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18.01.2018

10:24

Temperatur 2,2 °C
Luftfeuchte 96 %
Taupunkt 1,6 °C
Luftdruck 1001,7 hPa
Windrichtung 216 °
SW
Windstärke 46,5 km/h
Windböen 64,4 km/h
Wind 10m Ø 41,2 km/h
Windchill -13,8 °C
Regen/Tag 0,1 l/m²

 


Aktuelle Wetterdaten

Wetterstation Aalbäumle 707 m über Normalnull
Donnerstag, 18. Januar 2018 10:24
Temperatur
2,2 °C
Luftdruck
1001,7 hPa
Wind
216 °
Luftfeuchtigkeit
96 %
Tendenz
-6,6 hPa/6hup down
Windstärke
46,5 km/h
Taupunkt
1,6 °C
Regen / 1/h
0,1 l/m²
Windböe
64,4 km/h
Windchill
-13,8 °C
Regen / Tag
0,1 l/m²
Wind 10 Min Ø
41,2 km/h
Vorhersage - Regen+veränderlich -

Telefonabruf Wetterstation 0160-3282349

Aktuelle Wettervorhersage
Kamerasteuerung vorläufig defekt !

Wind u. Thermikprognose 20.1.18

Bodenwind:
W bis NW mit 8 bis 15 KT, örtlich Böen um 25 KT. Zum Sonnenuntergang schwächt sich der Wind ab und dreht auf S bis SE mit 2 bis 5 KT. In der zweiten Nachthälfte frischt der Wind im Westen wieder auf 6 bis 12 KT auf und dreht allmählich auf S bis SW.

Höhenwind:
2000FT | 300/25KT M01C | 290/10KT M01C | 3000FT | 310/35KT M03C | 310/15KT M04C | 5000FT | 320/30KT M07C | 300/20KT M08C |

Thermik:
keine

Das Wetter in Aalen 21.1.18

Ungemütlich mit Schnee und Schneeregen. Am Vormittag zeigt sich ab und zu die Sonne, doch insgesamt überwiegen Wolken. Am Nachmittag bestimmen Wolken den Himmel. Sie sorgen für Schneefälle. Dabei werden im Tagesverlauf 1 Grad erreicht, nachts kühlt es dann auf -3 Grad ab. Der Wind bläst schwach aus Nordwest.

Wetterbericht der nächsten Tage

Montag
In Aalen gibt es kaum Sonne, dafür viele Wolken und zeitweiligen Regen, und die Temperaturen steigen am Tage auf 5 Grad. Nachts gehen die Werte dann auf 1 Grad zurück. Der Wind weht schwach aus südwestlichen Richtungen.

Dienstag
Am Vormittag gewinnen Wolken die Oberhand. Am Nachmittag liegen wolkige und sonnige Abschnitte beieinander. Die Höchsttemperaturen betragen 5 Grad, die Tiefstwerte der kommenden Nacht 2 Grad. Der Wind säuselt leicht aus Südwest.

Mittwoch
Nebel-Invasion. In Aalen zieht teilweise Bodennebel über das Land. Die Höchsttemperaturen betragen 9 Grad, die Tiefstwerte der kommenden Nacht 6 Grad. Der Wind weht nur schwach aus Südwest.

Wetterlage und -entwicklung:
Mit nordwestlicher Strömung fließt labile Meereskaltluft ein. Am Abend und in der ersten Nachthälfte wird diese durch ein schwaches Zwischenhoch über Süddeutschland stabilisiert. In der zweiten Nachthälfte erreicht dann eine Warmfront den Westen Deutschlands und breitet sich langsam ostwärts aus.

Alpenwetter:
Wetterseite des
Deutschen Alpenvereins


Skigebiete: Schwäbische Alb Ostalbskilift
Schneehöhen:Allgäu

 

Zahlenspielerei

Datum 21.01.2018

Regelmäßig erfahren wir, ob der vergangene Monat kälter oder wärmer als während der Normalperiode war. Was können wir ohne Kenntnis der genauen Temperaturabweichungen daraus schließen?

Zwölfmal pro Jahr lesen wir, dass der vergangene Monat zu warm oder zu kalt war. Dabei werden natürlich auch die Temperaturabweichungen angegeben. In Erinnerung bleibt uns aber meistens nur die positive oder negative Temperaturabweichung. Wie uns da in die Irre führen kann, werden wir im Folgenden aufzeigen.

Betrachten wir zunächst die Vorzeichen der Abweichungen von den Mittelwerten in der 30jährigen Normalperiode von 1961 bis 1990, wie sie unten in der Tabelle dargestellt sind. Zunächst erwartet man, da sie sich auf den gleichen Zeitraum beziehen, etwa gleich viel positive wie negative Abweichungen. Tatsächlich aber überwiegen die positiven Abweichungen mit 165 Fällen die negativen mit 135 Fällen um gut 20%. Das Ergebnis erstaunt aber nur im ersten Moment. FÜNF Monate mit einer positiven Abweichung von 0,1 Grad sind für die Mittelung gleichwertig mit EINEM Monat mit einer negativen Abweichung von 0,5 Grad. Bei den Vorzeichen der Abweichungen ergibt sich aber das Verhältnis von 5 zu 1.

Die Differenz von 20% kann logischerweise nicht irgendeinen Trend bedeuten, sondern ist das Ergebnis einer Verteilung der Abweichungen, die sich zufällig um die Mittelwerte herum ergibt.

Ein Blick auf die Jahre 1991-2017 (im Vergleich zur Normalperiode(!)) zeigt allerdings, dass die zu warmen Monate die der zu kalten Monate bei weitem übersteigen. Das Verhältnis 225 zu 100 ist wahrscheinlich nicht mehr zufällig, sondern stellt mit ziemlicher Sicherheit einen Trend zu wärmeren Temperaturen dar.

Was dabei aber auffällt ist die Tatsache, dass der September und der Oktober mit mehr zu kalten als zu warmen Monaten in Bezug auf die Vergleichsperiode da nicht so recht mitspielen. Insbesondere der Oktober war im Vergleich zum Zeitraum 1961-1990 häufig kälter. Spiegelt sich das auch in den mittleren Temperaturen wider? In gewisser Weise schon, denn der Oktober ist in dieser Statistik der Monat mit der geringsten Erwärmung gegenüber der Vergleichsperiode. Der September entspricht von der Erwärmung her dem November und Dezember, die allerdings von den Vorzeichen her deutlich auf eine Erwärmung hinweisen.

Und was lernen wir daraus? Wenn wir uns nur die Temperaturabweichungen merken, können wir nicht zwingend auf eine eventuelle Änderungen der Mittelwerte schließen.

Natürlich gibt es statistische Verfahren, die Auskunft darüber liefern, ob die Abweichungen eher zufällig oder systematisch (signifikant) sind. Getreu dem Motto "Glaube keiner Statistik (statistischen Auswertung), die Du nicht selbst gefälscht (manipuliert) hast" überlasse ich dem Leser diese Arbeit. Die heute überall zur Verfügung stehende Bürosoftware bringt Sie schnell zu den von Ihnen erwünschten Ergebnissen.

"Friederike"- einer der stärksten Stürme seit Kyrill

Datum 19.01.2018

Pünktlich zum 11. Jahrestag von Orkan Kyrill fegte das Orkantief "Friederike" über Deutschland hinweg. Mit verbreiteten Orkanböen bis zu über 130 km/h war "Friederike" der stärkste Orkan seit Kyrill in Mitteldeutschland. Doch was war das Besondere an Friederike und warum traten schwere Stürme in der jüngeren Vergangenheit häufiger auf?

Mit verbreiteten Orkanböen, die Windgeschwindigkeiten von zum Teil über 130 km/h erreichten, fegte der Orkan "Friederike" besonders über die Mitte Deutschlands hinweg und richtete dabei zum Teil schwere Schäden an. "Friederike" war in diesen Regionen der schwerste Sturm seit dem Orkan "Kyrill", der vor genau 11 Jahren am 18.01.2007 auf Deutschland traf. Die Liste der maximalen Windspitzen von Orkan "Friederike":

Berge: - Brocken 203 km/h - Fichtelberg 174 km/h - Zugspitze 158 km/h - Feldberg/Schwarzwald 144 km/h - Kahler Asten 142 km/h

Tiefland: - Gera-Leumnitz 138 km/h - Frankenberg-Geismar 133 km/h - Erfurt-Weimar 130 km/h - Leipzig/Halle 129 km/h - Ahaus 127 km/h

Anders als bei Kyrill, der noch verbreiteter in Deutschland für Orkanböen sorgte und die stärksten Böen an Gewittern an der zugehörigen Kaltfront auftraten, kam es bei Friederike zu den stärksten Böen in einem nur etwa 200 km breiten Streifen erst hinter der Kaltfront. Verantwortlich dafür war ein sogenannter "Sting-Jet". Bei einem Sting-Jet wird durch dynamische Prozesse der Jet-Stream (ein Starkwindband in der mittleren und oberen Troposphäre) zwischen Tiefkern und Kaltfront bis in untere Luftschichten "abgesenkt", was im Gegensatz zu normalen Sturmtiefs auf relativ kleinem Raum zu extremen Böen mit verheerenden Schäden führt. Dies geschieht immer an der Südwestflanke des Tiefs hinter der Kaltfront. Dort wird trockene Luft aus der Stratosphäre bis in tiefere Atmosphärenschichten angezapft, wodurch sich das Wolkenband, das um den Tiefkern gewickelt ist, zu einem "Stachel" (siehe Satellitenbild) verformt. Daher auch die Bezeichnung "Sting" zu Deutsch "Stachel-Jet."

Die aktuelle Sturmsaison wurde am 14. September 2017 mit Sturm Sebastian ungewöhnlich früh eröffnet. Am 05. Oktober folgte Sturm Xavier und am 31. Oktober bereits der nächste schwere Sturm namens Herwart, der regional eng begrenzt sogar an die Windgeschwindigkeiten von Kyrill heran reichte. Am 2. Januar sorgte Sturm Burglind für Schäden in der Südhälfte Deutschlands und nun folgte mit Friederike einer der schwersten Stürme des vergangenen Jahrzehnts. Die Häufung von schweren Stürmen ist in dieser Saison schon auffällig. Doch was ist der Grund dafür?

Die Ursache dafür ist, dass seit dem Herbst eine Westwetterlage vorherrschend war. Dabei ziehen Tiefdruckgebiete in rascher Abfolge vom Nordatlantik meist von Island kommend über die Nordsee nach Südskandinavien und beeinflussen mit ihren Ausläufern Mitteleuropa. An der Südflanke dieser Tiefdruckgebiete bilden sich bei großen Temperaturgegensätzen immer wieder Randtiefs. Diese können sich dann zu Sturmtiefs entwickeln. Voraussetzung für eine aktive Sturmsaison ist also eine Westwetterlage, die über einen längeren Zeitraum stabil bleibt. Dies war auch Anfang der 90er Jahre der Fall, wo es in diesem Zeitraum ebenfalls zahlreiche große Stürme gab. Mit Beginn des neuen Jahrtausends hat die Zahl der Westwetterlagen und damit auch die Anzahl der Stürme deutlich abgenommen. Erst in der jüngeren Vergangenheit ist wieder eine Zunahme zu verzeichnen. Ob sich dieser Trend fortsetzen wird, oder ob es sich dabei nur um eine kurze Episode handelt, ist allerdings noch ungewiss.

Friederike ist nun schon wieder Vergangenheit und es herrscht Ruhe nach dem Sturm. Die derzeitige mittelfristige Wetterentwicklung deutet erst einmal auch auf keinen weiteren großen Sturm hin.

Windspitzen von Orkan "Friederike"

Datum 19.01.2018

Eine Liste der Windspitzen des Orkantiefs "Friederike".

Am Jahrestag von Orkan "Kyrill" sorgte erneut ein Orkantief namens "Friederike" für verbreitet Orkanböen in einem Streifen über der Mitte Deutschlands. Friederike war einer der stärksten Stürme seit dem Orkan "Kyrill" vor 11 Jahren. Die Liste der maximalen Windspitzen:

Berge:

- Brocken 203 km/h - Fichtelberg 174 km/h - Zugspitze 158 km/h - Feldberg/Schwarzwald 144 km/h - Kahler Asten 142 km/h

Tiefeland: - Gera-Leumnitz 138 km/h - Frankenberg-Geismar 133 km/h - Erfurt-Weimar 130 km/h - Leipzig/Halle 129 km/h - Ahaus 127 km/h

Riesenwellen vor Irland und Großbritannien!

Datum 17.01.2018

Luftdruckgegensätze von teils über 75 hPa über Europa sorgen für stürmische Zeiten! Zwischen hohem Luftdruck über dem Atlantik und tiefem Luftdruck von Grönland bis nach Mitteleuropa bildete sich eine kräftige Strömung aus, deren Auswirkungen nicht nur über Land zu spüren sind! Auf dem Meer türmen sich die Wellen zu riesigen Bergen auf.

In den Medien fällt derzeit vereinzelt wieder der Begriff "Riesenwellen". Dies hat auch seinen Grund. Durch die großräumige Luftdruckverteilung, die sich von Grönland bis nach Mitteleuropa durch sehr tiefen (Kerndruck zwischen Island und Nordwegen um 975 hPa) und über dem Atlantik durch hohen Luftdruck (um 1040 hPa) auszeichnet, hat sich eine kräftige westliche bis nordwestliche Grundströmung ausgebildet. Diese fungiert als Autobahn für atlantische Tiefdruckgebiete und deren Ausläufer, die von West nach Ost geführt werden. In dieser ausgeprägten Westdrift verlagert sich am heutigen Mittwoch und am morgigen Donnerstag das Orkantief "Friederike" von Neufundland kommend unter Intensivierung über die Britischen Inseln hinweg nach Deutschland. Zunächst werden Teile der Britischen Inseln sowie das umliegende Meeresgebiet vom Sturmfeld "Friederikes" erfasst. Die Auswirkungen der strammen westlichen Strömung zusammen mit "Friederike" werden dabei nicht nur über Land zu spüren sein, wo man mit erheblichen Schäden an Haus und Gut sowie Infrastruktur rechnen muss, sondern auch über dem Meer droht Gefahr durch riesige Wellen. Teilweise werden sich die Wassermassen auf offener See und an den Westküsten mehr als 15 Meter hoch auftürmen. Dabei können auf dem Meer Schiffe in Seenot geraten sowie küstennahe Straßenzüge überflutet werden.

Doch wie entstehen diese riesigen Wellen?

Unter Wasserwellen versteht man Oberflächenwellen, die sich im Grenzbereich zwischen Wasser und Luft entwickeln. Eine wesentliche Einflussgröße bei der Wellenentstehung und -entwicklung ist der Wind. Das Zusammenwirken von Windgeschwindigkeit, Einwirkungsdauer und Eindringtiefe entscheidet dabei über die Größe und die Gestalt von Wellen.

Die auf die Wasseroberfläche einwirkende Energie des Windes, erzeugt Reibung, die wiederum die Wasserteilchen in Schwingung versetzt. Wenn man die Meeresoberfläche betrachtet, so scheint es, als ob die Wellen an einem vorüber wandern würden. Wenn wir jedoch einen im Wasser schwimmenden Gegenstand genauer beobachten, so bleibt dieser fast immer am selben Standort und bewegt sich nur auf und nieder. Er führt annähernd eine vertikale Pendelbewegung durch. Ist die Wassertiefe jedoch ausreichend groß, so kommt auch noch eine geringe horizontale Komponente dazu, die die Wasserteilchen kreiseln lässt.

Je stärker der Wind weht, desto größer ist seine Eindringtiefe und umso stärker sind folglich auch die Kreisbewegung der Wasserteilchen sowie die Wellenhöhe. Durch Wind hervorgerufene Wellen verlaufen dabei meist in Windrichtung.

Bei der Entstehung der sogenannten Riesenwellen (auch Monsterwellen) nehmen zusätzlich die Wellenrichtung, die Wellenperiode sowie die Wellenlänge (Entfernung von einem Wellenkamm zum nächsten Wellenkamm) entscheidende Rollen ein.

Grundsätzlich gilt: trifft z.B. eine schnelle Welle (große Wellenlänge) auf eine langsame Welle (kleine Wellenlänge), so wird die schnelle Welle gestaucht und türmt sich auf.

Da die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Wellen von der Wassertiefe abhängig ist, türmen sich häufig in der Küstenumgebung Wellen zu richtigen Wänden auf. Bei einem langsam ansteigenden Ufer verringert sich mit abnehmender Wassertiefe die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wellenfront. Schnellere nachfolgende Wellen laufen auf und werden ausgebremst. Die Wellenlänge nimmt dabei ab und die Wellenhöhe zu.

Eine Möglichkeit zur Entstehung von Riesenwellen auf offener See besteht beispielsweise in der Überlagerung von vorherrschenden Meeresströmungen und Windwellen. Hierbei kann sich die Wellenhöhe ebenfalls zu sogenannten "Monsterwellen" amplifizieren. Dieses Phänomen wird häufig südöstlich von Afrika und an der Südspitze Südamerikas festgestellt.

Des Weiteren können auch Überlagerungen gegenläufiger Wellen zu einer großen Wellenhöhe führen. Dies geschieht, wenn die sogenannte Dünung - durch Wind verursachte Wellen ohne unmittelbaren Zusammenhang mit dem aktuellen Wettergeschehen in dem Beobachtungsgebiet (sozusagen "alter Seegang") - und die derzeitige Windsee, also der sogenannten "Kreuzsee", beobachtet werden. Die Kreuzsee steht häufig im Zusammenhang mit dem Durchgang einer Kaltfront. Dort dreht der Wind meist von Südwest auf Nordwest, was auch mit einer wechselnden Wellenrichtung einhergeht.

Allgemein werden derzeit drei Arten von "Monsterwellen" unterschieden. Diese wären der "Kaventsmann" - eine große, relativ schnelle Welle, die nicht der Richtung des normalen Seegangs folgt, die "Drei Schwestern" - drei schnell aufeinander folgende große Wellen und die "Weiße Wand" - eine sehr steile Welle, von deren Kamm die Gischt herabsprüht. Nicht zu verwechseln mit einem Tsunami, der andere physikalische Ursachen hat (Erdrutsch, Seebeben, etc.).

Die Vorhersage von Sturmtiefs am Beispiel der nahenden "FRIEDERIKE"

Datum 16.01.2018

Die stürmische Großwetterlage steuert am Donnerstag mit Sturmtief FRIEDERIKE auf einen Höhepunkt zu. Die genaue Vorhersage gestaltet sich allerdings recht diffizil. Die Herangehensweise und Probleme der Prognose werden im heutigen Tagesthema behandelt.

Mittlerweile hat es sicherlich jedermann gemerkt, dass das aktuelle Wettergeschehen durchaus als turbulent zu bezeichnen ist. Relativ kaltes Schauerwetter bei teils stürmischen Wind sorgen bei vielen Menschen nicht gerade für ein gesteigertes Verlangen nach längeren Spaziergängen. Diese turbulente Phase steuert am kommenden Donnerstag nun auf Ihren Höhepunkt zu. Dafür verantwortlich ist Sturmtief FRIEDERIKE. Allerdings macht es FRIEDERIKE den Meteorologen dieser Tage nicht einfach. Zwar scheint mittlerweile die Zugbahn recht klar zu sein, doch gibt es derzeit noch größere Unterschiede, was die tatsächliche Intensität und die damit verbundenen Auswirkungen betrifft. Um die Problematik etwas besser zu verstehen, möchte ich Sie in den Arbeitsalltag der Vorhersagemeteorologen mitnehmen und zeigen, wie wir an die Prognose einer solchen Sturmlage herangehen.

Das Wichtigste ist zunächst, dass man sich einen Überblick über die aktuelle Großwetterlage verschafft. Dafür gibt es verschiedene Basisfelder, die sich der Vorhersagemeteorologe anschaut. Dazu gehören neben der Luftfeuchte und der Temperatur in verschiedenen Höhen natürlich auch der Bodenluftdruck und die Druckverteilung in höheren Luftschichten, um das Zusammenspiel der verschiedenen Luftmassen und das sich daraus ergebende Strömungsmuster beschreiben zu können.

Grundlage für die Entwicklung von Tiefdruckgebieten sind große horizontale Temperaturunterschiede auf engstem Raum, wie sie aktuell auch über dem Nordatlantik zu finden sind. Die Natur ist bestrebt eben diese Unterschiede auszugleichen. Tiefdruckgebiete sind dabei die Arbeitsgeräte der Atmosphäre und die Temperaturunterschiede ihre Nahrung. Wie riesige Schaufelradbagger werden auf ihrer Ostflanke warme Luftmassen nach Norden geschaufelt und auf ihrer Westflanke im Gegenzug kalte Luft nach Süden. Wo genau entlang der Luftmassengrenze die Tiefs entstehen und wie kräftig sie sich entwickeln, darüber entscheidet die Strömung in den höheren Luftschichten und damit wird auch klar, weshalb wir eben auch verschiedene Modellfelder in höheren Luftschichten betrachten müssen.

Zur Einarbeitung konzentriert man sich zunächst auf ein Modell und dafür wird zunächst die Modellkette des DWD betrachtet. Das hauseigene "ICON-Modell" zeigt für den Donnerstag eine brisante Entwicklung in einem Streifen von Südniedersachsen/Nord-NRW über Thüringen und Sachsen-Anhalt bis nach Südbrandenburg und Sachsen schwere Sturmböen. Dort werden nach unserem Modell einzelne Orkanböen erwartet.

Nun darf man sich nicht nur auf ein Modell verlassen, sondern muss auch andere Wettermodelle betrachten. Warum? Tut man dies nicht, besteht die Gefahr einer Fehlprognose. Ein Grund dafür ist, dass die Eingangsgrößen (Temperatur, Feuchte, Luftdruck ...) für die Modellberechnungen nicht ausreichend genau gemessen werden. Je nachdem wie die Eingangsgrößen in ein Modell einfließen und wie diese dann weiter verarbeitet werden, können am Ende unterschiedliche Ergebnisse herauskommen. Abhängig von der Größe der Unsicherheiten können Modellunterschiede mal mehr und mal weniger stark ausfallen. Ein einzelnes Modell stellt quasi eine erste Schwarz-Weiß Skizze über die Entwicklung dar und die Einbeziehung weiterer Wettermodelle füllt diese dann mit Farbe. Schaut man sich das farbige Bild an, so fällt auf, dass es einige Prognosen gibt, die "Friederike" um einiges schwächer zeigen, als unser "ICON-Modell". Demnach wären "nur" Sturmböen und vereinzelte schwere Sturmböen zu erwarten.

Den letzten Baustein stellen schließlich Modellensembles dar. Dabei wird ein Wettermodell kurz gesagt nicht nur einmal berechnet, sondern gleich mehrfach. Beim europäischen Modell vom EZMW geschieht das ganze 52- mal. Dabei werden die in das Modell hineingesteckten Eingangsgrößen jedes Mal ein wenig variiert, um ihren Unsicherheiten Rechnung zu tragen. Mit dem damit berechneten Strauß an Prognosen lassen sich dann Wahrscheinlichkeiten berechnen. Man kann damit für eine Region bestimmen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Schwellwert überschritten wird. Beim Ensemble bietet sich veranschaulichend ein Aufdeckbild an. Angenommen es besteht aus 60 Teilen. Die Betrachtung einer Einzelmodellösung ist zu vergleichen mit einem einzelnen aufgedeckten Teil. Nutzt man hingegen das Ensemble des EZMW, so kann man 52 Teile aufdecken. Man sieht zwar noch nicht alles, kann aber viel klarer erkennen, welches Wetterszenario sich möglicherweise für die Zukunft ergibt.

Betrachtet man nun aktuell das Ensemble des europäischen Modells, so sieht man, dass bei der nahenden Sturmwetterlage die Wahrscheinlichkeit des Überschreitens der Unwetterwarnstufe (Orkanböen) eher gering ist. Das Ergebnis des Vorhersagemeteorologen in der Zusammenschau der Wetterentwicklung lautet also: Derzeit wird für den Donnerstag ein kräftiges Sturmtief erwartet. Dabei kann es in tiefen Lagen Sturmböen und einzelne schwere Sturmböen geben. Unwetterartige Entwicklungen mit Orkanböen können zwar nicht ausgeschlossen werden, sind aber derzeit eher unwahrscheinlich.

So lange keine Einigkeit herrscht, müssen neue Modellläufe daher weiter aufmerksam betrachtet werden. Die Gefahr einer Orkanlage ist noch nicht endgültig vom Tisch!

Der Stau der Berge

Datum 15.01.2018

Regen, Schnee, Sturm, Gewitter und gebietsweise auch Glatteis - die neue Wetterwoche hat einiges zu bieten. Den Höhenpunkt gibt es am Donnerstag, wenn ein kräftiges Sturmtief gebietsweise auch im Flachland für Orkanböen sorgen wird.

Der Wochenbeginn ist meteorologisch gesehen zwar noch ruhig, doch das ändert sich zügig. Das nur noch heute wetterbestimmende Hochdruckgebiet BORCHERT verlagert nämlich seinen Randbereich sukzessive von Osteuropa weiter nach Russland und verliert damit an Einfluss auf das Wettergeschehen in Mitteleuropa. In den nächsten Tagen stehen dagegen Tiefausläufer im Mittelpunkt, die das Land von West nach Ost überqueren. Am Donnerstag gewinnt dann ein kräftiges Sturmtief an Relevanz. Einer abwechslungsreichen Wetterwoche steht daher nichts entgegen!

Bereits heute frischt der Wind von Westen her deutlich auf. Wind- und Sturmböen treten ab dem Nachmittag nicht nur auf den Bergen, sondern im Westen und Nordwesten zunehmend auch in tieferen Lagen und an der Küste auf. Mit dem Durchschwenken eines ersten Tiefausläufers ist auch einsetzender Niederschlag verbunden, wobei die Schneefallgrenze rasch in die Kammlagen der west- und südwestdeutschen Mittelgebirge ansteigen wird. Diese feuchte und eher milde Witterung hält besonders im Süden voraussichtlich bis in die Nacht zum Mittwoch an, bevor bei sinkenden Temperaturen zunehmend der Schnee in den Mittelpunkt rücken wird.

Bei einer solchen milden "Westwetterlage" kommt es bevorzugt in einigen Mittelgebirgen zu längeren Niederschlägen. In diesem Fall ist davon explizit der Schwarzwald betroffen. Dort ist die Überschreitung der DWD-Warnschwelle für Dauerregen (mehr als 30 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden) wahrscheinlich. Zudem muss man im Hinterkopf behalten, dass das letzte Hochwasserereignis an vielen Flüssen erst ein paar Tage in der Vergangenheit liegt. Die Wasserläufe sind zwar von den damals erreichten Pegelständen wieder etwas entfernt, doch kann es in den Regionen mit Dauerregen bei den gesättigten Böden vor allem an kleineren Flüssen und Bächen rasch zu einem Wiederanstieg der Wasserstände kommen.

Unsere Warnungen vor Dauerregen werden auf der Warnkarte in der Farbe "ocker" (Warnung vor markantem Wetter) dargestellt. Doch die Warnungen bestehen nicht nur aus der farblichen Codierung und einem Gültigkeitszeitraum, sondern auch aus einem informativen Textblock. Zum einen werden darin natürlich die erwarteten Niederschlagsmengen beschrieben, zum anderen taucht dort häufig auch der Begriff "Staulagen" auf. Ein solcher Warntext könnte zum Beispiel folgendermaßen aussehen: "Es werden Niederschlagsmengen zwischen 30 und 50 Liter pro Quadratmeter erwartet. In Staulagen werden bis 60 Liter pro Quadratmeter erreicht." Doch was sind nun genau diese ominösen Staulagen?

Die Spezifikation einer "Staulage" ist immer in Bezug auf die Orographie zu verstehen. Typische Staulagen gibt es beispielsweise in den Mittelgebirgen oder besonders am Alpenrand. Berge haben nämlich allgemein die Eigenschaft, dass an deren Flanken die darauf zuströmende Luft zum Aufsteigen gezwungen wird. Damit wird der in der Luft vorhandene Wasserdampf in höhere Luftschichten transportiert. Dort ist die Luft aber normalerweise kälter und kann deutlich weniger Wasserdampf halten. Als Folge kommt es zum Abregnen des Niederschlags. Hält dieser Effekt über eine längere Zeit an, können erhebliche Niederschlagsmengen zusammenkommen. Normalerweise sind die Flüsse und die relevanten hydrologischen Bauten auf die dort typischen erhöhten Niederschlagsmengen ausgerichtet. Aber bei besonderen, langanhaltenden "nassen" Wetterlagen können auch dort die Möglichkeiten erschöpft sein. Durch diesen "Staueffekt" kommt es daher häufig zu einem starken Unterschied der Niederschlagsmenge zwischen Bergland und angrenzendem Flachland. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, werden diese Unterschiede in unseren Warnungen auch detailliert kommuniziert.

Zum Ende noch ein Update zum erwarteten Sturm am Donnerstag: Die Zugbahn des Sturmtiefs hat sich in den verschiedenen Modellen angeglichen. Wahrscheinlich zieht das Tief von der mittleren Nordsee über Dänemark in die Ostsee. Damit gelangt das gesamte Bundesgebiet in sein Sturmfeld, besonders im Norden und an der Küste sind Orkanböen möglich. Wir halten Sie natürlich auf unseren üblichen Informationswegen auf dem Laufenden.

ADAM und BORCHERT - ein kühles Gespann

Datum 11.01.2018

Die blockierenden Hochdruckgebiete ADAM und BORCHERT führen kalte Festlandsluft aus Osten in Teile Deutschlands. Der Westen und Süden des Landes befinden sich dagegen im meteorologischen "Niemandsland". Zu Wochenbeginn kommt dann wieder Schwung in die Wetterküche.

Die bodennahe Luftmassengrenze im Bereich der Elbe trennt immer noch milde Luft im Süden und Westen von etwas kälterer im Nordosten und sorgt so für eine Temperaturzweiteilung in Deutschland. Am gestrigen Mittwoch wurde dabei der Höhepunkt der Woche erreicht: Während das Quecksilber nordöstlich einer Linie Lübeck - Frankfurt/Oder die 5-Grad-Grenze nicht überschritt, wurde im restlichen Land punktuell sogar die 10-Grad-Marke durchbrochen.

Durch die blockierenden und sich noch etwas verstärkenden Hochdruckgebiete ADAM und BORCHERT, die sich von Skandinavien bis nach Südosteuropa erstrecken und Tiefdruckgebieten den typischen Weg Richtung Osten versperren, gelangt weiterhin mit einer östlichen Strömung kalte Festlandsluft in den Osten, die nun auch allmählich in die restlichen Landesteile einsickert. So steigt nicht nur nachts die Frostgefahr bis zum Wochenende sukzessive von Ost nach West, sondern auch tagsüber gerät der Nordosten am Samstag und Sonntag teilweise in leichten Dauerfrost.

Ansonsten hat die Wetterküche nicht allzu viel zu bieten: ADAM und BORCHERT nehmen bei ihrer Verstärkung Kontakt zu einem weiteren Hoch westlich der Iberischen Halbinsel auf und bauen so über die Färöer-Inseln hinweg eine Hochdruckbrücke auf. Insbesondere der Westen und Süden des Landes verbleiben bei weiterhin geringen Luftdruckgegensätzen im meteorologischen "Niemandsland". Durch die daraus resultierende fehlende Luftbewegung lösen sich die nächtlichen Nebelfelder in den kommenden Tagen nur zögerlich auf und es überwiegt starke, teils hochnebelartige Bewölkung. Ab und an fällt örtlich etwas Sprüh-/Nieselregen oder im Osten auch Schneegriesel, sodass es dort vorübergehend glatt werden kann. Wer auf der Suche nach Sonnenschein ist, wird am ehesten Richtung Südwesten fündig.

Trotz der relativ niedrigen Lufttemperaturen sehen in Deutschland die Chancen für einen winterlichen Witterungsabschnitt bis in tiefe Lagen weiterhin schlecht aus. Zu Wochenbeginn setzt sich dann im Westen wieder tiefer Luftdruck gegen das kühle Hochdruckgespann durch und es fließt zunehmend milde Atlantikluft in das Bundesgebiet ein. Mit der sich einstellenden kräftigen Westströmung wird es auch immer windiger (einige Wettermodelle weisen sogar auf eine potentielle Sturmlage hin) und wechselhafter. Schneefälle bis in tiefe Lage rücken damit zunächst in weite Ferne, doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, können Wintereinbrüche noch bis in den April auftreten.

Eine festgefahrene Lage

Datum 09.01.2018

Weder Winterluft noch frühlingshafte Temperaturen können sich so recht bei uns durchsetzen. Warum das so ist, was das für Konsequenzen hat und wie es zukünftig weiter geht, ist im heutigen Thema des Tages zu lesen.

Zwei Schwergewichte stehen sich derzeit beim Wetter in Deutschland gegenüber. Da wäre zum einen das Hochdruckgebiet "Adam" mit einem Luftdruck von 1040 hPa, das von Südskandinavien langsam in Richtung Osteuropa wandert. Demgegenüber steht ein kräftiges Tief, dessen Luftdruck bei etwa 960 hPa liegt. Der Druckunterschied lag also heute Morgen immerhin bei beachtlichen 80 hPa! Über Deutschland können beide Schwergewichte ihren Einfluss ausüben, sodass sich beim Wetter eine Zweiteilung ergibt. So liegen der Norden und Osten in einer östlichen Strömung, wodurch bodennah kalte und vor allem sehr trockene Festlandsluft herangeführt wird. Charakterisiert ist die Luftmasse nicht nur durch frostige Minima, sondern vor allem auch durch einen niedrigen Taupunkt. Die Differenz zwischen Temperatur und Taupunkt ist ein Maß für den Feuchtegehalt der Luft und diese ist im Nordosten deutlich größer als im Südwesten des Landes.

Im Tagesverlauf dreht mit Verlagerung des Hochdruckgebietes nach Osteuropa die Strömung stärker auf südöstliche Richtungen, sodass die bodennahe Kaltluft immer mehr nach Nordosten abgedrängt wird. Spannend wird es ab den Abendstunden im Grenzbereich zwischen Festlandskaltluft und der milderen Luft im Südwesten. Vor allem von der deutschen Modellkette wird etwas Niederschlag vorhergesagt. Durch das frostige Wetter der vergangenen Tage sind die Böden im Norden und Osten oft gefroren. Im Nordosten ist der Frost bis fast 10 cm in die Böden eingedrungen. Wenn nun ab dem Abend und in der Nacht auf Mittwoch im Nordosten Regen fällt, kann sich Glatteis mit erheblicher Glätte bilden. Allerdings ist das Auftreten des Niederschlags noch nicht in "trockenen Tüchern". Wie angesprochen ist die Luft im Nordosten sehr trocken und so gibt es auch Lösungen von anderen Wettermodellen, die kaum oder gar keinen Niederschlag vorhersagen. Somit bleibt abzuwarten, was am heutigen Dienstagabend tatsächlich passiert. Man sollte daher die Warnlage mit der WarnwetterApp oder unter www.dwd.de genau verfolgen.

Spannend bleibt auch, wie sich das Verhältnis der beiden Schwergewichte im weiteren Verlauf der Wetterwoche und darüber hinaus entwickelt. Zunächst einmal sind sich die Modelle einig, dass über Skandinavien bis zum Wochenende der Luftdruck wieder ansteigt. Als Folge wird der Einfluss des Atlantiks zurückdrängt und die Strömung dreht erneut auf östliche Richtungen. Damit werden auch wieder kältere Luftmassen nach Deutschland transportiert. Das Ergebnis ist eine erneute Zweiteilung mit einem noch milden Westen und Südwesten und deutlich kälteren Werten nördlich der Mittelgebirgsschwelle.

Wie es dann darüber hinaus weiter geht, wird von den verschiedenen Wettermodellen noch unterschiedlich gesehen. Allen ist aber gemein, dass im Verlauf der kommenden Woche der Atlantik wieder einen stärkeren Einfluss gewinnt, bei dem einem Modell mehr, bei dem anderen weniger.

Am Hin und Her sieht man, dass sich keines der beiden Schwergewichte so recht durchzusetzen vermag. Diese stationäre Lage kann man auf der gesamten Nordhalbkugel wiederfinden. Schaut man sich die Nordhemisphäre an, so lassen sich zwei riesige Kaltluftkörper erkennen. Einer liegt über dem asiatischen Festland, ein zweiter hat den nordamerikanischen Kontinent im Griff. Dazwischen werden warme Luftmassen über dem Atlantik und dem Pazifik weit nach Norden in Richtung Nordpol geführt.

Diese nordhemisphärische Grundkonstellation ist sehr stabil und erklärt auch die blockierende Situation sowohl über Mitteleuropa und Deutschland als auch in Nordamerika. Zwar setzt sich in den USA vorübergehend Tauwetter durch, der nächste massive Kaltluftvorstoß aus Kanada wird aber bereits für das kommende Wochenende anvisiert.

Während man also auf der anderen Seite des Atlantiks den Winter nicht so recht los wird, verbleiben wir in Deutschland im meteorologischen Niemandsland zwischen milden und kalten Luftmassen. Etwas Gute hat dies Situation immerhin: Es fällt kaum Regen und die Hochwassersituation entspannt sich.

Wie es mit dem Winter im "Glaskugelbereich" weiter geht bleibt abzuwarten. So lange sich an der quasistationären Lage allerdings nichts ändert, wird es schwierig. Die weitere Entwicklung bei uns hängt unter anderem mit der Situation in Nordamerika zusammen. Wie in vielen Bereichen des Lebens, ist auch die Atmosphäre und damit das Wettergeschehen auf der Nordhalbkugel miteinander vernetzt.

Die gefühlte Temperatur

Datum 08.01.2018

In Norddeutschland ist es derzeit sowohl nachts als auch tagsüber am kältesten. Gefühlt liegen die Temperaturen sogar noch tiefer. Wovon die "gefühlte Temperatur" abhängt und wann wir uns am wohlsten fühlen, erfahren Sie im heutigen Thema des Tages.

In der vergangenen Nacht gab es in der Norddeutschen Tiefebene verbreitet leichten bis mäßigen Frost, am kältesten war es in Barth mit -9,4 Grad. Und auch tagsüber schafft es das Quecksilber nur mühsam über die Nullgradmarke - Höchstwerte um 1 Grad stehen in Norddeutschland am heutigen Montag ins Haus, örtlich wird es wohl sogar nur für einen Eistag reichen. Angesichts des allmählich zunehmenden Ostwindes kommen einem diese Temperaturen trotz Sonnenscheins sogar noch kälter vor.

Der Wärmehaushalt des Menschen reagiert nicht nur auf die Lufttemperatur, sondern eben auch auf die Windgeschwindigkeit, Luftfeuchtigkeit und Sonnenstrahlung sowie auf die Wärmestrahlung der Atmosphäre. Von entscheidender Bedeutung sind zudem der Aktivitätsgrad des Menschen und wie gut die Kleidung, die er trägt, isoliert.

Eine Möglichkeit, das Temperaturempfinden eines Menschen zu beschreiben, ist die "gefühlte Temperatur". Diese vergleicht die tatsächlich vorhandenen äußeren Bedingungen mit der Temperatur, die in einer Standardumgebung herrschen müsste, um ein identisches Wärme-, Behaglichkeits- oder Kältegefühl zu haben. Als Standard gilt dabei ein Bereich mit Schatten, in dem die Umgebungsflächen die gleiche Temperatur haben wie die Luft und in dem nur ein leichter Windzug von 0,2 Metern pro Sekunde herrscht. Zudem wird eine Aktivität des Menschen angenommen, bei der die gleiche Leistung erbracht wird wie beim Gehen mit vier Kilometern pro Stunde. Damit möglichst Behaglichkeit erreicht wird, kann der Mensch seine Kleidung stets an die vorherrschenden Bedingungen anpassen, wobei die Kleidung ein Spektrum zwischen sommerlich leicht und winterlich dick aufweist.

Im Deutschen Wetterdienst wird die gefühlte Temperatur mit dem sogenannten "Klima-Michel-Modell" berechnet, das den Wärmehaushalt eines Modellmenschen bewertet. Der "Klima-Michel" ist eine männliche Person mit einer Größe von 1,75 Metern, einem Gewicht von 75 Kilogramm und einem Alter von etwa 35 Jahren. Sein Wärmehaushalt ist im Wesentlichen von der Lufttemperatur, Luftfeuchte, Sonneneinstrahlung und Windgeschwindigkeit abhängig. So steigt die gefühlte Temperatur unter warm-sonnigen, feuchten und windschwachen Bedingungen viel schneller als die Lufttemperatur an. Bei angenehmen, milden und trockenen Bedingungen mit mäßigem Wind kann sie aber auch unter die Lufttemperatur absinken. Unter kalter, insbesondere windstarker äußerer Umwelt kann die gefühlte Temperatur um teils mehr als 15 °C unter der Lufttemperatur liegen. Sonne und Windstille können die gefühlte Temperatur hingegen über die Lufttemperatur klettern lassen.

Die gefühlte Temperatur lässt sich in eine physiologisch gerechte Bewertung des thermischen Empfindens "übersetzen". Eine gefühlte Temperatur zwischen 0 und +20 Grad empfinden wir als angenehm, man spricht daher auch vom "Behaglichkeits-" oder "Komfortbereich". Ist es kälter oder wärmer, leiden wir unter Kältestress bzw. Wärmebelastung (siehe Tabelle unter https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/1/8.html). Je weiter sich die gefühlte Temperatur vom Komfortbereich entfernt, umso stärker werden Herz, Kreislauf und periphere Gefäße belastet.

So muss unter sehr warmen Bedingungen das Herz eine höhere Leistung erbringen, da es viel durch Schweißverdunstung auf der Haut abgekühltes Blut umwälzen muss, um den Körperkern bei der für alle Organfunktionen optimalen Temperatur von ca. 37 °C zu halten. Da der Mensch aber kein Standardobjekt, sondern ein Individuum ist, kommt es individuell auch zu abweichenden Beurteilungen vom thermischen Komfort bzw. Diskomfort. Faktoren wie unterschiedliche Akklimatisation und auch genetische Adaption spielen dabei eine Rolle.

Schaut man auf die gefühlte Temperatur von heute früh 8 Uhr (siehe Grafik (1)), so liegen diese in Norddeutschland verbreitet unter -10, gebietsweise sogar unter -15 Grad, sodass unser "Michel" schwachen bis mäßigen Kältestress empfindet. Heute Mittag (Grafik (2)) wird es zwar gefühlt wärmer mit Werten um -9 Grad, vom Komfort ist man da aber auch noch ein ganzes Stück entfernt. In den nächsten Tagen macht die bereits im Süden Deutschlands lagernde milde Luft allmählich Raum nach Norden gut, im Nordosten bleibt es am längsten beim schwachen Kältestress.

Dauerregen- und Tauwetter-Update

Datum 05.01.2018

Das heutige Thema des Tages beschäftigt sich mit der weiterhin andauernden andauernden Dauerregen-und Tauwettersituation in Deutschland.

Für ein Abschlussstatement ist es noch etwas zu früh. Aber ein Zwischenfazit kann man schon mal ziehen. Bezüglich was? Bezüglich der Dauerregensituation in Teilen Deutschlands! Immerhin laufen die aktuellen Dauerregenwarnungen im Schwarzwald seit der Nacht zu Mittwoch und somit schon seit über 2 Tagen.

Einen Eindruck von den bisher gefallenen Niederschlagsmengen vermittelt die beigefügte Grafik. Sie zeigt die Niederschlagssummen der letzten 3 Tage bis zum heutigen Morgen um 07 Uhr MEZ. Dabei gilt es allerdings, eine gewisse Vorsicht walten zu lassen. Denn die Daten, aus denen die flächige Verteilung des Niederschlags abgeleitet wurde, stammen aus dem Radarverbund des Deutschen Wetterdienstes, während die Zahlenwerte direkt aus dem DWD-Messnetz stammen. Die flächige Darstellung muss also nicht an jedem Ort exakt mit dem tatsächlich gefallenen Niederschlägen übereinstimmen.

Ein weiteres kleines Problem stellt die Farbabstufung dar. Während die Zahlen aus dem Messnetz ab einem Wert von 50 mm (Liter pro Quadratmeter) rot eingefärbt werden, geschieht dies bei den Radardaten erst ab einem Wert von 90 mm (Legende links). Aber trotz der Unterschiede: Die verschiedenen Quellen liefern qualitativ ein recht einheitliches Bild der Lage.

Und dieses Bild besagt, dass drei Regionen besonders von den Niederschlägen betroffen waren. Die erste reicht vom Dollart im Westen bis zur Ostsee und betrifft damit weite Bereiche der Küstenregionen. Dort sind verbreitet 30 bis 50mm Regen gefallen, die feinere Auflösung des Radars deutet in Ostfriesland, nordwestlich von Hamburg und südlich des Darß auch Mengen um 70 mm an, wobei es sich aber um "Radarfehler" (Bright-Band) handeln dürfte. Trotzdem: Klimatologisch betrachtet kommt man mit den bisher gefallenen Mengen schon recht nahe an das gesamte Niederschlagssoll des Januars heran, welches beispielsweise in Aurich (Ostfriesland) um 65 mm liegt.

Die zweite stark betroffene Region ist der westliche Mittelgebirgsbereich. So sind im betrachteten Zeitraum im saarländischen Tholey 68 mm gefallen, aber auch an anderen Stationen der Region wurden mehr als 50 mm Niederschlag beobachtet. Recht interessant für den detailverliebten Beobachter: Im Westen deutet sich an, dass die gemessenen Werte tendenziell etwas höher liegen als die aus den Radardaten abgeleiteten, während im Norden die Radardaten höhere Niederschläge liefern als die Messtöpfe. Ein Grund könnte in der Orografie liegen, die einerseits eine präzise Radarmessung erschwert, andererseits aber die räumliche Variabilität der Niederschlagsverteilung erhöht (Stichwort Stauniederschläge), was Abweichungen zwischen Radar und Messnetz wahrscheinlicher macht.

Die dritte und letzte Regen-Region ist der Süden. Verbreitet sind dort in den letzten 3 Tagen 30 bis 70 mm zusammen gekommen. Auch das reicht, ähnlich wie im Norden, normalerweise für einen ganzen Januar. Man könnte hier das Beispiel Augsburg herausgreifen, wo im Januar im vieljährigen Mittel etwa 45 mm Niederschlag üblich sind.

Will man Aussagen zum Tauwetter und den Abflussmengen treffen, wird die Lage noch etwas verzwickter. Denn einerseits ist zu Beginn einer Tauwettersituation nie wirklich klar, welche Wassermengen eigentlich in der Schneedecke stecken. Andererseits ist gerade im Süden die Schneefallgrenze in den letzten Tagen starken Schwankungen unterworfen gewesen. Dies bedeutet, dass wohl nicht nur Regen, sondern zumindest zwischenzeitlich auch Schnee gefallen ist - der nicht oder wiederum nur verzögert zum Abfluss kommt. Ein Beispiel hierfür dürften die 127 mm sein, die an der in Österreich auf 1100 Meter gelegenen Station Hinterhornbach (blauer Kasten) gemessen worden sind. Da dort zumindest zeitweise Schnee gefallen ist, wiedersprechen die hohen Niederschlagsmengen nicht zwangsläufig den avisierten Abflussmengen von bis zu 100 mm in der Region.

P.S.: Definitiv zu früh, selbst für ein Zwischenfazit, ist es, wenn man den Blick auf die Hochwassersituation wendet. Entsprechende, ständig aktualisierte Infos finden Sie unter www.hochwasserzentralen.de.

Deutschlandwetter im Jahr 2017:

Datum 03.01.2018

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Jahr 2017*: 1. Platz: Köln-Stammheim (Nordrhein-Westfalen) 11,9 °C, Abweichung +1,1 Grad 2. Platz: Frankfurt am Main-Westend (Hessen) 11,8 °C, Abweichung +1,5 Grad 3. Platz: Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg) 11,6 °C, Abweichung +1,3 Grad

Besonders kalte Orte im Jahr 2017*: 1. Platz: Carlsfeld (Sachsen) 5,9 °C, Abweichung +1,5 Grad 2. Platz: Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 5,9 °C, Abweichung +1,6 Grad 3. Platz: Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 6,3 °C, Abweichung +1,4 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Jahr 2017**: 1. Platz: Balderschwang (Bayern) 2919,8 l/m², 119 Prozent 2. Platz: Ruhpolding-Seehaus (Bayern) 2713,9 l/m², 122 Prozent 3. Platz: Baiersbronn-Ruhestein (Baden-Württemberg) 2481,9 l/m², 124 Prozent

Besonders trockene Orte im Jahr 2017**: 1. Platz: Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz) 477,3 l/m², 83 Prozent 2. Platz: Querfurt-Lodersleben (Sachsen-Anhalt) 490,6 l/m², 95 Prozent 3. Platz: Köthen/Anhalt (Sachsen-Anhalt) 493,7 l/m², 99 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Jahr 2017**: 1. Platz: Leutkirch-Herlazhofen (Baden-Württemberg) 1980 Stunden, 113 Prozent 2. Platz: Rheinfelden (Baden-Württemberg) 1964 Stunden, 114 Prozent 3. Platz: Weihenstephan (Bayern) 1960 Stunden, 117 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im Jahr 2017**: 1. Platz: Braunlage (Niedersachsen) 1185 Stunden, 80 Prozent 2. Platz: Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 1213 Stunden, 90 Prozent 3. Platz: Alfeld (Niedersachsen) 1266 Stunden, 96 Prozent

oberhalb 920 m NN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Jahresmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Jahreswertes zum vieljährigen Jahreszeitmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

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