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23.02.2012

07:04

Temperatur 4,1 °C
Luftfeuchte 40 %
Taupunkt -8,3 °C
Luftdruck 1024,3 hPa
Windrichtung 222 °
SW
Windstärke 22,1 km/h
Windböen 30,6 km/h
Wind 10m Ø 24,1 km/h
Windchill -5,2 °C
Regen/Tag 0,0 l/m²

 


Aktuelle Wetterdaten

Wetterstation Aalbäumle 707 m über Normalnull
Donnerstag, 23. Februar 2012 07:04
Temperatur
4,1 °C
Luftdruck
1024,3 hPa
Wind
222 °
Luftfeuchtigkeit
40 %
Tendenz
-1,2 hPa/6hup down
Windstärke
22,1 km/h
Taupunkt
-8,3 °C
Regen / 1/h
0,0 l/m²
Windböe
30,6 km/h
Windchill
-5,2 °C
Regen / Tag
0,0 l/m²
Wind 10 Min Ø
24,1 km/h
Vorhersage - sonnig -

Abruf der Wetterdaten per Telefon
0160-3282349
Wap-Handyabruf der akt. Wetterdaten http://www.wetter-aalen.de/seiten/linksunten.php

Aktuelle Wettervorhersage


Wind u. Thermikprognose:22.02.12
Thermik: entfällt

Bodenwind:
aus Süd bis Südwest, teils variabel mit 2 bis 5 Knoten
Höhenwinde:

500 Fuß 160 Grad mit 5 Knoten
1000 Fuß 140 Grad mit 5 Knoten
1500 Fuß 180 Grad mit 5 Knoten
2000 Fuß 210 Grad mit 5 Knoten
3000 Fuß 200 Grad mit 5 Knoten
5000 Fuß 190 Grad mit 5 Knoten
10000 Fuß 270 Grad mit 5 Knoten

Wettervorhersage Aalen 22.02.12

Wettervorhersage für heute;
Am Mittwoch gibt es kaum Wolken, vielfach scheint die Sonne. Dazu kühlt sich die Luft in den Frühstunden auf -6 Grad ab und erwärmt sich tagsüber bis auf 4 Grad. Der Wind weht leicht bis schwach aus Südost bis Süd.

Wetterbericht der nächsten Tage
Am Donnerstag wird es in Aalen nass und ungemütlich. Immer wieder fällt aus dichten Wolken Regen. Dabei kühlt es sich in den Morgenstunden auf -2 Grad ab, im Tagesverlauf werden dann 4 Grad erreicht. Der Wind weht mäßig aus westlichen Richtungen.

Am Freitag scheint bei wolkigem Himmel teilweise auch die Sonne in Aalen. Die Tiefsttemperaturen betragen 1 Grad, die Höchstwerte 8 Grad. Dazu weht der Wind mäßig, teils frisch aus West.



Aktuelle Wetter- und Warnlage
Baden-Württemberg

Eine vom Ostatlantik bis zum Schwarzen Meer reichende Hochdruckzone ist heute wetterbestimmend. In der Nacht zu Donnerstag greift von Nordwesten ein Tiefausläufer auf Baden-Württemberg über.Heute tagsüber und zunächst auch in der Nacht zum Donnerstag sind keine Warnungen erforderlich. In der zweiten Nachthälfte kommt im Norden Regen auf, gebietsweise muß mit gefrierendem Regen oder Sprühregen gerechnet werden. Dabei kann sich gefährliches Glatteis bilden. Anfangs ist auch kurzzeitig Schneefall möglich.Am Donnerstagvormittag greift der teils gefrierende Regen nach Süden aus, gebietsweise muß mit Glatteis gerechnet werden. Im Südosten kann anfangs auch Schnee fallen, die Neuschneemengen bleiben jedoch gering. Vor allem im Nordosten frischt der Südwestwind auf, hier sind Windböen bis 60 km/h möglich.



Alpenwetter
:
Lawinenwarndienst
Wetterseite des Deutschen Alpenvereins

Warum nur einen Modelllauf nehmen, wenn man 52 haben kann? 22.02.12

In der Vergangenheit wurde schon mehrfach über das Gebiet der
mittelfristigen Wettervorhersage geschrieben. So wurde zuletzt am
06.02.2012 über das EZMW in Reading geschrieben (dazu auf der rechten
Seite unter Thema des Tages auf [mehr] klicken).

Im heutigen Thema des Tages soll es nun um die vom EZMW zur Verfügung
gestellten Produkte gehen, genauer gesagt um die Ensemblevorhersage.

Alle 12 Stunden gibt es eine neue Modellrechnung vom EZMW. Wobei
"eine" nicht das richtige Wort ist. In Wirklichkeit wird ein und
dasselbe Modell 52 mal gerechnet. Nun kommt sicherlich die Frage,
warum man so einen "Blödsinn" macht?!

Dazu muss man verstehen, dass eine Wettervorhersage mit großen
Unsicherheiten behaftet ist. Die Atmosphäre ist nämlich ein
chaotisches System, bei dem kleinste Änderungen schon eine große
Wirkung haben können. Man erwähnt in diesem Zusammenhang auch gerne
den Schmetterlingseffekt und die Frage: "Kann der Flügelschlag eines
Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen?"

Wenn nun kleinste Änderungen schon große Wirkung haben können, gibt
es bereits Probleme den aktuellen Zustand der Atmosphäre exakt zu
erfassen. So gibt es nur eine gewisse Anzahl von Wetterstationen,
aber selbst auf kurzer Entfernung kann es gravierende Unterschiede
geben. Während es in einem Ortsteil gewittert, scheint im anderen die
Sonne Oder: In kleinen Talmulden wird es deutlich kälter als auf der
Bergkuppe. Das sind nur zwei Beispiele von vielen, die zeigen, dass
es gar nicht möglich ist den Zustand der Atmosphäre so genau zu
erfassen wie es notwendig wäre.
Nun könnte man argumentieren, dass es ja auch die Wettersatelliten
gibt. Es stimmt, dass diese den Zustand der Atmosphäre flächendeckend
erfassen können. Satelliten sind aber sehr weit weg und haben
entsprechende Messunsicherheiten. Wolken und andere Partikel in der
Atmosphäre verhindern zudem, dass der Satellit immer bis zum Erdboden
schauen kann.

Da man diesen Mangel nicht ändern kann, versucht man sich zu helfen,
indem man das Modell 52 mal rechnet. Dafür variiert man die
Anfangsbedingungen (also die verwendeten Wettermeldungen) jedes Mal
ein bisschen. Damit trägt man der Messunsicherheit Rechnung. Mit
diesen ganz leicht veränderten Bedingungen rechnet man das
Wettermodell mehrfach und bekommt somit 52 verschiedene Ergebnisse.
Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem Ensemble. Zu Beginn
sind die Lösungen meist recht ähnlich. Je weiter man in die Zukunft
geht, desto größer werden die Unterschiede, bis die Modellergebnisse
irgendwann völlig verschieden sind.

Erwähnt sei noch, dass es immer einen Hauptlauf gibt, der in einer
höheren räumlichen Auflösung gerechnet wird. Die anderen 51 Member
sind etwas schlechter aufgelöst um in einer annehmbaren Zeit
überhaupt so viele Rechnungen durchführen zu können. Der Hauptlauf
ist als zunächst erstmal die Grundlage für die Vorhersage.
Um den Unterschied zwischen der höheren und niedrigeren Auflösung zu
sehen, wird einer der 51 Rechnungen mit exakt denselben
Anfangsbedingungen wie der Hauptlauf gerechnet (Kontrolllauf). Bei
den anderen 50 Membern werden diese Bedingungen dann wie oben
angesprochen leicht verändert.

Der Kollege, der sich mit der Mittelfrist beschäftigt, nutzt die
Ensembles bei der Erstellung seiner Prognosen. Angenommen der
Meteorologe hätte nur eine Modelllösung, dann wüsste er gar nicht,
wie sicher die Vorhersage ist. Betrachtet er hingegen die
Zusammenfassung aller Rechnungen, kann er an der Größe der
Unterschiede erkennen, ob ein vorhergesagtes Ereignis eher sicher
oder unsicher ist. Auch kann er erkennen, ob die Lösung des
Hauptlaufes eventuell eine Außenseiterlösung darstellt, weil sie sich
stark von den anderen Lösungen unterscheidet.

Eine Möglichkeit alle Modellrechnungen auf einmal zu betrachten ist
die Darstellung in Form sogenannter Rauchwolken (Plumes). In solch
einer Grafik wird zum Beispiel die von jedem Modell prognostizierte
Temperatur in Abhängigkeit von der Zeit aufgetragen. Damit lässt sich
relativ einfach sehen, wie nah die Vorhersagen beieinander liegen, ab
welchem Tag die Unsicherheiten beginnen und wann keine vernünftige
Vorhersage mehr möglich ist.
Darüber hinaus lassen sich Wahrscheinlichkeiten für das Eintreten von
bestimmten Wettererscheinungen berechnen. Zum Beispiel kann geschaut
werden, wie viele Modellrechnungen das Auftreten von Windböen in
einem bestimmten Gebiet zeigen und damit eine Aussage darüber machen,
wie wahrscheinlich dieses Ereignis ist.

Dies war nur ein klitzekleiner Einblick in die Ensemblevorhersage und
die Wahrscheinlichkeitsprognosen. Die Nutzung der
Vorhersageunsicherheiten und Wahrscheinlichkeiten in der
Wettervorhersage hält immer mehr Einzug bei den Wetterdiensten und
wird zukünftig ein tragendes Element sein.

Echtes Narrenwetter 21.02.12

Der Wettergott hat wieder einmal ein Einsehen mit den Narren und
beschert zum Höhepunkt des Karnevals vielfach freundliches Wetter.

So ist es am heutigen Rosenmontag in Deutschlands überwiegend heiter
oder sogar sonnig. Lediglich im Süden gibt es bisweilen noch einmal
ein paar stärkere Wolkenfelder. Hier kann es auch den einen oder
anderen Schneeschauer geben. Dies bleibt aber die Ausnahme.

In den Fastnachtshochburgen entlang des Rheins werden die Umzüge
trocken über die Bühne gehen. Zwar ist es in der Frühe noch frostig
kalt, aber bis in die Mittagsstunden werden immerhin
Höchsttemperaturen bei 5 Grad C erwartet. Ansonsten haben die Narren
sicherlich genügend probate Mittel, den kühlen Temperaturen entgegen
zu wirken.

Am Fastnachtsdienstag zeigt sich das Wetter zweigeteilt. Nördlich der
Mittelgebirge ist der Himmel vielfach wolkenverhangen und es kommt zu
zeitweiligen Regenfällen, die meist nur leicht sind. Da in diesen
Regionen ohnehin nur wenige Umzüge stattfinden, ist das auch nicht so
schlimm.
Südlich der Mittelgebirge hingegen wird die Nacht zum Dienstag wieder
frostig. Der Tag ist noch einmal freundlich und trocken, wobei die
Höchsttemperaturen ähnliche Werte wie am Montag erreichen. Viel mehr
als 5 Grad C werden es wohl kaum werden. Bei Sonnenschein und nur
wenig Wind sind das aber ideale Voraussetzungen für den
Straßenkarneval.

Am Aschermittwoch ist dann alles vorbei. Auch beim Wetter. Denn da
dringt die starke Bewölkung über Norddeutschland weiter nach Süden
vor. Nur an den Alpen und im Alpenvorland wird die Sonne noch einmal
scheinen.

Für den Rest der Woche stellt sich eine westliche Wetterlage ein, mit
der deutlich mildere Luftmassen wieder nach Deutschland geführt
werden. Bei zum Teil stürmischem Westwind in Norddeutschland bleibt
es meist stark bewölkt und es kommt immer wieder zu Regenfällen mit
Höchsttemperaturen bei Werten um 10 Grad C.

485 + 20 = 470 Mathematische Wunder der Meteorologie. 20.02.12

Nun steht mal wieder im Wetterbericht: "An den Alpen bleibt es den
ganzen Tag bedeckt mit länger andauernden Schneefällen." Das führt
wieder zu der in diesem Winter oftmals diskutierten Neuschneehöhe.

Wie misst man Schnee? Im Prinzip steckt man eine oder mehrere
Messlatten in den Boden des Messfeldes und liest die Schneehöhe ab.

Wie misst man die Neuschneehöhe?
Normalerweise hat der Beobachter eine ebene Fläche, auf der er die
Neuschneehöhe misst. Nach der Messung wird der Schnee weggekehrt und
zum nächsten Messtermin wird wiederum der Neuschnee gemessen.
Wenn es nicht taut, dann gilt in etwa die Gleichung:
Schneehöhe vom Vortag + Neuschneehöhe = Aktuelle Schneehöhe.

Das Verfahren funktioniert recht ordentlich an Wetterstationen, die
wenig dem Wind ausgesetzt sind.

Auf Bergen jedoch weht oftmals kräftiger Wind, der den Schnee vom
Brett wehen würde. Dann kann man das Verfahren natürlich nicht mehr
einsetzen.
Daher bestimmt man dann beispielsweise die Neuschneehöhe aus der
Differenz der gestrigen und heutigen Schneehöhe und gibt dies als
Neuschneehöhe an.
Das führt bei Harschschnee und kräftigem Wind dazu, dass trotz
gemeldeten Niederschlags die Schneehöhe nicht zunimmt. Der Schnee
wird vom Wind auf dem vereisten Schnee weggeweht und landet in
irgendwelchen Mulden.
Dann kann folgendes passieren:
Es wird starker Schneefall vorhergesagt und die Schneehöhe nimmt
nicht zu.
Das muss also nicht zwingend eine Fehlvorhersage sein.
In diesem Fall gilt also die Gleichung:
270 cm Schneehöhe + beliebig viel Schneefall = 270 cm Schneehöhe.

An Stationen, die fast permanent im Starkwind liegen, wie zum
Beispiel an der Zugspitze, wird der Neuschnee nicht gemessen, sondern
berechnet.
Dazu nimmt man die Menge des geschmolzenen Schnees aus dem
Niederschlagsmesser und multipliziert sie mit einem Faktor zwischen
10 und 40 je nach Temperatur.
Bei Temperaturen um 0 Grad nimmt man den Faktor 10.
Bei kalten Temperaturen unter -20°C berechnet man die Schneehöhe mit
dem Faktor 40.
Aus 5 mm (geschmolzenem) Niederschlagswasser werden dann 20 cm
Neuschnee.

Auf der Zugspitze liegen derzeit 485 cm Schnee und wir nehmen an,
dass bis zur nächsten Schneehöhenmeldung die "gemessenen" 20 cm
Neuschnee dazukommen.
Hat der Wind bis morgen früh den Schnee auf dem Schneemessfeld zum
Teil weggeweht, sodass die Gesamtschneehöhe gegenüber heute auf 470
cm gesunken ist, so kann das mathematische Wunder aus der Überschrift
Einzug in die Stationsdaten finden.
Dann ist die Gleichung 485cm + 20cm = 470cm durchaus korrekt.

Der Winter 2011/2012 : zu kalt oder zu warm ? 18.02.12

Das eisige Wetter des Februars hat im Laufe der letzten Woche aus
ganz Mitteleuropa den Rückzug angetreten.
Wir erinnern uns aber bestimmt noch eine Weile an die gut zwei Wochen
Eiseskälte, die vielerorts die kältesten Februarwerte seit 1956
erreichten, vereinzelt sogar die kältesten seit 1937.
Zeit also, eine Zwischenbilanz für Februar und den Winter zu ziehen.
Der Februar war bisher natürlich erheblich zu kalt und das wird sich
auch bis Monatsende nicht ändern, auch wenn unsere Vorhersagen den
Rest des Monats als zu mild einstufen.
Im Mittel war es in Deutschland um 8,2 °C zu kalt. Die
Wetterstationen mit den größten Abweichungen waren Mittenwald (983 ü.
NN) mit -11,1 und Deutschneudorf, im Erzgebirge etwa 45 km südöstlich
von Chemnitz an der Grenze zu Tschechien gelegen mit -10,9°C.
In Deutschneudorf (688 m ü NN) war es mit einer
Durchschnittstemperatur von -12,8°C unterhalb 1000m am kältesten.
Die tiefsten Temperaturen wurden in Oberstdorf mit -29,4°C,
Ueckermünde an der Oder mit -28,7°C und im schon oben erwähnten
Deutschneudorf (-28,2°C) erreicht.
Während das in Ueckermünde ein Februarrekord war, fehlen zu den
Allzeitrekorden von -32 Grad in Oberstdorf und den -35,5°C in
Deutschneudorf (beide im Februar 1956 gemessen) noch etliche
Kältegrade.
Keinen strengen Frost (T <=-10°C) gab es in diesem Februar nur in
Helgoland; bei den hohen Wassertemperaturen von etwa 5 Grad verblüfft
das nur wenig. (Der absolut tiefste Wert wurde in Helgoland mit
-11,6, wen wundert's, natürlich auch im Februar 1956 gemessen).

Wie sieht es nun mit dem Winter 2011/2012 aus. Der Dezember war in
Deutschland 3 Grad, der Januar 2,4 Grad zu warm.
In Bezug auf den gesamten Winter bedeutet dass, dass wir trotz der
Eisperiode im Februar an 95% aller Stationen noch immer einen zu
warmen Winter erlebten. Im gesamten Deutschland beträgt die
Abweichung derzeit +0,3°C. Die Mitteltemperaturen der restlichen Tage
bis Ende Februar müssten also etwas unter 0 Grad liegen, um den
Winter als zu kalt zu bezeichnen.
Wir wissen nun, welche Temperaturen an den 12 folgenden Februartagen
herrschen müssen, um den gesamten Winter als zu kalt anzusehen.

Und was verkündet uns die Vorhersage?
Zunächst stellt sich hinter einer Kaltfront wieder eine Nordwestlage
mit erwärmter Polarluft ein, bei der es wieder verbreitet Nachtfrost
gibt.
Ab Mittwoch rechnen die Modelle eine Westlage, bei der es im Norden
und der Mitte Deutschland in den Niederungen für den Rest des Monats
weitgehend frostfrei bleiben soll.
Überschlägig ergibt sich für den Rest des Monats ein Mittel über 2
Grad, womit also der Winter 2011/2012 trotz der extrem kalten
Februarwochen, an die man sich noch länger erinnern wird,
voraussichtlich als zu warm in die Statistik eingehen wird.

So viel zu Mittelwerten der Statistik, sie radieren gerne die Extreme
raus.

Helau, Alaaf, Täteräää - und was macht das Wetter? 17.02.12

Wenn mich als Norddeutscher, der dem allgemeinen Karnevalstreiben mit
einer gewissen nordischen Reserviertheit gegenüber steht, nicht alles
täuscht, beginnt am heutigen Donnerstag das Finale Furioso der so
genannten fünften Jahreszeit. Weiberfastnacht heißt das Stichwort
oder Wieverfastelovend, wie es die Kölner ausdrücken würden oder auch
- schönes Wort - Fettdonnerstag, wie es in Aachen heißt. Egal, wie
man das Kinde nennt, in den entsprechenden Hochburgen geht es ab
heute für mehrere Tage feiertechnisch ordentlich zur Sache - häufig
drinnen im Warmen, vielfach aber auch draußen im Kalten. Da stellt
sich selbstredend die Frage, welche Bedingungen sich draußen dort
denn so einstellen. Vor allem am Wochenende und am Rosenmontag, wo
diverse Faschings- und Karnevalsumzüge stattfinden, ist es natürlich
von höchstem Interesse, wie sich das Wetter entwickelt. Sparen wir
mal den heutigen Donnerstag (im Westen pfui, im Osten hui) und den
Freitag (überwiegend pfui) aus, dann sieht die Sache derzeit wie
folgt aus:
Am Samstag hält ein Nordmeertief den Daumen auf unser Wetter drauf
(das Nachfolgemodell von PATRICIA, wahrscheinlich QUIANA, steht aber
noch nicht endgültig fest). Es lenkt eine Portion milder Atlantikluft
nach Deutschland, die wolkenreiche, teils auch trübe Bedingungen mit
leichtem Regen oder Sprühregen bringt. Die Schneefallgrenze liegt bei
rund 1000 m. Immerhin, der Samstag wird in der Fläche der mildeste
Tag seit langer Zeit mit 3 oder 4 Grad plus im Bereich der
ostbayerischen Mittelgebirge und bis zu 10 Grad! in der Kölner Bucht.
Chancen auf Sonne sind eigentlich nur im äußersten Süden, vor allem
in Richtung Alpen gegeben. Aber auch dort soll es ja die eine oder
andere Outdoor-Faschingsveranstaltung geben.
Am Sonntag, eigentlich ja schon in der Nacht zuvor, ändert sich die
Situation bereits wieder, wenn nämlich die Kaltfront des o.e.
Nordmeertiefs mit Pauken und Trompeten (passt doch zum Fasching;
gemeint sind aber kräftiger Regen, starker bis stürmischer Wind und
vielleicht sogar ein kurzes Gewitter) südostwärts über Deutschland
hinweg schwenkt und rückseitig einen Schwall polarer Meeresluft bis
zu den Alpen lenkt. In dieser Luftmasse gestaltet sich der Sonntag
sehr wechselhaft mit einer Mischung aus Sonne, Wolken und Schauern,
die in Form von Regen, Schnee oder Graupel fallen und von einem
kurzen Gewitter begleitet sein können. An den Alpen stellt sich
Dauerschneefall ein, was in diesem Winter aber keine Besonderheit
mehr darstellt. Temperaturmäßig geht es ein bisschen nach unten, bei
mitunter leicht böig auflebendem Wind stehen am Nachmittag 2 bis 7
Grad an.
Schicksal oder Fügung könnte man dann am Rosenmontag fragen, wenn
nämlich der virtuelle Wettergott ein Einsehen mit allen Närrinnen und
Narren hat. Pünktlich zu den großen Umzügen schiebt sich von
Frankreich her ein derzeit noch namenloses Hochdruckgebiet (Ableger
des Azorenhochs, wahrscheinlich EITEL) nach Deutschland, das für
ruhige und passable atmosphärische Rahmenbedingungen sorgt. Okay, es
wird nicht gerade mollig warm mit frostigen Startwerten am Morgen und
maximal 1 bis 6 Grad plus am Nachmittag (Düsseldorf, Kölle und das
goldische Meenz rund 5 Grad plus). Aber es bleibt trocken, es stürmt
nicht und trotz vorhandener Wolken zeigt sich sogar ab und zu die
Sonne. Da hat es in der Vergangenheit schon widrigere Bedingungen
gegeben.
Bliebe abschließend noch der Faschingsdienstag, der wahrscheinlich im
Norden (ist ja nicht gerade das Zentrum des Karnevals) eine
Wetterverschlechterung mit Wind, Wolken und Regen bringt, während
sich weiter südlich noch der Hochdruckeinfluss hält. Am
Aschermittwoch ist ja bekanntlich alles vorbei, nur das Wetter, das
läuft natürlich weiter. Wie, dazu an anderer Stelle mehr...

Wenn mich als Norddeutscher, der dem allgemeinen Karnevalstreiben mit
einer gewissen nordischen Reserviertheit gegenüber steht, nicht alles
täuscht, beginnt am heutigen Donnerstag das Finale Furioso der so
genannten fünften Jahreszeit. Weiberfastnacht heißt das Stichwort
oder Wieverfastelovend, wie es die Kölner ausdrücken würden oder auch
- schönes Wort - Fettdonnerstag, wie es in Aachen heißt. Egal, wie
man das Kinde nennt, in den entsprechenden Hochburgen geht es ab
heute für mehrere Tage feiertechnisch ordentlich zur Sache - häufig
drinnen im Warmen, vielfach aber auch draußen im Kalten. Da stellt
sich selbstredend die Frage, welche Bedingungen sich draußen dort
denn so einstellen. Vor allem am Wochenende und am Rosenmontag, wo
diverse Faschings- und Karnevalsumzüge stattfinden, ist es natürlich
von höchstem Interesse, wie sich das Wetter entwickelt. Sparen wir
mal den heutigen Donnerstag (im Westen pfui, im Osten hui) und den
Freitag (überwiegend pfui) aus, dann sieht die Sache derzeit wie
folgt aus:
Am Samstag hält ein Nordmeertief den Daumen auf unser Wetter drauf
(das Nachfolgemodell von PATRICIA, wahrscheinlich QUIANA, steht aber
noch nicht endgültig fest). Es lenkt eine Portion milder Atlantikluft
nach Deutschland, die wolkenreiche, teils auch trübe Bedingungen mit
leichtem Regen oder Sprühregen bringt. Die Schneefallgrenze liegt bei
rund 1000 m. Immerhin, der Samstag wird in der Fläche der mildeste
Tag seit langer Zeit mit 3 oder 4 Grad plus im Bereich der
ostbayerischen Mittelgebirge und bis zu 10 Grad! in der Kölner Bucht.
Chancen auf Sonne sind eigentlich nur im äußersten Süden, vor allem
in Richtung Alpen gegeben. Aber auch dort soll es ja die eine oder
andere Outdoor-Faschingsveranstaltung geben.
Am Sonntag, eigentlich ja schon in der Nacht zuvor, ändert sich die
Situation bereits wieder, wenn nämlich die Kaltfront des o.e.
Nordmeertiefs mit Pauken und Trompeten (passt doch zum Fasching;
gemeint sind aber kräftiger Regen, starker bis stürmischer Wind und
vielleicht sogar ein kurzes Gewitter) südostwärts über Deutschland
hinweg schwenkt und rückseitig einen Schwall polarer Meeresluft bis
zu den Alpen lenkt. In dieser Luftmasse gestaltet sich der Sonntag
sehr wechselhaft mit einer Mischung aus Sonne, Wolken und Schauern,
die in Form von Regen, Schnee oder Graupel fallen und von einem
kurzen Gewitter begleitet sein können. An den Alpen stellt sich
Dauerschneefall ein, was in diesem Winter aber keine Besonderheit
mehr darstellt. Temperaturmäßig geht es ein bisschen nach unten, bei
mitunter leicht böig auflebendem Wind stehen am Nachmittag 2 bis 7
Grad an.
Schicksal oder Fügung könnte man dann am Rosenmontag fragen, wenn
nämlich der virtuelle Wettergott ein Einsehen mit allen Närrinnen und
Narren hat. Pünktlich zu den großen Umzügen schiebt sich von
Frankreich her ein derzeit noch namenloses Hochdruckgebiet (Ableger
des Azorenhochs, wahrscheinlich EITEL) nach Deutschland, das für
ruhige und passable atmosphärische Rahmenbedingungen sorgt. Okay, es
wird nicht gerade mollig warm mit frostigen Startwerten am Morgen und
maximal 1 bis 6 Grad plus am Nachmittag (Düsseldorf, Kölle und das
goldische Meenz rund 5 Grad plus). Aber es bleibt trocken, es stürmt
nicht und trotz vorhandener Wolken zeigt sich sogar ab und zu die
Sonne. Da hat es in der Vergangenheit schon widrigere Bedingungen
gegeben.
Bliebe abschließend noch der Faschingsdienstag, der wahrscheinlich im
Norden (ist ja nicht gerade das Zentrum des Karnevals) eine
Wetterverschlechterung mit Wind, Wolken und Regen bringt, während
sich weiter südlich noch der Hochdruckeinfluss hält. Am
Aschermittwoch ist ja bekanntlich alles vorbei, nur das Wetter, das
läuft natürlich weiter. Wie, dazu an anderer Stelle mehr...

Viel Schnee im Süden, ein Hauch von Frühling im Norden 16.02.12

Die Ausläufer von Tief OLIVIA bescheren vor allem Bayern und
Baden-Württemberg noch einmal jede Menge Schnee. In der Nacht zum
heutigen Mittwoch fielen dort verbreitet 5 bis 10 cm Neuschnee, in
den Mittelgebirgen (vor allem im Schwarzwald und im Bayerischen Wald)
sowie in den Alpen zum Teil 25 cm. Hier eine Auswahl der aktuellen
Schneehöhen von 7 Uhr:

Nürnberg-Flughafen 10 cm
Ingolstadt 15 cm
München Flughafen 23 cm
Freudenstadt 21 cm

Bergstationen:
Feldberg / Taunus 11 cm
Wasserkuppe 46 cm
Kahler Asten 59 cm
Feldberg / Schwarzwald 116 cm
Fichtelberg 152 cm
Großer Arber 200 cm
Wendelstein 204 cm
Zugspitze 420 cm

Am heutigen Mittwoch kommt vor allem in den Staulagen der südlichen
Mittelgebirge und der Alpen noch einiges an Schnee dazu. Im
Warmsektor des Tiefs wird vorübergehend wärmere Luft herangeführt, so
dass der Niederschlag im Flachland zeitweise in Regen übergeht. So
wird der Schnee in Lagen unter etwa 500 m wieder zusammenschmelzen
oder zumindest merklich angefeuchtet.

Erwähnenswert ist auf jeden Fall auch noch der Wind. Verbreitet
wurden Spitzenböen der Stärke 7 bis 9 registriert, auf dem
Fichtelberg und Brocken kommt bei Windgeschwindigkeiten der Stärke 12
(um 120 km/h) keine wirkliche Freude auf. Für die Hochlagen
Süddeutschlands sowie der Mittelgebirge gelten daher entsprechende
Unwetterwarnungen vor Schneeverwehungen.

Im Norden und Westen spürt man dagegen schon einen Hauch von
Frühling. Nach der zweiwöchigen Frostperiode kommt einem die
eingeflossene maritime Luft mit Höchsttemperaturen bis 7 Grad fast
schon wie Frühling vor. Hier werden sich im Laufe des Tages bei rasch
wechselnder, oft auch starker Bewölkung noch einzelne Schauer
entwickeln. Eine Ausnahme bildet ein Streifen zwischen der dänischen
Grenze weiter entlang der Elbe bis fast in den Leipziger Raum. Hier
macht sich die Leewirkung des Norwegischen Gebirges bemerkbar, kaum
Wolken und Sonne pur - sehr gut erkennbar auch dem Satellitenbild (zu
finden auf der rechten Seite unter: Thema des Tages mit Archiv ->
mehr, im unteren Teil der Seite).

OLIVIA mit Schmackes - brisanter Mittwoch steht an 14.02.12

Wer erinnert sich nicht - wenn man denn mittleren oder etwas älteren
Semesters ist - an die Comicfigur Popeye, den liebenswerten und
spinatverschlingenden Seemann, der nach Verzehr des grünen Futters zu
ungeahnten Kräften kam und diese sachgerecht in entsprechenden
Scharmützeln mit allerlei schrägen "Vögeln" zum Einsatz brachte. Wer
sich allerdings an Popeye erinnert, der dürfte auch seine
Allerliebste nicht vergessen haben - Olivia hieß die Gute,
Markenzeichen Schuhgröße 57.
Schlägt man nun - zugegeben mit reichlich Phantasie und einem
gewissen Schmunzeln - einen großen Bogen von Popeye´s Olivia zum
aktuellen Wettergeschehen, dann scheint es, als hätte die Gute etwas
vom Spinat ihres Lieblings genossen und eine ähnliche Wirkung erzielt
wie beim Matrosen selbst.
Schluss mit schwülstiger Prosa, rein in die Fakten. Dass sich die
Wetterlage nach der sehr kalten und häufig trockenen Phase umgestellt
hat, dürfte sich weitgehend herumgesprochen haben. Die Luft kommt
nicht mehr aus Nordosten sondern meist von der Nordsee, was einen
ungleich höheren Feuchtigkeitsfaktor, aber auch höhere Temperaturen
zur Folge hat. Nachdem seit Wochenbeginn schon einige vergleichsweise
noch recht schwach konstituierte Tiefausläufer (deren Wirkung durch
Schneefall oder gefrierenden Regen/Sprühregen aber durchaus
beachtlich war) über unseren Raum hinweggezogen sind, kommt nun eine
neue Qualität ins Spiel. Und damit wären wir bei OLIVIA, ein
Tiefdruckgebiet, dessen zaghafter Quell im Europäischen Nordmeer
unweit der kleinen Insel Jan Mayen liegt, das nun aber dabei ist,
sich im Laufe des heutigen Dienstags in ein veritables und
meteorologisch durchaus beachtliches Sturmtief zu entwickeln. Dabei
wird OLIVIA von einer sehr flotten nordwestlichen Höhenströmung via
Norwegen und Schweden südostwärts gesteuert, um am Mittwochmittag
über dem Nordostzipfel Polens anzulanden. Auf dem Weg dorthin berührt
OLIVIA selbst, also der Kern des Tiefs, zwar keinen deutschen Boden,
gleichwohl sind die Auswirkungen nicht von schlechten Eltern. Bereits
am Dienstagabend frischt der westliche bis nordwestliche Wind
zunächst im Nordwesten merklich auf und von der Nordsee her zieht ein
Niederschlagsgebiet heran, das sich in der Nacht rasch südostwärts
bis hinunter zu den Alpen ausbreitet. Dabei fällt in den tiefen Lagen
West- und Nordwestdeutschlands meist Regen, sonst überwiegend Schnee.
Da die Böden meist noch tief gefroren sind (in einigen Regionen bis
zu einem halben Meter oder sogar noch etwas darüber), besteht
vielleicht mit Ausnahme des äußersten Westens und Nordwestens
(Grenzbereich zu den Niederlanden, Ostfriesland) die Gefahr von
Glatteis. Nach Süden und Osten hin sowie im Mittelgebirgsraum lautet
das Thema aber überwiegend "Schnee", und das nicht zu knapp. 3 bis 8
cm Neuschnee stehen auf der Karte - in tiefen Lagen. In einigen
Mittelgebirgen (u.a. Rothaargebirge, Harz, Thüringer Wald, Erz- und
Fichtelgebirge, später auch Schwarzwald) kommen 5 bis 15, lokal sogar
bis zu 20 cm Neuschnee zusammen. Doch damit nicht genug; der
westliche bis nordwestliche Wind frischt noch weiter auf mit starken
bis stürmischen Böen, im höheren Bergland sogar Sturmböen oder
schweren Sturmböen. Stürmischer Wind und viel trockener Schnee sind
die ideale Rezeptur für starke Schneeverwehungen, die für teils
erhebliche Behinderungen im Straßen- und Schienenverkehr sorgen
werden - trotz fleißiger Räumdienste, die über das Bevorstehende
schon in Kenntnis gesetzt sind.
Am Mittwoch selbst schneit es in Süddeutschland kräftig weiter, nur
zum Teil fällt in tiefen Lagen Baden-Württembergs Regen (mit der
Möglichkeit von Glätte). In einigen Staulagen (Alpen, Schwarzwald)
sind bis zu 20 cm, örtlich auch noch etwas mehr Neuschnee drin. Dazu
bleibt es sehr windig bis stürmisch, so dass auch das Problem der
Schneeverwehungen erhalten bleibt. Für einige Regionen wird im Laufe
des heutigen Tages oder Abends sehr wahrscheinlich eine
Unwetterwarnung vor starken Schneeverwehungen herausgegeben. Bitte
verfolgen Sie die genaue Warnsituation unter www.wettergefahren.de.
In den Norden lenkt OLIVIA am Mittwoch vorübergehend etwas trockenere
Luft (die Luftmasse muss die norwegischen Berge überströmen, wodurch
ein gewisser Austrocknungsprozess in Gang kommt), so dass es dort im
Tagesverlauf längere Zeit trocken bleibt und sich zumindest
abschnittsweise die Sonne mal wieder in Erinnerung bringt. Bis zum
Donnerstag zieht OLIVIA dann nach Südosteuropa ab und verliert
entsprechend an Wirkung auf unser Wetter. Letzte Schneefälle im
Südosten und an den Alpen stehen einem schwachen Zwischenhoch weiter
nordwestlich gegenüber, dessen Lebensdauer sich aber in einem sehr
limitierten Rahmen bewegt. Ursache ist die nächste Dame auf der
meteorologischen Bühne, die sich zwar noch weit im Norden Europas
aufhält, ihre Fühler aber spätestens ab Donnerstagabend ziemlich
nassforsch auf unseren Raum ausstreckt. Arrivederchi OLIVIA, herzlich
willkommen, PATRICIA...

Kommt "Blitzeis"? 12.02.12

Klare Antwort: Jein
Warum das?
Es gibt keine meteorologische Definition von "Blitzeis".

Wenn man das Wort Blitz nicht allzu eng betrachtet, kann man aus
meteorologischer- und auch streutechnischer Sicht zwei Sorten
Blitzeis unterscheiden.

Betrachten wir zunächst mal die Regenentstehung.
In unseren Breiten ist Regen normalerweise geschmolzener Schnee,
wobei die Höhe, in der der Schnee schmilzt, logischerweise von den
Temperaturen abhängt. Im Sommer liegt die Nullgradgrenze immer so
hoch, dass es in den Niederungen nur regnet, im Winter fällt der
Niederschlag mal als Regen, mal als Schnee.

Für das Blitzeis erster Art braucht man eine normale atmosphärische
Temperaturschichtung, bei der es nach unten hin immer wärmer wird.
Der Schnee schmilzt während des Fallens und wird zu Regen. Die Straße
aber hat Temperaturen von unter null Grad. (Derzeit im Norden um -4
Grad, sonst unter -10 Grad) Dadurch gefriert der Regen am Boden. Je
kälter der Boden und umso kleiner die Tropfen, umso schneller friert
der Regen und so kann es bereits nach Minuten spiegelglatt werden.
Dem kann man mit Streusalz, das bei Belagstemperaturen bis -20 Grad
wirkt, vorbeugen.

Nun zum Blitzeis zweiter Art.
Dabei nimmt die Temperatur nach unten hin nur bis zu einer bestimmten
Höhe von beispielsweise 1 km zu, um dann wieder auf Werte unter null
Grad abzusinken.
Wenn bis zum Erreichen der bodennah kalten Schicht der Schnee bereits
geschmolzen ist, kühlt sich der Regen auf Werte unter(!) null Grad ab

und geht beim Auftreffen schlagartig in Eis über, also wirklich
blitzartig.
Da hilft dann auch zunächst kein Streusalz mehr und dann sind
zwingend Unwetterwarnungen fällig.
Das Blitzeis zweiter Art tritt typischerweise dann auf, wenn in der
Höhe Warmluft vom Mittelmeer kommt und der Regen längere Zeit in die
bodennah eiskalte Kontinentalluft fällt.
Die derzeitige Nordostwetterlage wird von einer Nordwestlage
abgelöst. Bei Nordwestlagen wird die kalte Bodenschicht schnell durch
eine normale Temperaturschichtung ersetzt.
Daher kann man davon ausgehen, dass es beim Übergang von Schnee zu
Regen nur zum Blitzeis erster Art kommt. Und dem kann durch
rechtzeitiges Streuen der Zahn gezogen werden.
Außerdem fällt der Regen oftmals in eine Schneedecke und da ist man
sowieso immer auf Glätte vorbereitet.

Kommen wir nun zur Ausgangsfrage zurück.
Blitzeis (erster Art) kann bei dem Übergang zur Nordwestwetterlage in
den Niederungen örtlich auftreten. Ein Verkehrschaos ist aber nicht
zu erwarten.

Aus trockenkalt wird nasskalt - Umstellung der Großwetterlage im Visier 10.02.12

Mit dem heutigen Freitag ist bereits der zehnte Tag des Monats
Februar erreicht, und nach wie vor dauert das kalte und frostige
Winterwetter an. Schön werden die einen sagen, Sch... mögen die anderen
fluchen - an den Fakten ändert das nichts. Stellt man eine kleine
klimatologische Zwischenbilanz für diesen Monat auf, so dürfte es
niemanden verwundern, dass es bei der Temperaturabweichung nur
negative Zahlen gibt. Die Beträge dieser Werte beeindrucken aber
schon gewaltig.
Mit Ausnahme Norddeutschlands ist es bisher verbreitet mehr als 10
Grad zu kalt gegenüber dem langjährigen Mittelwert (Referenzperiode
1961-90), der sich allerdings auf den gesamten Monat Februar bezieht.
Den absoluten Kältevogel hinsichtlich der Abweichung (Basis:
DWD-Stationen) schießt das sächsische Deutschneudorf-Brüderwiese - in
etwa 700 m Höhe im Erzgebirge an der Grenze zu Tschechien gelegen -
ab, wo der Mittelwert (also Tag- und Nachttemperaturen) bei satten
-16,2 Grad liegt, was einer Differenz von
-14,3 Grad zum statistischen Soll entspricht. Noch kälter war es
allerdings auf der Zugspitze mit -19,1 Grad (Abweichung -7,7 Grad),
was in erster Nährung nicht zu verwundern scheint, liegt diese doch
in rund 3000 m Seehöhe. Allerdings zeigt dieser Wert recht
eindrucksvoll, dass es sich bei der seit Tagen wetterbestimmenden
Luftmasse um eine so genannte hoch reichende Kaltluft handelt, wie
sie für Hochrandlagen mit östlicher bis nordöstlicher Strömung
typisch ist. Es gibt aber durchaus Fälle, wo sich das Hoch über
Mitteleuropa etabliert und sich eine Temperaturinversion ausbildet.
Das bedeutet nichts anderes, dass sich in den tiefen Lagen und in den
Tälern zäh die Kaltluft hält, während weiter oben die Temperatur
steigt und es somit in den Höhenlagen milder ist als unten, was sich
natürlich auch den klimatologischen Zahlen widerspiegelt.
Wie auch immer, die höchste Mitteltemperatur bietet derzeit die Insel
Helgoland in der Deutschen Bucht mit -3,7 Grad (Abweichung -5,8
Grad), was angesichts der maritimen Exposition ebenfalls äußerst
bemerkenswert ist. Kälter war es zwar am Kap Arkona auf Rügen mit
-4,9 Grad, wo aber mit
-5,1 Grad deutschlandweit die derzeit geringste Differenz zum
langjährigen Mittel vorliegt.
Übrigens, etwas ältere Mitbürger und Mitbürgerinnen mögen sich
vielleicht weit zurück erinnern an das Jahr 1956, das vom Verlauf her
große Ähnlichkeiten zu diesem Winter aufwies. Damals waren der
Dezember (1955) und Januar ebenfalls ziemlich mild ausgefallen, bevor
es Anfang Februar - übrigens damals auch mit 29 Tagen ausgestattet
(Schaltjahr) - mächtig zur Sache ging. Fast den ganzen Monat
herrschte zwischen hohem Luftdruck über Nord- und Nordosteuropa und
tiefem Luftdruck im mediterranen Raum, also ähnlichen Verhältnissen
wie jetzt, eine östliche bis nordöstliche Strömung vor, die für
anhaltend frostiges Winterwetter sorgte. Am Ende stand in der Fläche
eine Abweichung von sage und schreibe -10,0 Grad zu Buche, was
legendär ist und die Spitzenposition in den Wetterchroniken nach 1881
einnimmt. Nicht wenige Kälterekorde (kälteste Nacht, kältester Tag)
für den Monat Februar an diversen Wetterstationen resultieren aus dem
Jahr 1956 und sind bis heute nicht getilgt.
Da stellt sich natürlich unweigerlich die Frage, ob der Februar 2012
realistisch in der Lage ist, dem 56iger Februar den Rang abzulaufen.
Nun, wenn jetzt der Cut käme, hätten wir es wohl geschafft - trotz
Klimaveränderung, globale Erwärmung und, und, und. Allerdings haben
wir noch gut 20 Tage vor der Brust, und die Computermodelle der
diversen Wetterdienste lassen inzwischen keinen Zweifel mehr
aufkommen, dass in der kommenden Woche eine nachhaltige Umstellung
der Großwetterlage ins Haus steht. Kurz gesagt, Hoch DIETER geht im
Laufe des Wochenendes ganz allmählich die Puste aus, während
gleichzeitig Tiefdruckgebiete über Nordeuropa ihren Anspruch auf
Einflussnahme auf das hiesige Wettergeschehen zunehmend ins Spiel
bringen. Nach einem insgesamt ruhigen und frostigen Samstag macht
sich am Sonntag zumindest im Norden und Nordwesten bereits der erste
Tiefausläufer - Absender ist das Nordmeertief MAIKE - mit
Schneefällen, stellenweise vielleicht auch etwas gefrierendem
Sprühregen bemerkbar. Dazu kommt es zu einer leichten
Frostabschwächung, ohne dass es aber gleich wirklich milder wird. Im
Laufe der kommenden Woche positionieren sich die Hochs und Tiefs dann
endgültig neu. Hoher Luftdruck - bisher eher in Nord- und
Nordosteuropa zu finden - baut sich über dem nahen Ostatlantik vor
Irland und Großbritannien auf. Gleichzeitig etablieren sich über
Nordeuropa verschiedene Tiefdruckgebiete, von denen eines durchaus
auch mal den Weg zu uns finden kann. Entscheidend aber ist die
Tatsache, dass sich zwischen dem Hoch und den Tiefs eine
nordwestliche Strömung einstellt, mit der maritime Polarluft nach
Mitteleuropa respektive Deutschland gesteuert wird. Diese Luftmasse
ist von ihrem Ursprung zwar ebenfalls kalt, erwärmt sich aber auf
ihrem Weg über den Nordotatlantik bzw. die Nordsee und nimmt
gleichzeitig noch reichlich Feuchtigkeit auf. Die Folge ist
einerseits zwar eine Frostabschwächung, die im Nordwesten schneller
und nachhaltiger abläuft als im Südosten. Allerdings bleibt das
Temperaturniveau noch so niedrig, dass die wiederholten Niederschläge
häufig als Schnee und nur teilweise als Regen fallen. Da die Böden
deutschlandweit noch tief gefroren sind, besteht gerade zu
Wochenanfang und nach Nordwesten hin die Gefahr von Glatteis. In den
Bergen kann es - besonders im Nordweststau - zeitweise kräftig
schneien, aber auch im Flachland wird es vielerorts weiß und so
manchen Autofahrer möglicherweise zur Weiß-Glut bringen. Dazu gesellt
sich wahrscheinlich am Dienstag und auch noch am Mittwoch ein
lebhafter und böiger, teils stürmischer Nordwestwind.
Also, die Weichen für atmosphärische Turbulenzen werden bereits im
Laufe des Wochenendes gestellt. Die kommende Woche wird
meteorologisch brisant und hochinteressant - auch wenn wir uns
temperaturmäßig vom Rekordkurs entfernen.

Aus trockenkalt wird nasskalt - Umstellung der Großwetterlage im Visier

Mit dem heutigen Freitag ist bereits der zehnte Tag des Monats
Februar erreicht, und nach wie vor dauert das kalte und frostige
Winterwetter an. Schön werden die einen sagen, Sch... mögen die anderen
fluchen - an den Fakten ändert das nichts. Stellt man eine kleine
klimatologische Zwischenbilanz für diesen Monat auf, so dürfte es
niemanden verwundern, dass es bei der Temperaturabweichung nur
negative Zahlen gibt. Die Beträge dieser Werte beeindrucken aber
schon gewaltig.
Mit Ausnahme Norddeutschlands ist es bisher verbreitet mehr als 10
Grad zu kalt gegenüber dem langjährigen Mittelwert (Referenzperiode
1961-90), der sich allerdings auf den gesamten Monat Februar bezieht.
Den absoluten Kältevogel hinsichtlich der Abweichung (Basis:
DWD-Stationen) schießt das sächsische Deutschneudorf-Brüderwiese - in
etwa 700 m Höhe im Erzgebirge an der Grenze zu Tschechien gelegen -
ab, wo der Mittelwert (also Tag- und Nachttemperaturen) bei satten
-16,2 Grad liegt, was einer Differenz von
-14,3 Grad zum statistischen Soll entspricht. Noch kälter war es
allerdings auf der Zugspitze mit -19,1 Grad (Abweichung -7,7 Grad),
was in erster Nährung nicht zu verwundern scheint, liegt diese doch
in rund 3000 m Seehöhe. Allerdings zeigt dieser Wert recht
eindrucksvoll, dass es sich bei der seit Tagen wetterbestimmenden
Luftmasse um eine so genannte hoch reichende Kaltluft handelt, wie
sie für Hochrandlagen mit östlicher bis nordöstlicher Strömung
typisch ist. Es gibt aber durchaus Fälle, wo sich das Hoch über
Mitteleuropa etabliert und sich eine Temperaturinversion ausbildet.
Das bedeutet nichts anderes, dass sich in den tiefen Lagen und in den
Tälern zäh die Kaltluft hält, während weiter oben die Temperatur
steigt und es somit in den Höhenlagen milder ist als unten, was sich
natürlich auch den klimatologischen Zahlen widerspiegelt.
Wie auch immer, die höchste Mitteltemperatur bietet derzeit die Insel
Helgoland in der Deutschen Bucht mit -3,7 Grad (Abweichung -5,8
Grad), was angesichts der maritimen Exposition ebenfalls äußerst
bemerkenswert ist. Kälter war es zwar am Kap Arkona auf Rügen mit
-4,9 Grad, wo aber mit
-5,1 Grad deutschlandweit die derzeit geringste Differenz zum
langjährigen Mittel vorliegt.
Übrigens, etwas ältere Mitbürger und Mitbürgerinnen mögen sich
vielleicht weit zurück erinnern an das Jahr 1956, das vom Verlauf her
große Ähnlichkeiten zu diesem Winter aufwies. Damals waren der
Dezember (1955) und Januar ebenfalls ziemlich mild ausgefallen, bevor
es Anfang Februar - übrigens damals auch mit 29 Tagen ausgestattet
(Schaltjahr) - mächtig zur Sache ging. Fast den ganzen Monat
herrschte zwischen hohem Luftdruck über Nord- und Nordosteuropa und
tiefem Luftdruck im mediterranen Raum, also ähnlichen Verhältnissen
wie jetzt, eine östliche bis nordöstliche Strömung vor, die für
anhaltend frostiges Winterwetter sorgte. Am Ende stand in der Fläche
eine Abweichung von sage und schreibe -10,0 Grad zu Buche, was
legendär ist und die Spitzenposition in den Wetterchroniken nach 1881
einnimmt. Nicht wenige Kälterekorde (kälteste Nacht, kältester Tag)
für den Monat Februar an diversen Wetterstationen resultieren aus dem
Jahr 1956 und sind bis heute nicht getilgt.
Da stellt sich natürlich unweigerlich die Frage, ob der Februar 2012
realistisch in der Lage ist, dem 56iger Februar den Rang abzulaufen.
Nun, wenn jetzt der Cut käme, hätten wir es wohl geschafft - trotz
Klimaveränderung, globale Erwärmung und, und, und. Allerdings haben
wir noch gut 20 Tage vor der Brust, und die Computermodelle der
diversen Wetterdienste lassen inzwischen keinen Zweifel mehr
aufkommen, dass in der kommenden Woche eine nachhaltige Umstellung
der Großwetterlage ins Haus steht. Kurz gesagt, Hoch DIETER geht im
Laufe des Wochenendes ganz allmählich die Puste aus, während
gleichzeitig Tiefdruckgebiete über Nordeuropa ihren Anspruch auf
Einflussnahme auf das hiesige Wettergeschehen zunehmend ins Spiel
bringen. Nach einem insgesamt ruhigen und frostigen Samstag macht
sich am Sonntag zumindest im Norden und Nordwesten bereits der erste
Tiefausläufer - Absender ist das Nordmeertief MAIKE - mit
Schneefällen, stellenweise vielleicht auch etwas gefrierendem
Sprühregen bemerkbar. Dazu kommt es zu einer leichten
Frostabschwächung, ohne dass es aber gleich wirklich milder wird. Im
Laufe der kommenden Woche positionieren sich die Hochs und Tiefs dann
endgültig neu. Hoher Luftdruck - bisher eher in Nord- und
Nordosteuropa zu finden - baut sich über dem nahen Ostatlantik vor
Irland und Großbritannien auf. Gleichzeitig etablieren sich über
Nordeuropa verschiedene Tiefdruckgebiete, von denen eines durchaus
auch mal den Weg zu uns finden kann. Entscheidend aber ist die
Tatsache, dass sich zwischen dem Hoch und den Tiefs eine
nordwestliche Strömung einstellt, mit der maritime Polarluft nach
Mitteleuropa respektive Deutschland gesteuert wird. Diese Luftmasse
ist von ihrem Ursprung zwar ebenfalls kalt, erwärmt sich aber auf
ihrem Weg über den Nordotatlantik bzw. die Nordsee und nimmt
gleichzeitig noch reichlich Feuchtigkeit auf. Die Folge ist
einerseits zwar eine Frostabschwächung, die im Nordwesten schneller
und nachhaltiger abläuft als im Südosten. Allerdings bleibt das
Temperaturniveau noch so niedrig, dass die wiederholten Niederschläge
häufig als Schnee und nur teilweise als Regen fallen. Da die Böden
deutschlandweit noch tief gefroren sind, besteht gerade zu
Wochenanfang und nach Nordwesten hin die Gefahr von Glatteis. In den
Bergen kann es - besonders im Nordweststau - zeitweise kräftig
schneien, aber auch im Flachland wird es vielerorts weiß und so
manchen Autofahrer möglicherweise zur Weiß-Glut bringen. Dazu gesellt
sich wahrscheinlich am Dienstag und auch noch am Mittwoch ein
lebhafter und böiger, teils stürmischer Nordwestwind.
Also, die Weichen für atmosphärische Turbulenzen werden bereits im
Laufe des Wochenendes gestellt. Die kommende Woche wird
meteorologisch brisant und hochinteressant - auch wenn wir uns
temperaturmäßig vom Rekordkurs entfernen.

Weiße Winterpracht an der Adria 8.02.12

Die Adria - im Sommer ein beliebtes Ziel um Sonne und Wärme zu
tanken, wenn sich Deutschland mal wieder eher verregnet und kühl
gestaltet. Aber auch in der kalten Jahreszeit zieht es den einen oder
anderen zu dem eigentlich milden Mittelmeerklima.

Doch wie sieht es jetzt aus? In vielen Regionen dort liegt mehr
Schnee als in Deutschland, wenn man mal von unseren Mittelgebirgen
und den Alpen absieht.

Rimini, eigentlich ein Garant für mildes Klima und Dolce Vita meldet
heute (Mittwoch) 10 cm Gesamtschneehöhe. Dies mag sich nicht viel
anhören, doch es ist eigentlich eher selten, dass sich eine
Schneedecke direkt an der Adria ausbildet. München hat im Vergleich
dazu "nur" 7 cm.

Doch wie kommt es dazu, dass an der Adria mehr Schnee liegt, als in
dem deutlich nördlicher liegendem Deutschland?

Schuld daran ist die Großwetterlage, die auch Deutschland fest in
ihrem Griff hält. Gemeint ist unter anderen ein sehr mächtiges Hoch
(DIETER) über Westsibirien, dass kalte und auch trockene
Kontinentalluft über Deutschland und Frankreich bis zum noch warmen
Mittelmeer transportiert hat. Die kalte und trockene Kontinentalluft
konnte sich dort mit Wasserdampf anreichern. Weiterhin hat sich dort
ein Tief (Luftströmung entgegen dem Uhrzeigersinn) gebildet, das nun
die feuchte, aber immer noch relativ kalte Luft wieder zum Festland
transportiert. Die Folge ist, dass es selbst in den küstennahen
Mittelmeerregionen, wie der Adriaküste sehr kräftig geschneit hat.
Indes ist das Tief etwas weiter ostwärts gezogen und hat auch
Griechenland und Bulgarien erreicht. Eingeschneite Straßen und
eingeschränkter Flugverkehr lauten nun von dort die aktuellen,
eigentlich eher untypischen Meldungen.

Aber auch uns hat das Mittelmeertief Neuschnee beschert. Gestern
gelangte etwas feuchtere Luft aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland
und sorgte bei mäßigem bis strengem Dauerfrost verbreitet für eine
dünne Neuschneedecke.

Und diese wird sich wohl auch noch einige Tage halten, denn eine
deutliche Milderung, mit der sich verbreitet Tauwetter einstellen
könnte, ist erstmal nicht in Sicht.

Das EZMW 7.02.12

Vor etwas mehr als 2 Wochen, genauer gesagt am 21.01.2012 ging es im
Thema des Tages um die mittelfristige Wettervorhersage (nachzulesen
im Archiv; dazu auf der rechten Seite unter Thema des Tages auf
[mehr] klicken). Es gibt zahlreiche Möglichkeiten um das Wetter in
den Tagen 4 bis 10 vorherzusagen. Die Grundlage dafür bietet zumeist
das EZMW.

Jetzt möchte sicherlich jeder gerne wissen, wofür diese Abkürzung
steht. Das EZMW ist das "Europäische Zentrum für Mittelfristige
Wettervorhersage". Diese internationale Organisation wurde im Jahr
1975 gegründet. Sein Sitz liegt gut 60 km westlich von London, in der
britischen Großstadt Reading. Neben Deutschland gibt es noch 18
weitere europäische Mitgliedsländer. Diese beteiligen sich sowohl
finanziell, als auch aktiv an dieser Organisation. Daneben gibt es
Kooperationen zwischen dem EZMWF und 15 Ländern, darunter auch Israel
oder Marokko.

Das jährliche Budget liegt derzeit bei fast 40.5 Millionen Pfund.
Dieses wird in Abhängigkeit vom Bruttoinlandsprodukt zwischen den
einzelnen Mitgliedsstaaten aufgeteilt. Deutschland trägt dabei mit
etwa 20.1 Prozent den mit Abstand größten Anteil. Es folgen
Frankreich mit 15.7 % und Großbritannien mit knapp 15 %.

Das EZMW verfolgt verschiedene Aufgaben. Eine sehr wichtige ist die
Entwicklung eines Modells, das der mittelfristigen Wettervorhersage
dient und den Mitgliedstaaten und Co-Partnern zur Verfügung gestellt
wird. Des Weiteren ist die Forschung ein wichtiges Aufgabenfeld, mit
der die Modellleistung stetig verbessert werden soll. Die
Voraussetzung dafür ist ein riesiges Archiv an Modelldaten. Dessen
Erhaltung und Pflege ist ebenfalls ein wichtiger Aufgabenteil. Das
EZMW verpflichtet sich des Weiteren der Fort- und Weiterbildung. So
gibt es beispielsweise alljährlich zwei Fortbildungsseminare für
Wettervorhersager aus ganz Europa. Dabei werden den Meteorologen neu
entwickelte Produkte gezeigt und ihre Nutzung näher erläutert. Der
letzte Aufgabenpunkt ist die Zusammenarbeit mit anderen
Organisationen, wie beispielsweise der WMO (World Meteorological
Organization).

Die vom EZMW zur Verfügung gestellten Produkte sind die besten auf
dem Gebiet der mittelfristigen Wettervorhersage. Die Grundlage dafür
ist das bereits angesprochene EZMW-Vorhersagemodell. Dieses bietet
eine hohe zeitliche und räumliche Auflösung. Zudem ist das Verfahren,
wie die vorhandenen Wetterbeobachtungen in das Modell eingebaut
werden (Datenassimilation) sehr modern und fortschrittlich. Vor allem
diese beiden Punkte bilden die Grundlage für die hohe Prognosegüte.
Und genau daran orientiert sich auch die zukünftige Weiterentwicklung
des Modells.

Die Produkte stehen den nationalen Wetterdiensten der beteiligten
Länder unter anderem auf der Homepage des EZMW (www.ecmwf.int) zur
Verfügung. Darüber hinaus gibt es auch eine neue
Visualisierungsplattform, die es den Nutzern erleichtert die
Produkte darzustellen und miteinander zu vergleichen.

Für den Meteorologen, der sich mit der mittelfristigen
Wettervorhersage beschäftigt, sind die Produkte vom EZMW von großer
Bedeutung und stellen die wichtigste Grundlage für seine Vorhersagen
dar. Kombiniert mit anderen Modellen verschafft er sich dadurch einen
Überblick über die zukünftige Wetterentwicklung und diese sieht
aktuell wie folgt aus: Es gibt keine durchgreifende Änderung im
Wettergeschehen und schon gar kein Ende des eisigen Winterwetters. Im
kurzfristigen Vorhersagebereich wird es in der Höhe in den nächsten
Tagen etwas wärmer, in Bodennähe merkt man aber davon nicht wirklich
viel. Es bleibt überall dauerfrostig. Dabei machen sich am Dienstag
und Donnerstag vorübergehend dichtere Wolkenfelder bemerkbar, die
auch ein wenig Schnee mitbringen. Die Wolkenfelder sorgen dafür, dass
es nachts nicht mehr ganz so kalt ist.

Schaut man nun in den angesprochenen Mittelfristzeitraum (bis 10
Tage), so bleibt es weiter kalt. Erst zum Ende deuten die Modelle
zaghaft eine Milderung an. Aufgrund der Erfahrung ist dies aber mit
Vorsicht zu genießen, da die Modelle häufig die Mächtigkeit der
Kaltluft unterschätzen. So bleibt allen, die die Kälte satt haben,
nur eins: Durchhalten, denn irgendwann muss es wärmer werden.

Kälterekorde zweiter Art 5.02.12

Erneut ist heute, Sonntag früh, die deutschlandweit kälteste Nacht
dieses Winters zu vermelden.
Von den Rekordwerten der Tiefsttemperaturen des Februars sind die
Werte meist noch etwas entfernt, doch hat die letzte Nacht mit
Rekorden zweiter Art auf sich aufmerksam gemacht.
Etliche Stationen hatten vermutlich die kälteste Nacht seit
Messbeginn, ohne dass eine Schneedecke für die starke Kälte
mitverantwortlich war.
In Frankfurt beispielsweise geht man aus Erfahrung, nicht aufgrund
von Messwerten, ohne Schneedecke von Tiefstwerten nicht unter -13
Grad aus. Letzte Nacht sank das Quecksilber dort aber auf unter -15°
C. Auch etliche andere Gegenden, die ähnlich gelegen sind, haben
vermutlich diese Nacht den Rekord zweiter Art erlebt.
Absolute Tiefsttemperaturen gab es an einigen Stationen, die nicht
seit mindestens dem 01.02.1956 messen, dem Tag mit dem bisherigen
Februarrekord an den meisten Stationen. Beispielsweise in Perl an der
Mosel (Messungen seit 1965), wo der Tiefstwert von -14,9°C mit -16°C
deutlich unterboten wurde, auch Manderscheid in der Eifel (Messungen
seit 1961) hat mit -17,7°C die kälteste Nacht seit Messbeginn.
Das sind allerdings nur die Tiefstwerte, die heute um 7 Uhr gemeldet
wurden.
Warum "nur" werden Sie sich fragen?
Tiefstwerte werden etwa 1 Stunde nach Sonnenaufgang erreicht, weil
erst dann die Einstrahlung der Sonne die Kälte bringende Ausstrahlung
in das Weltall übersteigt.
Beim derzeitigen Sonnenaufgang liegen also die Tiefstwerte etwa
zwischen 8.30 Uhr im Osten und etwa 9 Uhr im Westen.
Deshalb melden unsere Wetterstationen die Tiefstwerte im Laufe des
Vormittags erneut und der bisherige Kälterekord dieses Winters, der
gestern mit -27,1 Grad für Oberstdorf verkündet wurde, lag in
Wirklichkeit bei -28,5 °C.
Und kalt geht es auch weiter, Dienstag früh erwarten wir im größten
Teil Deutschlands die kälteste Nacht der Woche.
Danach soll es langsam mit den Temperaturen bergauf gehen. Der
Dauerfrost wird sich allerdings halten.

Wie eiskalt ist dies Händchen . . . 3.02.12

Wer am gestrigen Donnerstag beim Verlassen der Wohnung ziemlich bald
abgestraft wurde, weil er Mütze oder Handschuhe vergessen hatte,
hatte hoffentlich heute früh alles parat gelegt. Schließlich gingen
die Temperaturen noch tiefer in den Keller. In großen Teilen
Thüringens und Sachsens wurde diesmal die -20 Grad- Marke
unterschritten. Bad Elster war mit -23,6 Grad am kältesten.
Nun ist für diese Kälte noch immer das Russland-Hoch DIETER
zuständig. Wer aber einen Blick auf die aktuelle Wetterkarte wirft,
entdeckt auch 2 Tiefdruckgebiete. Tief KATARZYNA ist über der Ostsee
entstanden, weil beständig Kaltluft über die mit 4 Grad
Wassertemperatur recht milde Ostsee streicht. Im Bereich dieses Tiefs
kommt es immer wieder zu Schneefällen. Daher hat sich im Norden und
Nordosten bereits eine bis zu 6 cm dicke Schneedecke gelegt. Da sich
an der Wettersituation nichts Grundlegendes ändert, wird noch einiges
an Schnee durch weitere Schauer hinzu kommen. Wintersportregion
Mecklenburg-Vorpommern??
Beim Blick auf das heimische Barometer mag man sich übrigens
verwundert die Augen reiben: Tiefdruck bei 1034 hPa?? Jawohl,
richtig! Es gibt keinen einheitlichen Druckwert für die Definition
eines Tiefs. Vielmehr definieren sich hoher und tiefer Luftdruck
immer nur relativ zur Umgebung. Verglichen mit 1037 hPa im Saarland
und in Südschweden ist der Luftdruck eben im Ostseebereich
niedriger. Dieses Tief ist nicht sehr hochreichend, deswegen sind die
ausfallenden Schneemengen meist such nur gering.

Über Italien hat ein Tief namens JULIA bedeutend mehr Schnee
abgeladen. So wurde heute früh in Bologna 26 cm Schnee gemessen.

Nun stellt sich natürlich die Frage: wie lange bleibt es denn so
kalt? Die aktuellen Computerberechnungen deuten auch in der nächsten
Woche noch keine Milderung an!

Europa, ein einziger Eisschrank! 2.02.12

Schaut man sich die Tiefsttemperaturen in Europa von Donnerstagfrüh
an, kommt man schnell ins Zittern. Die Grenze zwischen dem Osten
Deutschlands und Polen ist dabei fließend. Tiefstwerte zwischen -15
und -20 Grad C.
Nach Westen hin war der Frost nicht ganz so streng, aber die Werte
waren auch hier durchweg zweistellig. -10 bis -15 Grad C wurden hier
gemeldet.
Ein Blick nach Skandinavien zeigt, dass es auch noch kälter geht. -20
bis -30 Grad C zeigte dort das Thermometer. Im Norden Finnlands
wurden sogar -39 Grad C registriert.

Wer nun glaubt, dass eine Flucht in Richtung Mittelmeer ein probates
Mittel sei, dem Frost zu entfliehen, der wird arg getäuscht. Auch in
diesen Regionen ist es kalt geworden.

Spanien und Portugal haben in den nördlichen Landesteilen überall
Frost zwischen -2 und -7 Grad C. Frostfrei sind lediglich die
unmittelbaren Küstenbereiche. Aber +2 Grad C als Tiefsttemperatur in
Barcelona sind wohl wenig geeignet zum Auftauen.

Auch Palma auf Mallorca hat lediglich 6 Grad C als Tiefstwert
gemeldet.
Schaut man weiter nach Osten, wird es auch nicht wärmer. Italien hat
fast bis in die Stiefelspitze Frost, auf dem Balkan kommt zu
zweistelligen Minuswerten auch noch Schneefall.

Frost auch in Griechenland, sogar auf dem Pelepones. Selbst in Athen
war es mit 4 Grad C kalt.

Auch die Türkei, als letzter Fluchtort (die Schweiz kommt bei der
Kälte nämlich als Alternative mit Temperaturen zum Teil bis -20 Grad
C auch nicht in Frage) stellt keine wirkliche Lösung dar. -2 Grad C
in Antalya und Istanbul reihen sich nahtlos in das Kältescenario ein.

Betrachtet man die weitere Wetterentwicklung für die nächsten Tage,
dann wird sich nur wenig ändern. Der Zustrom von trockener Kaltluft
aus dem Osten wird nämlich unvermindert andauern und die
Tiefsttemperaturen eher noch etwas nach unten hin absenken.

Da hilft Europa kein noch so großer Rettungsschirm.
Was Europa jetzt dringend benötigt, findet man auf den Britischen
Inseln.
Einen "Tower" (sprich: Tauer) braucht es, der das Eis zum Schmelzen
bringt.

Deutschlandwetter im Januar 2012: Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland 1.02.12

Erste Auswertungen der Ergebnisse von 2 000 Messstationen des
Deutschen Wetterdienstes (DWD) in ganz Deutschland
Besonders warme Orte im Januar 2012*
1. Platz Köln-Stammheim (Nordrhein-Westfalen) 4,9°C Abweich. +2,1 Grad
2. Platz Helgoland (Schleswig-Holstein) 4,8°C Abweich. +2,3 Grad
3. Platz Geilenkirchen (Nordrhein-Westfalen) 4,8°C Abweich. +2,7 Grad
Besonders kalte Orte im Januar 2012*
1. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) -2,8°C Abweich. +1,8 Grad
2. Platz Carlsfeld (Sachsen) -2,5°C Abweich. +1,1 Grad
3. Platz Reit im Winkl (Bayern) -2.2°C Abweich. +1,4 Grad
Besonders niederschlagsreiche Orte im Januar 2012**
1. Platz Reit im Winkl (Bayern) 280,1 l/m² 216 Prozent
2. Platz Freudenstadt (Baden-Württemberg) 269,5 l/m² 155 Prozent
3. Platz Oberstdorf (Bayern) 254,7 l/m² 191 Prozent
Besonders trockene Orte im Januar 2012**
1. Platz Grünow (Brandenburg) 40,2 l/m² 131 Prozent
2. Platz Artern (Thüringen) 40,8 l/m² 153 Prozent
3. Platz Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz) 41,5 l/m² 106 Prozent
Besonders sonnenscheinreiche Orte im Januar 2012**
1. Platz Rostock-Warnemünde (Mecklenburg-Vorpommern) 77 Stunden 208 Prozent
2. Platz Aldersbach-Kriesdorf (Bayern) 76 Stunden 171 Prozent
3. Platz Attenkam (Bayern) 73 Stunden 102 Prozent
Besonders sonnenscheinarme Orte im Januar 2012**
1. Platz Andernach (Rheinland-Pfalz) 33 Stunden 85 Prozent
2. Platz Blankenrath (Rheinland-Pfalz) 33 Stunden 85 Prozent
3. Platz Deuselbach (Rheinland-Pfalz) 35 Stunden 69 Prozent

Bergstationen oberhalb 920 m NN sind hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel und Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Monatswertes zum vieljährigen
Mittelwert der jeweiligen Station (normal = 100 Prozent)

Hinweis an die Redaktion:
Den Monatsüberblick für ganz Deutschland sowie die Temperaturdaten
der Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.
Detaillierte Informationen zu rund 400 ausgewählten Wetterstationen
des Deutschen Wetterdienstes finden Sie im Wettershop des DWD unter
http://www.dwd-shop.de/wetterrueckblick.html

Regenzeit im südlichen Afrika 30.01.12

Derzeit verläuft die sog. Innertropischen Konvergenzzone (ITC), ein
im Laufe des Jahres den Sonnenhöchstständen folgender, durch
Konvektion und vertikalen Massenabfluss verursachter,
weltumspannender Tiefdruckgürtel, auf dem afrikanischen Kontinent
etwa zwischen 10 und 20 Grad südlicher Breite. In seinem Bereich
treten, mit Schwerpunkt in der zweiten Tageshälfte, oftmals von
heftigen Gewittern begleitete Starkregenfälle auf, die Zenitalregen
genannt werden und meist beträchtliche Niederschlagsmengen aufweisen.

So regnete es innerhalb von vierundzwanzig Stunden bis Freitag 06:00
UTC am Flughafen Sainte-Marie in Madagaskar (16°52'S, 49°45'E, 2 m
NN) 122 l/m² (=mm), auf dem afrikanischen Festland fielen im
Touristenort Kasane (17°24'S, 24°56'E, 968 m NN) im Vierländereck von
Botsuana, Namibia, Sambia sowie Simbabwe 85 mm, in Chipata (Sambia,
13°09'S, 32°38'E, 1028 m NN) 77 mm und in Serenje (Sambia, 12°53'S,
30°10'E, 1384 m NN) 63 mm. In den vierundzwanzig Stunden bis Samstag
06:00 UTC schüttete es vor allem im Norden und Osten Madagaskars,
Spitzenreiter war, wie an dieser Stelle bereits erwähnt, die Station
Fascene (13°01'S, 48°14'E, 10 m NN) mit 111 mm. Schließlich steigerte
sich auf Madagaskar die Niederschlagstätigkeit bis Sonntag früh, so
dass bis 06:00 UTC in Fascene erneut 196 mm in den Messbecher
flossen.

Auch in den nächsten Tagen muss in der Region gebietsweise mit
kräftigen Regengüssen gerechnet werden. Im klimatologischen Mittel
dauert die Regenzeit etwa bis März.

Hier und dort 29.1.12

In der vergangenen Nacht schneite es entlang einer Luftmassengrenze
zwischen relativ milder Atlantikluft und russischer Polarluft in
einem breiten Streifen, der sich von Mitteldeutschland bis in den
Alpenraum erstreckte. Im Messnetz des Deutschen Wetterdienstes wurden
innerhalb von vierundzwanzig Stunden bis heute früh 06:00 UTC
Niederschlagsmengen bis knapp 11 l/m² (=mm) registriert, damit einher
gingen Neuschneehöhen von bis zu 15 cm (beispielsweise in Sontheim,
Unterallgäu).

Wesentlich ergiebigere Niederschläge, die teils als Schnee, teils als
Regen fielen, verursachte im gleichen Zeitraum ein umfangreiches Tief
über der nordamerikanischen Atlantikküste mit Kern bei Neuengland.
Stellvertretend seien hier die kanadischen Stationen Manan (Provinz
New Brunswick, 44°46'N, 66°53'W, 78 m NN) und Western Head (Provinz
Nova Scotia, 44°02'N, 64°47'W, 10 m NN) mit 53 mm bzw. 52 mm genannt.

Am intensivsten sind stets die Niederschläge in den Tropen. So fielen
im Bereich einer flachen Depression über der Straße von Mosambik
innerhalb von vierundzwanzig Stunden bis gestern früh 06:00 UTC am
Flughafen Sainte-Marie in Madagaskar (16°52'S, 49°45'E, 2 m NN) 122
mm, in der gleichen Zeitspanne bis heute früh noch einmal 41 mm sowie
in Fascene im Norden der Insel (13°01'S, 48°14'E, 10 m NN) 111 mm.

Den Nord- und Ostküsten des Malaiischen Archipels bringt der
Nordostmonsun in diesen Wochen die Hauptregenzeit. Bis heute früh
06:00 UTC registrierte man im indonesischen Gamar Malamu (Molukken,
01°43'N, 127°45'E, 8 m NN) 199 mm und in Sandakan (Nordborneo,
06°06'N, 118°07'E, 10 m NN) 113 mm.

Wird es noch einmal richtig kalt? 27.1.12

Auf diese Frage gibt es wieder mal eine typische meteorologische
Antwort. Es kommt darauf an. Wenn sich "Cooper", das Hochdruckgebiet
über Russland, weiter entwickelt und zunehmend trockene und kalte
Festlandsluft zu uns transportiert, wird es bei uns in jedem Fall
kalt.
Sollte Cooper sich aber zu einem "Minicooper" entwickeln, dann würde
die westliche Wetterlage für Deutschland erhalten bleiben und Tief
"Helga" die Oberhand behalten. Vieles spricht aber eher dafür, dass
sich das russische Hochdruckgebiet noch deutlich verstärken wird. Das
wäre übrigens nicht ungewöhnlich für die Jahreszeit.

Dabei schleicht sich die Kaltluft in den nächsten Tagen mehr und mehr
von Osten heran. In der Nacht zum Samstag liegen die
Tiefsttemperaturen in Ostdeutschland schon zwischen -5 und -8 Grad C.
Ein Blick auf unseren polnischen Nachbarn zeigt aber, was uns noch
bevorsteht. Dort werden nämlich schon Tiefstwerte zwischen -9 und -14
Grad C prognostiziert.
Schneefälle gibt es tagsüber vor allem noch in Süddeutschland.

In der Nacht zum Sonntag kommt es auch im Westen schon überall zu
Frost, zwar leichtem, aber Frost ist Frost. Im Osten wird hier und da
schon einmal die -10 Grad C möglich sein.
Am Sonntag selbst zeigt die Wolkendecke über Deutschland vor allem im
Osten mehr und mehr Lücken und es kommt nur noch vereinzelt zu
Schneeschauern.

In der Nacht zum Montag sacken die Temperaturen im Westen schon
verbreitet auf Werte unter -5 Grad C. Auch tagsüber gibt es nur noch
vereinzelt Schneeschauer, nach Osten hin scheint vielfach schon die
Sonne. Aber auch am Tage werden hier die Temperaturen kaum über den
Gefrierpunkt steigen.

Ab Dienstag stellt sich dann in ganz Deutschland ruhiges Winterwetter
ein.
Tagsüber scheint vielfach die Sonne, aber nur im Westen können
Höchsttemperaturen bis nahe dem Gefrierpunkt erreicht werden. Im
Osten herrscht Dauerfrost.
In den meist klaren Nächten wird es richtig kalt. Im Westen liegen
die Tiefstwerte bei -7 Grad C, im Osten vielfach unter -10 Grad C. In
Tallagen, vor allem an den Alpen, sind auch verbreitet Werte unter
-15 Grad C zu erwarten.

Diese Entwicklung zeigt, dass der Winter noch lange nicht vorbei ist.

Der Frostwinter schleicht sich heran 26.01.02

Im Nordosten Deutschlands merkt man es schon seit Dienstag, Gevatter
Frost zeigt mal wieder dass es ihn noch gibt. In der Nacht zum
Dienstag gab es in Vorpommern bereits Tiefsttemperaturen bis -7 Grad.
Verbreitet Nachtfrost trat in der Nacht zum Mittwoch auf. Nur in
einigen Regionen im Norden und im Westen, wo der Himmel nachts
bedeckt blieb, stagnierte das Thermometer noch etwas über dem
Gefrierpunkt. In Menz, im Norden Brandenburgs gelegen, wurden -8 Grad
erreicht. Auf der Schwäbischen Alb und in Südbayern gab es örtlich
auch strengen Nachtfrost bis -13 Grad, direkt am Erdboden sogar bis
-17 Grad in Merklingen und in Holzkirchen. Noch etwas kälter wurde es
in Garmisch-Partenkirchen. Über der 49 cm dicken Schneedecke wurden
-19 Grad gemessen. Die benachbarte Wetterstation auf dem höchsten
Berg Deutschlands, der Zugspitze, erreichte am Morgen erstmals in
diesem Winter eine Schneehöhe von 5 Meter.

Verantwortlich für die bereits frostigen Temperaturen im Nordosten
Deutschlands ist das kräftige Hochdruckgebiet COOPER. Es liegt
aktuell mit einem Luftdruck von über 1050 Hektopascal über dem Norden
Russlands. COOPER und Gevatter Frost sind dicke Freunde. Hoch COOPER
sorgt über den weiten Schneeflächen im Norden Russlands für teilweise
klaren Himmel und windstille Verhältnisse. Das sind ideale
Voraussetzungen, dass sich in der dortigen Polarnacht die Luftmassen
kräftig auskühlen können. Die Tiefsttemperaturen lagen dort in der
letzten Nacht meist zwischen -20 und -34 Grad. Aktuell hat COOPER
noch eine kampfeslustige Gegenspielerin mit dem Namen HELGA. Die Dame
ist in der Realität der Wetterküche ein kräftiges Tiefdruckgebiet mit
Zentrum über Island. Ihre Tiefausläufer versuchen mit milder und
feuchter Meeresluft von Westen her gegen das mächtige Hoch über
Nordrussland voran zu kommen. Wir liegen bis zum Wochenende genau im
Kampfgebiet zwischen HELGA und COOPER. Über Deutschland kommt es
dabei zu einem sog. Frontenfriedhof. Das heißt, hier kommen die von
Westen anrückenden Frontensysteme zum Stillstand und lösen sich dann
an Ort und Stelle langsam auf. Dabei kommt es zeitweise zu meist
leichten Niederschlägen, die in der Westhälfte in den Niederungen
meist noch als Regen fallen. Je nach Tages- und Nachtzeit besteht
dabei die Gefahr von gefrierendem Regen. Je weiter man nach Osten
kommt und je mehr wir auf das Wochenende zugehen, umso mehr dominiert
die Schneephase. Nach derzeitiger Prognoselage wird es wohl bis
Sonntag im Flachland aber nicht flächendeckend für eine Schneedecke
reichen.

Ab Sonntag und vor allem in der kommenden Woche heißt der Sieger im
Wetterwettkampf dann eindeutig COOPER. Er verlagert seinen
Schwerpunkt zunehmend Richtung Skandinavien und auf seiner Südseite
schleicht sich die Frostluft aus Ost- und Nordeuropa langsam nach
Deutschland vor. Dabei müssen wir uns dann auf einen meist trockenen
und frostigen Witterungsabschnitt einstellen. Spätestens ab Mitte der
kommenden Woche wird es in großen Teilen Deutschlands Dauerfrost
geben. Nachts sind dann auch strenge Fröste möglich. Dort wo Schnee
liegt und keine schützende Wolkendecke vorhanden ist, sind auch
Tiefstwerte von unter -20 Grad zu erwarten. Höchste Zeit also für
alle Autofahrer, sich um ausreichenden Frostschutz für das Gefährt zu
kümmern. Auch so manche altersschwache Batterie wird dann ihren Geist
aufgeben und für Frust zum Frost am Morgen sorgen.

Kalt geht anders! 25.01.12

Nachdem im Thema des Tages vom gestrigen Montag von sommerlichen
Temperaturen die Rede war, sollen heute einmal die Tiefsttemperaturen
näher betrachtet werden.

Bedenkt man, dass derzeit Hochwinter in Deutschland ist, dann
spiegelt sich dies nur wenig in den Temperaturminima. Diese lagen in
der Frühe meist bei Werten um den Gefrierpunkt oder auch knapp
darüber. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern war der Himmel zeitweise
klar und die trockene Kaltluft aus dem Nordosten brachte Temperaturen
von zum Teil unter -5 Grad C, in Trollenhagen sogar -7 Grad C.

Echte Kältefreaks werden über solche Werte gerade einmal sanft
lächeln. Kalt geht anders. Schaut man nach Südskandinavien, so lagen
dort in der Frühe die Werte immerhin schon zwischen -10 und -15 Grad
C.
Noch kälter war es in Lappland. Dort traten verbreitet Werte von -20
bis -25 Grad C auf. -35 Grad C in Nikkaluokta, ganz im Norden
Schwedens, war die tiefste Temperatur, die in der Nacht zum Dienstag
in Europa vorzufinden war.

Für Menschen, die in Sibirien leben, sind dies aber fast schon milde
Temperaturen. Dort wurden verbreitet Tiefsttemperaturen unter -40
Grad C verzeichnet. Spitzenreiter bildeten Tosontsengel und
Priargunsk mit -46,5 Grad C. Auch am Kältepol bei dem bekannten
Ojmjakon wurden-45,9 Grad C gemessen. Auch ein Blick auf die
Höchsttemperaturen in diesen Regionen lässt einen frösteln.
Stellenweise lagen diese auch nur bei -41 Grad C.

Solche Temperaturen in Mitteleuropa hätten sicherlich den
Zusammenbruch unseres gesamten Verkehrs- und Wirtschaftssystems zur
Folge.

Aber keine Angst. In unseren Regionen sind auch in den nächsten Tagen
keine markanten Frosteinbrüche zu erwarten. Im Osten Deutschlands
liegen die Tiefstwerte meist zwischen -3 und -8 Grad C (je nach
Bewölkung), nach Westen hin bleibt es vielfach sogar frostfrei. Viel
zu mild für echte Kältefanatiker.

Am anderen Ende der Welt 24.01.12

Bei uns ist das jahreszeittypische Wetter im diesjährigen Winter noch
Mangelware. In den Wetterberichten traten bisher Begriffe wie
Dauerfrost oder strenger Frost nur sehr selten auf. Auch wenn Anfang
Januar in den Alpen teils enorme Schneemengen gefallen sind und
Skiurlauber teils um ihre Rückreise in die Heimat bangen mussten, hat
man in weiten Teilen Deutschlands bisher eher wenig von der
Anwesenheit des Winters 2011/2012 bemerkt.

Am anderen Ende der Welt, in Südostasien und Australien dagegen, ist
der Sommer in voller Fahrt. Von Thailand bis Australien herrschen
derzeit Höchsttemperaturen meist zwischen 27 und 35 Grad Celsius,
wobei es in Südostasien dazu noch sehr schwül ist. Im australischen
Outback wurden in den letzten Tagen auch bis zu 40 Grad Celsius
gemessen. An der Ostküste Australiens herrschen aufgrund von
östlichen Winden, die etwas kühlere und feuchtere Luft vom Meer
heranführen, nicht ganz so heiße Temperaturen, dort treten zudem
teils kräftige Schauer und Gewitter auf.

Im Folgenden sind ein paar aktuelle Temperaturen von heute Morgen um
6 UTC (UTC...Universal Time Coordinated/Weltzeit) aufgelistet:

Bangkok (Thailand) 33 Grad
Phnom-Penh (Kambodscha) 35 Grad
Ho Chi Minh (Vietnam) 32 Grad
Kuala Lumpur (Malaysia) 33 Grad
Jakarta (Indonesien) 31 Grad
Manila (Philippinen) 31 Grad
Perth (Australien) 34 Grad
Melbourne (Australien) 32 Grad
Canberra (Australien) 20 Grad
Sydney (Australien) 23 Grad

In der Meteorologie werden alle Meldungen mit Hilfe der Weltzeit
(UTC), der Zeit entlang des nullten Längengrades bei Greenwich nahe
London gemeldet und vergleichbar gemacht. Wir in Mitteleuropa leben
nach der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ), die London eine Stunde voraus
ist (UTC+1h). Während der Sommerzeit (MESZ...Mitteleuropäische
Sommerzeit) kommt eine weitere Stunde hinzu (UTC+2 h). Südostasien
und Australien liegen noch weiter im Osten und in Zeitzonen, die der
Weltzeit um 7 bis 10 Stunden voraus sind. Heute Morgen um 6 UTC, also
7 Uhr MEZ, ist es dort bereits Nachmittag um 13 Uhr Ortszeit in
Thailand, um 14 Uhr an der Westküste Australiens und um 16 Uhr
Ortszeit an der Ostküste Australiens.

So, nun genug von den Sommertemperaturen am anderen Ende der Welt.
Der Sommer hierzulande ist ja noch ein gutes Stück entfernt und
vielleicht kommt ja der Winter doch noch so richtig in Fahrt.

Winter auf dem Vormarsch 22.01.12

Betrachtet man die Wetterentwicklung der vergangenen und kommenden
Tage in Europa, so fällt der starke Gegensatz zwischen dem sehr
milden Südwesten (Spanien und Portugal) und dem winterlich kalten
Nordosten (Finnland und Russland) auf. Werden in Spanien und
Portugal bei einem freundlichen Sonne-Wolken-Mix Höchsttemperaturen
zwischen 15 und 19 Grad erreicht, so scheint im Nordosten Europas
zwar auch oftmals die Sonne aber in der sibirischen Frostluft muss
man bei Höchstwerten um -12 Grad gehörig bibbern.

Grund für diesen aktuellen und auch noch anhaltenden
Temperaturgegensatz ist die Änderung der Großwetterlage in Europa.
Zogen bis dato die Tiefdrucksysteme in einer eher west- östlichen
Richtung von Island über die Britischen Inseln nach Skandinavien und
Russland, so haben wir es zurzeit mit einer nordwest- südöstlichen
Verlagerung zu tun, bei der die Tiefs über Mitteleuropa ins östliche
Mittelmeer wandern. Dadurch konnte sich über Russland ein Kältehoch
etablieren und bedingt durch die geringe Sonneneinstrahlung im
Winterhalbjahr, kühlte sich die Luft dort mehr und mehr ab. Bei einer
klassischen westlichen Strömung hingegen, sorgen die Tiefs immer
wieder dafür, dass die milde Atlantikluft selbst bis nach Russland
transportiert wird.

Im Verlauf der kommenden Woche dreht die Strömung teilweise sogar auf
eine nordöstlich - südwestliche Richtung, so dass die kalte russische
Frostluft sich Richtung Westeuropa in Bewegung setzt. So sinken die
Temperaturen in Polen, Weißrussland und der Ukraine von Werten, die
bisher um +5 Grad liegen, bis Mittwoch auf Höchstwerte um -5 Grad
ab. Sogar im Osten Deutschlands macht sich die kalte Luft aus
Osteuropa am Mittwoch noch bemerkbar, aber mit künftigen
Höchsttemperaturen um den Gefrierpunkt ist dort die Abkühlung noch
vergleichsweise moderat. Im Westen Deutschlands hält noch
verhältnismäßig milde Meeresluft dagegen, dort gehen die Werte von
heute 5 bis 9 Grad auf lediglich 2 bis 5 Grad zurück.

Insgesamt ist der Winter in Europa diese Woche etwas auf dem
Vormarsch und könnte in dieser Saison noch für die eine oder andere
Überraschung sorgen.

Die Mittelfristvorhersage 21.01.12

In der Meteorologie unterteilt man die Länge der Prognose in vier
Teilbereiche: Kürzestfrist, Kurzfrist, Mittelfrist und Langfrist. In
der Kürzestfrist (auch Nowcasting genannt) beschäftigt man sich mit
der Wetterentwicklung für die nächsten Stunden. Das Warnmanagement
bewegt sich häufig auf dieser zeitlichen Skala. Das gilt besonders
wenn es sich um so kurzlebige Erscheinungen wie Gewitter handelt. Die
Kurzfrist umfasst die kommenden 72 h (also 3 Tage). Dieser Zeitraum
wird sehr häufig für die tägliche Wettervorhersage in Funk und
Fernsehen verwendet. Prognosen in der Kurzfrist sind in der Regel
recht zuverlässig. Mittelfristige Vorhersagen beschäftigen sich mit
den nächsten 4 bis 10 Tagen und die Langfristprognosen gehen noch
darüber hinaus. Alle Vorhersagen über 10 Tagen sind sehr unsicher. Es
lassen sich keine Aussagen mehr über den detaillierten Wetterablauf
machen. Stattdessen spricht man dann davon, dass der nächste Monat
oder die nächste Jahreszeit mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit
warm/kalt und feucht/trocken ausfällt.

Mit der Mittelfrist beschäftigen wir uns nun etwas näher. Häufig geht
dieser Bereich der Wettervorhersage etwas unter. Kürzestfrist und
Kurzfrist sind unmittelbar interessant für die Bevölkerung. Die
Langfrist ist häufig in den Boulevardmedien ein Thema. Dort ist dann
häufig vom "Eiswinter" oder "Hitzesommer" die Rede. Die
Mittelfristvorhersage ist aber ein nicht zu vernachlässigender
Bereich. Nicht umsonst gibt es beim Deutschen Wetterdienst ein extra
Schicht, die sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigt.

Mittelfristige Vorhersagen legen die Grundlage für eine rechtzeitige
Vorbereitung auf brisante Wetterlagen. So gibt es beispielsweise die
"Wochenvorhersage Wettergefahren". Darin wird für die kommenden 7
Tage ein Ausblick gegeben, was an warnrelevantem Wetter zu erwarten
ist. Dieses Produkt ist der erste Baustein im dreistufigen
Warnmanagement des Deutschen Wetterdienstes. Es ermöglicht die
rechtzeitige Information und Vorbereitung von nachgeordneten Behörden
und anderen interessierten Nutzern. Zu finden ist die
Wochenvorhersage unter http://www.dwd.de/warnungen (oben auswählen).

Ein weiteres Produkt ist die Hydrologische Übersicht. Diese wird von
den Hochwasserzentralen benötigt um sich auf mögliche Hochwasserlagen
einzustellen. Dort werden Aussagen über zu erwartende Stark- und
Dauerniederschläge gemacht. Im Winter betrachtet man außerdem die
Gefahr von Tauwetter. Dadurch wird den Flüssen zusätzlich Wasser
zugeführt. Niederschlag und getautes Wasser kombiniert werden als
Niederschlagsdargebot bezeichnet.

Ein weiteres wichtiges Element der Mittelfristvorhersage ist die
"Synoptische Übersicht Mittelfrist". Darin wird die Wetterentwicklung
für die kommenden 7 Tage grob zusammengefasst. Die Grundlage dafür
ist ein umfangreiches Studium der verschieden Vorhersagemodelle und
weiterer an dieser Stelle nicht näher erläuterter Produkte (z.B.
Ensembleprodukte). Aus der Zusammenschau ergibt sich schließlich die
beschriebene Wetterentwicklung. Sie stellt somit die mittlere und
wahrscheinlichste Prognose dar. In den folgenden Abschnitten werden
die Unsicherheiten erläutert, die die zuvor gemacht Vorhersage
besitzt. Dort werden unter anderem folgende Fragen geklärt: Wie stark
unterscheiden sich die aktuellen Modellläufe von früheren? Welche
Unterschiede gibt es zwischen den verschieden Wettermodellen? Wie
groß sind die Unterschiede zwischen den Einzellösungen eines Modells?
Wie hoch sind die Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Wettergefahren?
Die "Synoptische Übersicht" wird besonders innerhalb des Deutschen
Wetterdienstes für die Abstimmung mit verschiedenen Abteilungen
benötigt. Zum Beispiel mit der hydrologischen Abteilung. Zu finden
ist das Produkt unter: http://www.dwd.de/hobbymet Spezialberichte
Synoptische Übersichten. Dort kann man dann zwischen der Synoptischen
Übersicht Kurzfrist und Mittelfrist wählen.

Man sieht also, dass auch die mittelfristige Wettervorhersage ein
wichtiges Element im gesamten Vorhersageprozess ist. Und wie sieht es
im Moment mittelfristig aus? Nach einem recht kühlen und nassen
Wochenstart, deutet sich zur Mitte der Woche eine Wetterberuhigung
an. Die Niederschläge nehmen ab. Die Temperatur liegt im Osten und
Süden tagsüber nur wenig über dem Gefrierpunkt, nachts gibt es teils
mäßigen Frost. Weiter nach Westen gibt es mehr Wolken und auch ab
und an etwas Niederschlag. Dadurch bleibt es milder mit frostfreien
Nächten und tagsüber 4 bis 7 Grad. Ob der Winter dann zum kommenden
Wochenende überall einen neuen Anlauf startet ist im Bereich des
Möglichen, aber noch sehr unsicher.

Frontalzone über Deutschland 19.01.12

Gerade im Winterhalbjahr sind Wettererscheinungen in unseren
gemäßigten Breiten oftmals an sog. Fronten gebunden. Als Front
bezeichnet man die Schnittlinie einer Fläche am Boden bzw. auf der
Bodenwetterkarte, welche zwei Luftmassen mit unterschiedlichen
physikalischen Eigenschaften voneinander trennt.

Innerhalb einer Luftmasse sowieso, aber auch beim Übergang von einer
Luftmasse zu einer anderen, erfolgt die horizontale Änderung dieser
Eigenschaften (u. a. Temperatur, Dichte, Feuchtigkeit) streng
genommen kontinuierlich. Meist wird sie jedoch als sprunghaft
empfunden, so dass man zu recht von Grenzflächen zwischen den
Luftmassen spricht.

Im Bereich einer Frontfläche vermischen sich Luftmassen mit
unterschiedlichen Temperaturen und Wasserdampfgehalten. Die
"Mischluft" ist übersättigt und es kommt zur Kondensation des
Wasserdampfes, daher sind Fronten vielfach mit Wolken und
Niederschlagsbildung verbunden. Frontalzonen entstehen immer dann,
wenn durch die großräumige atmosphärische Zirkulation verschiedene
Luftmassen gegeneinander strömen und seitwärts abgelenkt werden.

Derzeit dominiert das kräftige Sturmtief FABIENNE mit Kern über dem
Nordmeer unser Wetter. Sein Frontensystem liegt zonal mäandrierend
über Mitteleuropa und trennt milde feuchte Luft im Süden von kühlerer
und trockenerer Luft im Norden. Dabei regnet es vor allem im Bergland
ergiebig, so dass es dort in Verbindung mit relativ hohen
Temperaturen zu kräftigem Tauwetter kommt. Im weiteren Verlauf dreht
die Strömung auf Nordwest und mit sinkenden Temperaturen stellt sich
wieder eine nasskalte Witterung ein.

Die heutige Bodenwetterkarte des DWD von 00:00 UTC findet man rechts
in der Rubrik "Thema des Tages" unter [mehr].

Die nächtliche Abkühlung 17.01.12 

Heute früh lagen die Temperaturwerte abgesehen vom Norden und
Nordosten vielerorts im negativen Bereich. Südlich der Donau gab es
auch wieder strengen Frost. Am kältesten war es dabei in Reit im
Winkel mit -18.8 °C.

Welche Faktoren beeinflussen das nächtliche Auskühlen? Diese
Fragestellung wird im Folgenden durch die Betrachtung des
Strahlungshaushaltes der Erde näher erläutert.

Beginnen wir mit der Sonne. Ihre auf der Erde einfallende Strahlung
wird als sichtbares Licht vom Menschen wahrgenommen. Man bezeichnet
sie auch als kurzwellige Strahlung. Durch Wassertröpfchen und andere
Hindernisse in der Atmosphäre wird das Licht gestreut oder
reflektiert, also zum Beispiel durch Wolken. Ein Teil davon geht
wieder zurück in die Atmosphäre, ein anderer Teil erreicht aber
schließlich die Erde.

Die an der Erdoberfläche ankommende Strahlung wird zum Teil
reflektiert und zum Teil aufgenommen (absorbiert). Wie viel Strahlung
aufgenommen wird hängt von der Art des Untergrundes ab (Albedo).
Helle Flächen reflektieren mehr als dunkle Flächen und können sich
daher auch tagsüber nicht so schnell erwärmen. Ein Extrembeispiel ist
die frisch gefallene und damit tadellos weiße Schneedecke. Diese
reflektiert fast das gesamte kurzwellige Sonnenlicht.

Die von der Erdoberfläche aufgenommene kurzwellige Strahlung erwärmt
den Boden durch die Umwandlung in langwellige Strahlung. Diese trägt
auch den Namen thermische Strahlung oder Wärmestrahlung.

Der Boden gibt die Wärme nun in Form von langwelliger Strahlung
wieder ab. Ist der Himmel wolkenlos, dann kann die Wärmestrahlung
ungehindert in den Weltraum entweichen. Gibt es hingegen viele
Wolken, dann wirken diese wie ein Blockade und die wärmere Luft
sammelt sich in der unteren Atmosphäre an.

Der Boden gibt die Wärmestrahlung nicht nur tagsüber ab, sondern auch
während der Nacht. Da dann aber keine Sonne scheint, ergibt sich ein
Strahlungsdefizit. Das kann man sich in etwas wie bei einem
Heizkörper vorstellen. Wenn man diesen abstellt, wird er irgendwann
kalt, weil keine Wärme mehr nachgeliefert wird.

Ist der Himmel in der Nacht bedeckt, ist dies kein Problem, denn die
Wolken verhindern wie bereits angesprochen, dass die Wärmestrahlung
entweicht. Ist der Himmel aber klar, dann wird die Wärme abgestrahlt
und die Erdatmosphäre kühlt sich ab. In diesem Fall spricht man im
Fachjargon von einer "Strahlungsnacht".

Neben wenigen Wolken spielen auch noch weitere Faktoren eine wichtig
Rolle: 1. Schnee, 2. trockene Luft, 3. Wind. Punkt 1 ergibt sich
daraus, dass sich ein schneebedeckter Boden tagsüber kaum erwärmen
kann, da das Sonnenlicht zu einem großen Teil reflektiert wird. Der
zweite Punkt ist analog zum Problem "Wolken / keine Wolken". Denn
auch ohne Wolken gibt es Wasserdampfteilchen in der Atmosphäre. Je
trockener es ist, desto weniger Wasserdampfteilchen gibt es und desto
weniger Hindernisse hat die langwellige Wärmestrahlung. Dadurch kann
sie noch besser in das Weltall entweichen. Der Wind in Punkt 3 ist
ebenfalls ein Hindernis. Weht viel davon hat es die Wärmestrahlung
schwer zu entweichen. Außerdem kann warme Luft aus der Umgebung
herangeführt werden. Kurz gesagt: Es findet eine gute Durchmischung
mit der Umgebungsluft statt.

Bei einer idealen Strahlungsnacht strahlt der Boden unentwegt Wärme
ab und wird dadurch kälter und entsprechend auch die Luft darüber. Da
kalte Luft schwerer ist als warme Luft, befindet diese sich immer
ganz unten. Dadurch wird es in Bodennähe kälter als in 2 m Höhe, wo
die Minima ermittelt werden. In Reit im Winkel lag die tiefste 5 cm
Temperatur bei -21.6 °C.

Wie stark ein Boden abkühlt ist sehr stark von der Beschaffenheit
abhängig. Sandböden sind prädestiniert für eine starke Abkühlung,
sodass in diesen Gebieten häufig deutlich niedriger Bodentemperaturen
gemessen werden, als beispielsweise über Waldböden. Der Grund liegt
darin, dass Sandböden die Wärme nicht so gut speichern können. Für
Bauern ist die 5 cm Temperatur ziemlich wichtig, befinden sich
Pflanzen doch direkt in diesem Höhenniveau. So kann es auch
passieren, dass eine Pflanze erfriert, obwohl es in 2 m Höhe keinen
Frost gibt.

Januar bisher viel zu warm 16.01.2012

Fast die Hälfte des Monats ist schon wieder vorbei und die
Temperaturen erinnerten bisher eher an den Herbst oder den Frühling
als an den Winter. Das Temperaturmittel der ersten 14 Tage des
Januars in Deutschland lag meist zwischen 3 und 8 Grad (siehe dazu
die Grafik, zu finden rechts in der Rubrik "Thema des Tages" unter
[mehr]), nur in höheren Lagen oberhalb 400 m war es natürlich kälter.
Damit der Januar am Ende noch normal ausfällt, bedarf es nun einer
deutlich zu kalten Phase bis Ende des Monats. Aber ob die ins Haus
steht, ist fraglich.

Die Mitteltemperatur dieses Januars ist dabei im Vergleich zum
langjährigen Mittel (Zeitraum 1961-1990) meist um 3 bis 7 Grad höher.
Besonders stark fällt die Abweichung mit +6,7 Grad im thüringischen
Mühlhausen-Görmar (etwa 50 km nordwestlich von Erfurt gelegen) aus.
Während das langjährige Mittel dort sonst -1,2 Grad betrug, wurden in
diesem Januar bisher +5,5 Grad gemessen.

Der wärmste Ort war Köln-Stammheim (Nordrhein-Westfalen) mit einer
Mitteltemperatur von satten 7,5 Grad und einer Abweichung von +4,7
Grad. Solche Temperaturen werden dort sonst im März erreicht, wenn
das Mittel 8,0 Grad ausweist. Am kältesten war es natürlich auf der
Zugspitze, wo das Thermometer im Schnitt -10,9 Grad anzeigte, was nur
0,3 Grad höher liegt als das langjährige Mittel. Im Flachland
(unterhalb 400 m) war es im baden-württembergischen
Wutöschingen-Ofteringen (etwa 50 km westlich vom Bodensee) mit 2,9
Grad am kältesten. Die Abweichung betrug dort +3,5 Grad.

In den nächsten Tagen werden die starken positiven Abweichungen der
Temperatur durch das aktuelle Wettergeschehen etwas gedämpft. Mit
nördlicher Strömung gelangen unter Hochdruckeinfluss kalte Luftmassen
zu uns. Die Höchstwerte liegen daher nur noch zwischen 0 und 5 Grad,
was einem normalen Januarniveau entspricht. Nachts gibt es häufig
Frost, im Süden auch strengen Frost unter -10 Grad.

Ab der Wochenmitte kündigt sich aber mit der Ankunft eines
atlantischen Tiefs schon wieder ein Vorstoß etwas wärmerer Luft aus
Westen an. Dann steigen die Temperaturen am Tage wieder in den
Bereich zwischen 4 und 10 Grad. Eine nachhaltige Absenkung der
Mitteltemperatur wird damit torpediert.

In der Mittelfrist (5. bis 10. Folgetag) gibt es immerhin Anzeichen,
dass es wieder kälter wird. Eine länger anhaltende Dauerfrostperiode
scheint sogar auch möglich, ist zurzeit jedoch überhaupt nicht
sicher. Die Modelle weisen im mittelfristigen Zeitraum von Lauf zu
Lauf größere Schwankungen auf, womit die Vorhersage gewissen
Unsicherheiten unterliegt. Es ist aber wahrscheinlich, dass der
Januar am Ende zu warm bis deutlich zu warm ausfallen wird.

Wolken und ihre Klassifikation 14.01.12

Wolken sind sichtbare Anhäufungen von Kondensations- oder
Sublimationsprodukten des atmosphärischer Wasserdampfes, also von
Wassertropfen und/oder Eiskristallen. Entsprechend unterscheidet man
neben reinen Wasserwolken auch Misch- sowie Eiswolken. Die
Wolkenpartikel sind sehr klein, typische Radien sind 2 bis 10 µm
(0.002 bis 0.01 mm), jedoch können auch bedeutend größere Teilchen
vorhanden sein.

Wolken entstehen durch Abkühlung feuchter Luft unter den Taupunkt bei
Vorhandensein einer ausreichenden Zahl von Kondensationskernen.
Meistens erfolgt die Abkühlung durch adiabatische Expansion der Luft
bei Vertikalbewegungen wie z.B. beim Aufgleiten von Luftmassen an
Fronten, orographischer Hebung oder Konvektion. Aber auch andere
Mechanismen wie Abkühlung infolge turbulenter Durchmischung oder
durch Ausstrahlung sind bekannt. Verschiedenartige
Entstehungsprozesse bewirken eine Vielfalt von Erscheinungsformen
hinsichtlich Aussehen, Ausdehnung und Zusammensetzung der Wolken. Dem
tragen Wolkenklassifikationen Rechnung, die nach genetischen oder
morphologischen Aspekten aufgebaut sein können.

Die internationale Wolkenklassifikation teilt die 10 mit lateinischen
Namen bezeichneten Wolkengattungen in Abhängigkeit von der Höhenlage
ihres Auftretens in der Atmosphäre in vier Wolkenfamilien ein. So
trifft man hohe Wolken (Cirrus, Cirrostratus sowie Cirrocumulus) in 5
bis 13 km Höhe an, mittelhohe Wolken (Altostratus sowie Altocumulus)
befinden sich in 2 bis 7 km Höhe und tiefe Wolken (Stratus sowie
Stratocumulus) in der Schicht vom Erdboden bis in 2 km Höhe. Außerdem
können sich Wolken über mehrere "Stockwerke" erstrecken, dazu gehören
Cumulonimbus (Gewitterwolken) und Nimbostratus.

Nach Nordlage nasskalt, zum Wochenende Hochdruckeinfluss 12.01.12

Als Nordlagen bezeichnet man Großwetterlagen mit meridionaler
Zirkulationsform der Höhenströmung. Sie sind gekennzeichnet durch
einen Hochkeil über dem Ostatlantik bzw. Westeuropa und einem
Tiefdruckgebiet bzw. Trog über Skandinavien und Westrussland. Mit
nördlicher Strömung wird Meeresluft polaren Ursprungs nach
Mitteleuropa gelenkt.

Während das heute früh noch über Skandinavien gelegene Sturmtief
ELFRIEDE bis morgen Mittag das Baltikum erreicht, wölbt sich der
Höhenhochkeil über Westeuropa stärker auf. Mithin kann die Kaltfront
des Tiefs Deutschland im Verlaufe des heutigen Tages und der
kommenden Nacht überqueren und die bislang vorherrschende milde
Meeresluft verdrängen.

So wird es zunächst windig bis stürmisch mit teils schauerartigen
Niederschlägen, die in höheren Lagen als Schnee fallen. Im weiteren
Verlauf sinkt die Schneefallgrenze mit der einfließenden Polarluft
deutlich. Vor allem in den östlichen Mittelgebirgen sowie am
Alpenrand kann mit markanten Neuschneemengen gerechnet werden.

Am Wochenende gewinnt das Hoch BERTRAM Einfluss auf Mitteleuropa und
das Wetter beruhigt sich. Bei merklich tieferen Temperaturen wird es
vielerorts freundlich, nach Osten und Südosten hin muss mit etwas
Niederschlag gerechnet werden.

Die Nordatlantische Oszillation und ihr Einfluss auf den Winter 11.01.12

Wer erinnert sich noch an den Dezember 2010? Verbreitet gab es
strengen Frost bis teils unter -20 °C. Starke Schneefälle sorgten für
Verkehrsbehinderungen, Weihnachten war seit Langem in ganz
Deutschland weiß. Ganz anders gestaltete sich der vergangene
Dezember. Es war überall sehr mild. Nachtfrost war eine Seltenheit
und strenge Nachtfröste blieben gar ganz aus. Schnee war meist nur in
den Alpen und den Gipfellagen der Mittelgebirge zu finden.

Nun stellt sich die Frage, wodurch solche gegensätzlichen
Winterverläufe hervorgerufen werden. Entscheidend für einen kühlen
oder milden Witterungsabschnitt im Winter ist in den meisten Fällen
die Druckverteilung über dem Atlantik. Dort gibt es zwei dominierende
Druckgebilde, die das Wettergeschehen bestimmen: Das Islandtief und
das Azorenhoch. Als Nordatlantische Oszillation (NAO) bezeichnet man
die Schwankung der Druckverhältnisse zwischen diesen beiden
Druckgebilden. Der NAO-Index wird dabei aus der Differenz der
Druckabweichung vom mittleren Druckwert des Islandtiefs und des
Azorenhochs gebildet. Dieser NAO-Index spielt besonders für das
mitteleuropäische Winterwetter eine wichtige Rolle.

Ein positiver NAO-Index bedeutet, dass Islandtief und Azorenhoch sehr
kräftig sind, sodass sich zwischen diesen Druckgebilden eine kräftige
westliche Strömung einstellt. Mit ihr gelangt sehr milde und feuchte
Meeresluft vom relativ warmen Atlantik nach Europa. Somit gestaltet
sich das Wetter dann meist auch sehr niederschlagsreich. Zudem bilden
sich wegen des starken Luftdruckgegensatzes häufiger Stürme. Die
sturmreichen Winter in den 90iger Jahren waren geprägt von einem
positiven NAO-Index.

Bei einem negativen NAO-Index sind Islandtief und Azorenhoch stark
abgeschwächt. Die westliche Strömung wird oft unterbrochen, sodass in
Wintern mit größtenteils negativem NAO-Index weniger häufig warme
Meeresluft nach Mitteleuropa gelangt und es öfters zu
Kaltlufteinbrüchen aus Nordosten kommen kann. Die kalten und
schneereichen Winter der vergangenen Jahre waren von einem
überwiegend negativen NAO-Index geprägt.

Bei stark negativem NAO-Index hat das Azorenhoch meist den Platz des
Islandtiefs eingenommen, wodurch häufig der Weg für kontinentale
Kaltluft aus Sibirien nach Mitteleuropa geebnet wird. Dann wird es
bei uns besonders kalt. Dies kam auch im eisigen Dezember 2010 vor.

In diesem Winter blieb der NAO-Index bisher stets positiv. Doch dies
wird sich am kommenden Wochenende ändern. Die Modelle zeigen, dass
der NAO-Index ab Ende der Woche ins negative geht und zumindest
vorübergehend arktische Polarluft herangeführt wird. Ob dieser
kühlere Witterungsabschnitt nur eine kurze Episode bleibt und sich
dann das stürmische und milde Westwindwetter fortsetzt, oder ob sich
die Wetterlage dann grundlegend umstellt und der bisher noch zahnlose
Winter dann doch noch seine Zähne zeigt, ist derzeit noch unsicher.

Winter 2011/2012 für die meisten schon vorbei? 10.01.12

Die einen versinken im Schnee, die anderen bekommen ihn gar nicht zu
sehen. Der Winter 2011/2012 findet bisher eigentlich nur in den
Mittelgebirgen und in Alpen statt, im Flachland ist von ihm kaum was
zu spüren. Eine wesentliche Änderung dieser Situation ist in den
nächsten Tagen nicht zu erwarten. Ist der Winter im Flachland damit
sogar schon ganz vorbei?

Einige aktuelle Schneehöhen am heutigen Montagmorgen in den Alpen:
Innsbruck (AUT) 20 cm, Kufstein (AUT) 29 cm, Garmisch-Partenkirchen
(D) 34 cm, Reutte/Tirol (AUT) 45 cm, Oberstdorf (D) 60 cm,
Bischofshofen (AUT) 64 cm, Feldberg/Schwarzwald (D) 100 cm,
Wendelstein (D) 109 cm und Zugspitze (D) 375 cm. Gebietsweise fiel in
den Alpen in den letzten Tagen so viel Schnee, dass Pässe gesperrt
werden mussten und einzelne Orte zeitweise von der Außenwelt
abgeschnitten waren. Zum Teil besteht auch eine große Lawinengefahr.

Schneehöhen im Flachland sind in diesem Winter dagegen bisher
überhaupt kein Thema. An vielen Stationen in Deutschland wie
beispielsweise in Braunschweig, Cottbus und Berlin gab es nicht einen
Tag mit einer gemeldeten geschlossenen Schneedecke. An einigen
Stationen wie in Düsseldorf und Frankfurt reichte es immerhin an
einem Tag für eine vorübergehende Schneedecke (siehe dazu auch das
Thema des Tages am 20.12.2011, zu finden rechts im Archiv des Thema
des Tages unter [mehr]).

Die Wetteraussichten in den nächsten Tagen sind für die weiter unten
wohnenden Schnee- und Winterfans dann auch wenig verheißungsvoll. Die
Temperaturen liegen tagsüber im positiven Bereich und nur nachts gibt
es örtlich mal Frost. Niederschläge sind eher im Norden zu erwarten,
meist gibt es dort aber Regen oder Sprühregen. Von Schneeflocken in
den Vorhersagen weit und breit keine Spur.

Zum Wochenende besteht Hoffnung auf eine etwas winterliche Episode,
wenn auch voraussichtlich kein richtiger Wintereinbruch zu erwarten
ist. Das Temperaturniveau sinkt ein wenig ab und Schauer können bis
ins Flachland als Schnee fallen. Insgesamt wird es von Westen her
aber auch trockener. Ob damit eine Trendwende hin zum Winter
eingeleitet wird, ist derzeit allerdings noch ziemlich fraglich.

Frei nach der alten Bauernregel "Ist bis Dreikönig (6. Januar) kein
Winter, so folgt auch keiner mehr dahinter", hat der Winter in dieser
Saison für die meisten nämlich bereits ausgespielt. Die Statistik
dieser Singularität besagt, dass wenn es bis zum 6. Januar insgesamt
wärmer als normal ist, auch der nachfolgende Winterabschnitt bis Ende
Februar in 4 von 5 Fällen normal (10 %) bis zu warm (70 %) ausfällt.
Natürlich sind einzelne Wintereinbrüche dabei nicht ausgeschlossen,
meist jedoch nicht von langer Dauer.

Die Barometerlüge 8.01.2012

Auf der DWD-Facebookseite fragte neulich ein "Freund", ob Dauerregen
und ein Luftdruck von 1027 hPa zusammenpassen.
Gleiches galt gestern für den Alpenraum, wo es bei einem Druck nahe
1030 hPa zu Dauerschneefall kam.
Laut Barometer ist das unmöglich, denn bei solchen Druckwerten steht
dort am Rande immer "schön".
Dass Barometer nicht so ganz zuverlässig sind, wissen wir ja von den
herbstlichen Hochnebellagen, wo trotz des "schönen" Barometerwetters
ganztägig eine Hochnebelschicht den Blick auf die Sonne versperrt.
Und dass Barometer auch bei tiefem Druck, also "schlechtem"
Barometerwetter durch Sonnenschein der Lüge überführt werden, davon
war bereits im Thema des Tages vom 30.10.2011 (*) zu lesen.
Kommen wir nun zu dem Problem Dauerregen bzw. Schneefall bei
"schönem" Barometerwetter.
Unser Facebookfreund kam aus Berlin. Dort gibt es zum Glück noch
menschliche Wetterbeobachter und die stellten fest:
Dauerregen war es nicht. Das hätte in Berlin(!) wirklich nicht mit
dem hohen Luftdruck zusammengepasst.
Es war anhaltender Sprühregen, der mengenmäßig etwa ein Zehntel eines
Dauerregens bringt.
Der scheinbare Widerspruch zwischen Dauersprühregen und hohem Druck
lässt sich so erklären:
Wolken bilden sich, wenn die Luft aufsteigt und sie lösen sich bei
absinkender Luft auf. Nur bei aufsteigender Luft kann auch
Niederschlag entstehen.
Die Luft wird u.a. durch folgende Vorgänge zum Aufsteigen gebracht:
Warmluftzufuhr, Tiefs und Anströmung an Bergen.
Umgekehrt sinkt sie ab bei Kaltluftzufuhr, Hochs und Abströmung von
Bergen (Föhn).
Sind nun aufsteigende und absinkende Voraussetzungen gleichzeitig am
Werk, so ist das wie beim Tau ziehen. Wer mehr Kraft hat, der
gewinnt.
Im Berliner Fall war der Auftrieb durch die Warmluftzufuhr stärker
als die absinkende Kraft durch das Hoch.
Der Dauerschneefall an den Alpen erklärt sich durch die stärkere
Auftriebskraft durch das Anströmen der Alpen. Da haben die Wolken
auflösenden Kräfte des Hochs keine Chance.
Erneut ist also das Barometer der Lüge überführt.
Im Mittel allerdings ist die Barometerbeschriftung schon korrekt.

Wer sich genauer über die Vorgänge informieren will, schaue im Netz
unter Omegagleichung nach.

(*)Das DWD-Archiv reicht nur etwa einen Monat zurück. Wer sich den
Artikel anschauen möchte, sollte an geeigneter Stelle die Begriffe
"Barometer Hochdruck 2011" eingeben und gelangt dann zu einem
externen Archiv.

Was kommt nach Andrea? 7.01.12

Bibiana. Nur Bibiana ist ganz anders als Andrea (soll bei Damen ja
öfter mal vorkommen). Ihre Geburtsstätte liegt zwar auch vor der
kanadischen Küste auf der Höhe Neufundlands, sie hat sich aber
entschieden, nicht den direkten Weg über den Atlantik zu uns zu
nehmen, wie ihre Vorgängerin Andrea. Sturmtief Bibiana wird vielmehr
eine mehr nördliche Zugrichtung einschlagen, um über Island und dem
Nordatlantik dann im Laufe des Samstags auf die mittelnorwegische
Küste überzugreifen. Ihre zugehörigen Fronten werden bereits am
Samstagfrüh den Nordwesten Deutschlands erfassen. Niederschläge sind
wir ja unterdessen wieder gewöhnt, so dass es auf eine paar Regen-
oder Schneefälle mehr oder weniger auch nicht mehr ankommt. Bei
Bibiana taucht vielmehr die Frage auf, wie viel Wind wird sie mit
sich bringen?

An der Küste wird es sicherlich wieder zu Sturmböen, vielleicht auch
schweren Sturmböen reichen. Aber im Binnenland wird es auf keinen
Fall so schlimm wie bei Andrea. Es bleibt zwar windig auch in den
Niederungen, aber stärkere Böen werden sich wohl auf die Kammlagen
der Mittelgebirge beschränken.

Blickt man noch auf die Temperaturentwicklung der nächsten Tage, dann
zeigt sich nur wenig Änderung. In den Niederungen liegen die
Höchstwerte bei 5 Grad C. Zu warm für Schneefälle. Entsprechend
werden in diesen Regionen die Niederschläge auch in der flüssigen
Form fallen. Damit es zu Schnee reicht, muss man sich schon in Lagen
oberhalb von etwa 500 m begeben. Für Wintersportler nicht gerade eine
frohe Botschaft.

Auch ein Blick auf die kommende Woche zeigt nur wenig Änderung.
Richtiger Winter mit Frost und Schnee auch im Flachland will sich
vorerst nicht einstellen.

Was kommt nach Andrea? 6.01.12

Bibiana. Nur Bibiana ist ganz anders als Andrea (soll bei Damen ja
öfter mal vorkommen). Ihre Geburtsstätte liegt zwar auch vor der
kanadischen Küste auf der Höhe Neufundlands, sie hat sich aber
entschieden, nicht den direkten Weg über den Atlantik zu uns zu
nehmen, wie ihre Vorgängerin Andrea. Sturmtief Bibiana wird vielmehr
eine mehr nördliche Zugrichtung einschlagen, um über Island und dem
Nordatlantik dann im Laufe des Samstags auf die mittelnorwegische
Küste überzugreifen. Ihre zugehörigen Fronten werden bereits am
Samstagfrüh den Nordwesten Deutschlands erfassen. Niederschläge sind
wir ja unterdessen wieder gewöhnt, so dass es auf eine paar Regen-
oder Schneefälle mehr oder weniger auch nicht mehr ankommt. Bei
Bibiana taucht vielmehr die Frage auf, wie viel Wind wird sie mit
sich bringen?

An der Küste wird es sicherlich wieder zu Sturmböen, vielleicht auch
schweren Sturmböen reichen. Aber im Binnenland wird es auf keinen
Fall so schlimm wie bei Andrea. Es bleibt zwar windig auch in den
Niederungen, aber für stärkere Böen werden sich wohl auf die
Kammlagen der Mittelgebirge beschränken.

Blickt man noch auf die Temperaturentwicklung der nächsten Tage, dann
zeigt sich nur wenig Änderung. In den Niederungen liegen die
Höchstwerte bei 5 Grad C. Zu warm für Schneefälle. Entsprechend
werden in diesen Regionen die Niederschläge auch in der flüssigen
Form fallen. Damit es zu Schnee reicht, muss man sich schon in Lagen
oberhalb von etwa 500 m begeben. Für Wintersportler nicht gerade eine
frohe Botschaft.

Auch ein Blick auf die kommende Woche zeigt nur wenig Änderung.
Richtiger Winter mit Frost und Schnee auch im Flachland will sich
vorerst nicht einstellen.

Die stürmische Andrea 5.1.12

Orkantief Andrea, das Donnerstag früh mit seinem Kern über dem
nördlichen Dänemark lag, zieht rasch nach Osten ab. In seinem Bereich
kam es bereits zu kräftigen Böen, vor allem im Nordwesten
Deutschlands. Werte zwischen 70 und 90 km/h wurden verbreitet
gemeldet, in Bad Lippspringe sogar 101 km/h.
Auf den Bergen waren die Böen noch deutlich stärker. So registrierten
die Wasserkuppe Böen von 112 km/h, der Brocken 137 km/h, der Feldberg
im Schwarzwald 140 km/h und die Zugspitze sogar 176 km/h.

Im Laufe des Tages muss man davon ausgehen, dass diese starken Böen
zum Teil noch übertroffen werden, da das stärkste Windfeld mit
Durchgang der Kaltfront erwartet wird. In den Niederungen werden dann
verbreitet Böen um 100 km/h erwartet, auf den Bergen weiterhin Werte
von zum Teil mehr als 130 km/h.

Mit Durchgang der Kaltfront wird es ferner zu einem deutlichen
Temperaturrückgang kommen, der zur Folge hat, dass die
Schneefallgrenze wieder bis auf Lagen zwischen 400 und 500 m sinken
wird. Bei den erwarteten Schneefällen in den Mittelgebirgslagen kann
es dort auch zu Schneeverwehungen verbunden mit starken
Verkehrsbehinderungen kommen.

Bis zum Donnerstagabend ist aber Andrea schon weiter nach Osten
abgezogen und die Wetterlage wird sich allmählich wieder beruhigen.

Winterstürme - Nachlese und Ausblick 4.01.12

Als Kehrseite des bisher milden Winters verschärften sich zwischen
hohem Luftdruck im Bereich der Azoren und der subpolaren
Tiefdruckrinne die Luftdruckgegensätze, so dass sich über dem
Nordatlantik Sturmzyklonen bildeten. Das erste derartige Tief namens
ULLI zieht seit gestern mit seinem Kern von Schottland in Richtung
Baltikum, wobei sein Hauptsturmfeld aus Südwest bis West gestern
sowie in der vergangenen Nacht in weiten Teilen Deutschlands wirksam
wurde.

Die höchsten Windgeschwindigkeiten im Bereich des Messnetzes des
Deutschen Wetterdienstes wurden gestern um 16:00 und um 19:00 Uhr auf
dem Brocken (1142 m NN) mit 169 km/h gemessen. Insgesamt herrschten
auf dem Harzgipfel von 13:00 bis 21:00 Uhr fast durchweg
Windgeschwindigkeiten von über 150 km/h. Auf den Plätzen folgen der
Feldberg im Schwarzwald (1489 m NN) mit 133 km/h um 19:00 Uhr sowie
der Weinbiet im Pfälzerwald (553 m NN) mit 130 km/h um 20:00 Uhr.
Aber auch im Tiefland blies der Wind kräftig ins Horn. Bereits um
14:00 Uhr signalisierten 112 km/h an der Station Aachen-Orsbach (230
m NN) den von Westen heran ziehenden Sturm. Außerdem gab es im
Küstenbereich vielerorts Böen über 100 km/h.

Südlich von Island wurde bereits das erste im neuen Jahr (und daher
mit weiblichem Vornamen alphabetisch) getaufte Tiefdruckgebiet
analysiert. Es trägt den Namen ANDREA und wird am Donnerstag über uns
kommen. Sein Hauptsturmfeld liegt weiter südlich, so dass die
stärksten Böen auf den Gipfeln der Alpen sowie des Schwarzwaldes
auftreten dürften. Rückseitig ist vor allem im Nordstau des
Berglandes mit ergiebigen Niederschlägen zu rechnen, die oberhalb
etwa 500 m als Schnee fallen.

Stürmische Zeiten 3.01.12

Eine lebhafte Wetterlage hat sich in der ersten Woche des neuen
Jahres eingestellt. So zieht am heutigen Dienstag und in der Nacht
zum Mittwoch ein Sturmtief vom Atlantik her über Schottland, die
Nordsee und Südskandinavien hinweg zur Ostsee. Dabei trifft das
Hauptsturmfeld weite Teile Deutschlands, nur der Südosten des Landes
bleibt etwas abseits der größten Windgeschwindigkeiten.
Somit gibt es im Tagsverlauf und in der Nacht zum Mittwoch verbreitet
stürmische Böen (Windstärke 8) und Sturmböen (Windstärke 9), in
freien Lagen treten schwere Sturmböen auf (Windstärke 10, um 100
km/h). In Kamm- und Gipfellagen des Berglandes sowie an den Küsten
muss mit orkanartigen Böen oder sogar einzelnen Orkanböen (Windstärke
11 bis 12) gerechnet werden. In der Nacht zum Mittwoch sind dann auch
im Binnenland Schleswig-Holsteins örtlich orkanartige Böen,
vereinzelt Orkanböen möglich.

Der Mittwoch bringt nur geringfügig weniger Wind. Weiterhin gibt es
verbreitet starke bis stürmische Böen, in freien Lagen Sturmböen, an
der See und im Bergland schwere Sturmböen, auf den Gipfeln auch
orkanartige Böen. Und am Donnerstag gibt es dann bereits den nächsten
schweren Sturm, wobei dann auch der Südosten Deutschlands im
Starkwindfeld liegt. Allgemein sieht der Sturm am Donnerstag nach
aktuellen Berechnungen noch etwas giftiger aus als der aktuelle. Die
Gefahr orkanartiger Böen bis in die Niederungen ist dann durchaus
auch im Binnenland gegeben.

Deutschlandwetter im Jahr 2011: Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland 2.01.12

Erste Auswertungen der Ergebnisse von 2 000 Messstationen des
Deutschen Wetterdienstes (DWD) in ganz Deutschland
Besonders warme Orte im Jahr 2011*
1. Platz Heidelberg (Baden-Württemberg) 12,2°C Abweich. +1,6 Grad
2. Platz Köln-Stammheim (Nordrhein-Westfalen) 12,1°C Abweich. +1,3 Grad
3. Platz Stuttgart-Neckartal (Baden-Württemberg) 12,0°C Abweich. +1,4 Grad
Besonders kalte Orte im Jahr 2011*
1. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 6,0°C Abweich. +1,6 Grad
2. Platz Carlsfeld (Sachsen) 6,2°C Abweich. +1,8 Grad
3. Platz Deutschneudorf-Brüderwiese (Sachsen) 6,5°C Abweich. +0,5 Grad
Besonders niederschlagsreiche Orte im Jahr 2011**
1. Platz Oy-Mittelberg-Petersthal (Bayern) 1596,5 l/m² 97 Prozent
2. Platz Reit im Winkl (Bayern) 1469,8 l/m² 86 Prozent
3. Platz Oberstdorf (Bayern) 1465,4 l/m² 80 Prozent
Besonders trockene Orte im Jahr 2011**
1. Platz Dachwig (Thüringen) 381,2 l/m² 77 Prozent
2. Platz Erfurt-Bindersleben (Thüringen) 399,2 l/m² 80 Prozent
3. Platz Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) 399,8 l/m² 77 Prozent
Besonders sonnenscheinreiche Orte im Jahr 2011**
1. Platz Leutkirch-Herlazhofen (Baden-Württemberg) 2176 Stunden 124 Prozent
2. Platz Görlitz (Sachsen) 2163 Stunden 131 Prozent
3. Platz Lenzkirch-Ruhbühl (Baden-Württemberg) 2161 Stunden 134 Prozent
Besonders sonnenscheinarme Orte im Jahr 2011**
1. Platz Bremervörde (Niedersachsen) 1522 Stunden 102 Prozent
2. Platz Emden (Niedersachsen) 1538 Stunden 99 Prozent
3. Platz Rahden-Varl (Nordrhein-Westfalen) 1541 Stunden 112 Prozent

Bergstationen oberhalb 920 m NN sind hierbei nicht berücksichtigt.

* Jahresmittel und Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Jahreswertes zum vieljäh-
rigen Mittelwert der jeweiligen Station (normal = 100 Prozent)

Hinweis an die Redaktion:
Den Jahresüberblick für ganz Deutschland sowie die Temperaturdaten
der Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.
Detaillierte Informationen zu rund 400 ausgewählten Wetterstationen
des Deutschen Wetterdienstes finden Sie im Wettershop des DWD unter
http://www.dwd-shop.de/wetterrueckblick.html.

Was uns im Januar so blühen kann 01.01.12

Zum Beispiel die Haselnuss, die, wenn es so warm bleibt wie heute,
bereits im Januar blüht. Dann haben die armen Allergiker vier Wochen
früher ihre Probleme mit dem Blütenstaub.

Und was kann uns meteorologisch blühen?
Zum Beispiel eine Höchsttemperatur von -21,0 Grad, wie sie am
08.01.1985 in Kriestorf bei Vilshofen an der Donau aufgetreten ist.
Aber auch im meerumtosten Schleswig Holstein kann es tagsüber ganz
schön kalt bleiben. Dort gab es in Lübeck am 18.01.1893 mit -16,1 den
Tag mit der kältesten Höchsttemperatur.
Nur am Niederrhein und auf einigen Inseln in der Nordsee lagen die
Höchstwerte noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen unter -10 Grad.
Auf der anderen Seite standen einige Stationen Süddeutschlands kurz
vor dem Überklettern der +20 Gradmarke. In Piding bei Bad Reichenhall
war es am 18.01.2007 immerhin 19,5 Grad warm. Interessant auch, dass
von den etwa 500 Stationen 95% den wärmsten Januartag im Zeitraum von
1990 bis 2008 hatten.

Bei den Tiefstwerten haben bis auf Glücksburg an der Ostsee alle
Stationen schon mal zweistellige Werte gemessen. Selbst auf
Helgoland, in der "warmen" Nordsee gelegen, sank die Quecksilbersäule
am 11.01.1987 auf -10,7 °C. Wer Tiefstwerte unter -30 Grad sucht,
sollte sich nach Bayern begeben.
Dort war es im schon oben erwähnten Kriestorf im Vilstal mit -33,5°C
am 17.01.1963, einem der kältesten Winter der letzten 50 Jahre, kaum
wärmer als beim absoluten Januar-Kälterekord von -34,6° C auf der
Zugspitze. Tiefstwerte über +10 Grad sind im Januar auch möglich und
sind an etwa 40% der Stationen schon aufgetreten.

Trockene Januare hat es auch schon gegeben. Im Januar 1996 fiel in
Gardelegen (Sa-Anh.) und an einigen Stationen in
Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg kein Regen. Andererseits hat
es mit 405 mm in Weißkirchen an der Saar auch in den Niederungen
schon tüchtig geregnet. Das entspricht immerhin gut einem Drittel des
mittleren Jahresniederschlages.

Auch wenn die Sonne im Januar aus astronomischen Gründen nicht
übermäßig lange scheinen kann: 2,1 Stunden wie in Schotten im
Vogelsberg im Jahr 1983 sind doch etwas wenig. So viel Sonnenschein
könnte man schließlich innerhalb eines Tages erreichen. Wirklich
sonnig kann es im Januar in den Niederungen normalerweise nur bei
längerem Föhneinfluss werden. Genau das war 1989 der Fall, als im
Voralpengebiet die Sonne zwischen 145 und 175 Stunden schien, was bei
einer maximal möglichen (meteorologischen) Sonnenscheindauer um die 8
Stunden immerhin etwa 20 Tagen mit ganztägigem Sonnenschein
entspricht. Den eigentlichen Rekord hält natürlich die Zugspitze mit
221 Stunden im Jahr 1965.

Temperaturrekorde für den Neujahrstag schreib ich vorsichtshalber
nicht ins Thema des Tages.
Die könnten sich morgen schon als kalter Kaffee erweisen.



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