich zwischen September und April, der nicht weiß, was er will? Nun, die astronomische Wahrheit ist nur die halbe Wahrheit. Denn der Sonnenstand bestimmt nicht allein die Temperaturentwicklung über das Jahr hinweg. Nach der kalten Jahreszeit wird ein nicht zu vernachlässigender Anteil der Sonnenenergie in die Erwärmung von Wasser- und Landmassen oder auch in das Abschmelzen von Eis investiert. Vor allem die Ozeane können sehr viel Wärme speichern, die im Herbst wieder an die Luft abgegeben wird. Die Landmassen, insbesondere aber die Ozeane, sind sozusagen die anspringende Heizung, wenn der Sonne im Herbst allmählich die Puste ausgeht. Als Resultat dessen ist das Maximum der Temperaturen - zumindest im vieljährigen Mittel - um etwa sechs Wochen gegenüber dem Maximum der Sonneneinstrahlung verschoben. Davon profitiert auch der September!

Natürlich spielen darüber hinaus auch noch weitere örtliche und regionale Klimafaktoren eine Rolle wie Meeresströmungen oder die für einen bestimmten Zeitraum typischen Großwetterlagen. Der September gilt in Mitteleuropa so z. B. als "klimatisch stabil". Im Wesentlichen sind es die geringen Temperaturgegensätze zwischen den Europa umgebenden Meeren und dem Festland sowie zwischen den hohen und niederen Breiten, die weniger turbulente Tiefdruckaktivität als Hochdruckdominanz über Mitteleuropa begünstigen.

Das klingt doch eher nach Sommer als nach Herbst. Tatsächlich wartet der September z. B. in Frankfurt mit einem mittleren Temperaturmaximum von 20,3 Grad Celsius auf und liegt damit hinter den Monaten Juli (25,5 Grad), August (25,1 Grad) und Juni (23,1 Grad) und noch vor Mai (20,0 Grad) auf dem vierten Platz. Vor allem in der ersten Monatshälfte kann es noch einmal richtig heiß werden mit Temperaturen über 30 Grad (Höchstwert: Jena (Sternwarte) mit 36,5 Grad am 03.09.1911). Zugleich kühlt es in den immer länger werdenden Nächten schon deutlich stärker aus als noch in den Vormonaten. Zum Ende des Monats steigt zudem das Potenzial erster kräftiger Kaltluftvorstöße aus Norden. In der Folge stellen sich im Septemberverlauf häufig die ersten Nachtfröste ein (z. B. Selb-Lauterbach/Oberfranken: -5,9 Grad am 24.09.1948).

Wie steht es nun um das Eingangsplädoyer, der September wäre zu Unrecht zum Herbstmonat degradiert worden? Im Hinblick auf die Ausführungen mag es zwar etwas hoch gegriffen gewesen sein, denn der September weist neben vielen sommerlichen immerhin auch einige herbstlich anmutende Facetten auf. Aber wie sagt man so schön: Im Zweifel für den Angeklagten - geben wir dem September also noch die Chance, sich sommerlich zu bewähren.

Meteorologischer Herbstbeginn ante portas! Was macht das Wetter?

Datum 30.08.2016

Der meteorologische Herbstbeginn steht vor der Tür. Ob sich das Wetter an diesen Termin hält oder es mit dem Spätsommerwetter weitergeht, erfahren Sie im heutigen "Thema des Tages".

Am kommenden Donnerstag, den 1. September, beginnt der meteorologische Herbst. Im Kreise der Meteorologie wird dieser Termin für den Beginn der "bunten" Jahreszeit gewählt, da somit die vier Jahreszeiten in "volle" Kalendermonate eingeteilt werden können. Dies hat zum Vorteil, dass die klimatologischen Auswertungen deutlich vereinfacht werden.

Im Vergleich dazu beginnt der kalendarische oder astronomische Herbstanfang jährlich mit der Tag- und Nachtgleiche. Dieses Ereignis findet dieses Jahr am 22. September statt.

Allerdings hält sich das Wetter nicht immer an diese festen Zeitpunkte für den Beginn des Herbstes und so stellt sich auch in diesem Jahr die Frage, ob uns Kürze eher das nasse, windige und trübe Herbstwetter bevorsteht oder das aktuelle Spätsommerwetter bestehen bleibt. Dies soll nun eine kurze Vorausschau über die Wetterentwicklung der nächsten Tage zeigen.

Nachdem am gestrigen Montag die Kaltfront ausgehend von Tief "Kitty" Deutschland von Nordwest nach Südost passierte und mit dem Zustrom mäßig warmer bis warmer Meeresluft für einen spürbaren Luftmassenwechsel sorgte, etabliert sich nun wieder ein ausgedehntes Hochdruckgebiet namens "Harald". Harald erstreckt sich von den Azoren über den nahen Ostatlantik bis in den Osten Europas, wobei sein Schwerpunkt derzeit über Mitteleuropa aufzufinden ist. Er wird dann auch im weiteren Wochenverlauf unser Wetter bestimmen und seinen Einflussbereich in Richtung Westrussland ausdehnen, wenngleich er sein Drehzentrum nur sehr zögerlich nach Osteuropa verlagert. Dies verspricht somit bis zum Wochenende trockenes und sonniges Spätsommerwetter in weiten Teilen Deutschlands und Europas.

Durch diese Druckkonstellation werden heranrauschende Tiefdruckgebiete über dem Nordatlantik stets auf einer nördlichen Bahn in Richtung Skandinavien an uns vorbeigelenkt. So ist es eher die Ausnahme, dass Tiefausläufer auf Deutschland übergreifen und das sonnige Hochdruckwetter trüben. Je nach Lage und Ausprägung des Hochs über Mitteleuropa können Tiefausläufer lediglich in abgeschwächter Form Teile Norddeutschlands streifen. Dies ist auch am kommenden Donnerstag (1. September) der Fall. Tief "Lili", das sich derzeit südwestlich von Island befindet und bis zum Donnerstag über den Norden Norwegens in Richtung Nordmeer verlagert, beeinträchtigt mit ihrem Ausläufer vorübergehend das sonnige Spätsommerwetter im Norden und Nordwesten unseres Landes. Ihre zugehörige Kaltfront hat dann allerdings nicht mehr als etwas stärkere Bewölkung und ganz vereinzelt ein paar Regentropfen im Gepäck.

Insgesamt etwas unbeständiger sieht es hingegen am Alpenrand aus. Dort brachte die Kaltfront ausgehend von Tief "Kitty" nicht den erhofften Luftmassenwechsel wie im Rest des Landes. In dieser Region fungieren die Alpen als natürliche Barriere und bremsen damit die weitere Verlagerung der Front aus. Dies begünstigt im südlichen Alpenvorland den Verbleib der schwül-warmen Luftmasse der vergangenen Tage, was zur Folge hat, dass an den Alpen auch in den nächsten Tagen erneut mit auftretenden Schauern und Gewittern zu rechnen ist.

Trotz dieser unbeständigen Aussichten für den äußersten Süden Deutschlands und dem wolkigen Norden startet der meteorologische Herbst bei Höchstwerten zwischen 20 und 26 Grad im Norden und Nordwesten und 24 bis 31 Grad in den restlichen Landesteilen alles andere als herbstlich.

Wie lange uns Hoch "Harald" mit diesem spätsommerlichen Wetter beglückt, bleibt jedoch noch abzuwarten. Erste Modellergebnisse zeigen bereits das Übergreifen eines neuen Tiefausläufers am Wochenende und damit eine Unterbrechung des Hochdruck dominierten Wetters. Ob dieser dann die herbstliche Jahreszeit auch mit einem eher ungemütlichen Wetterverlauf einläutet, ist allerdings noch ungewiss.

Die Macht des Wetters Teil 2 - "Die Invasion am D-Day"

Datum 29.08.2016

Es bestimmt täglich unser Leben und ist eines der beliebtesten Themen beim Smalltalk - das Wetter. Fahren wir mit dem Fahrrad zur Arbeit oder nehmen wir doch lieber den Bus? Bereits bei kleinen Entscheidungen zeigt sich sein Einfluss. Doch wie groß ist die Macht des Wetters wirklich? Können Regen, Sturm, Blitz und Donner sogar den Lauf unserer Geschichte ändern?

Während des Zweiten Weltkriegs hofften die Alliierten unter Führung des Oberbefehlshabers General Dwight D. Eisenhower Europa von den Nazis zu befreien und planten eine Invasion von Südengland aus. Es sollte die weltweit größte Militäraktion werden und lief unter dem Decknamen "Overlord". Der erste Tag der Invasion, auch als "D-Day" (Decision Day) bekannt, hatte zum Ziel, deutsche Stellungen an der französischen Normandieküste einzunehmen. Allerdings mussten die Streitkräfte, die sich im Mai 1944 in Südengland sammelten, den unberechenbaren Ärmelkanal überqueren. Stark wechselhaftes Wetter, wie es dort häufiger auftritt, hätte zu einem Desaster führen können.

Der Erfolg der Landung in der Normandie hing also maßgeblich vom Wetter ab. Das Militär verlangte deshalb eine 5-Tage Prognose für den D-Day, was auch heute noch in Regionen mit sehr variablem Wetter nur begrenzt möglich ist. Im Jahr 1944 war die Wettervorhersage für den nächsten Tag bereits schwierig. Zwar wurde damals schon sehr wissenschaftlich gearbeitet, allerdings fehlte es an flächendeckenden Messungen sowie moderner Technik wie Wetterradar und Fernerkundungsdaten von Satelliten. Per Fernschreiber wurden Wettermeldungen von Messstationen und Schiffen mühsam übermittelt und händisch auf Wetterkarten eingetragen. Hauptverantwortlich für die Wettervorhersage war der Chefmeteorologe von Eisenhower, James Martin Stagg, der zusammen mit drei in Großbritannien ansässigen Wetterdiensten diese nahezu unmögliche Aufgabe meistern sollte. Kein Wunder also, dass die Vorhersage für den Ärmelkanal am D-Day als die wohl wichtigste Wetterprognose in die Weltgeschichte einging.

Häufige Konflikte ergaben sich zwischen Stagg und dem führenden Meteorologen der US-amerikanischen Heeresflieger Irving P. Krick, dem Gründer und damaligen Dekan einer der landesweit ersten meteorologischen Fakultäten am Institut für Technologie in Kalifornien. Krick bediente sich des sogenannten "Analogverfahrens", welches er selbst ausgearbeitet hatte. Dieses beruhte auf der statistischen Auswertung historischer Wetterdaten an der Erdoberfläche. Dabei fand man heraus, dass sich gewisse Wettermuster zufällig wiederholten. Demnach wurde angenommen, dass das Wetter der nächsten fünf Tage dem am nächsten kommenden historischen Vorbild folgen würde. Auf der Basis dieses Verfahrens lieferten die amerikanischen Heeresflieger präzise formulierte Vorhersagen für die nächsten 5 Tage, was zum Unverständnis der britischen Wetterdienste beitrug. Stagg, der das äußerst wechselhafte britische Wetter gut kannte, stand der Langzeitprognose ebenfalls kritisch gegenüber. Zudem übernahm Stagg im meteorologischen Team die Funktion eines Obersts, dem sich Krick unterzuordnen hatte, was für weitere Spannungen zwischen den beiden Meteorologen sorgte.

Aufgrund der Gezeiten entschied man sich im Mai 1944, den D-Day auf den Morgen des 5. Juni zu legen. Ebbe war eine der Grundvoraussetzungen des Militärs für eine erfolgreiche Landung, da so vom Feind installierte Unterwasserhindernisse am exponiertesten lagen. Zusätzlich hatte jede Truppengattung in den Reihen der Alliierten ihre eigene Vorstellung vom "optimalen" D-Day-Wetter: Das Heer wünschte sich für die schweren Fahrzeuge einen tragfähigen, trockenen Untergrund, was Regen in den Tagen vor der Invasion zum Problem machte. Morgennebel würde die Sicht der Fallschirmjäger behindern, die Sichtweite sollte mindestens 5 Kilometer betragen. Für die Marine durfte der mäßige auflandige Wind 20 km/h nicht überschreiten, Windstille barg dagegen die Gefahr von Nebelbildung und Gasangriffen, zudem durfte es wegen der Anfahrt der Landungsschiffe wenige Tage vor dem Einmarsch keinen Sturm geben.

In den Tagen vor der Großoffensive wichen die Vorhersagen der drei Wetterdienste für den D-Day stark voneinander ab. Aufgrund einer Reihe von Tiefdruckgebieten über dem Atlantik, die Kurs auf die Britischen Inseln nahmen, ging einer der britischen Wetterdienste von stürmischem und regnerischem Wetter aus, ein anderer warnte vor Gewittern. Krick hingegen prognostizierte mit seinem Analogverfahren, dass sich das Azorenhoch nach Norden ausweiten und so die Stürme nach Norden ablenken würde. Entsprechend sagte sein Team ruhiges Wetter für die gesamte erste Juniwoche vorher. Da sich die Aussichten immer weiter verschlechterten, je näher der D-Day rückte, gab Stagg Eisenhower letztlich die Empfehlung, den Tag der Landung zu verschieben. Da das Überraschungsmoment beim Angriff auf die Normandie von grundlegender Bedeutung war und die massiven Truppenbewegungen durch eine längere Verschiebung Gefahr liefen, von deutschen Aufklärungsflugzeugen entdeckt zu werden, wurde der D-Day um nur einen Tag verschoben.

Am 5. Juni bewahrheitete sich Staggs Vorhersage. Eine Kaltfront griff auf den Ärmelkanal über und sorgte neben starkem auflandigem Wind für hohe Wellen und Regen mit schlechten Sichtbedingungen, was die Landung mit großer Sicherheit hätte scheitern lassen. Hinter dieser Kaltfront bahnten sich jedoch ein vorübergehender Zwischenhocheinfluss und somit eine kurzzeitige Wetterberuhigung an, die auch die Meteorologen registrierten, sodass am 6. Juni ein kurzes Zeitfenster für eine Invasion offen stand. Die deutschen Meteorologen der sogenannten Zentralen Wetterdienstgruppe, denen, wie sich im Nachhinein herausstellte, deutlich weniger Wetterinformationen zur Verfügung standen, prognostizierten hingegen für den 6. Juni Sturmböen. Somit rechnete niemand im besetzten Frankreich mit dem Einmarsch der Alliierten.

Der Start der Invasion um Mitternacht am D-Day verlief aber alles andere als nach Plan. Schlechte Sichtweiten und ein aufgewühltes Meer sorgten für ungünstige Landebedingungen. Sowohl die Fallschirmspringer als auch die Flugzeugbomber verfehlten ihre Ziele aufgrund geringer Sichtweiten um mehrere Kilometer, viele Soldaten mussten bereits bei der Landung in den Küstenregionen ihr Leben lassen. Zur Mittagszeit klarte der Himmel dann endlich auf und das Wetter beruhigte sich, sodass der D-Day trotz tragischer Verluste ein erster Erfolg für die Alliierten im Kampf gegen die deutschen Besatzungstruppen werden konnte.

Stagg sollte mit seiner Wetterprognose Recht behalten. Am Ende wissen sowohl er als auch Eisenhower, dass es richtig war, den Befehl zur Invasion zu geben. Wer weiß, welchen Lauf die Geschichte genommen hätte, wenn die Vorhersage des Chefmeteorologen falsch gewesen wäre.

Die Grafik unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/8/29.html zeigt die händisch gezeichnete Wetterkarte der Zentralen Wetterdienstgruppe des Generalsstabs der deutschen Luftwaffe vom 06. Juni 1944. Diese wurde erst vor einiger Zeit in den Archiven des Deutschen Wetterdienstes gefunden und von der Deutschen Meteorologischen Bibliothek anlässlich des 70. Jahrestages der Invasion in der Normandie digital aufbereitet.

Unter Hochdruck

Datum 26.08.2016

Hoch "Gerd" arbeitet unter Hochdruck an unserem furiosen Spätsommerfinale, das uns in weiten Landesteilen Sonne satt beschert und uns ins Schwitzen bringt. Wie lange hält Gerd noch durch und wer übernimmt dann das Zepter im Wettergeschehen?

Das wetterbestimmende Hoch "Gerd" hat uns in den letzten Tagen mit reichlich Sonnenschein verwöhnt und hochsommerliche Temperaturen beschert. Bis zum Wochenende hält Gerd in weiten Teilen des Landes noch durch und arbeitet unter Hochdruck an diesem furiosen Spätsommerfinale. Aktuell befindet sich Gerd mit seinem Schwerpunkt über Osteuropa und an seiner Südwestflanke gelangt Subtropikluft nach Deutschland, die uns heute verbreitet Höchstwerte über 30 Grad beschert, lokal im Westen und Südwesten auch bis 37 Grad. Lediglich im Nordseeumfeld und im höheren Bergland ist es kühler. Nicht mehr ganz unter Kontrolle hat Gerd die Region etwa von der Eifel bis nach Schleswig-Holstein, dort ist die Nähe zu Tiefausläufern nicht mehr zu leugnen. Ab dem Nachmittag sind einzelne Schauer und Gewitter möglich, die aber, wenn sie sich bilden, durchaus kräftig ausfallen können. Während es im Norden und Nordwesten auch in der Nacht zum Samstag einzelne Gewitter geben kann, ist es in den übrigen Landesteilen meist sternenklar. Vor allem in größeren Städten kann es wieder eine tropische Nacht geben mit Tiefstwerten um 20 Grad, sonst kühlt die Luft auf 18 bis 11 Grad ab.

Der Samstag bringt oftmals wieder Sonne satt, im Norden ziehen auch zeitweilig Wolkenfelder durch. Ab den Mittagsstunden bilden sich dann einige Quellwolken aus, die bevorzugt über den Mittelgebirgen einzelne, aber teils heftige Gewitter bringen können. Das Quecksilber erreicht erneut 30 bis 37 Grad, im Norden noch 22 bis 29 Grad. Auch in der Nacht zum Sonntag sind im Norden gebietsweise kräftige und gewittrige Regenfälle unterwegs.

Nach sonnigem, im Norden teils wechselnd wolkigem Start bilden sich am Sonntag im Tagesverlauf Quellwolken, die zunächst vornehmlich über dem Bergland erste, teils heftige Gewitter bringen. Im weiteren Verlauf breiten sich diese auch zum Teil in den Niederungen aus und setzen sich in der Nacht zum Montag fort. Es ist heiß und zunehmend schwül mit Höchstwerten zwischen 30 und 35 Grad. Lediglich im Norden ist es mit 25 bis 29 Grad nicht mehr ganz so heiß, an der Küste ist es auch etwas kühler.

Die Kaltfront eines Tiefs, das vom Ärmelkanal nach Jütland zieht, überquert uns in der Nacht zum Montag und am Montag mit teils kräftigen Schauern und Gewittern südostwärts. Damit wird die Subtropikluft abgedrängt und die Hitzeperiode beendet, rückseitig strömt nicht mehr ganz so warme Luft zu uns. Im weiteren Verlauf beruhigt sich das Wetter wieder und ein neuer Ableger des Azorenhochs wird die Regie im Film "Spätsommer Teil 2" übernehmen. Dann ist uns das Wetter wieder freundlicher gesinnt und abgesehen von einzelnen Wärmegewittern geht es oftmals heiter weiter. Den einen freut`s, den anderen weniger: Die Temperaturen bleiben sommerlich warm, werden sich aber auf niedrigerem Niveau einpendeln.

Späte Augusthitze

Datum 25.08.2016

Die letzte Augustdekade wartet mit der stabilsten Sommerwetterlage des Jahres auf. Eine für die Jahreszeit außergewöhnliche Hitzewelle lässt viele in Deutschland schwitzen.

Besser spät als nie - das werden sich die hiesigen Sonnen- und Wärmeliebhaber sicherlich denken. Zum Ende des meteorologischen Sommers, also gerade noch rechtzeitig, bevor sich bei den Freunden des sonnigen und warmen Sommerwetters womöglich eine Art "Torschlusspanik" entwickeln konnte, stellt sich doch noch mal astreines Badewetter ein.

Es ist höchstwahrscheinlich nicht nur die letzte Hitzewelle des Jahres, vielerorts ist es wohl auch die längste. Verantwortlich dafür zeigt sich eine stabile Großwetterlage, die durch ein kräftiges Hochdruckgebiet mit dem Namen GERD gekennzeichnet ist (siehe Grafik auf http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/8/25.html). GERD liegt mit seinem Schwerpunkt am heutigen Donnerstagmorgen zwar bereits über Nordpolen, beeinflusst aber weiterhin den überwiegenden Teil des Landes - und das voraussichtlich bis Sonntagmittag. Die herangeführte südeuropäische Subtropikluft ist zu Beginn noch trocken, wird zum Wochenende aber feuchter und damit schwüler. Mit langsamer Verlagerung des Hochs nach Osten nähern sich im Laufe des Wochenendes zwar Ausläufer atlantischer Tiefdruckgebiete, sie greifen zunächst aber nur auf den Norden und Nordwesten sowie äußersten Westen des Landes über, wodurch dort die Schauer- und Gewitterneigung ab Freitagabend langsam zunimmt.

Bis Sonntag werden verbreitet Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad erreicht, örtlich sogar noch etwas mehr. Damit könnte mancherorts eine bemerkenswerte Folge von fünf heißen Tagen (Tagesmaxima der Temperatur über 30 Grad) auftreten. Teilweise liegen sogar die Dekadenrekorde in Reichweite. Etwas ins Hintertreffen gelangen nur die Regionen an der Küste bei auflandigem Wind und ab Samstag allgemein der Norden Deutschlands, wo sich die Wolken gebietsweise verdichten oder gar einzelne Schauer oder Gewitter für Abkühlung sorgen können.

"Endlich mal Sommerwetter, das wurde auch höchste Zeit" - Nun ja, die Zeit für wirklich ausgeprägte Hitzewellen ist mit dem Ende der Hundstage, die von Mitte Juli bis Mitte August reichen, eigentlich abgelaufen. Mit dieser Aussage bewegen wir uns zwar nur auf rein statistischem Terrain, ein genauer Blick in die Vergangenheit zeigt allerdings, dass Hitzewellen derartiger Ausprägung ab der letzten Augustdekade tatsächlich eine absolute Ausnahme darstellen.

Auf der Suche nach einer Wetterlage, die in der letzten Augustdekade vergleichsweise verbreitet über mindestens fünf Tage am Stück Temperaturen über 30 Grad für Deutschland bereit hielt, muss man schon ziemlich lang in verstaubten Geschichtsbüchern blättern. Die heißeste dritte Augustdekade seit Beginn der Wetteraufzeichnung ist zweifelsohne die des Jahres 1944. Über eine Woche lang herrschte Hochsommerwetter mit Temperaturen teils über 35 Grad. Auch in den Vorjahren 1942 und 1943 legte der Sommer mit einigen sehr heißen Tagen (Hannover: 38,0 °C am 21.08.1943) ein furioses Finale hin. Im Jahre 1964 lockte ein dreitägiges Hitzeintermezzo viele Bürger in die Freibäder. Ansonsten fielen die letzten Augustdekaden der 50er, 60er, 70er, und 80er Jahre selten durch stabiles Hochsommerwetter auf. Erst ab den 1990er Jahren häuften sich mehrtägige warme bis heiße Phasen Ende August wieder. So z. B in den Jahren 1992, 1997, 2001, 2011 und 2015. Folgen von fünf heißen Tage traten allerdings meist nur regional begrenzt auf.

Verbreitete Tagesmaxima von mehr als 30 Grad mit der Möglichkeit neuer Dekadenrekorde, Spitzenwerte über 35 Grad, teils fünf Tage Dauerhitze - man kann es drehen und wenden, wie man will. Heiße Tage Ende August sind nicht untypisch, doch was Intensität und Andauer angeht, ist die nun stattfindende Hitzewelle definitiv außergewöhnlich.

Spannungsgeladene Spiele im Sportsommer 2016

Datum 23.08.2016

Bei sportlichen Großveranstaltungen in diesem Sommer zeigte sich das Wetter hin und wieder von seiner launischen Seite. Nach einem Rückblick auf einen - aus sportlicher Sicht - durchaus erfolgreichen Sommer, wagen wir zum Start der 1. Fußballbundesliga am kommenden Wochenende einen Wetterausblick.

Im Sommer zieht es die Schönwettersportler raus in die Natur und selbst die härtesten Muckibuden-Besucher kann man auch mal im Freien beim Sport beobachten. Zudem feiern wir vor dem heimischen Flimmerkasten oder beim Public Viewing oftmals auch Leistungssportler, die bei großen Sportevents über ihre Grenzen hinausgehen. So standen in diesem Jahr neben der Fußballeuropameisterschaft in Frankreich auch die am vergangenen Sonntag zu Ende gegangenen Olympischen Spielen in Rio de Janeiro (Brasilien) auf dem Sportprogramm.

Wie bereits im Thema des Tages vom 14.08.2016 beschrieben, erleben wir dieses Jahr einen durchschnittlichen mitteleuropäischen Sommer. Teils kräftige Regenschauer und Gewitter mit Hagel dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Nach den bereits durch Unwetter heimgesuchten French Open im Tennis konnte man auch bei Spielen der Fußball-EM in Frankreich den Einfluss des Wetters live mitverfolgen. Die Partie der Nordiren gegen die Ukraine am 16.06. in Lyon musste sogar aufgrund heftigen Hagels kurz unterbrochen werden. Dabei wurden sofort Erinnerungen an das EM-Vorbereitungsspiel der deutschen Nationalmannschaft am 29.05. gegen die Slowakei in Augsburg wach, als ein Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel den Platz unter Wasser setzte.

Auf der Südhalbkugel, knapp 9000 km von Frankreich entfernt, zeigte sich das Wetter bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ebenfalls wechselhaft und nicht immer nur von seiner sonnigen Seite. Unüblich ist dies für die Jahreszeit in Rio jedoch keineswegs, immerhin fanden die Spiele im dortigen Winter statt. So mussten einige Wettkämpfe durch kräftige Regenfälle zeitweise länger unterbrochen oder, wie beispielsweise bei den Hürdenvorläufen geschehen, wiederholt werden. Windböen sorgten bei den Wasserspringern für eine Diskussion über die Einführung von Windmessgeräten und auch das Finale im Stabhochsprung der Männer oder das überragende Spiel um Gold unserer Beachvolleyballheldinnen Lisa Ludwig und Kira Walkenhorst blieb nicht von Böen verschont. Bei der Abschlusszeremonie der Spiele am vergangenen Sonntagabend, den 21.08., sorgte eine Kaltfront für stürmische Böen bis 70 km/h und strömenden Regen.

Doch zurück nach Deutschland, wo in den vergangenen vier Tagen ebenfalls kräftig geschwitzt. Allerdings waren dafür weniger die "nur" mäßig warmen Temperaturen und der teils böige Wind für Schweißausbrüche verantwortlich als vielmehr die erste Runde des DFB-Pokals. Bereits am Freitagabend siegten die Bayern bei trockenen Bedingungen im zunächst noch sommerlich warmen Jena bei Temperaturen um 22 Grad. Im Laufe des Samstags griff dann die Kaltfront eines Tiefs mit Kern über den Britischen Inseln auf Deutschland über. Meist blieben die ausgetragenen Spiele jedoch von Regen verschont. Rückseitig dieser Kaltfront konnte der FSV Frankfurt am Samstagabend dann bei kühlen 14 Grad die Wölfe aus Wolfsburg ärgern, verlor am Ende jedoch mit 1:2. Auch am Sonntag zog die Ausrede "schlechtes Wetter" nicht, als Werder Bremen gegen die Sportfreunde aus Lotte 2:1 unterlag. Am Montag wurden dann aber alle Favoriten ihren Rollen bei trockenen Verhältnissen gerecht.

Aktuell macht sich Hoch GERD über Deutschland breit und sorgt durch seinen Einfluss für ruhiges und hochsommerliches Wetter. GERDs Schwerpunkt verlagert sich in den kommenden Tagen langsam weiter in Richtung Osteuropa, wodurch sich bodennah eine südöstliche Strömung einstellt. Damit ist der Weg frei für sehr warme bis heiße Subtropikluft, die für Tageshöchstwerte von teils deutlich über 30 Grad sorgt. Bereits am heutigen Dienstag, den 23.08., kann zumindest in den Flusstälern im Südwesten die 30-Grad-Marke geknackt werden.

Die hochsommerliche Phase hält aus heutiger Sicht auch noch bis zum kommenden Wochenende an. Entsprechend kann am Freitagabend mit trockenen Spielbedingungen gerechnet werden, wenn der amtierende Deutsche Fußballmeister zuhause die Bundesliga-Saison 2016/17 gegen die Grün-Weißen aus Bremen eröffnet. Dabei sollten die Fußballer auf dem Feld bei lauen Temperaturen am Abend um 25 Grad auch ordentlich ins Schwitzen kommen.

Am Samstag folgt dann unter anderem die Partie des Schwarz-Gelben Vizemeisters gegen den Karnevalsverein aus Mainz, die beiden Aufsteiger aus der zweiten Liga müssen erstmals am Sonntag ihr Können unter Beweis stellen. Dabei werden an beiden Tagen schweißtreibende Höchsttemperaturen zwischen 27 und 35 Grad erwartet. Zudem bleibt es überwiegend trocken, wenngleich das Schauer- und Gewitterrisiko am Wochenende in weiten Teilen Deutschlands allmählich wieder ansteigt.

Regenbögen

Datum 22.08.2016

Am vergangenen Wochenende gab es über Deutschland zahlreiche Regenbögen. Wie diese entstehen, warum sie rund sind und sogar doppelt sein können, lesen Sie hier.

Am vergangenen Wochenende bot sich vielen Menschen in Deutschland Gelegenheit, Regenbögen zu beobachten und zu fotografieren. Möglich wurde dies durch eine Wetterlage, bei der Schauer rasch über uns hinwegzogen und anschließend noch während des Regens oder kurz danach die Sonne schon wieder herauskam. Insbesondere am Samstagabend konnte dieses optische Phänomen hinter einer quer über Deutschland liegenden Schauerlinie häufig bewundert werden.

Wie entstehen überhaupt Regenbögen? Sie werden möglich, wenn Sonnenlicht auf Regentropfen fällt, dort gebrochen und reflektiert wird. Um einen Regenbogen beobachten zu können, muss man die Sonne in seinem Rücken haben und zum Regen hin gucken. Der Regenbogen ist dann in einer Verlängerung einer Geraden zu sehen, die Sonne und Beobachter verbindet. Je tiefer die Sonne steht, desto größer und umfangreicher sieht der Regenbogen aus. Weil am Samstagabend bei oder nach den Schauern die Sonne schon tief am Horizont stand, war die Gelegenheit für Regenbögen so günstig.

Warum aber ist der Regenbogen rund? Im Prinzip sehen wir bei einem Regenbogen eigentlich keinen Bogen, sondern einen kreisförmigen Lichtkegel (man könnte auch "Regenkreis" sagen). Beim Eintritt in den Regentropfen wird das komplette Sonnenlicht gebrochen, dabei in seine Spektralfarben zerlegt und an der "Rückwand" zurückgestrahlt. Allerdings werden die Farben des ursprünglich weißen Lichtstrahls in leicht unterschiedlichen Winkeln gebrochen. Blau beispielsweise wird mit etwa 40 Grad gebrochen, Rot mit 42 Grad. Nach dem Verlassen des Lichtstrahls aus dem Regentropfen sind für uns jedoch nur die Spektralfarben, die zwischen diesen Winkeln liegen, sichtbar. Farben außerhalb dieses Bereichs kann das menschliche Auge nicht wahrnehmen. Also sehen wir nur ein farbiges schmales Band am äußeren Rand des runden Lichtkegels. Der innere Bereich bleibt farblos, oft kann man ihn aber an einer Aufhellung dennoch erkennen. Auch die Reihenfolge der Farbe wird dadurch erklärt: Von innen nach außen erst blau, dann grün, gelb, orange und schließlich rot. Die am stärksten gebrochene Farbe Violett ist bei günstigen Lichtverhältnissen oft auch zu sehen, sie liegt dann innen vor dem Blau (siehe dazu auch das Foto zum Regenbogen vom 02.07.2016 über Offenbach unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/8/22.html).

Warum sieht man in einigen Fällen sogar einen doppelten Regenbogen? Dabei wird das Sonnenlicht im Regentropfen nicht nur einmal, sondern zweimal reflektiert. Durch die doppelte Reflexion ist der auch als Nebenregenbogen bezeichnete zweite Regenbogen lichtschwächer. Zudem kehren sich dabei durch die unterschiedlichen Brechungswinkel auch die Farben wieder um, sodass Blau bzw. Violett nun außen liegt, Rot dagegen innen. Während der Hauptregenbogen noch einen Winkel von etwa 42 Grad hat, beträgt dieser beim Nebenregenbogen ungefähr 53 Grad. Sogar tertiäre (dritte) und quartäre (vierte) Regenbögen sind theoretisch möglich, deren Beobachtung aufgrund noch lichtschwächerer Verhältnisse allerdings sehr schwierig ist. Viele weitere Informationen zum Thema Regenbogen finden Sie bei uns im Lexikon unter: www.dwd.de/lexikon, Stichwort "Regenbogen".

In den nächsten Tagen wird das Auftreten von Regenbögen erst einmal deutlich seltener werden. Schauer und Gewitter verziehen sich immer mehr aus Deutschland, dafür wird dem ungestörten Sonnenschein bei sehr hohen Temperaturen viel Zeit eingeräumt. Erst zum Wochenende hin nehmen die Niederschlagssignale zu, vielleicht lassen sich dann ja auch wieder Regenbögen beobachten.

Windsysteme im Mittelmeerraum

Datum 20.08.2016

Wer im Mittelmeerraum urlauben möchte, kann neben Hitze und Trockenheit auch Bekanntschaft mit verschiedenen Windsystemen machen. Welche Winde das sind und in welchem Gebiet und Zeitraum sie vorkommen, soll in den nachfolgenden Zeilen erörtert werden.

Vor mehreren Wochen haben nun in ganz Deutschland die Sommerferien begonnen, wobei das eine oder andere Bundesland bereits wieder langsam den (Schul-)Alltag probt. Als eine der beliebtesten ganzjährigen Ferienregionen gilt schon seit langem der Mittelmeerraum. Beständiges Wetter, sommerliche Wärme, viele Sonnenstunden und angenehme Wassertemperaturen zeichnen die verschiedenen Mittelmeerländer aus und sorgen somit für die passende Urlaubsatmosphäre. Der Faktor Wind wird jedoch, bis auf den Gedanken an eine erfrischende Brise, häufig bei der Ferienplanung außer Acht gelassen. Dabei existieren auch im Mittelmeergebiet eine Reihe unterschiedlicher Windsysteme, die zum Teil das ganze Jahr - und damit auch während der Haupturlaubssaison - auftreten können. Besonders bekannte Winde des Mittelmeerraumes sind unter anderem der "Schirokko" oder aber auch die "Bora" und der "Mistral". Der "Schirokko" (siehe auch Thema des Tages vom 18.04.2016) bezeichnet einen heißen und zunächst trockenen Wüstenwind aus der Sahara, der das ganze Jahr über auftreten kann, aber während der Übergangsjahreszeiten am stärksten ausgeprägt ist. In diesem Zeitraum kommt es auf Grund hoher Temperaturunterschiede zwischen Nord und Süd zu einem verstärkten Luftmassenaustausch, wodurch heiße Wüstenluft weit nach Norden transportiert werden kann. Ausgangslage für einen solchen Luftmassenaustausch kann beispielsweise der Vorstoß kalter Luftmassen über dem Westatlantik sein, die die Entstehung eines eigenständigen Tiefdruckgebiets über der westlichen Sahara zur Folge haben. Dabei führt der "Schirokko" neben warmen bis heißen Luftmassen zudem oftmals eine hohe Menge an feinem Sand und Staub mit sich, der auch in Deutschland dafür sorgen kann, dass Autos mit einer leichten Schicht aus Saharastaub bedeckt werden. Andererseits kann er auf seinem Weg über das Mittelmeer auch sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen, in Folge dessen es zu Starkniederschlägen entlang von Gebirgsketten, wie beispielsweise den Cevennen in Frankreich oder der Serra de Tramuntana auf Mallorca kommen kann.

Ein ähnliches Windsystem stellt der sogenannte "Leveche" dar. Durch die Zufuhr heißer Luftmassen aus der westlichen Sahara, die sich nach Überströmen des Atlasgebirges noch weiter erhitzen, entsteht ein heißer Wüstenwind, der insbesondere dem Süden Spaniens hohe Temperaturen beschert und ebenfalls viel Saharastaub mit im Gepäck haben kann. Die "Bora" und der "Mistral" sind im Gegensatz zum "Schirokko" und "Leveche" kalte Winde, die vor allem während der Wintermonate auftreten und zu markanten Kaltlufteinbrüchen führen können. Während die Bora entlang der kroatischen Küste auftritt, ist der "Mistral" ein charakteristischer Wind Südfrankreichs. Kommt es während der Wintermonate zu einer Verschiebung eines über Frankreich liegenden Hochs in östlicher Richtung bei gleichzeitigen Auftreten eines Tiefs über dem Golf von Genua, hat dies den Effekt, dass sich Winde entwickeln, die durch das von Nord nach Süd verlaufende Rhônetal, in Richtung französischer Mittelmeerküste wehen. Durch den "Düseneffekt" des Rhônetals kann dieser Wind oftmals Sturm- bis Orkanstärke mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 135 km/h erreichen. Nicht zuletzt zeigt sich diese Naturgewalt sehr deutlich an Hand der oft in Windrichtung gewachsenen Bäume. Die "Bora" entsteht dagegen, wenn hoher Luftdruck über dem Balkan zeitgleich tiefem Luftdruck südlich der Alpen gegenübersteht. Dabei können die kalten Winde bis an die Meeresküste vorstoßen, wo sie sich auf Grund des geringen Höhenunterschieds zur Küste hin kaum erwärmen.

Ein Wind, der vielen Urlaubern aus ihren Ferien am Gardasee bekannt sein dürfte, ist die "Ora". Dieser ist ein von Süden kommender Talwind (siehe Thema des Tages vom 19.07.2015), und zeigt sich im Bereich des Gardasees für die besonders guten Segel- und Windsurfbedingungen verantwortlich. Ursächlich für die Entstehung der "Ora" ist die bei Sonneneinstrahlung stärkere Erwärmung der Luft im umliegenden Gebirge. Diese warmen Luftmassen beginnen aufzusteigen, was dazu führt, dass aus der Ebene neue Luft durch das Tal in das Gebirge nachströmt. Dieser Prozess setzt dabei meist kurze Zeit nach Sonnenaufgang ein und ebbt erst kurz nach Sonnenuntergang wieder ab, sodass die "Ora" zuweilen den ganzen Tag über zu verzeichnen ist. Ein weiterer Wind, der für die Surfer und Segler unter den Urlaubern von Bedeutung sein dürfte, ist der "Levante". Er ist ein von Ost nach West wehender Wind an der Straße von Gibraltar. Da er mitunter besonders stark sein kann, macht er die Meerenge zwischen Spanien und Marokko zu einem der besten Windsurfreviere der Welt. Sein Gegenstück, der "Poniente", ist dagegen ein von West nach Ost wehender Wind, der zunächst über dem Atlantik noch als mäßig warmer, später jedoch nach Überqueren des spanischen Festlandes, als heißer Wind an den Mittelmeerküsten zu spüren ist. Im östlichen Mittelmeerraum findet man dann noch die sogenannten "Etesien" (türkischen Ursprungs) oder auch "Meltemi" (griechischen Ursprungs). Dabei handelt es sich um nördliche Winde, die überwiegend in den Sommermonaten in der Ägäis wehen und als relativ kühl empfunden werden. Mitursächlich für das jährliche wiederkehrende Strömungsverhalten sind die quasistationären Luftdruckgebilde des Azorenhochs und dem Tiefdruckgebiet des Sommermonsuns über Südwestasien. Man sieht also, dass das Mittelmeer mehr als (warme) Temperaturen und viel Sonnenschein zu bieten hat und sich je nach Reisezeit auch ein Blick auf die Windkarte lohnen kann

Der Wind aus meteorologischer Sicht - ein Konstrukt verschiedener physikalischer Kräfte -Erster Teil: Die Zutaten-

Datum 18.08.2016

Wind ist nicht gleich Wind! Aus Sicht der Meteorologen kann der Wind sogar sehr unterschiedlich definiert sein. Innerhalb von zwei Teilen soll Ihnen eine andere Sicht auf dieses atmosphärische Phänomen gegeben werden.

Das Studium der Luftströmungen in der Atmosphäre ist eine der wesentlichen Aufgaben der Meteorologie. Durch den Begriff "Wind" (griechisch anemos = Wind) wird ganz allgemein die Verlagerung von Luftteilchen in Bezug auf deren Richtung und Geschwindigkeit beschrieben. Meist wird unter dem Begriff "Wind" die horizontale Luftströmung verstanden, doch gibt es auch Luftbewegungen in vertikaler Richtung der Atmosphäre, die für gewisse atmosphärische Prozesse wie z.B. der Wolkenbildung, der Wolkenauflösung oder dem Niederschlag von grundlegender Bedeutung sind. In den weiteren Abschnitten sollen aber überwiegend die horizontalen Strömungen der Luft genauer betrachtet werden.

Ein bewegtes Luftelement wird grundsätzlich von seinen benachbarten beeinflusst, sodass dessen Bewegung nicht unabhängig erfolgt. Auf der Erde bzw. in der Erdatmosphäre wirken je nach Höhe und geographischer Breite verschiedene physikalische Kräfte unterschiedlich stark auf Flüssigkeiten und Gasen und somit auch auf die Luft ein. Die wesentlichen Kräfte sind dabei die Druckgradientkraft, die Corioliskraft und die Zentrifugalkraft. Bevor detailliert auf die verschiedenen meteorlogischen Winde eingegangen wird, sollen zunächst die wirkenden physikalischen Kräfte näher erläutert werden.

Die sogenannte Druckgradientkraft basiert dabei auf den Luftdruckunterschieden in der Umgebung des Luftteilchens. Sie wirkt auf die Luft entlang des Druckgefälles zwischen einem Hochdruckgebiet und einem Tiefdruckgebiet und ist proportional zum Druckunterschied und nicht zum absoluten Wert des Luftdruckes selbst. Nachfolgend bilden sich Ausgleichströmungen, die immer vom hohen zum tiefen Luftdruck gerichtet sind. Schematisch kann man sich die Druckgradientkraft als eine schräge Fläche zwischen dem hohen und dem tiefen Luftdruck vorstellen, auf der sich die Luft wie auf einer Rutsche hinunter bewegt (vgl. auch http://bit.ly/2bmVWrm sowie Abbildung 1.

Die sogenannte Corioliskraft ist dagegen eng mit der Erdrotation verknüpft. Luftpartikel, die eine Bewegung relativ zur Erde durchführen, nehmen gleichzeitig auch an der Erdrotation teil. Betrachtet man die Partikelbewegung in einem mitrotierenden, also erdfesten Koordinatensystem, resultiert daraus eine seitliche Ablenkung der Teilchen und zwar auf der Nordhalbkugel nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links aus der ursprünglichen Bewegungsrichtung heraus. Diese Ablenkung kann dabei auf das Wirken einer Kraft zurückgeführt werden, die nach ihrem Entdecker (Gaspard Gustave de Coriolis, 1835) benannt wurde. Die Corioliskraft ist jedoch eine Schein- bzw. Trägheitskraft, da sie nur relativ zu einem rotierenden Bezugssystems in Erscheinung tritt. Schematisch kann man sich dies anhand einer Kugel auf einer Drehscheibe veranschaulichen. Sitzt der Beobachter mit der Kugel auf der Drehscheibe, analog zum Menschen auf der Erde, so beschreibt die Kugel auf ihrem Weg von innen nach außen einen Bogen. Steht der Beobachter jedoch neben der drehenden Scheibe, gleichzusetzen mit einem Astronaut im Weltall, so nimmt die Kugel für diesen einen gradlinigen Weg von der Mitte zum Rand der Drehscheibe (vgl. auch http://bit.ly/2bimeHW sowie Abbildung 2).

Die sogenannte Zentrifugalkraft wird aus dem Lateinischen abgeleitet (centrum, Mitte und fugere, fliehen) und ist entsprechend auch als Fliehkraft bekannt. Bei ihr handelt es sich ebenfalls um eine Trägheitskraft, die bei Dreh- oder Kreisbewegungen auftritt und radial von der Rotationsachse nach außen gerichtet ist. Die Auswirkungen der Zentrifugalkraft lassen sich ebenfalls im täglichen Leben beobachten. Als Beispiel kann hierbei ein Kettenkarussell dienen, bei dem die Passagiere an den Ketten während der Drehbewegung je nach Geschwindigkeit nahezu waagerecht zum Boden in der Luft schweben können (vgl. auch http://bit.ly/2bxUb97 sowie Abbildung 3).

Eine weitere besondere Rolle bezüglich der horizontalen Luftströmungen übernimmt die sogenannte Reibungskraft. In den unteren 1,5 bis 2 km der Erdatmosphäre wird der Wind durch die Bodenreibung nachhaltig beeinflusst. Je nach Bewuchs oder Bebauung werden die Luftteilchen mehr oder weniger stark abgebremst. Grundsätzlich ist jedoch die Reibung zum Boden hin größer. Resultierend nimmt der Wind mit der Höhe, also abnehmender Reibung zu. Etwa oberhalb von 2 km kann der Wind schließlich ohne Einfluss der Reibung wehen.

Wie die Definitionen der Kräfte zeigen, können alle einen kleineren oder größeren Einfluss auf sich bewegende Luftpartikel haben. Wie sich nun die verschiedenen meteorologischen Winde zusammensetzen, können sie in den weiteren Abschnitten im morgigen Thema des Tages nachlesen.

Warum es auf dem Weg zum Gipfel immer kälter wird

Datum 17.08.2016

Im Bergland ist es immer kälter als im Flachland. Dass dem so ist, weiß jeder. Aber warum eigentlich? Mehr dazu im heutigen Tagesthema.

Wer kennt das nicht? Ein heißer Sommertag in den Alpentälern. Was würde da besser passen als eine kleine Wanderung zu einen der Gipfel. Wie wäre es beispielsweise mit der Zugspitze. Froh und lustig zieht man los, nimmt aber weder dicke Jacke, noch Schal und Mütze mit . . . es ist ja schließlich angenehm warm draußen.

Doch was für die Politik gilt, lässt sich auch beim Wetter wiederfinden: Je höher man hinauf steigt, desto dünner wird die Luft und desto eisiger bläst einem der Wind entgegen. Auf der Zugspitze sind es aktuell (09 Uhr) 2 Grad bei einem böigen Nordwind. Hat man nun aus lauter Übermut die Utensilien zur Kältebekämpfung vergessen, dann sollte es einen nicht wundern, wenn man schnell wieder den Rückweg ins "Flachland" antreten muss.

Doch warum ist es in größeren Höhen überhaupt kälter, als in tieferen Lagen? Ganz naiv käme man auf die Idee zu vermuten, es würde mit der Höhe wärmer werden, da man sich ja der Sonne annähert. Natürlich wird es prinzipiell wärmer, je mehr man dem Himmelsgestirn näher kommt. Die Sonne ist aber 150 000 000 km weit entfernt, während die höchsten Berge eine Höhe von gerade einmal knapp 9 km haben. Man merkt also schnell, dass diese Argumentation sehr an den Haaren herbeigezogen ist.

Es gibt noch eine andere Überlegung, bei der erneut die Sonne ins Spiel kommt. Ein Teil der von ihr ausgesendeten kurzwelligen Strahlung erreicht den Erdboden und wird von ihm aufgenommen (absorbiert). Gleichzeitig sendet (emittiert) der Erdboden langwellige Wärmestrahlung aus. Diese Strahlung sorgt für eine Erwärmung der unteren Luftschichten. Vor allem an heißen Sommertagen kann man diese Strahlung sogar als eine Art Flimmern über asphaltierten Straßen erkennen.

Aber ist das der eigentliche Grund dafür, dass die Luft mit der Höhe kälter wird? Würde man dieser Argumentation folgen, dann müsste es auf den Bergen ebenfalls warm werden. Schließlich wird auch dort kurzwellige in langwellige Strahlung umgewandelt. Natürlich hat der beschriebene Prozess einen gewissen Einfluss auf die Temperatur am Erdboden. Wäre dem nicht so, würde es zwischen Tag und Nacht keine Temperaturunterschiede geben. Als Antwort auf die Ausgangsfrage, ist diese Begründung allerdings nicht verwendbar.

Was ist denn nun aber die eigentliche Ursache? Es hat gar nichts mit der Sonne zu tun, sondern vielmehr mit der physikalischen Definition von Temperatur. Die Luft besteht aus kleinen Teilchen, die sich bewegen. Durch die Bewegung kommt es zu Reibung und Zusammenstößen zwischen den Teilchen. Das führt zur Erzeugung von Wärme. Je schneller sich die Teilchen bewegen, desto höher ist demnach die Temperatur.

Nun muss man noch bedenken, dass die Masse an Luft einen gewissen Druck auf uns alle ausübt. Und da liegt die Lösung des Rätsels. Der Druck nimmt nämlich mit der Höhe ab. Dies ist recht verständlich, schließlich lässt man so einige Luftmoleküle unter sich, wenn man auf einen Berg steigt.

Soweit so gut, aber was hat das nun mit der Temperatur zu tun? Ganz einfach: Je mehr Druck ausgeübt wird, desto schneller bewegen sich die Teilchen. Eine schnellere Bewegung führt aber wiederum zu einer höheren Temperatur und damit schließt sich der Kreis. Man kennt dies, wenn man bei einer Luftpumpe drückt. Dann wird diese bekanntlich wärmer.

Also: Da der Luftdruck mit der Höhe abnimmt, verlangsamt sich die Teilchenbewegung und damit nimmt die Temperatur ab

Dies ist die einfache Begründung und zumindest für die untere Schicht der Atmosphäre (Troposphäre) ist dies auch tatsächlich so. Meist nimmt dort die Temperatur mit 6 bis 10 Grad pro Kilometer ab. Geht man allerdings in noch höhere Luftschichten, kommen andere Prozesse zum Tragen, die wiederum zu einer Erwärmung mit der Höhe führen. Darauf soll aber an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden. Auch nicht auf die im Winter bei Hochdruck vorliegende Sonderform: Die Inversion. Diese führt nämlich dazu, dass es auf den Bergen wärmer als im Flachland ist.

Dünne schmale Wolken

Datum 16.08.2016

"Dünne Wolken" ist in Wetterberichten eine gängige Beschreibung für Cirruswolken. In ihrer "schmalen" Form, sprich als Kondensstreifen, waren sie heute (16.8.) früh über weiten Teilen Deutschlands zu beobachten.

Der Sommer präsentiert sich aktuell ja in ganz ordentlicher Form, zumindest im Süden und Westen. Mehr Wolken waren am gestrigen Montag dagegen vor allem im Norden unterwegs, teilweise in Form klassischer Quellwolken, teils zogen dort aber auch hohe Wolken (Cirren), die aus Eiskristallen bestehen, durch.

Letztere werden in den Wetterberichten gerne als "dünne" Wolken bezeichnet. Die Idee dahinter ist klar: Es soll ausgedrückt werden, dass es einerseits nicht wolkenlos ist, die Wolken auf der anderen Seite aber den schönen Wettercharakter nicht oder nur wenig trüben. Etwas fachmännischer kommt diese Aussage natürlich daher, wenn man von der geringen optischen Dicke der Cirruswolken spricht. Die optische Dicke ist, ganz allgemein gesagt, ein Maß dafür, wie gut oder schlecht elektromagnetische Strahlung (also auch das Sonnenlicht) durch ein optisches Medium hindurch geht. Letztendlich drückt man für die Cirren mit der Formulierung "dünn" also aus, dass die Sonnenstrahlung durch sie kaum abgeschwächt wird.

Klar, werden jetzt viele denken, ist doch logisch! Durch dünne Wolken sieht man die Sonne. Dass diese Assoziation so naheliegend ist, finden wir Meteorologen natürlich super, denn dann ist die Vorhersage klar verständlich, was leider nicht immer der Fall ist und nicht für jede Formulierung in unseren Texten gilt. Andererseits ist die Assoziation grundfalsch, denn im Winter kann schon eine dünne Nebel- oder Hochnebeldecke von weniger als 100 Meter vertikaler Ausdehnung den Tag zu einem deprimierenden Einheitsgrau machen.

Aber das kann uns heute natürlich egal sein, wir bleiben doch lieber bei unseren sonnigen Sommercirren. Das Sonnenlicht wird durch sie zwar nur wenig abgeschwächt, aber es wird abgeschwächt, das werden Betreiber einer Photovoltaikanlage sicher bestätigen können. Die "Sonnenausbeute" am Boden - und das ist jetzt wirklich logisch und offensichtlich - wird natürlich umso größer, je kleiner die Fläche ist, die sie überdecken. Also wenn schon dünne Wolken, dann doch bitte nicht nur dünn, sondern auch schmal.

Dünne schmale Wolken, genau solche waren heute Morgen über großen Teilen der Mitte Deutschlands zu sehen, wie die beigefügte Grafik zeigt. Dargestellt ist ein hochaufgelöstes Satellitenbild des europäischen Wettersatelliten METEOSAT von 7:15 MESZ. Von Benelux über den Westen und Teile der Mitte Deutschlands bis nach Sachsen und Nordbayern (innerhalb des roten Kastens) sind die besagten schmalen dünnen Wolkenstreifen zu erkennen. Diese beeinflussen den Wettercharakter tatsächlich nur wenig, nachdenklich machen sie aber auf Grund ihrer großen Zahl trotzdem, handelt es sich dabei doch um Kondensstreifen, die sich am morgendlichen Himmel präsentieren. Diese werden zwar wolkenklassifikatorisch zu den Cirren gerechnet und passen somit in unsere Überlegungen, aber sie sind, als gefrorener Wasserdampf von Flugzeugtriebwerken, natürlich "unnatürlich".

Hoch Britische Inseln

Datum 15.08.2016

Ein Hochdruckgebiet bei den Britischen Inseln ist derzeit verantwortlich für das Wetter in Mitteleuropa. An seiner Ostflanke strömt eher kühle Meeresluft nach Mitteleuropa.

Der Jahresverlauf der Witterung in Mitteleuropa besteht aus einer Folge typischer Wettersituationen, den "Großwetterlagen". Diese ergeben sich durch weiträumige Luftdruckverteilungen und die daraus resultierenden Strömungsmuster, in Bodennähe sowie auch in den darüber liegenden Luftschichten.

Das Wetter selbst wird außerdem durch die Eigenschaften der in die Zirkulation einbezogenen Luftmassen dominiert. Es kann während der Andauer einer Großwetterlage an einzelnen Orten innerhalb des betrachteten Gebietes durchaus wechseln, der allgemeine Witterungscharakter bleibt jedoch erhalten.

Die Ende vergangener Woche über dem Nordatlantischen Ozean noch quasi zonal, also in West-Ost-Richtung, verlaufende Höhenströmung in der mittleren und höheren Troposphäre wurde am Wochenende südlich von Grönland ausgebuchtet, als eine Polarluftmasse äquatorwärts ausbrach und einen Trog mit hoch reichender Kaltluft formte.

Über dem Nordostatlantik drang aus Gründen der hydrodynamischen Kontinuität eine ursprünglich tropische Luftmasse mit hoch reichender Warmluft polwärts vor und es entstand ein Geopotential- bzw. Hochdruckrücken. Die dort herrschende Absinkbewegung bewirkte im Bodenniveau einen Anstieg des Luftdruckes, der zur Verlagerung bzw. Entstehung eines abgeschlossenen Hochdruckgebietes bei den Britischen Inseln führte.

Wenn eine derartige Luftdruckverteilung andauert, kann man sie als "Hoch Britische Inseln" (wissenschaftliche Abkürzung HB) klassifizieren. Die Frontalzone, also der Übergangsbereich zwischen subpolaren und subtropischen Luftmassen, verläuft nun in einem weiten, nordwärts gerichteten (im Meteorologenjargon "antizyklonal" genannten) Bogen zwischen Island, Ostgrönland und Skandinavien.

Atlantische Tiefausläufer werden ggf. gezwungen, diesen Weg zu nehmen und halten sich von Mitteleuropa fern. An der Ostflanke des Hochdruckgebietes strömt eher kühle Meeresluft nach Mitteleuropa, so dass sich bei insgesamt ruhigem Wetter die Tageshöchsttemperaturen im größten Teil Deutschlands in Grenzen halten und die Nächte vielerorts recht frisch sind.

Und immer wieder der Sommer 2016 ...

Datum 14.08.2016

Auch wenn es von überallher anders unkt, der Sommer 2016 ist ein normaler mitteleuropäischer Sommer.

Wiederholte Presseanfragen und gefüllte Leserbriefspalten bringen uns dazu, erneut zum Thema Sommer 2016 Stellung zu nehmen. Auch wenn man es immer noch nicht glaubt. Er ist von den Mittelwerten bis heute ziemlich normal. Die Betonung liegt auf "Mittelwerte", denn in einigen Orten sieht es in diesem Sommer natürlich anders aus.

Der Sommer ist nun zu etwa 80 % vorüber und war bislang, relativ zur Klimanormperiode 1961-1990 um 1 Grad zu warm, im Vergleich mit den Jahren nach 1990 etwas zu kühl. Zu warm war es vor allem in Thüringen. Die in diesem Sommer vergleichsweise kühlen Orte sind fast alle in den westlichen Bundesländern zu finden.

Die Niederschlagsmenge liegt nach 80 % des Sommers nach der Auswertung von über 1700 Messstationen bei 80 % des Normalwertes. Also bis dato eine Punktlandung. Die Orte mit den Starkgewitterregen und entsprechenden positiven Abweichungen sind über das gesamte Land verteilt, die trockenen Gebiete liegen vor allem in den östlichen Bundesländern.

Die Sonne hat sich allerdings etwas rar gemacht. 72,7% der langjährigen Norm haben wir nach 80 % des Sommers erreicht. Auch das sollte noch im Bereich der Normalwerte liegen. 10 % der Stationen, vor allem in Bayern liegen über dem Soll, Orte in Nordrhein-Westfalen und das Saarland liegen beim Sonnenscheindefizit ganz vorne.

Der August allerdings ist seinem Ruf als Sommermonat in der Tat nicht gerecht geworden. Dank des Herbstintermezzos von Mitte der letzten Woche kommen wir aus den bisherigen Hundstagen mit einer der inzwischen seltenen negativen Temperaturabweichungen gegenüber 1961-1990 heraus. Im deutschlandweiten Mittel steht ein Minus von 0,2 Grad zu Buche. Gegenüber der Zeit nach 1990 liegen die Werte ca. 1,5 Grad zurück.

In Bezug auf den Niederschlag haben wir nach knapp der Hälfte der Augusttage deutschlandweit 41% der mittleren Niederschlagsmenge erhalten. Die Gleichung weniger Regen = weniger Wolken = mehr Sonnenschein hat sich aber leider nicht erfüllt. Die Sonne machte sich rar, gerade mal gut ein drittel des Solls hat sie in den ersten beiden Augustwochen erreicht.

Und was bringen uns die nächsten Tage für die Auguststatistik? In Bezug auf die Temperaturen wird sich deutschlandweit nicht allzu viel tun, wird erwarten im Norden etwas unterdurchschnittliche, im Süden etwas überdurchschnittliche Werte. Das Niederschlagsdefizit wird sich weiter erhöhen, verbreitet Niederschläge erwarten wir erst zum Wochenende. Die Sonnenscheindauer wird insgesamt nur etwas aufholen. Auch wenn der Sonnenschein überwiegt, ganztägig blauen Himmel und damit einen Endspurt zur Augustnorm dürfen wir nächste Woche noch nicht erwarten.

Es bestehen also kaum noch Aussichten, dass wir in Deutschland einen in meteorologischen Hinsicht ungewöhnlichen Sommer erleben. Der persönliche Eindruck mag ein anderer sein; insbesondere für diejenigen, die sich an die Sommer des letzten Jahrhunderts nicht mehr erinnern (können).

Sommermonsun 2016

Datum 10.08.2016

Wetter und Klima in großen Teilen Süd- und Südostasiens werden durch die Monsunzirkulation bestimmt. Derzeit bringt der Sommermonsun in der Region vielerorts sintflutartige Niederschlagsmengen.

Monsune sind großräumige, mit beständigen Winden einher gehende Luftströmungen in den Tropen und Subtropen mit halbjährlichem Richtungswechsel. Ihre Ursachen sind die unterschiedliche Erwärmung von Meer und Land - man kann sie auch als gigantische Land- und Seewindzirkulation auffassen - sowie die damit zusammenhängende jahreszeitliche Verlagerung der innertropischen Konvergenzzone (ITC). In Süd- und Südostasien, aber auch im ostafrikanischen Küstenbereich, ist die Monsunzirkulation besonders ausgeprägt.

Im Nordwinter befindet sich die innertropische Konvergenzzone und die damit verbundene Tiefdruckrinne weit im Süden, die asiatischen Landmassen sind gegenüber den südlichen Meeren vergleichsweise kalt, dort herrscht am Boden hoher Luftdruck. Es entsteht ein Zirkulationsregime, in welchem relativ kalte und trockene Luft vom asiatischen Kontinent südwärts strömt, der Wintermonsun.

Im Frühjahr liegen die Verhältnisse anders. Mit zunehmendem Sonnenstand erwärmt sich das Festland Süd- und Südostasiens stark und die innertropische Tiefdruckzone wandert nach Norden. Die umgebenden Meere sind demgegenüber etwas kühler, dort herrscht im Bodenniveau höherer Luftdruck. Es entsteht eine entgegengesetzt rotierende Zirkulation, der Sommermonsun (etwa von Mai/Juni bis September/Oktober).

Infolge der Coriolis-Kraft werden großräumige Horizontalbewegungen auf der Nordhalbkugel nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links abgelenkt. Entsprechend wird der Wintermonsun zum Nordost-, der Sommermonsun zum Südwestmonsun. Da letzterer über weite und relativ warme Meeresflächen weht, kann sich die Luft mit Wasser anreichern. Der Sommermonsun ist also feuchtwarm und bringt dem asiatischen Kontinent ergiebige Regenfälle (sog. Monsunregen), die durch Staueffekte an den Gebirgen (z.B. Westghats, Himalaja) noch verstärkt werden.

Um sich ein Bild von intensivem Monsunregen zu machen, seien folgende, vierundzwanzigstündige Niederschlagsmengen genannt: Bis heute 00:00 Uhr UTC wurden in Faridpur (Bangladesch, 23,50°N; 89,83°E; 8 m Höhe) sintflutartige 361,6 L/m² (= mm) gemessen, im indischen Jamshedpur (Bundesstaat Jharkhand, 22,48°N; 86,11°E; 140 m Höhe), in Teknaf (Bangladesch, 20,52°N; 92,18°E; 5 m Höhe) sowie auf der philippinischen Insel Coron (11,93°N; 120,23°E; 12 m Höhe) waren es jeweils 219 mm! Weitere Extremwerte wurden mit 149,1 mm in Chenzhou (Volksrepublik China, Provinz Hunan, 25,80°N; 113,03°E; 185 m Höhe) und 109,8 mm in Chek Lap Kok (Hong Kong International Airport, 22,30°N; 113,90°E; 15 m Höhe) gemessen; in Iba auf den Philippinen (Insel Luzon, 15°19'N, 119°59'E, 4 m NN) fielen 104 mm Regen in den Messbecher.

Eine Karte Süd- und Südostasiens mit den vierundzwanzigstündigen Niederschlägen vom 10.08.2016, 00:00 Uhr UTC, finden Sie unten.

Dämmerung! Ob nautisch, bürgerlich oder astronomisch - atemberaubende Himmelsbilder sind vorprogrammiert.

Datum 09.08.2016

Vor dem Sonnenaufgang und nach deren Untergang wird der Himmel schon bzw. noch eine Zeit lang mit gestreutem Sonnenlicht geflutet. Die sogenannte Dämmerung sorgt dabei oftmals für faszinierende Himmelsphänomene.

Mit dem Moment des Sonnenuntergangs ist es noch keineswegs vorbei mit dem Sonnenlicht. Gleichermaßen kann man schon vor dem Sonnenaufgang erste Vorboten der Sonne am Himmel sehen. Allgemein können der Übergang vom sonnenhellen Tag zur finsteren Nacht sowie der umgekehrte Fall mehrere Stunden andauern. Die Übergangszeit zwischen Tag und Nacht wird im Sprachgebrauch als Dämmerung (Morgendämmerung, Abenddämmerung) bezeichnet. Physikalisch beschreibt die Dämmerung den Zeitraum, in dem die Sonne unter dem Horizont steht, ihr gestreutes Restlicht jedoch am Himmel noch sichtbar ist. Vermehrte Staub-, Gas- und Eisaerosole in der Atmosphäre (bspw. Vulkanasche) können die Dämmerung dabei enorm verstärken.

In der Astronomie werden bei der Dämmerung je nach Dunkelheit drei unterschiedliche Arten definiert. Man unterscheidet dabei zwischen bürgerlicher Dämmerung, nautischer Dämmerung und astronomischer Dämmerung.

Ausgangspunkt für die Dämmerung ist der Sonnenuntergang, der in Mitteleuropa etwa 3 bis 4 Minuten vom ersten Kontakt der Sonnenscheibe mit dem Horizont bis zu ihrem vollständigen Verschwinden dauert. Der erste Zeitraum nach diesem wird schließlich als bürgerliche Dämmerung bezeichnet, bei der bequem noch ohne künstliches Licht gelesen werden. Die Sonne steht bei der bürgerlichen Dämmerung entsprechend nicht tiefer als 6° unter dem Horizont, sodass noch ausreichend gestreutes Sonnenlicht den Beobachter erreicht. Dennoch sind am Himmel schon helle Planeten wie bspw. die Venus oder der Jupiter sowie die hellsten Sterne des Sirius zu erkennen. Zeitlich umfasst diese erste Phase je nach Breitengrad und Jahreszeit eine Länge zwischen 37 und 51 Minuten und bringt atemberaubende Erscheinungen wie den Erdschattenbogen (siehe http://bit.ly/2anS5tn), das Purpurlicht (siehe http://bit.ly/2abstfY) sowie das Alpenglühen (siehe http://bit.ly/2abrUT4) am Horizont hervor.

An die bürgerliche Dämmerung schließt sich die nautische Dämmerung an. Sie endet sobald die Sonne 12° unter dem Horizont steht. Bei den meisten Aktivitäten wird nun zusätzliches künstliches Licht benötigt, da die restlichen gestreuten Sonnenstrahlen die Umgebung alleine nicht mehr ausreichend aufhellen. Am Himmel sind am Ende der nautischen Dämmerung schon kleinere Sterne und somit Umrisse der ersten Sternbilder zu erkennen. Gleichermaßen treten häufiger Himmelsspektakel wie die farbigen Horizontalstreifen oder die sogenannte "Blaue Stunde" auf.

Der nautischen Dämmerung folgt schließlich die astronomische Dämmerung, bei der sich die Sonne 12 bis 18° unter dem Horizont befindet. Nachfolgend erreicht das Sonnenlicht auch die höheren Luftschichten nicht mehr, sodass der Himmel richtig dunkel erscheint. Die beste Zeit der Sternengucker beginnt. Am Morgen verlaufen die drei Phasen der Dämmerung in der umgekehrten Reihenfolge, bis die Sonne schließlich am Horizont aufgeht.

Wie oben schon beschrieben ist die Dauer der Dämmerung stark von der geographischen Breite abhängig. Je größer der Abstand zum Äquator, desto länger dauert die Dämmerung. Da die Sonnenbahn am Äquator am Morgen sehr steil aufsteigt und entsprechend stark am Abend auch wieder absinkt, verschwindet die Sonne rasch unter den Horizont. Je näher man sich jedoch den Erdpolen kommt, umso ausgeprägter wird der Dämmerungsverlauf zu bestimmten Jahreszeiten.

Wie überall gibt es aber auch bei der Dämmerung gewisse Ausnahmen. Am Tag der Sommersonnenwende geht die Sonne in den Polarregionen etwa ab einer geographischen Breite von 65,7° aufgrund der atmosphärischen Refraktion überhaupt nicht unter, sodass die Dämmerung komplett entfällt. Zudem gibt es im Sommer auf allen Breitengraden größer als 48,56° Nächte, in denen die Sonne zwar unter den Horizont sinkt, nie tiefer als 18°. In diesen Regionen wird es also nie richtig Nacht mit völliger Dunkelheit. Stattdessen herrscht eine Art Dauerdämmerung, die auch unter dem Begriff "Mitternachtsdämmerung" bekannt ist. Auf den Breitengraden größer 54,56° gibt es im Sommer Nächte, in denen die nautische Abenddämmerung direkt in die nautische Morgendämmerung übergeht. Dies bedeutet gleichermaßen, dass die Sonne während der ganzen Nacht nicht weniger als 12° unter dem Horizont steht. Auf den Breitenbereichen größer 60,56°, wo die Sonne dann nicht unter 6° unter den Horizont sinkt, gilt ähnliches für die bürgerliche Dämmerung.

Augusthimmel 2016

Datum 05.08.2016

Namenspatron unseres achten Monats im Kalender war der römische Kaiser Augustus. In diesem Jahr gibt es am nächtlichen Augusthimmel einige interessante astronomische Erscheinungen zu beobachten, zum Teil mit bloßem Auge. Dafür braucht man jedoch einen klaren Himmel...

Der achte Monat des Jahres im Gregorianischen Kalender war im alten Rom ursprünglich der sechste und hieß dementsprechend, nämlich Sextilis (latein. sex = sechs). Namenspatron ist der römische Kaiser Augustus (23.IX. 63 v. Chr. bis 19.VIII. 14 n. Chr.), der in diesem Monat sein erstes Konsulat antrat. Ursprünglich hatte Sextilis 29 Tage, bekam durch Caesars Kalenderreform 30 und, um ihm die gleiche Länge des nach Gaius Julius Caesar benannten Monats Juli zu geben, nach seiner Umbenennung schließlich 31 Tage. Dabei wurde der 31. Tag kurzerhand dem Februar abgeknöpft. Altgermanische Namen für den August lauten Arnodmanod oder Ernting = Erntemonat, aber auch Sichel- oder Weidemond waren bei unseren Vorfahren gebräuchlich.

Am nächtlichen Sternenhimmel tummeln sich im diesjährigen August in erster Linie Planeten. Der in den vergangenen Monaten stets präsente Jupiter nimmt jetzt Abschied, kurz nach Sonnenuntergang ist er gerade noch über dem westlichen Horizont zu sehen. Dafür kommt die Venus als Abendstern zu uns zurück, hält sich allerdings recht flach am frühen Nachthimmel. Mit einem lichtstarken Amateurteleskop auf einer geeigneten Montierung kann man am 27. August am tiefen Westhimmel sogar ein Rendezvous beider Planeten im Dämmerlicht kurz nach Sonnenuntergang beobachten. Zwei weitere Planetenpaare geben sich ein im August Stelldichein bzw. sind immer noch da: Mars und Saturn im Süden beim Sternbild Skorpion, und für den geübten "Sternengucker" mit entsprechender Ausrüstung sollten auch Neptun und Uranus im Bereich des Sternbildes Wassermann ein lohnendes Beobachtungsziel sein.

Nicht zuletzt sei auf den scheinbar dem Sternbild Perseus entspringenden Meteorstrom der Perseiden hingewiesen. Er erreicht sein Maximum in der Nacht vom 11. zum 12. August, wobei in diesem Jahr mit bloßem Auge abseits der lichtverschmutzenden Großstädte besonders viele helle Sternschnuppen zu sehen sein sollten. Den Südhimmel ziert in diesen Augustnächten außerdem das Sommerdreieck, bestehend aus den Sternen Atair, Deneb und Wega in den Sternbildern Adler, Schwan bzw. Leier. Die Frühlingssternbilder sind nun endgültig vom westlichen Firmament verschwunden und am östlichen Himmel findet man mit Pegasus und Perseus bereits die Gestirne des Herbstes. Die Tage werden bereits spürbar kürzer, die lichte Tageslänge auf 50° nördlicher Breite, das entspricht etwa Frankfurt am Main, sinkt im Verlaufe des Monats um gut anderthalb Stunden von 15 h 13 min auf 13 h 33 min. Stand die Sonne Anfang des Monats in der Mainmetropole noch knapp 58° hoch am Himmel, so erreicht sie in Frankfurt Ende August nur noch eine Mittagshöhe von etwa 48° über dem Horizont (vgl. Mittagshöhe zur Sommersonnenwende knapp 63,5°).

Sternbeobachtungen bedingen klare Nächte und sind damit natürlich wetterabhängig. Im August sind die Temperaturunterschiede zwischen den Randmeeren Europas und dem Festland relativ gering, somit gilt er im klimatologischen Mittel als recht beständiger Monat. Länger andauernde Hochdrucklagen sind eigentlich normal und nicht selten bringt der August die heißesten Tage des Jahres. Aber "eigentlich normal" heißt eben nicht "immer", und in diesem Jahr 2016 liegen die Verhältnisse anders. So gestalten sich die kurzfristigen Wetteraussichten für das kommende Wochenende insgesamt leicht unbeständig bei als mäßig warm bis warm empfundenen Temperaturverhältnissen. Der Sonntag wird dabei größtenteils sonnig und trocken, bevor sich ab Beginn der 32. Kalenderwoche ein deutlich kühlerer Witterungsabschnitt mit zeitweiligen Niederschlägen einstellt. Übrigens gab es vor zehn Jahren nach einem trocken-heißen Juli einen kühlen und regnerischen August, dem dann ein spätsommerlich warmer September folgte.

Urlaubswetter in Europa

Datum 04.08.2016

Derzeit sind in vielen Bundesländern Schulferien. Doch das launische Sommerwetter wird einigen Urlaubern hierzulande wenig Freude bereiten. Daher schauen wir über die Landesgrenzen hinaus nach Alternativen zum Wetter in Deutschland.

Derzeit sind in vielen Bundesländern Deutschlands Schulferien und somit ist Hauptreisezeit. Bekanntlich gehört Deutschland zu den beliebtesten Reisezielen der hiesigen Bevölkerung. Doch das diesjährige durchwachsene Sommerwetter mit einem ständigen Auf und Ab der Temperaturen dürfte vielen Urlaubern nicht nur hierzulande, sondern in ganz Mitteleuropa wenig Freude bereiten. Aktuell ist es Tief "Christiane" mit Kern über der Nordsee, das im Norden, in der Mitte und demnächst auch im Süden Deutschlands für wolkenreiches und gebietsweise regnerisches Wetter sorgt. Wer sich dennoch in die Nord- und Ostsee wagt, den erwarten immerhin Wassertemperaturen um 20 Grad.

Werfen wir also einen Blick über die Landesgrenzen hinaus und schauen, ob ein Urlaubsziel im europäischen Ausland aktuell und in den nächsten Tagen die bessere Wahl war, beziehungsweise ist.

Fangen wir mit kleinen Schritten an und betrachten zunächst den Alpenraum, schließlich gehört das Wandern oder Bergsteigen ebenso wie der Strandaufenthalt an den Küsten zu beliebten Urlaubsaktivitäten. In den Alpen sorgte Hoch "Carl" am gestrigen Mittwoch für einen sonnigen Tag mit sommerlichen Temperaturen. Der Einfluss von Tief "Christiane" wird sich aber auch dort zunehmend zeigen, so dass sich das Wetter im Tagesverlauf von Westen allmählich verschlechtert. Nachfolgend kommt es in der Nacht zum Freitag und am Freitag in den gesamten Alpen zu teils kräftigem und länger anhaltendem Regen. Zudem ist mit einem Temperatursturz von mindestens 10 Grad zu rechnen, teilweise werden sogar kaum noch Höchsttemperaturen von 15 Grad erreicht. Die Schneefallgrenze hält sich aber deutlich oberhalb von 2000 Metern. Bereits am Samstag zieht das Regenwetter ostwärts ab und dann kann sich aus jetziger Sicht bis Anfang nächster Woche mit einem Keil des Azorenhochs wieder ideales Wanderwetter durchsetzen.

Reisen wir weiter Richtung Nord- und Westeuropa, so dominiert auch dort derzeit der Einfluss von Tief "Christiane" mit wechselhaftem Wetter. Die Höchsttemperaturen bewegen sich allerdings in einem für Nordeuropa sicherlich normalen Bereich zwischen 15 und 23 Grad. Während Deutschland ab Sonntag ebenfalls vorübergehend in den Einflussbereich des o.e. Azorenhochs gelangt, bleibt der Tiefdruckeinfluss über dem Norden Europas erhalten. Ähnlich sieht es auch für die Britischen Inseln aus, vor allem über Schottland und Irland ziehen in den nächsten Tagen wiederholt Tiefdruckgebiete hinweg. Deutlich besser sieht es in Frankreich aus, wo sich nach Abzug der Kaltfront von Tief "Christiane" bereits heute Hochdruckeinfluss durchsetzen kann.

Wer Hitze und beständiges Hochdruckwetter sucht, der muss wie so oft zu dieser Jahreszeit in den Süden beziehungsweise Südosten Europas ausweichen. Bis Mitte nächster Woche lacht dort aus heutiger Sicht die Sonne von einem oft wolkenlosen Himmel bei Höchsttemperaturen zwischen 25 und örtlich 40 Grad, wie beispielsweise in Zentralspanien.. Einzig entlang der Adria sind am Wochenende einzelne Gewitter möglich. Da bietet auch das Mittelmeer mit Wassertemperaturen entlang der Küsten zwischen 25 und 30 Grad nur wenig Abkühlung.

Europaweit ist also derzeit für jeden Wettergeschmack etwas dabei. Die Daheimgebliebenen können sich ab dem Wochenende auf ein paar sonnige und warme Tage freuen. Aber es soll ja auch Leute geben, die gegen einen durchwachsenen Sommer nichts einzuwenden haben.

(K)ein Lichtblick

Datum 03.08.2016

Kommt endlich mal ein stabiles Hochruckgebiet, dass uns tagelang Sonnenschein bei badetauglichen Temperaturen beschert oder macht der Sommer einfach so weiter wie bisher?

Häufig erreichen uns Meteorologen in diesem Sommer Anfragen, wann denn nun endlich ein stabiles Hoch mehrere Tage hintereinander sommerliches Wetter mit viel Sonnenschein und badetauglichen Temperaturen bringt. Zudem soll es nicht schwül sein und irgendwelche Gewitter oder sogar Unwetter dürfen auch nicht stören. Ein bisschen Hoffnung dafür besteht tatsächlich, allerdings scheint die kommende Hochdruckphase wieder einmal nicht allzu lange durchzuhalten.

So hat sich in diesem Sommer bisher ein steter Wechsel von wenigen Tagen mit Hochdruckeinfluss mit mehreren Tagen mit kräftigen Schauern und Gewittern oder schauerartigem Regen eingestellt. War es dabei zunächst zumindest ein oder zwei Tage lang noch recht sonnig und zum Teil sehr warm bis heiß, folgte prompt mit den aufkommenden Wolken, Schauern und Gewittern die Abkühlung. Willkommen im durchschnittlichen mitteleuropäischen Sommer!

Nicht zuletzt scheint sich dadurch die Siebenschläferregel zu bewahrheiten, die ja Anfang Juli wechselhaftes Wetter für sieben Wochen "ankündigte" (siehe dazu auch das Thema des Tages vom 30. Juli 2016 unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/7/30.html). Demnach würde sich dieses Wetter auch im August fortsetzen.

Das aktuelle Wetter lässt sich bis zum Freitag in die oben beschriebene wechselhafte Phase mit Niederschlägen einordnen, mit Ausnahme der Gebiete etwa südlich einer Linie Karlsruhe - Regensburg. Dort ist es am heutigen Mittwoch und teils auch noch am Donnerstag vielfach heiter und mit Höchsttemperaturen bis fast 30 Grad sehr warm bzw. heiß, bevor teils kräftige Schauer und Gewitter samt anschließender Abkühlung in diesen Gebieten "zuschlagen". Wahrscheinlich münden Schauer und Gewitter sogar in einer Dauerregenlage im Süden und Südosten.

Diesem ersten kleinen "Lichtblick" für den Süden Deutschlands folgt ab dem Wochenende dann ein zweiter, etwas größerer für das ganze Land. Ein Ableger eines Azorenhochs macht sich auf den Weg zu uns und verspricht ein paar weitgehend trockene Tage mit zunehmendem Sonnenschein und Temperaturen, die ab Sonntag meist bei 25 bis 30 Grad liegen.

So kann man sich bereits am Samstag über 6 bis 10 Stunden Sonnenschein freuen (im Süden mehr als im Norden; siehe dazu die Grafik zur Sonnenscheindauer unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/8/3.html), allerdings sind auch noch letzte Schauer und Gewitter unterwegs. Am Sonntag gibt es dann sogar 8 bis 13 Stunden Sonnenschein. Maximal sind derzeit 14 bis 15 Stunden möglich, sodass die Obergrenze lokal fast erreicht wird. Ähnlich sonnig werden der Montag (8 bis beinahe 15 Stunden) und teilweise noch der Dienstag (8 bis 13 Stunden).

Am Dienstag gibt es bereits wieder eine Einschränkung: im Nordwesten tauchen Wolken mit Schauern und Gewittern auf und drücken die Sonnenscheinbilanz dort auf 6 bis 9 Stunden. Am Mittwoch ziehen Schauer und Gewitter über das ganze Land her, womit neben den vermehrten Wolken am Himmel auch die Temperaturen um etwa 5 Grad zurückgehen und sich auf 20 bis 25 Grad einpendeln.

Dem Lichtblick mit 3 oder 4 Tagen sommerlichen Hochdruckwetter ab Samstag wird also erneut ein jähes Ende gesetzt. Vielleicht besteht ja für die Phase nach den 7 Wochen der Siebenschläferzeit ab Ende August Hoffnung auf länger andauerndes Hochdruckwetter. Statistisch gesehen ist die Chance dafür im September sowieso höher als im August.

Deutschlandwetter im Juli 2016

Datum 02.08.2016

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland im Juli 2016.

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Juli 2016* 1. Platz Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg) 21,3 °C; Abweich. +1,8 Grad 2. Platz Mannheim (Baden-Württemberg) 21,1 °C; Abweich. +1,6 Grad 3. Platz Frankfurt am Main-Westend (Hessen) 21,0 °C; Abweich. +1,6 Grad

Besonders kalte Orte im Juli 2016* 1. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 14,5 °C; Abweich. +1,8 Grad 2. Platz Carlsfeld (Sachsen) 15,1 °C; Abweich. +2,3 Grad 3. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 15,3 °C; Abweich. +2,1 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Juli 2016** 1. Platz Marktschellenberg (Bayern) 323,9 l/m²; 138 Prozent 2. Platz Aschau-Stein (Bayern) 298,4 l/m²; 116 Prozent 3. Platz Bad Bayersoien (Bayern) 258,3 l/m²; 146 Prozent

Besonders trockene Orte im Juli 2016** 1. Platz Kamen (Nordrhein-Westfalen) 14,5 l/m²; 19 Prozent 2. Platz Tröbitz (Brandenburg) 15,1 l/m²; 27 Prozent 3. Platz Schallstadt-Mengen (Baden-Württemberg) 15,8 l/m²; 20 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Juli 2016** 1. Platz Mühlacker (Baden-Württemberg) 266 Stunden; 113 Prozent 2. Platz Freiburg (Baden-Württemberg) 263 Stunden; 104 Prozent 3. Platz Karlsruhe-Rheinstetten (Baden-Württemberg) 263 Stunden;111 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im Juli 2016** 1. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 148 Stunden; 83 Prozent 2. Platz Lüdenscheid (Nordrhein-Westfalen) 152 Stunden; 88 Prozent 3. Platz Braunlage (Niedersachsen) 154 Stunden; 79 Prozent

Bergstationen oberhalb 920 m NN sind hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Hinweis:

Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

Das Olympische Turnier rückt näher und die Spannung steigt!

Datum 01.08.2016

Es ist mal wieder soweit! Nach vier Jahren Wartezeit starten am Freitag die Olympischen Spiele von Rio de Janeiro. Doch was kann man wo sehen und wie sieht das Wetter bzw. klimatischen Verhältnisse vor Ort aus?

Am kommenden Freitag ist es wieder soweit. In Rio de Janeiro werden die XXXI. (31.) Olympischen Spiele offiziell eröffnet. Die brasilianische Küstenstadt (6,4 Millionen Einwohner, Metropolregion 11,87 Millionen) ist die erste in Südamerika und nach Mexiko-Stadt 1968 auch erst die zweite in Lateinamerika, in der die Spiele stattfinden. In einem Bewerberverfahren konnte sich Rio gegen andere namhafte Städte wie Chicago, Tokio und Madrid durchsetzen.

Die am Freitag, den 5. August mit der Eröffnungsfeier offiziell beginnenden Wettkämpfe werden bis zur Abschlussfeier am 21. August, abgesehen von den Fußball Turnieren, in vier Stadtgebieten von Rio de Janeiro ausgetragen. Dabei befinden sich die Sportstätten in den vier Zonen "Maracanã", "Barra", "Deodoro" und "Copacabana".

In der Region "Maracanã" finden neben der Eröffnungs- und Abschlussfeier (Maracanã-Stadion) die Leichtathletik- und Volleyballwettbewerbe sowie das Bogenschießen und der Marathon statt. Die "Copacabana" ist bei den Spielen der Anlaufpunkt für die Beachvolleyballer, Triathleten und Straßenradfahrer sowie aller Olympioniken rund um den "Outdoor-Wassersport" (Rudern, Segeln, Kanu, Kajak, Langstreckenschwimmer). Auch in dem am Stadtrand gelegenen Gebiet "Deodoro" sind überwiegend "Outdoor-Wettkämpfe" zu sehen. Vom Pferdesport über "Crossbike-Wettkämpfe" und dem Modernen Fünfkampf bis hin zum Hockey und Sportschießen sind dort zahlreiche Disziplinen angesiedelt. Die meisten "Indoor-Veranstaltungen" können die Fans im Gebiet "Barra" im Süden der Stadt bestaunen. Dort befinden sich das Wassersportzentrum, der Turn- und Gymnastikpark, das Tenniszentrum, das Velodrom sowie diverse Hallen für Basketball, Ringen, Fechten Handball, Tischtennis, Badminton, Boxen, Gewichtheben und weitere. Für die Fußballwettbewerbe werden zusätzlich die Stadien in Belo Horizonte, Manaus, Salvador da Bahia, São Paulo sowie der Hauptstadt Brasilia genutzt. Da die Fußball-Turniere einen längeren Zeitraum benötigen, starten diese sogar vor der Eröffnungsfeier. Schon am kommenden Mittwoch, den 3. August finden ab 18 Uhr MESZ die ersten Fußballspiele der Frauenmannschaften statt. Am Donnerstag folgen dann die ersten drei Partien des Männerturniers.

Insgesamt haben sich Sportler aus 201 Nationen der Welt für die Olympischen Spiele in Rio qualifiziert und kämpfen dort in 306 Entscheidungen um die Medaillen. Neu aufgenommen in das Olympische Programm wurden die Sportarten Rugby und Golf.

Doch wie sieht nun Wetter bzw. klimatischen Verhältnisse in Rio de Janeiro im August aus?

Durch die Nähe zum Äquator sind über das Jahr hinweg nur geringe Temperaturschwankungen in den Temperaturen zu verzeichnen. Dennoch lässt sich an den Klimatabellen gut erkennen, dass man sich in Rio auf der Südhalbkugel befindet, die derzeit im Wintermodus steckt. Im August stehen mittlere Höchsttemperaturen von 25,4 Grad mittleren Tiefstwerten von 19,4 Grad gegenüber. Im Südsommer (Dezember bis März) würde man mittlere Höchstwerte von über 30 Grad und Tiefstwerte um 24 Grad erwarten können.

Auch bei den gemittelten monatlichen Niederschlagssummen treten zwischen Südsommer und Südwinter signifikante Unterschiede auf. Während im Südsommer die näherkommende Innertropische Tiefdruckrinne (Inter Tropic Convergence - ITC, vgl. http://bit.ly/2abbzT8) für Regensummen deutlich über 100 l/qm im Monat sorgt, ist im August im vieljährigen Mittel beispielsweise nur mit Werten um 40 l/qm zu rechnen. Allgemein fallen die Niederschläge über das Jahr hinweg lediglich an wenigen Tagen. Meist sind es nur ein oder zwei Regentage im Monat. Problematisch für die Sportler könnte die recht hohe Luftfeuchtigkeit werden. Zwar wird aus klimatologischer Sicht im August die niedrigste Luftfeuchte des Jahres erreicht, mit um 80% im Mittel fühlt sich die Luft oftmals jedoch feuchtschwül an.

In den kommenden Tagen zeigt sich nicht nur das Wetter in Deutschland wechselhaft. Auch in Rio de Janeiro sollen am Dienstag die Wolken am Himmel zunehmen und in der Nacht zum Mittwoch sowie am Mittwoch selber etwas Regen abladen. Größere Mengen sind aber nicht zu erwarten. Zum Start des Olympischen Männerfußballturniers am Donnerstag soll sich dann wieder häufiger die Sonne zeigen. Gleichzeitig bleibt es wohl weitgehend trocken. Auch die Eröffnungsfeier kann aus derzeitiger Sicht bei sonnigem und trockenem Wetter stattfinden. Die Höchsttemperaturen schwanken dabei von Dienstag bis Donnerstag um Werte bei 24 Grad. Nachts sinken sie bis etwa 20 Grad ab. Am Freitag klettern die Temperaturen mit Sonnenunterstützung wieder auf maximale Werte um 27 Grad an. Dafür ist nachts bei 18 Grad zumindest etwas Abkühlung in Sicht. Ab dem Wochenende sollen die Temperaturen dann doch erheblich ansteigen und in der Spitze Höchstwerte bis 33 Grad erreichen. Dabei wird es aber wohl auch wieder schwül.

Heinrich Heine und die sieben Siebenschläfer hatten doch recht

Datum 30.07.2016

Viele jammern, wir hätten schon mal wieder keinen richtigen Sommer. Aber der Sommer 2016 ist bislang ein normaler mitteleuropäischer Sommer.

"Unser Sommer ist nur ein grün angestrichener Winter" so äußerste sich bereits 1830 Heinrich Heine in seinen Reisebildern. Und was erwartet sich der Deutsche von einem Sommer? Hauptsächlich Sonnenschein und natürlich sommerliche Temperaturen.

Wo stehen wir, nachdem knapp zwei Drittel des meteorologischen Sommers bzw. genau 64,1 % vorüber sind?

Wir haben im deutschlandweiten Mittel 63,4 % der mittleren onnenscheindauer der Jahre 1961-1990 erreicht. Wenn das mal keine Punktlandung ist!

Die Temperaturen liegen, wie seit einigen Jahren üblich, oberhalb der Mittelwerte. 17,3 Grad statt 16,2 Grad. Also auch kein Grund, über den Sommer zu lamentieren. Was wird sich erst ab 2021 für ein Gejammer erheben, wenn die sich die Temperaturen nicht mehr auf 1961-1990, also auf die Zeit vor der Erwärmung, sondern auf 1991-2020 beziehen. Dann ist es voraussichtlich vorbei mit den ständigen und tröstenden überdurchschnittlichen Temperaturen.

In Bezug auf den Niederschlag kommt der bisherige Sommer zugegebenermaßen nicht so gut weg. Es sind bereits 76 % der üblichen Regenmenge gefallen. Inwieweit sich da die Extremregenfälle auswirken, ist auf die Schnelle nicht zu analysieren. Örtlich, vor allem nach Nordosten hin, war es auch deutlich zu trocken, was sich dort im Ernteertrag deutlich widerspiegelt.

Es gibt also aus klimatologischer Sicht wenig Anlass, sich über den bisherigen Sommer zu beschweren.

Auch die "Lostage" Siebenschläfer haben in diesem Jahr gezeigt, dass sie was auf der Pfanne haben. Das unbeständige Wetter zur Zeit des Siebenschläfers hat sich bis heute gehalten. Bis auf das mehrtägige Intermezzo im Nordosten dank Hoch Burkhard blieb es seit Ende Juni beständig unbeständig. Wie wir bereits gestern im Thema des Tages lasen, wird sich an der unbeständigen Wetterlage wenig ändern. Ändern können wir allerdings unseren Aufenthaltsort. Aber bringt das allzu viel? Auch am Mittelmeer strahlt die Sonne, wie schon letzte Woche angekündigt, nicht den ganzen Tag vom blauen Himmel. Gestern gab es Gewitter in fast allen Staaten am nördlichen Mittelmeer, selbst in der Sahara hat es geblitzt und gedonnert. Wie bei uns wird auch am Mittelmeer in der nächsten Woche kein beständiges Wetter vorhergesagt. Dort allerdings gibt es auch bei unbeständigem Wetter mehr Sonne und höhere Temperaturen als bei uns.

Am deutschen meteorologischen Horizont taucht also auch nächste Woche kein sommerlichen Silberstreif auf. Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt ... .

Hundstage weiterhin wechselhaft!

Datum 29.07.2016

Die Hundstage (23.07.-23.08.) waren bisher wechselhaft und vielerorts geprägt von kräftigen Gewittern und nur kurzen Phasen mit Hochdruckeinfluss. Geht es nun so weiter?

Die Hundstage wurden in diesem Monat (Juli) schon häufiger im Thema des Tages erwähnt (s. www.dwd.de/tagesthema). Damit bezeichnet man hierzulande zumindest aus statistischer Sicht die wärmsten Tage des Jahres im Zeitraum vom 23. Juli bis zum 23. August. Bisher war das warme bis heiße Wetter, aber größtenteils unbeständig und vielerorts von kräftigen Gewittern mit Starkregen geprägt, Hochdruckgebiete gaben eher nur ein kurzes Gastspiel. Da in Baden-Württemberg und Bayern die Ferien nun endlich beginnen, stellt sich vor allem dort manch einer bestimmt die Frage, ob es mit den wechselhaften Hundstagen nun so weiter geht, oder ob sich doch endlich mal für längere Zeit stabiler Hochdruckeinfluss durchsetzt.

Kurz gesagt: die kommenden Tage gestalten sich weiterhin überwiegend wechselhaft, denn eine Reihe von Tiefdruckgebieten sorgt mit ihren Ausläufern, angefangen am heutigen Freitag mit BRIGITTE, weiterhin für Schauer und Gewitter. Sonnigen Phasen sind nur von kurzer Dauer. Doch alles der Reihe nach.

Tief BRIGITTE zieht bis zum morgigen Samstag von der westlichen Nordsee über Dänemark nach Skandinavien. Ihr Ausläufer kommt dabei unter allmählicher Abschwächung bis zur Mitte Deutschlands voran und bringt fast überall viele Wolken, kaum Sonne, Schauer und einzelne Gewitter. Allein der Südwesten und die Region südlich der Donau profitieren von einem schwachen Keil des Azorenhochs. Dort ist es am heutigen Freitag etwas freundlicher und weitgehend trocken. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 22 Grad in Nordseenähe und 29 Grad am Oberrhein.

Am Samstag bleibt die Wetteraufteilung in Deutschland bestehen. In der Nordhälfte gibt es bei Tageshöchstwerten zwischen 20 und 25 Grad meist nur Wolken zu sehen und anfangs auch noch kurze Schauer. In den Süden hingehen gelangt mit einer auf Südwest drehenden Strömung wieder wärmere Luft und so ist es bei weiter vorherrschendem Hochdruckeinfluss überwiegend sonnig bei Tageshöchstwerten bis 31 Grad. Zum Abend und in der Nacht zum Sonntag greifen von der Schweiz und von Österreich her allerdings wieder kräftige Gewitter auf Süddeutschland über. Diese können teils unwetterartig ausfallen und mit Starkregen um 30 mm und Hagel einhergehen.

Am Sonntag bleibt es im Süden feuchtwarm mit teils kräftigen Schauern und einzelnen Schwergewittern, denn die kühlere Luft aus dem Norden kommt nur langsam nach Süden voran erhalten. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 Grad auf Sylt sowie im höheren Bergland und 26 Grad im Breisgau.

Auch für die nächste Woche weisen die Wettermodelle einen Trend zu weiterhin unbeständigem Wetter in ganz Deutschland auf, dabei kann es aber durchaus auch freundliche Abschnitte geben. Ab Mittwoch scheint zumindest vorübergehend nach Südosten hin wieder freundliches Wetter einzukehren, wobei sich dann erneut ein Temperaturgefälle zwischen der Nordwest- (20 bis 25 Grad) und der Südosthälfte (25 bis 29 Grad) einstellt.

Somit reiht sich auch diese Phase im Kernzeitraum der Hundstage (28.07. bis 07.08.) in die vieljährigen Wetterstatistiken ein, die durch eine warme bis heiße, aber wechselhafte, häufig zu Gewittern neigende Witterung gekennzeichnet ist.

Ein Hoch auf die Azoren

Datum 27.07.2016

Aktuell erscheint es auf den Wetterkarten sämtlicher digitaler und Printmedien wieder in voller Pracht - ein kräftiges Hochdruckgebiet im Bereich der Azoren, kurz: das Azorenhoch. Doch wie entsteht es überhaupt und warum gerade dort?

Der Begriff "Azorenhoch" ist inzwischen in der Allgemeinheit fast schon zu einem geflügelten Wort geworden. Egal ob beim Radiowetterbericht, in Fernsehsendungen oder den sozialen Netzwerken, der Name des berühmten Hochs macht häufig die Runde und jeder halbwegs Wetterinteressierte weiß damit etwas anzufangen.

Entstanden ist der Begriff aufgrund eines im klimatologischen Mittel stark ausgeprägten Luftdruckmaximums im Bereich der Inselgruppe der Azoren über dem Nordatlantik. Der Kerndruck variiert dabei in der Regel zwischen 1015 und 1035 Hektopascal.

Doch wodurch genau wird dieses Druckmaximum erzeugt? Und warum gerade dort? Um diese Fragen zu klären, müssen wir uns die großräumige Luftzirkulation in Äquatornähe anschauen. Dort, im Bereich der stärksten Sonneneinstrahlung (Sonnenstand zum meteorologischen Frühlings- und Herbstbeginn im Zenit - also senkrecht zur Erdoberfläche), erwärmen sich die Luftmassen sehr stark und werden so zum Aufstieg gezwungen, da warme Luft eine geringere Dichte als kalte Luft besitzt und damit leichter ist. Diesen Bereich bezeichnet man als "Innertropische Konvergenzzone" (ITCZ). Der Aufstieg endet häufig unter stetiger Temperaturabnahme erst an der Grenze von der Troposphäre zur Stratosphäre (Tropopause) in 15 bis 18 Kilometern Höhe, wo die Temperatur der Umgebungsluft wieder ansteigt und somit die Schichtung stabilisiert. Die Luft strömt nun an dieser Sperrschicht in der Höhe auseinander und sinkt in den Subtropen wieder ab. Der resultierende Massenzufluss bewirkt einen Druckanstieg am Boden und es entsteht der "Subtropische Hochdruckgürtel".

Bedingt durch die Verschiebung des Sonnenhöchststandes zwischen den beiden Wendekreisen variiert auch die Lage des Azorenhochs zwischen 33 Grad Nord in den Wintermonaten (Sonne am südlichen Wendekreis) und 34,5 Grad Nord in den Sommermonaten (Sonne am nördlichen Wendekreis). Nun liegt die Inselgruppe der Azoren bei rund 38 Grad Nord und damit noch etwas nördlicher, durch die häufig jedoch großräumige horizontale Ausdehnung des Hochs von mehr als 1000 Kilometern ist die unmittelbare Nähe zum Zentrum und damit die Namensgebung trotzdem mehr als gerechtfertigt.

Wenn es sich aber um einen Gürtel handelt, der an eine geographische Breite gekoppelt ist, wieso setzt sich die Hochdruckzone aktuell zum Beispiel nicht über dem Mittelmeerraum fort (siehe Bodendruckanalyse von heute 0 UTC im Anhang)? Das liegt an der Verteilung von Landmassen und Seegebieten im stark gegliederten Mittelmeerraum. Dabei spielt erneut die starke Sonneneinstrahlung in den Sommermonaten eine Rolle, bei der sich die Land- stärker als die Wasseroberflächen erwärmen. Hierdurch steigen wiederum die Luftmassen über dem Festland auf, der Druck am Boden fällt und es bilden sich sogenannte "Hitzetiefs", klassischerweise über dem spanischen Hochland oder auch über Anatolien, wodurch die Hochdruckbrücke zum Azorenhoch unterbrochen wird. In den Wintermonaten schließt sie sich bei abnehmender Einstrahlung aber häufig wieder, da der Temperaturkontrast zwischen Land und See in mediterranen Regionen deutlich abnimmt. Dann sind Druckmaxima auch häufig über dem Mittelmeerraum zu finden. Die Stärke dieser thermisch induzierten Hochdruckgebiete wie zum Beispiel das winterliche "Sibirienhoch" mit einem Rekordwert von 1083,8 hPa (für Stationen unter 750 Metern gemessen am 31.12.1968 in Agata, Russische Föderation) werden im subtropischen Hochdruckgürtel allerdings bei weitem nicht erreicht.

Bleibt abschließend noch zu hoffen, dass wir in der nächsten Zeit das Azorenhoch nicht nur aus der Ferne betrachten müssen, sondern dass ein Ableger (Hochkeil) auch Mitteleuropa bald mal wieder beehrt. Über zarte Vorstöße nach Süddeutschland kommt es zumindest in naher Zukunft nicht hinaus.

Großes Alpaka-Sterben in peruanischer Kälte

Datum 26.07.2016

In den vergangenen Wochen starben in den Hochlagen der Anden in Peru zehntausende Alpakas infolge extremer Kälte. Einbrüche in der Produktion der Alpakawolle bringen Bauern an das Existenzminimum.

Die "Sierra", eine der drei Landschaftszonen Perus, ist die Heimat des Alpakas (siehe Grafik auf www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/7/26.html). Das Kameltier fühlt sich im von den Anden geprägten, kahlen Hochland im Süden Perus "pudelwohl" - und wird von ansässigen Landwirten gezielt gezüchtet. Denn die Wolle des Alpakas ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region, gehört sie doch mittlerweile zu einem exklusiven und immer häufiger gefragten Artikel auf dem Weltmarkt.

Es wundert daher nicht, dass das Alpaka-Sterben durch die jüngste, teils extreme Kälte im Süden der Sierra die Bauern hart trifft. Dabei kennt man in der Sierra eigentlich keinen Winter im klimatologischen Sinne. Aufgrund der relativen Nähe zum Äquator und der dadurch geringen Schwankungen im Sonnenstand stellt sich dort nämlich ein sog. "Tageszeitenklima" ein. Dabei fallen die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht größer aus als die während eines Jahres. Die Verteilung der durchschnittlichen Temperaturen wird am stärksten durch die Höhenlage beeinflusst. Im Vergleich zu den anderen beiden peruanischen Landschaftszonen Costa (Wüstenküste) und Selva (Regenwaldregion) ist es in der Sierra mit einer Jahresmitteltemperatur von 11 Grad Celsius auf 3300 Meter am kältesten.

Die Temperaturen im diesjährigen Juli, die vor allem in höheren Muldenlagen und Senken zeitweise bis in den strengen Frostbereich (unter -23 Grad Celsius) sanken, sind aber selbst für die Menschen in der Sierra und die mit üppigem Fellkleid ausgestatteten Alpakas ungewohnt und mitunter äußerst gefährlich. Insbesondere ab einer Höhenlage von 4000 bis 5000 m setzten Schneefälle und extreme Kälte gerade den schwachen Tieren zu, da sie nicht mehr an Flechten und Gras herankommen können. Die Behörden gehen mittlerweile von mindestens 50.000 verendeten Alpakas aus.

Die Landwirte Perus sind der weltweit größte Produzent der Alpakawolle. Doch zwischen den exorbitant hohen Preisen, die verschiedene Modelabel für ihre aus Alpakawolle bestehenden Produkte verlangen, und dem, was die Landwirte für ihre Wolle bekommen, besteht eine gewaltige Diskrepanz. Einbrüche in der Produktion bringen die Menschen daher schnell an das Existenzminimum. Die Kälte und der Mangel an finanziellen Mitteln nagen darüber hinaus am Gesundheitszustand. Gerade Kinder leiden immer häufiger unter Atemwegserkrankungen. Die Regierung sicherte der Bevölkerung der Sierra-Hochlagen daher bereits eine Unterstützung von insgesamt 3 Millionen US-Dollar zu.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Region von einer verheerenden Kältewelle gebeutelt wird. Vor nicht einmal drei Jahren sorgten rekordniedrige Temperaturen und heftige Schneefälle schon einmal für ein großes Alpakasterben. In einem Bericht der Vereinten Nationen (UN) wurde bereits ein Zusammenhang zwischen den großen Temperaturfluktuationen in Peru und dem globalen Klimawandel hergestellt. Freilich muss man solche Thesen aber immer mit Vorsicht genießen, denn von diesen Wetter-Einzelereignissen kann nicht per se auf den Klimawandel geschlossen werden.

54,0 °C in Kuwait - ein neuer globaler Hitzerekord?

Datum 25.07.2016

Am 21. Juli 2016 wurde in Mitribah in Kuwait eine Temperatur von 54 °C gemessen, was der höchsten verifizierten Temperatur in der Osthemisphäre entspricht. In diversen Internetblogs verbreitete sich die Nachricht, dass dies die höchste je realistisch gemessene Lufttemperatur auf der Erde sein könnte. Doch ist dies wirklich ein neuer Hitzerekord?

Am 21. Juli 2016 wurde in Mitribah in Kuwait eine Temperatur von 54 °C gemessen, was der höchsten verifizierten Temperatur in der Osthemisphäre entspricht. In diversen Internetblogs verbreitete sich die Nachricht, dass dies die höchste je realistisch gemessene Lufttemperatur auf der Erde sein könnte. Doch ist dies wirklich ein neuer Hitzerekord?

Eins vorweg: Es wurden auf der Erde bereits häufiger höhere Temperaturen als 54 °C gemessen. Die Frage ist nur, wie realistisch diese Messungen sind. Denn um die Lufttemperatur genau zu messen und diese Messungen auch vergleichen zu können, bedarf es einiger Standardbedingungen.

Die Lufttemperatur ist als die "Temperatur der bodennahen Atmosphäre" definiert, die nicht von der Sonnenstrahlung und von der Bodenwärme beeinflusst wird. Man kann sich vorstellen, dass es einiges an Aufwand mit sich bringt, den Temperatursensor vor diesen Einflüssen zu schützen. Die Sonnenstrahlung muss entsprechend abgeschirmt werden, gleichzeitig muss der Sensor gut belüftet werden um einen Wärmestau zu verhindern. Darüber hinaus muss der Sensor entsprechend weit von Gebäuden und dem Boden entfernt sein, um den Einfluss von deren Wärmströmen auszuschließen. Daher gilt, dass die Lufttemperatur standardmäßig geschützt in 2 Meter über Grund gemessen wird.

Und so muss bei jedem vermuteten neuen Rekord überprüft werden, ob diese Standards eingehalten wurden. Ein höherer Wert wurde zum Beispiel am 13.September 1922 in El Azizia, im heutigen Libyen, mit 58 °C gemessen. Dieser Wert galt lange Zeit als offizielles weltweites Temperaturmaximum, wird aber seit kurzem von der Welt Meteorologischen Organisation (WMO) nicht mehr anerkannt, da es einige Probleme mit der Messung gab, die diese als unrealistisch erscheinen lässt. Unter anderem ließen sich die verwendeten Instrumente nicht mit der Genauigkeit der heutigen vergleichen, die Messung wurde von einem neuen, unerfahrenen Kollegen vorgenommen und die Messung fand über dunklem, steinigem Boden statt, was kein repräsentatives Mikroklima darstellte.

Seitdem gilt eine Messung vom 10. Juli 1913 im Death Valley mit 56,7 °C als globaler Temperaturrekord. Aber auch dieser Wert ist unter Meteorologen stark umstritten, da die damaligen Messstandards mit den heutigen nicht mehr vergleichbar sind. Trotzdem gilt dieser Wert als offizielles Maximum und die aktuell gemessenen 54,0 °C in Kuweit wären zusammen mit einer gleichhohen Messung im Death Valley (Kalifornien) am 30. Juni 2013, nicht die offiziell gemessenen höchsten Lufttemperaturen auf der Erde.

Der Einfluss des Wetters auf den Flugbetrieb

Datum 24.07.2016

Die Meteorologie wird wieder zunehmend bedeutend für den Flugbetrieb. Den Einfluss des Wetters auf den "rollenden" Teil des Fluges beschreiben wir im heutigen Thema des Tages.

Wie vor einer Woche angekündigt, beschäftigen wir uns nun mit einigen Details der Flugmeteorologie. Heute werden wir uns mit den verschiedenen meteorologischen Einflüssen in der Rollphase auf der Start- bzw. Landebahn befassen.

Die Meteorologie gewinnt beim Flugverkehr zunehmend an Bedeutung. Früher war die Infrastruktur für den größten Teil der kostenträchtigen Verspätungen verantwortlich. Inzwischen hält in Europa der Ausbau der Infrastruktur wegen der zunehmenden Widerstände gegen die Externalisierung der Kosten mit dem zunehmenden Flugverkehr nicht mehr mit. Daher verursacht das Wetter, welches in Bezug auf den Flugbetrieb als unkooperativ und chaotisch erachtet wird, mehr als die Hälfte die Verspätungskosten. Weltweit betrachtet geht es jedes Jahr um Milliardenbeträge.

Betrachten wir nun den Rollvorgang auf den Start- und Landebahnen. Da gelten die uns aus dem Straßenverkehr bekannten Probleme wie Schnee, Eis, Aquaplaning und die Sichtweite. Im Gegensatz zum Straßenverkehr lassen sich die Probleme nicht durch Anpassung der Geschwindigkeit beheben. Entweder fallen die Flüge ganz aus oder die Abstände zwischen den Flugzeugen müssen erhöht werden. Das wiederum führt bei bereits im Normalfall ausgelasteten Flughäfen zu einer Kapazitätsminderung um bis zu 50 %.

Wie kann die Flugmeteorologie da weiterhelfen? Auch das verläuft ähnlich wie im Straßenverkehr. Haben die Winterdienste gute Wettervorhersagen, sind sie auch in der Lage, vorbeugend zu arbeiten. Insbesondere bei Niederschlagswetterlagen um die null Grad sind weitere Verbesserungen in Bezug auf die vorherzusagende Niederschlagsart, also Regen, Eisregen oder Schnee und auch auf das zeitliche Eintreffen notwendig. Da die Winterdienste auf Flughäfen naturgemäß gut organisiert sind, führen kleine Verbesserungen der Vorhersage sofort zu messbarer Kostenreduzierung. Auch die Vorhersage der Sichtweite auf der Landebahn ist von großer Bedeutung und war früher, insbesondere in den Zeiten, als man nur auf Sicht flog, das überwiegend entscheidende Element für Start und Landung. Inzwischen ist zwar die Technik fortgeschritten, aber nicht jeder Flugplatz und jedes Flugzeug ist auf dem aktuellen Stand der Technik, die eine Landung auch quasi ohne Sicht zulässt.

Nächste Woche werden wir uns mit den meteorologischen Einflüssen auf die Flugphase selbst beschäftigen, schließlich ist die Atmosphäre für das Flugzeug das, was für den Fisch das Wasser ist; ohne sie funktioniert es nicht

Täglich Unwetterwarnungen, mir reicht's !

Datum 23.07.2016

Jeden Tag dieselbe Leier. Unwetterpotenzial in der Wettervorhersage. Wohin könnte man da auf die Schnelle ausweichen?

In der Tat, fast gebetsmühlenartig wiederholen wir das tägliche Unwetterpotenzial in unseren Vorhersagen. Und ein Blick in die Wettermeldungen zeigt uns, dass das Potenzial sich tatsächlich austobt. Auch gestern kam, da die Gewitter nur langsam ziehen, verteilt über Deutschland und den Tag wieder örtlich ein halbes Monatssoll und mehr in einer Stunde vom Himmel(Scharnhorst (bei Eschede in Niedersachsen) 53mm zwischen 14 und 15 Uhr, Grünstadt (Rheinhessen) 47mm zwischen 20 und 21 Uhr und Balingen auf der schwäbischen Alp 42mm zwischen 18 und 19 Uhr). In den nächsten Tagen wird sich die Wetterlage nicht grundsätzlich ändern.

Was also tun? Vielleicht Balkonien mit dem Mittelmeer vertauschen? Für das Mittelmeer gibt es anscheinend noch genügend Last-Minute Angebote. Bevor man sich auf eines von ihnen stürzt, sollte man aber die Wetterlage im Auge behalten. Denn schon das aktuelle Satellitenbild zeigt uns, dass die Bewölkung nicht nur über Deutschland liegt, sondern sich ein Wolkenband von Island über Norwegen, Deutschland und Italien hinweg und dann abgeschwächt über die Sahara bis ins westliche Algerien zieht. Verantwortlich für die Bewölkung sind etliche Tiefs. Die Bewölkung südlich der Alpen wird von einem Höhentief über dem Golf von Genua, das nun langsam weiter ostwärts zieht und sich die gesamte nächste Woche im östlichen Mittelmeer bemerkbar machen wird, ausgelöst. Auch im zentralen und westlichen Mittelmeerraum gibt es nächste Woche nicht nur eitel Sonnenschein, denn nach Abzug des Höhentiefs stellt sich nur vorübergehend "richtiges" Sommerwetter ein. Zur Wochenmitte nähert sich das nächste Höhentief von Westen her und trübt auch dort wieder zeitweise den strahlend blauen Himmel. Eine Woche Traumwetter wird es also zumindest an der europäischen Mittelmeerküste nicht geben. An der afrikanischen Küste sind die Chancen dafür deutlich höher. Wer es nur auf warme Temperaturen anlegt, ist allerdings überall richtig. Verbreitet werden es 30 Grad und mehr. Nachdem also das nähere Mittelmeer für eine Woche Traumwetter ausfällt, schauen wir uns mal im Rest Europas um. Aber auch da wird nirgendwo eine meteorologische Traumwoche vorhergesagt. Zusammengefasst lässt sich sagen: Wer aus unsere Unwettergemengelage raus möchte und sich eine Woche (Strand)Traumwetter erhofft, hat sie besten Chancen von Tunesien über Ägypten bis Israel.*

Der Sternschnuppenregen der Perseiden

Datum 21.07.2016

Ein jährliches Phänomen, aber immer wieder schön anzuschauen! Der Sternschnuppenregen der Perseiden. Wann, wo und warum fallen dieser Tage so viele Sternschnuppen jedoch vom Himmel?

Es wird mal wieder Zeit: Die Perseiden - der bekannteste Meteorstrom, der aus den Auflösungsprodukten des Kometen 109P/Swift-Tuttle besteht, kreuzt wieder die Erde auf ihrem Weg um die Sonne. Der Name des Meteorstroms "Perseiden" ist dabei auf das Sternbild "Perseus" zurückzuführen. Wie jedes Jahr von Mitte Juli bis Ende August (17.07. - 24.08.) können dann zahlreiche Sternschnuppen am Nachthimmel beobachtet werden. Die höchsten Fallraten sind in diesem Jahr am 12. August gegen 14.40 Uhr MESZ zu erwarten. Der nächtliche Höhepunkt des Sternschnuppenregens in Mitteleuropa wird entsprechend in den frühen Morgenstunden des 12. August erreicht. Da das Sternbild Perseus am Abend aufgeht, können erste Sternschnuppen bereits nach Eintritt der Dunkelheit beobachtet werden. Richtig hoch steigt der Radiant aber erst in der zweiten Nachthälfte.

Sicherlich werden dann viele Menschen ob Single oder Pärchen nachts am Fenster und auf dem Balkon sitzen oder liegen einfach auf einer Sommerwiese, um den zahlreichen Sternschnuppen nachzujagen. Dabei werden dann zahlreiche Wünsche und Träume in die Ewigkeit geschickt mit der Hoffnung auf Erfüllung.

Doch was sind Sternschnuppen und warum werden sie hauptsächlich im August beobachtet?

Neben der Erde und anderen Planeten des Sonnensystems kreisen auch viele andere kleinere und größere Partikel wie Sand, Staub und (Kiesel-) Steine um die Sonne. Auf ihrer Bahnen dringen auch große Mengen solcher Partikel, sogenannte Meteorite, mit sehr hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre ein. Dabei glühen sie kurz als Meteore auf und verdampfen schließlich. Das auf mehrere Tausend Grad aufgeheizte Gas um einen verglühenden Partikel herum kann der Beobachter als Sternschnuppen betrachten.

Wer geduldig den möglichst dunklen Nachthimmel beobachtet, kann in jeder Nacht des Jahres Sternschnuppen sehen, vorausgesetzt der Himmel ist nicht mit Wolken bedeckt. Die meisten dieser sporadischen Meteore stammen aus dem Asteroidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter, wo sich zahlreiche und unterschiedlich mächtige Gesteinsbrocken tummeln. Der größte Anteil besteht aus Partikeln in Staubkorngröße, die beim Eintritt in die Atmosphäre vollständig verglühen. Größere Stücke überstehen jedoch teilweise die heiße Reise durch die Erdatmosphäre und fallen dann als Meteoriten zum Boden.

In bestimmten Zeiträumen des Jahres kommt es zu einer verstärkten Sternschnuppenaktivität am Himmel. In solchen Nächten huschen zahlreiche Sternschnuppen über den Nachthimmel, die anscheinend alle einen einzigen Ausgangspunkt haben. Dieses Phänomen ist immer der Fall, wenn die Erde die Bahn eines Meteoritenstroms kreuzt. In diesem Fall stoßen wiederholt Partikel mit der Erdatmosphäre zusammen. Die Sternschnuppen eines Stroms stammen in der Regel von einem Kometen. Diese Schweifsterne sind kilometergroße Brocken aus Staub und leicht flüchtigen Materialien wie gefrorenes Methan, Trockeneis und Wassereis. Diese Partikel verteilen sich im Laufe der Zeit entlang der Kometenbahn und bilden den Meteorstrom.

Die Perseiden in diesem Jahr versprechen besonders spannend zu werden. Alle 12 Jahre beeinflusst der Planet Jupiter mit seiner Schwerkraft die Bahnen der Meteoriten und verschiebt diese in Richtung auf die Erdbahn. Dies geschah z.B. in den Jahren 1992 und 2004. Weitere 12 Jahre später, also in diesem Jahr wird eine ähnlich hohe Aktivität erwartet. In der Nacht auf den 12. August können dabei stündliche Fallraten zwischen 120 und 130 Sternschnuppen pro Stunde auftreten.

 

Bei der Wahl des Erntezeitpunkts muss der Landwirt also möglichst eine Wetterphase abwarten, die einige trockene Tage bereithält. Dabei darf die Ernte weder zu früh noch zu spät stattfinden. Eine frühzeitige Ernte kann aufgrund der nicht vollendeten Entwicklung der Grünpflanze zu hohen Verlusten führen, eine verspätete zwar zu hohem Ertrag, aber deutlichen Qualitätseinbußen. Der Landwirt steht daher vor der Herausforderung, sowohl das Entwicklungsstadium der Grünpflanze als auch die Wetterentwicklung hinsichtlich zu erwartender Niederschläge im Auge zu behalten, um den besten Erntezeitpunkt abzupassen. Gut, wenn der Landwirt dabei auf verlässliche Wetterprognosen zurückgreifen kann.

Gerade die im Frühsommer stattfindende Ernte des jungen und proteinreichen Grases, das gerne zu Silage (Gärfutter) verarbeitet wird, stand dieses Jahr unter keinem guten Stern. Wiederholte, teils starke Niederschläge weichten nicht nur die Böden auf, wodurch der Einsatz von Erntemaschinen deutlich erschwert wurde, es öffneten sich darüber hinaus auch kaum Zeitfenster für die Bodentrocknung. Das aufgrund der feuchten Witterung üppig wachsende Grün geht vielerorts schon ins "Lager", es kippt also um und liegt wie eine Matte auf dem Feld. Die Folge sind Schimmelbildung und Fäulnis.

Die vergangene, kurze Trocken- und Hitzephase nutzten einige Landwirte indes zu einer reichlich verspäteten Heuernte. Wem sich diese Chance nicht bot, wird wohl weiter bangen Blickes die Wetterprognosen verfolgen. Zwischen Tiefdruckgebieten über dem Nordatlantik und hohem Luftdruck weiter südlich etabliert sich nämlich eine südwestliche bis westliche Strömung, mit der fortwährend atlantische Tiefausläufer nach Mitteleuropa gesteuert werden. Trockene Phasen über mehrere Tage hinweg scheinen bis auf weiteres ziemlich rar gesät. Man könnte auch sagen: Kaum Heuwetter in Sicht.

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